Steigende Spannungen um die ‚Holy Esplanade‘

Mit Blick auf die sich weiter steigenden Spannungen um die ‚Holy Esplanade‘ in der Altstadt und das bevorstehende Freitagsgebet, das zweite seit dem Beginn der Spannungen, sei das Statement von Ir Amim zur Lektüre empfohlen.

Besonders der Satz

What is important to underscore is that perception matters and all events that happen on the Temple Mount / Haram al-Sharif will be seen through the political lenses of the multiple parties involved.

sollte den politisch Verantwortlichen einleuchten.

http://messages.responder.co.il/2660335/82465888/7649373d51a0e5b181dd82c2781a7336

‚Game Changer?‘ Naomi Chazan über die Wahl von Avi Gabbay

Neben den seit Tagen andauernden Unruhen und den ‚Status Quo‘ in der Jerusalemer Altstadt (siehe israel & palästina I 2016) ist die Nachricht über den Ausgang der parteinternen Wahlen der israelischen Arbeitspartei hierzulande ziemlich untergegangen. Naomi Chazan legt in ihrem Blogeintrag für die Times of Israel eine lesenswerte Analyse zur Wahl des ‚Außenseiters‘ und Neulings in der Partei, Avi Gabbay, vor.

1967 – Jahr der Entscheidung

Die Deutung der Folgen von 1967, den Beginn der Besatzung der Westbank durch Israel, ist im Jubiläumsjahr höchst umstritten. Noam Sheizaf, Blogger und freier Journalist bei zahlreichen israelischen Zeitungen, u.a. auch bei Ma’ariv und Ha’aretz, greift die zeitgenössische Debatte auf. Er stellt zwei offene Briefe gegeneinander und zeigt, daß eine marginalisierte linke Minderheit bereits bei der Besetzung 1967 die Konsequenzen dieser Entscheidung erkannte. Er argumentiert, daß von Anfang an offizielle Stellen in Israel keine Verantwortung für die dort lebende Bevölkerung übernahmen und als einzige Maßnahme nur die Unterdrückung der Palästinenser kannten und kennen.“

Der englische Text erschien am 26. Mai 2017 in Ha’aretz und ist hier als PDF einsehbar.

Neueste Stimmen in der Debatte zur Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt«

Am Mittwoch, 21. Juni, wurde die Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt« nun in der ARD um 22.15 Uhr ausgestrahlt, gefolgt von einer Diskussionssendung zum Thema. Der TV-Sender ARTE hatte die Sendung zusammen mit dem WDR in Auftrag gegeben, diese jedoch aus Qualitätsgründen abgelehnt,

„da entgegen dem Auftrag der Fokus nicht auf europäische Länder sondern auf den Nahen Osten gerichtet wurde“.

Nachdem die ARD beschloß, die Sendung dennoch auszustrahlen, übernahm ARTE die Sendung und sendete diese zeitversetzt, um 23 Uhr, ebenfalls mit anschließender Diskussion.

Hier noch einige Nachträge zu der Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“:

Süddeutsche, 27.6.2017: Woher kommt der Hass auf Juden? Antisemitismusforscher Wolfgang Benz über die Verbreitung judenfeindlicher Vorurteile in der islamischen Welt. Interview von Benedikt Herber: „Der islamische Antisemitismus ist ein Import aus Europa“

Shimon Stein und Moshe Zimmermann, DIE ZEIT Online, 26.6.2017: Dieser Feind steht rechts

Götz Aly, Berliner Zeitung, 26.6.2017: Juden, Schwatzwutz, WDR und Faktencheck

Wolfgang Benz, Der Freitag, 26.6.2017: Judenfeindschaft als Spektakel

Josef Schuster, Tagesspiegel, 23.6.2017: Ruch des Unseriösen

Jürg Altwegg, FAZ, 23.6.2017: Arte-Doku in Frankreich. Antisemitismus mit Ansage

NDR.de, 22.6.2017: „Die Polemik hilft uns nicht weiter“. Interview mit Sylke Tempel

Sarah Stricker, Cicero Online, 20.6.2017: Das Geschenk des Zweifels

 

Weitere ausgewählte Stimmen in der Debatte:

Gewohnt scharf und polemisch die Äußerungen von Ludwig Watzal:  http://der-semit.de/auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa-ein-machwerk/

B’Tselem, 20.6.2017: Lies and misrepresentation in “Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa”

Spiegel Online, 20.6.2017: Arte zeigt nun doch Antisemitismus-Film

Jüdische Allgemeine, 18.6.2017: ARD zeigt umstrittene Arte-Dokumentation über Antisemitismus

Offener Brief zur Ausstrahlung der Dokumentation: „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“, 15.6.2017

Ayala Goldman, Jüdische Allgemeine, 15.6.2017: »Der Film war zu unbequem«. Ahmad Mansour über die Gründe, warum die Arte-Dokumentation über Antisemitismus nicht gesendet wird

Peter Kapern, Deutschlandfunk, 15.6.2017: Polemik statt Fakten

JTA, Forward, . 8.6.2017: French-German TV Channel Under Fire For Canceling Anti-Semitism Documentary

ARTE, 7.6.2017: Brief an den Zentralrat der Juden in Deutschland

Erste und weitere Stimmen zur Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt«

Update: Am Mittwoch, 21. Juni, wird die Dokumentation nun in der ARD um 22.15 Uhr ausgestrahlt, gefolgt von einer Diskussionssendung zum Thema. Nun hat sich ARTE entschlossen, dennoch die Sendung von der ARD zu übernehmen und diese zeitversetzt, um 23 Uhr, zu senden, ebenfalls mit anschließender Diskussion.

