Soldaten erzählen…

Noch bis zum 22. Juli 2022 in der Mediathek von Arte – keine einfache Kost, wahrlich!

Israel als Besatzungsmacht – Soldaten erzählen

arte: „Der israelische Regisseur Avi Mograbi läßt Soldaten berichten, die an einer militärischen Besetzung beteiligt waren. Dabei wird deutlich, wie eine kolonialistische Okkupation der palästinensischen Gebiete im Westjordanland funktioniert und welche Logik damit verbunden ist.“

Uri Savir (1953-2022) z”l

Der langjährige israelische Außenpolitiker und ehemalige Knessetabgeordnete Uri Savir ist am 14. Mai in West-Jerusalem gestorben. Savir, der auch als einer der Architekten von Oslo galt, sagte zu dieser Übereinkunft in einem Interview von 2013, aus der Ha’aretz, zu deren gelegentlichen Autoren Savir auch gehörte, in ihrem Nachruf zitiert:

„I think that the title ‚architect of the Oslo Accords‘ is somewhat exaggerated. I was at most a plumber. I got an opportunity to conduct negotiations under clear guidelines laid down by the prime minister and foreign minister.” [Savir did not accept the notion that these accords failed, saying that] “Oslo did not fail or succeed. There was a breakthrough, an opportunity, but it was wasted, since Israel came to their implementation with a prime minister and party who objected to the process. A government can’t implement a policy it opposes,” he said.

Ayman Odehs ‚Odysee‘?

Das politische System in Israel war in den letzten Jahren für einige Überraschungen gut, Parteien blühten auf und verschwanden bei den nächsten Wahlen wieder in der Versenkung, alte Bewegungen kratzten an der Schwelle zur Bedeutungslosigkeit, neue Koalitionen wurden Realität, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schienen – for good and bad... An wirklichen Persönlichkeiten, die dem Land eine Vision geben oder die eine Debatte über Entwicklungen anstossen könnten, herrscht durchaus Mangel, während zugleich einige ehemalige Politiker im Gefängnis sitzen oder saßen.

Fathom, eine Onlineplattform („For a deeper understanding of Israel and the region“, so die Selbstbeschreibung), die auch immer wieder kontroverse Themen anpackt und ungewöhnliche Beiträge und Beiträger:innen einlädt, hat gerade einen ausführlichen – und jedenfalls lesenswerten – Beitrag zu Ayman Odeh, Mitglied der Knesset, und Vorsitzender der „Gemeinsamen Liste“, gebracht.

Nach-hören, möglich und wichtig

Die Aufzeichnung der 17. gemeinsamen, israelisch-palästinensischen Gedenkveranstaltung

ist online verfügbar und kann angesehen werden, wer keine Möglichkeit hatte, online live dabei zu sein, oder wer es einfach noch einmal anschauen will.

Hier der Hinweis auf einen Beitrag in der taz dazu: Wir teilen den gleichen Schmerz

Bleibt es beim status quo?

Trotz aller (oder wegen?) aller heiligen Zeiten, prägt wieder einmal Gewalt die Situation in Jerusalem, und nicht allein dort. Aber in Zeiten wie diesen steht alles in Frage. Ist es klug in dieser Zeit den staus quo, der bislang ein fragiles Konstrukt aufrecht erhalten hat, auch in Frage zu stellen? (Aber wer sagt, das Politik klug handelt?)

Hier eine Stimme aus Jordanien (sic), die einen kritischen Blick auf die Entwicklung wirft: Daoud Kuttab fragt in Arab News: Want quiet in Jerusalem? Respect the status quo

Mitten in Jerusalem – heute…

Eine Regierung in der Krise, apokalyptische Phantasien, Opfervisionen, Gewalt und Gebet – Tage, die alles möglich werden lassen …

Und zwischen allen Stühlen, die arabischen Parteien in Israel, von den einen zur Rückzug aus „dieser“ Regierung aufgefordert, von den anderen mitgedacht als parlamentarisches Sicherheitsnetz über das Überleben in einer Regierung…

In einem Kommentar auf Haaretz schreibt Carolina Landsmann dazu: „In Israel, Arab Politicians Are Only Legitimate if Netanyahu Says So“

Ergänzung – Ultraorthodox

Ultraorthodox – Mein Weg

Online auf orf.at

In seinem jüngst veröffentlichten Werk, „Ultraorthodox – Mein Weg“ erzählt Akiva Weingarten, wie er in der Satmarer-Gemeinschaft ultraorthodoxer Juden aufwuchs. Kritisch blickt er darin auf Regeln und Gesetze, die zunehmend zum Zwang für ihn wurden.

***

Ausstieg aus der Orthodoxie und dafür nach Dresden?

