Understanding the Pain of Others

The Holocaust, the Nakba und German Memory Culture

Podiumsdiskussion: Donnerstag, 2. Februar 2023, 19:00 h

Gesprächsleitung: Susan Neiman, Potsdam

Live im Einstein Forum – Auch im Live-Stream via Zoom (hier registrieren)

 
In her book Understanding the Pain of Others, the author Charlotte Wiedemann pleads for a new inclusive memory culture that promotes solidarity instead of competition among victims. Doing justice to the victims of colonial crimes and their descendants does not call into question the specificity of the Shoah. On the contrary: the importance of human rights for all is a central lesson from the Holocaust. But tragically, Holocaust memory has not brought us much closer to such universal values.
In their co-edited volume The Holocaust and the Nakba: A New Grammar of Trauma and History Amos Goldberg, Bashir Bashir, and the contributors to the volume explore the possibility of creating a shared language for discussing the memories of two entangled, but entirely different historical events: the genocide of European Jews and the displacement of Palestinians. At the center of this new language is the concept of empathic unsettlement which challenges the mutual denial of the suffering of the Other, recognizes the political asymmetries in Israel-Palestine, and gives rise to an egalitarian binationalism.
This debate was originally scheduled to take place in the Goethe Institute Tel Aviv but was cancelled due to political pressure.


Charlotte Wiedemann
is a journalist and author. She has published numerous books on international topics, most recently Den Schmerz der Anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis (2022). Afflicted by silence in her own family, she has followed debates about German responsibility for National Socialism for four decades.

Bashir Bashir
is associate professor of political theory at the Open University of Israel and senior research fellow at the Van Leer Jerusalem Institute. His research interests are: democratic theory, nationalism and citizenship studies, liberalism, decolonization, and reconciliation. His most recent publication is The Arab and Jewish Questions: Geographies of Engagement in Palestine and Beyond (2020).
 
Amos Goldberg is associate professor of Jewish History and Contemporary Jewry at the Hebrew University of Jerusalem. For decades he has researched Holocaust memory at the intersection of history, critical theory, and literature. His publications include Trauma in First Person: Diary Writing during the Holocaust (2017) and his co-edited volume Marking Evil: Holocaust Memory in the Global Age (2015).

Wohin steuert die Justizdebatte?

Eine der zentralen Projekte der neuen israelischen Regierung ist der Umbau des Justizsystems. Für die einen die Frage danach, die Justiz wieder in Einklang mit dem „Willen des Volkes“ zu bringen, für die anderen das Ende der Gewaltenteilung.

Ravit Hecht analysiert in Haaretz, welche Rolle in dieser Koalition die „Liberalen“ im Likud spielen, oder noch spielen können, und welche Bedeutung dem Ministerpräsidenten und seiner Stellung mit Blick auf das „Ausland“ und die eigenen Vorstellungen, zukommt.

… „But not a smidgen of this energy can be found regarding the plan to destroy the legal system. The Likud base supports this plan, because this is what has been dinned into their skulls for years now, especially after Netanyahu was indicted. Every one of them has become an expert on constitutional law and the legacy of former Supreme Court President Aharon Barak.“But not a smidgen of this energy can be found regarding the plan to destroy the legal system. The Likud base supports this plan, because this is what has been dinned into their skulls for years now, especially after Netanyahu was indicted. Every one of them has become an expert on constitutional law and the legacy of former Supreme Court President Aharon Barak.

To get an idea of just how unrealistic it is to have such expectations of the liberal right, you have to look at the liberal MKs in Likud, who are now supposed to protect us all from Kahanism, the Haredi MKs’ wild behavior and religious Zionist extremism. The “statesmanlike,” “moderate,” “Likud of yore” MKs who tweet best wishes for the success of the army’s new chief of staff and post pictures of themselves cooking Shabbat dinner while wishing “Shabbat shalom to everyone in Israel” (with an emoji of the Israeli flag).

I contacted the spokespeople for four of them – Yuli Edelstein, Gila Gamliel, Avi Dichter and Ofir Akunis. Some said their bosses would not agree to be interviewed on this subject, as if it were a marginal issue that it’s possible not to worry their heads about. Akunis’ spokesman generously explained to me, at length, why the minister who once considered running for mayor of Tel Aviv supports Levin’s plan. Some of the spokespeople recited the mantra that “more changes to the reform are likely.”

It’s not their listeners they are trying to persuade, but first and foremost themselves. Likud members are burying their heads in the sand.“

Konsequenzen für die Westbank

Eine Positionsbestimmung von Breaking The Silence, The Association For Civil Rights in Israel (ACRI), The Israeli Center For Public Affairs (OFEK) und Yesh Din (January 2023)

Policy paper: What Israel’s 37th government’s guiding principles and coalition
agreements mean for the West Bank

diAk-online – 10. Januar 2022

Alles nicht so schlimm – oder kalter Staatsstreich?

Mit der neuen Regierung ist der historische Gründungskompromiß Israels offensichtlich an ein Ende gekommen.  Die Vorstellung eines demokratischen jüdischen Nationalstaates, der durch eine Friedenslösung seine Grenzen sichern könnte, erodierte in den letzten Jahren zusehends.

Mit der Ankündigung der Annexion der Westbank und einer nationalreligiösen Aufladung der Politik in allen Bereichen des öffentlichen Lebens droht Israel nicht nur seine demokratische Konstitution zu verlieren, sondern auch die Traditionen eines liberalen Zionismus über Bord zu werfen.

