Nicht zu euphorisch sein, aber nach den heutigen neuesten Nachrichten steht ab Donnerstag, 30. Dezember 2021, Deutschland nicht länger auf der „roten Liste“ der Länder, aus denen die Einreise nach Israel nur mit Sondererlaubnis möglich ist …. Besuche und Reisen rücken also wieder in den Bereich des Möglichen…
Israelisch und doch Palästinenser
Die israelische Gesellschaft befindet sich in einem rasanten Wandel. Eine junge Generation arabischer Israelis fordert aktiv ihre Rechte ein. Fragen an Thabet Abu-Rass von der Nichtregierungsorganisation Abraham Initiatives, die für volle Gleichberechtigung von arabischen und jüdischen Israelis eintritt.
Das Interview von Noam Yatsiv mit Thabet Abu-Rass auf Qantara
Macht und Messias
The Dawn of Redemption: Ethics and Redemption in a Time of Power
So lautet der Titel eines neuen Buches, das bislang nur auf Hebräisch erschienen ist, sein Verfasser ist Mikhael Manekin, seines Zeichens Alliance Fellowship program director der ROI Community.
Joshua Leifer schreibt in der Tel Aviv Review of Books:
„The Dawn of Redemption is not an anti-Zionist book. Instead, it is closer to something like religious post-Zionism. “I am an Israeli and want to remain Israeli, and I am a traditional Jew and want to remain so,” Manekin writes. “I am not willing to give up on either one of these commitments.”“
Shaul Maggid schreibt auf +972:
„For Manekin, the key question facing religious Zionists today is no longer the individual moral question of “How should I behave?” but rather the national question of “How should a Jewish state behave?” The problem, Manekin suggests, is that the national question has easily effaced, even erased, the moral one.“
Die beiden Zitate aus den hier verlinkten Besprechungen mögen einladen, diese beiden sehr spannenden Texte zu lesen und sich den Gedanken des Buches anzunähern, wer es nicht auf Hebräisch lesen kann, wird hoffentlich nicht allzu lange auf eine Übersetzung warten müssen.
Wohin heute sonst schauen …?
Auch wenn überall Christtag ist – und immer.
Krippenplatz, sozusagen live…
Mit Dank an den Lutherischen Pfarrer von Bethlehem, Rev. Dr. Munther Isaac, auch ein Teil der palästinensische[n] Erzählung von Klage und Hoffnung, so der Untertitel seines neues Buches.
https://www.facebook.com/munther.isaac/videos/651285079567995
Völkerfamilie der Moderne
Online-Portal zu Fragen der Finanzierung der Weltorganisation
Ein Service der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN)
Spätestens mit der Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945 stellte sich die Frage, wie die Arbeit der Weltorganisation finanziert werden sollte. Welche Ausgaben gehörten in den zentralen VN-Haushalt und welche nicht? In welcher Höhe würden die verschiedenen Mitgliedstaaten Beiträge zahlen? Wie sollte der Haushaltsprozeß gestaltet werden, in dem über Einnahmen und Ausgaben entschieden wird?
Derartige Finanzfragen sind seit jeher hochpolitisch, wie sich an den Unterorganisationen wie der UNRWA oder an der UNESCO sehen läßt. Neben einem Einmaleins zur VN-Finanzierung finden sich hier der umfangreiche und einzigartige DGVN-Datensatz zur Finanzierung des VN-Systems mit aktuellen Finanzdaten, die bis zur Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945 zurückreichen.auch
Es bleibt ein kontroverses Thema: BDS
Anregungen für eine kritische Auseinandersetzung
Offen, verständlich und fundiert, praktisch auf die Kernthemen konzentriert und mit reichlich Verweisen zu den wichtigsten Bezugsmaterialien auf eine lebhafte Debatte zu diesem Thema vorbereitet: In einer RLS-Publikation analysiert das Autorenteam Katja Hermann, Tsafrir Cohen und Florian Weis eines der wichtigsten Themen der Nahostdebatte:
„Die Kampagne «Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen». Hintergründe, Ziele und Methoden“.
„In Deutschland löst der Umgang mit der BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) heftige Reaktionen und Kontroversen aus, die auch die politische Linke betreffen. Während der Deutsche Bundestag den Beschluß «Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen» im Mai 2019 mit großer Mehrheit verabschiedet hat, erfährt die Kampagne breite Unterstützung in der palästinensischen Zivilgesellschaft, in diversen politischen Diskursen im globalen Süden, an US-amerikanischen Universitäten sowie in vielen anderen Ländern und findet Anklang bei Teilen der israelischen Friedensbewegung. Allerdings ist auch in progressiven Kreisen eine zunehmend kritische Haltung zu BDS vernehmbar, etwa im Vereinigten Königreich.
Das Westasien-Referat der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) hat dieses Thema aufgegriffen und ein Papier erstellt, in dem es sich mit den Hintergründen, Zielen und Methoden der BDS-Kampagne auseinandersetzt. In dem Text geht es um die Frage, was diese Kampagne für die politische Linke, und insbesondere für die deutsche Linke, bedeutet und wie ein Umgang mit BDS in Deutschland aussehen kann.