Wer würde diese beiden Fakten verbinden. Und doch hat hier ein junger US-amerikanischer Rabbiner eine Herberge geschaffen und hilft jungen Menschen, die aus der Orthodoxie „aussteigen“ wollen.

„Das Leben in ultraorthodoxen Gemeinden ist hermetisch und streng geregelt. Viele junge Jüdinnen und Juden wollen aussteigen. Wie schaffen sie den Weg in die Freiheit?“

Eine interessante Reportage über orthodoxes Leben in Israel und Versuche der jungen Generation, technologische Entwicklungen in den Alltag aufzunehmen, ist auch in einer Arte-Reportage thematisiert worden:

Israel: Junge Orthodoxe werden weltlich.

In Israel lebten die Gemeinden der orthodoxen Juden lange selbstbestimmt fern von der Gesellschaft. Hartnäckig lehnten sie die Moderne ab, sie beschränkten ihren Beziehungen zu den Weltlichen auf ein striktes Minimum, die Männer widmeten den größten Teil ihrer Zeit dem Studium der Tora.

Doch in dieser verschlossenen und wenig bekannten Welt ändern sich die Dinge allmählich. Getrieben von wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem Drang nach einer neuen Offenheit sucht die neue Generation den Ausgang, raus in die Welt: Sie wenden sich Computern zu, der Mode, dem weltlichen  Gesang, sogar das Tabu der Wehrpflicht brechen junge Orthodoxe, zum Erstaunen und Erschrecken ihrer Väter (und Mütter).

Für den Staat Israel ist ihre Integration eine Herausforderung und eine Chance, denn der Kinderreichtum der orthodoxen Familien hat ihren demographischen Einfluss in Israel beständig vermehrt. Die Alten aber sträuben sich gegen die neue Offenheit der Jungen, viele lehnen jede Veränderung der Mentalitäten ab. Die jungen Orthodoxen müssen also kämpfen für ihre neuen Regeln.

Ultraorthodox? Nein danke!

Ausstieg aus der Orthodoxie und dafür nach Dresden?

Wer würde diese beiden Fakten verbinden. Und doch hat hier ein junger US-amerikanischer Rabbiner eine Herberge geschaffen und hilft jungen Menschen, die aus der Orthodoxie „aussteigen“ wollen.

„Das Leben in ultraorthodoxen Gemeinden ist hermetisch und streng geregelt. Viele junge Jüdinnen und Juden wollen aussteigen. Wie schaffen sie den Weg in die Freiheit?“

Eine interessante Reportage über orthodoxes Leben in Israel und Versuche der jungen Generation, technologische Entwicklungen in den Alltag aufzunehmen, ist auch in einer Arte-Reportage thematisiert worden:

Israel: Junge Orthodoxe werden weltlich.

In Israel lebten die Gemeinden der orthodoxen Juden lange selbstbestimmt fern von der Gesellschaft. Hartnäckig lehnten sie die Moderne ab, sie beschränkten ihren Beziehungen zu den Weltlichen auf ein striktes Minimum, die Männer widmeten den größten Teil ihrer Zeit dem Studium der Tora.

Doch in dieser verschlossenen und wenig bekannten Welt ändern sich die Dinge allmählich. Getrieben von wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem Drang nach einer neuen Offenheit sucht die neue Generation den Ausgang, raus in die Welt: Sie wenden sich Computern zu, der Mode, dem weltlichen  Gesang, sogar das Tabu der Wehrpflicht brechen junge Orthodoxe, zum Erstaunen und Erschrecken ihrer Väter (und Mütter).

Für den Staat Israel ist ihre Integration eine Herausforderung und eine Chance, denn der Kinderreichtum der orthodoxen Familien hat ihren demographischen Einfluss in Israel beständig vermehrt. Die Alten aber sträuben sich gegen die neue Offenheit der Jungen, viele lehnen jede Veränderung der Mentalitäten ab. Die jungen Orthodoxen müssen also kämpfen für ihre neuen Regeln.

Einsatz für den Frieden

Zwar haben „an keinem Ort der Welt Friedensorganisationen von allein eine historische Veränderung und Transformation herbeigeführt“, wie Tamar Herman vom Israeli Democracy Institute in [West-Jerusalem mit Blick auf die Geschichte bemerkt, doch sie sind wichtiger denn je. Zochrot, Schalom Achschav, das Israelische Komitee gegen Hauszerstörung, Yesh Gvul und weitere israelische Organisationen sind seit Jahrzehnten aktiv. Sie setzen sich für eine „gemeinsame Zukunft von Palästinensern und Israelis ein“. Johannes Zang war vor Ort und berichtet von der Situation der Organisationen und deren schwierigen Tätigkeit im Alltag.