Dreimal das gleiche?

Für die einen ist ein Kompromißvorschlag, für die anderen eine unmögliche Teilung … was geschieht hier? Und warum interessiert es die Welt – und die europäischen Diplomaten im Gerichtssaal, aber ziemlich wenige Israelis?

Beim Streit um Wohnbauten im Ostjerusalemer Stadtteil Scheich Dscharrah haben die Richter des Obersten Gerichts am Montag eine Kompromißlösung vorgeschlagen: Die palästinensischen Bewohner sollen für die kommenden Jahrzehnte Bleiberecht erhalten und dafür umgerechnet eine symbolische Miete von rund 390 Euro pro Jahr zahlen. ….

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Sheikh Jarrah:
Israeli Supreme Court Divides Solomon’s Baby, Telling Residents to Be Satisfied With Half a Child

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Neither judges nor diplomats are coming to save Sheikh Jarrah

It was infuriating to follow the Israeli High Court’s deliberations on Sheikh Jarrah on Monday….

A Picture of the Nation

Welche Auswirkungen hatten und haben die Maßnahmen der Regierung 2020 und 2021 auf Gesellschaft und Wirtschaft Israels? Im aktuellen Picture of the Nation des Taub Center for Social Policy Studies in Israel legt Prof. Dr. Avi Weiss die Probleme und Veränderungen in Israel dar. Besonders interessant sind die Teile des Berichts, in denen Weiss Israel in Zahlen und Fakten mit anderen Industriestaaten vergleicht.  

Zur Situation in Al-Walaja

Ir Amim | Zoom – Monday, July 12 at 7 PM Jerusalem // 18.00 Uhr Berlin/Bonn – Register

„Al-Walaja: A Community in Danger“ .

The panel will discuss the imminent danger of demolition facing Walaja – a Palestinian village located on the southern periphery of Jerusalem and our speakers for the evening will be: 
– Aviv Tatarsky: Ir Amim’s Planning Policy Researcher
– Attorney Ibrahim Alaaraj: a member of Walaja’s Resident Planning Committee

Mehr Informationen

Abgang mit Nebenwirkungen


Nach der ersten Amtsperiode als Ministerpräsident von Mai 1996 bis Mai 1999, nach Amtszeiten als Finanzminister und als Außenminister, stand Benjamin Netanjahu von 2009 bis 2021 verschiendenen Regierungen Israels vor. Nach zwölf Jahren Ministerpräsidentschaft nahm am Montag eine „Anti-Netanjahu-Koalition“ die Arbeit auf, „doch ein Comeback ist nicht ausgeschlossen“, wie die beiden Autoren Shimon Stein und Moshe Zimmermann in ihrem Beitrag für die IPG schreiben.


Was wird sich ändern, wenn…

… ja, wenn am Sonntag 61 Knessetangeordnete einen neuen israelischen Ministerpräsidenten wählen sollten?

Wird Bennett anders über ‚Araber‘ denken, weil ein politisch „rechts“ stehender palästinensischer Abgeordneter zu seiner Koalition gehört?

Werden Sa’ar und Liebermann aufhören für das Siedlerprojekt zu werben? Ganz zu schweigen von Bennett selbst?

Wird es einfacher den demokratischen und jüdischen Charakter des Staates unter einen Hut zu bringen?

Wird es einfacher die Ressourcen des Landes, besonders das Wasser, gerecht unter allen Menschen der Region zu verteilen?

Wird es leichter, israelische Poliik in der Weltgemeinschaft zu verkaufen, vielleicht besonders an US-Demokraten?

Zu diesen und den vielen Fragen, die sich hier anschließen liessen, zwei aktuelle Lesehinweise:

Mondoweiss Brookings Institute

Die neue israelische Regierung und die drängendsten Probleme (I)


Obwohl in wenigen Tagen die Ära Netanjahu wohl (fürs erste?) ihr Ende finden wird, muß sich noch zeigen, ob die neue Koalition die beiden wichtigsten Probleme des Landes angehen kann und wird: zum einen die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich in einem Trend wachsender Armut und die Behandlung der Palästinenser:innen.

Die dafür wichtigsten Instrumente, eine soziale Ökonomie und diplomatische Offenheit, sind beides keine Spezialitäten Naftali Bennetts oder seiner Koalitionsparteien, einmal abgesehen von Meretz. Dementsprechend wird sich erst noch zeigen, ob eine neue Regierung auch tatsächlich etwas neues schaffen kann.
Gad Lior dazu auf Ynet.