 

Weitere Stimmen in der Debatte:

https://www.youtube.com/watch?v=S8zuk8QCXKs

Gemma Pörzgen im Gespräch mit Peter Kapern, Deutschlandfunk, 15.6.2017: „Er hat eine sehr klare propagandistische Linie“

Mirna Funk, ZEIT ONLINE, 14.6.2017: Antisemitismus? Gibt es nicht!

Antisemitismus wird in Deutschland beschönigt: als Satire oder Israelkritik. Dass die Dokumentation „Ausgewählt und Ausgegrenzt“ nicht gezeigt wird, hat andere Gründe.

Markus Ehrenberg und Joachim Huber, Tagesspiegel, 14.6.2017: 200.000 sehen umstrittene Antisemitismus-Doku

Arte wollte die Doku „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ nicht zeigen. „Bild“ übernahm den Film einfach online. Rechtliche Konsequenzen muss der Springer-Verlag offenbar nicht fürchten.

Arno Frank, Spiegel Online, 14.6.2017: TV-Dokumentation zu Antisemitismus. Mit Elan ins Minenfeld

Übten Arte und WDR Zensur, als sie entschieden, eine Dokumentation über Antisemitismus nicht auszustrahlen? Kaum – der Film hat schlicht handwerkliche Mängel. Die Lösung von Bild.de, ihn unfertig doch zu zeigen, ist keine.

Brot für die Welt, 13.6.2017: Stellungnahme Brot für die Welt zur Berichterstattung der BILD Zeitung, 13.06.2017

ARTE, 13.6.2017: Pressestatement zur Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“

Marie Schmidt, ZEIT ONLINE, 13.6.2017: „Es gab nur Gerüchte“. Ein Gespräch mit dem Filmemacher Joachim Schröder, dessen Dokumentation über Antisemitismus das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht senden will

ZEIT ONLINE, 13.6.2017: Filmemacher Joachim Schröder wehrt sich gegen Arte und WDR

René Martens, taz, 11.6.2017: Zensur einer Antisemitismus-Doku. Wehrhafte Juden sieht man nicht gern

Richard Herzinger, Die Welt, 10.6.2017: So ist die Doku, die von Arte zurückgehalten wird

Michael Hanfeld, FAZ, 7.6.2017: Arte und WDR gehen in Deckung


Zur Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt«, die eine deutsches Boulevardblatt am 14. Juni 24 Stunden online zugänglich gemacht hat, nachdem die Ausstrahlung bei ARTE abgelehnt worden war, fünf erste Stimmen:

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1054225.ein-kaum-zu-ueberbietendes-zerrbild-vom-nahostkonflikt.html564203382

https://www.jrbernstein.de/blog-1/2017/6/15/journalismus-oder-propaganda

https://deutsch.rt.com/gesellschaft/52352-wirbel-um-arte-doku-wenn-antideutsche-ueber-antisemiten-berichten/

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/28823

https://www.journal21.ch/ausstrahlungsverweigerung

Veranstaltungshinweis: Der 1967-Krieg, 50 Jahre danach: Die deutsche Perspektive

Gerne weisen wir auf folgende Veranstaltung des New Israel Fund Deutschland hin. Zeit und Ort: Dienstag, 20. Juni, 19:00 im Roten Rathaus Berlin.

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Der 1967-Krieg, 50 Jahre danach: Die deutsche Perspektive

Eine Veranstaltung des New Israel Fund Deutschland in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Dienstag, 20. Juni 2017, 19:00 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr), Großer Saal, Rotes Rathaus Berlin

Die Veränderungen des Juni 1967 prägen den Nahen Osten bis auf den heutigen Tag. Nachdem das Westjordanland und Ostjerusalem im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs von Israel erobert wurden, befindet sich das Land in einer mittlerweile 50jährigen, völlig erstarrten Realität – geprägt von Gewalt und immer wieder scheiternden Friedensbemühungen auf beiden Seiten. Diese Realität wird zunehmend auch zum zentralen Gegenstand der deutsch-israelischen Beziehungen.
Welchen Einfluss hat der Krieg auf die israelische Zivilgesellschaft, deren Sicherheit laut Angela Merkel „zur deutschen Staatsräson“ gehört? Wie gehen Politik, Medien und Zivilgesellschaft in Deutschland mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt um? Darf die Bundesrepublik sich vor dem Hintergrund der deutsch-jüdischen Vergangenheit einmischen – oder ist es nicht sogar vielmehr ihre Pflicht, gerade aufgrund dieser Vergangenheit?
Anlässlich des 50. Jahrestages des Krieges lädt der New Israel Fund-Deutschland (NIF) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin in das Berliner Rathaus am 20. Juni ein, um diese und weitere Fragen anzugehen. Der NIF ist die führende israelische Organisation zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten in Israel und ist seit 2014 auch in Deutschland vertreten.

Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten unter diesem LINK oder per Mail an koordinator@nif-deutschland.de

A Divided City Jerusalem/Al־Quds 1967-2017 – Evening Event in the Van Leer Jerusalem Institute

Thursday, 15 June, 2017, 18:00 to 20:00

 

Evening Event within the Framework of the International Conference „Histories in Conflict: Cities, Buildings, Landscapes“ that take place on Tuesday-Thursday, June 13-15, 2017

For further information: martin.hershenzon@gmail.com

You can find the programme online.