Vortrag und Gespräch mit dem deutsch-israelischen Soziologen und Philosophen Moshe Zuckermann, Tel Aviv.

Dienstag, 10. Januar 2023 – 18.-19.00 Uhr

Wir schicken vor der Veranstaltung den Zoom-Link an diejenigen, die sich angemeldet haben: online@diAk.org

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Vorankündigung:

Am Dienstag, 17. Januar 2023 – 18.-19.00 Uhr ist Amjad Mitri unser Gast und spricht über die aktuelle Situation auf der palästinensischen Seite.

Die letzten gehen … II

Gestorben: Philomena Franz „Kämpferin für das Gedenken“

Am 30. Dezember 2022 starb die vor einem Jahrhunder in Biberach in eine Sinti-Familie von Musikern geborene Überlebende. Ihre Erinnerungen an die Zeit im Konzentrationslager – 1943 wurde sie von den Nazis nach Auschwitz verschleppt, wo ein Großteil ihrer Familie starb – teilte sie in Vorträgen und Büchern.

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Auschwitz-Überlebender Mordechai Papirblat gestorben

Er überlebte rund 900 Tage im Vernichtungslager Auschwitz und erzählte später Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen.

In der Nacht auf den 27. Dezember 2022 ist Mordechai Papirblat im Alter von 99 Jahren verstorben.

Eine Würdigung auf „seiner“ Seite und auf spiegel.de.

Kurzbiographie

„Der 1923 geborene Mordechai Papirblat wurde als 17-jähriger ins KZ Auschwitz eingeliefert, zuvor war er aus dem Warschauer Ghetto geflohen. Vor dem Krieg hatte er sich viel handwerkliches Geschick durch Arbeiten, aber auch durch Beobachten angeeignet. Auch sprachlich war er sehr begabt und lernte mehrere Sprachen zu verstehen und sich darin zu verständigen. Beides kam ihm auch im Lager immer wieder zugute, so daß er bedrohlichen Situationen immer wieder entgehen konnte. Mit Humor und eisernem Willen trotzte er Willkür und Hunger. Im Januar 1945 konnte er vom Todesmarsch fliehen, und kehrte durch Schnee und Kälte in seine Heimatstadt heim. Aber von der einst großen Familie war nur er allein übrig geblieben. 1946 wanderte Mordechai Papirblat nach Palästina aus. Im Unabhängigkeitskrieg wurde er schwer verletzt, doch gleichzeitig fand er durch dieses Unglück einen kleinen Rest seiner Familie wieder.“ ….

Bekenntnisse deutscher Normalos von 1934 online

Der Berliner Zeitung erinnert – aus gegebenem Anlaß … an eine Publikation aus dem Jahr 2018 – und mit dem Link zu den Online-Daten:

„Vor 90 Jahren gesammelt, von der Stanford University digitalisiert: Hunderte individuelle Texte, die offenbaren, was normale Leute an Hitlers Ideen faszinierte.“

„Die (.) der großen Öffentlichkeit zugängliche Sammlung birgt Teile der Antwort auf die Frage, wie die Deutschen zu einem Volk wurden, das Raub und Massenmord als begrüßenswerte Methoden staatlichen Handelns erachtete. Die meisten der Schreiber werden sich über die sozialpolitischen Großtaten der Naziregierung ebenso gefreut haben wie über das Verschwinden der Juden. An der Kleinteiligkeit der Biogramme mögen Wissenschaftler verzweifeln.

Aber wer heute wissen möchte, warum nationalistische Ideen wieder Massen ergreifen, wird in den politischen Lebensberichten deutscher Normalos von 1934 einige Antworten finden. Was nervt heute? Parteiengezänk, laute Minderheiten, unfähige Politiker. Wir sehen den Zorn der Abgehängten, den Neid der Zukurzgekommenen, die Furcht vor neuer Konkurrenz, Abstiegsängste. Und erkennen sie wieder.“

Die letzten gehen …

Auschwitz-Überlebender Mordechai Papirblat gestorben

Er überlebte rund 900 Tage im Vernichtungslager Auschwitz und erzählte später Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen.

In der Nacht auf den 27. Dezember 2022 ist Mordechai Papirblat im Alter von 99 Jahren verstorben.

Eine Würdigung auf „seiner“ Seite und auf spiegel.de.

Kurzbiographie

„Der 1923 geborene Mordechai Papirblat wurde als 17-jähriger ins KZ Auschwitz eingeliefert, zuvor war er aus dem Warschauer Ghetto geflohen. Vor dem Krieg hatte er sich viel handwerkliches Geschick durch Arbeiten, aber auch durch Beobachten angeeignet. Auch sprachlich war er sehr begabt und lernte mehrere Sprachen zu verstehen und sich darin zu verständigen. Beides kam ihm auch im Lager immer wieder zugute, so daß er bedrohlichen Situationen immer wieder entgehen konnte. Mit Humor und eisernem Willen trotzte er Willkür und Hunger. Im Januar 1945 konnte er vom Todesmarsch fliehen, und kehrte durch Schnee und Kälte in seine Heimatstadt heim. Aber von der einst großen Familie war nur er allein übrig geblieben. 1946 wanderte Mordechai Papirblat nach Palästina aus. Im Unabhängigkeitskrieg wurde er schwer verletzt, doch gleichzeitig fand er durch dieses Unglück einen kleinen Rest seiner Familie wieder.“ ….