Das Papier, das im September 2019 entstanden ist, wurde zunächst in einem internen Fachgespräch reflektiert und kontrovers diskutiert. Ziel war es, mit diesem Text zu einer Versachlichung und Differenzierung der allzu häufig aufgeheizten Diskussion beizutragen. Während die Verfasser*innen und andere an der Diskussion beteiligte Kolleg*innen durchaus unterschiedliche Haltungen zur BDS-Kampagne einnehmen und nicht alle jede einzelne Aussage im Papier teilen, sind sie sich darin einig, daß eine – auch streitbare – Debatte über den Hintergrund und die Motivation der BDS-Kampagne und über gewaltfreie Formen von Widerstand gegen die israelische Besatzungspolitik möglich sein muß. Bewußt muß aber dabei auch sein, daß diese Debatte ohne eine kritische Reflexion über das Fortbestehen von antisemitischen Erklärungsmustern, leider auch in Diskursen zum israelisch-palästinensischen Konflikt, unvollständig bleibt.
Die Debatte um BDS ist seitdem weitergegangen, in Teilen wird sie mittlerweile kenntnisreicher und differenzierter geführt, was sicherlich auch daran liegt, daß sich deutlich mehr und sehr unterschiedliche Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen daran beteiligen. Angesichts vielfach schrumpfender demokratischer Debattenräume ist das eine begrüßenswerte Entwicklung – Räume für die demokratische politische Debatte müssen erhalten und gestärkt werden, auch in Deutschland.
Vor diesem Hintergrund soll der Hinweis auf die Veröffentlichung des BDS-Papiers, erschienen im November 2021 an dieser Stelle als ein Debattenbeitrag verstanden werden, der einer kritischen Auseinandersetzung förderlich sein soll.
Rosa Luxenburg Stiftung: Die Kampagne
Ein etwas älteres Papier zu dieser Debatte: Königsweg der Befreiung oder Sackgasse der Geschichte?
Eine „Civil Charter“ für Israel?
Nach den Unruhen im Mai hat ein Mitglied der israelischen Regierungskoalition eine neue Strategie in die Debatte gebracht: ausgerechnet der Vorsitzende der islamischen United Arab List, Mansour Abbas, zeigt einen neuen Weg auf, auf dem es der arabischen Minderheit in Israel möglich sein soll, sich als gleichberechtigte Bürger:innen in den jüdischen Staat zu integrieren.
Aus der Analyse von Dr. Michael Milshtein, Leiter des Palestinian Studies Forum am Moshe Dayan Center for Middle Eastern and African Studies an der Tel Aviver Universität.
„The message of change that many in both Jewish and Arab society longed for has arrived, but the identity of its bearer is different from what many had expected. The experiment the UAL is carrying out comes at a critical point in relations between Jews and Arabs, and constitutes one of the last opportunities to forge a stable coexistence. Initial success could restore the lost trust between the two societies, and down the line they would do well to articulate their respective status and their relationship, in the form of a civil charter. Conversely, failure will channel the two peoples into depths of enmity and confrontation that would serve as proof that 1948 is still an “open book,” in a disastrous sense.“
Der ganze Beitrag („This Is the Most Radical Experiment Israeli-Arab Society Has Undergone“) findet sich in der Wochenendausgabe von Haaretz (18. Dezember 2021) hinter der Bezahlschranke. (Registrieung erforderlich, sechs Beiträge im Monat frei)
Die palästinensische Jugend in einer widersprüchlichen Realität
Geteilt und doch geeint.
Ist die Jugend in Palästina „Mehr als nur Zuschauer?“ für die Politik?, fragen Steven Höfner und Alena Jabar in der aktuellen Ausgabe der KAS-Auslandsinformationen.
„Die palästinensische Jugend ist zerrissen. Fragmentiert in unterschiedlichen Teilen der Palästinensischen Gebiete, leben junge Menschen unter verschiedenen Herrschaftsformen und können nur im Ausnahmefall aufeinandertreffen. Sie tragen die Traumata der vorangegangenen Generationen in sich und müssen sich selbst tagtäglich sowohl den Herausforderungen einer israelischen Militärbesatzung als auch den Repressionen der teilweise korrupten und autoritären palästinensischen Regimes stellen.“
Gesamtausgabe des Heftes (Auslandsinformationen der Konrad Adenauer Stiftung, KAS) vom Dezember 2021.
Was leuchtet in der Ampel?
Wofür steht die Ampelkoalition in der Außenpolitik und speziell in den Beziehungen zu Israel?
Nach 16 Jahren Regentschaft Angela Merkel und enger deutsch-israelischer Partnerschaft werden der hiesige Regierungswechsel und die Einführung des neuen Bundeskanzlers Olaf Scholz auch in Israel kontinuierlich verfolgt und bewertet.
Shimon Stein war 2001 bis 2007 Botschafter Israels in der BRD und kennt die deutsche Politiklandschaft. Als Senior Research Fellow am israelischen Think Tank INSS, dem Institut für Nationale Sicherheitsstudien, hat er die Parteien der Ampelkoalition und den neuen Koalitionsvertrag betrachtet und die Schwerpunkte der Ampelkoalition in den internationalen Beziehungen für das Institut zusammengefaßt.



