Progressiver Journalismus als Akt des Widerstands in autoritären Zeiten

Die Pressefreiheit in Israel wurde in den letzten Jahren drastisch eingeschränkt: Journalist*innen werden bei ihrer Arbeit behindert, kritische Stimmen werden an den Rand gedrängt und unabhängige Medien stehen unter Druck. Im kürzlich veröffentlichten Index zur Pressefreiheit 2026 von „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) belegt das Land Platz 116 (ein Rückgang um 4 Plätze gegenüber 2025). Gleichzeitig geben die meisten israelischen Medienhäuser die Narrative der Regierung weitgehend wieder, anstatt sie kritisch zu hinterfragen – was angesichts des genozidalen Angriffs Israels auf den Gazastreifen und der verheerenden Zerstörung palästinensischen Lebens, die Israel in Gaza, im Westjordanland und innerhalb Israels verursacht, insbesondere seit Oktober 2023, umso problematischer ist. Dennoch wehren sich unabhängige Medien im Land – durch mutigen Journalismus als Beitrag zur Stärkung progressiver Stimmen im In- und Ausland.

Das “+972 Magazine” ist eine der führenden unabhängigen Medienplattformen in Israel und Palästina, auf der israelische und palästinensische Journalist*innen gemeinsam für ein Millionenpublikum berichten. Sie widersetzen sich dem zunehmenden Autoritarismus und der Zensur und setzen sich für fairen und sachlichen Journalismus ein.

Wir sprechen mit unseren Gästen über die großen Herausforderungen und Gefahren, denen Medienschaffende in Israel heute mehr denn je ausgesetzt sind, und welche möglichen Auswirkungen diese Einschränkungen auf die kritische Berichterstattung in Deutschland über die Lage in Israel und Palästina haben.

Unsere Gäste:

  • Ben Reiff ist stellvertretender Chefredakteur des +972 Magazine, bei dem er seit 2021 tätig ist. Er hat unter anderem für The Guardian, The Nation, New Statesman und Haaretz geschrieben. Er ist Gründungsmitglied des Redaktionskollektivs von Vashti Media, einem linksgerichteten jüdischen Magazin in Großbritannien. Nach mehreren Jahren als Aktivist und Journalist in Israel-Palästina lebt er heute in London.
  • Alaa Salama ist Redakteur für Audience Development beim +972 Magazine. Alaa ist Autor und Journalist und wurde in Syrien als Sohn einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie geboren. Er hat einen Master-Abschluss in Israelstudien von der Birzeit-Universität. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des christlichen Zionismus und dessen Einfluss auf Politik, Kultur und Literatur.
  • Dr. Dana Mills ist Leiterin der Abteilung für Ressourcenentwicklung beim +972 Magazine. Dana ist seit fünf Jahren in der israelisch-palästinensischen Zivilgesellschaft tätig, nachdem sie zuvor 15 Jahre lang als Wissenschaftlerin gearbeitet hatte. Sie promovierte 2014 in Oxford und ist Autorin von fünf Büchern, darunter eine Biografie über Rosa Luxemburg.
  • Moderation: Hanno Hauenstein, in Berlin ansässiger freier Journalist und Autor.

Sprache: English mit Übersetzung Englisch <> Deutsch

Die Veranstaltung wird auch per Livestream übertragen: https://www.rosalux.de/livestream

Beides anschauen – und aushalten

EU Council Imposes Sanctions on Four Settler Organizations

Am 11.Mai 2026 hat der Europäische Rat Sanktionen gegen vier Siedlerorganisationen beschlossen (nachdem die neue ungarische Regierung im Amt war): Amana, HaShomer Yosh, Regavim und Nachala.

Hier ein Hintergrundbericht von Peace Now dazu.

People’s Peace Summit Tel Aviv

Zwei durchaus unterschiedliche Berichte dazu auf der Seite vom +972mag:

Und was sagt ein bekannter Besucher – zitiert nach Vatican News

Tel Aviv – 30. April 20266

Nakba Remembrance Ceremony 2026

Nakba Rememberance Ceremony 2026

Neues (und nicht so neues) von der UNRWA

Welche Perspektive haben da Menschen?

Dazu der Humanitarian Situation Report | 23 April 2026

Lesehinweis: Eyal Weizman

Hier ein Zitat aus der aktuellen Ausgabe der London Review of Books / April 2026

„Reconstruction plans imposed on Palestinians with the implicit aim of destroying Palestinian life in Gaza demonstrate the reason Lemkin reserved a place for architecture in his conception of the crime of genocide. He knew that the way a people organises its space is a manifestation of its history and social structure. ‘Genocide has two phases,’ Lemkin wrote in Axis Rule in Occupied Europe. The first involves the ‘destruction of the national pattern of the oppressed group’ – this was achieved in Gaza by Israel’s devastating bombing. The second involves the imposition of a design by the oppressor, like these reconstruction plans for Gaza. ‘This imposition, in turn,’ he wrote, ‘may be made upon the oppressed population which is allowed to remain, or upon the territory alone, after removal of the population and the colonisation of the area by the oppressor’s own nationals.’“

Großisrael

Ein Beitrag von Djamilia Prange de Oliveira auf der Seite der Deutschen Welle

Israel hat seine Grenzen nie offiziell festgelegt, aber Siedler und Minister liebäugeln schon lange mit der Idee, das Land zu erweitern. Was steckt hinter dem Konzept „Großisrael“?

Screenshot des Beitrages Deutsche Welle

Pessach und Ostern inmitten von Gewalt

Über 600 Israelis aus dem akademischen Leben protestieren in einer Petition an die internationale Gemeinschaft und Zivllgesellschaft gegen nochmals angestiegenen Siedlerterror. Hier ein Link zu einem kurzen FR-Stück von Inge Günther.

Und dazu ein Gespräch mit Yuli Novak, der Chefin der NGO B’Tselem, geführt von Judith Poppe auf https://qantara.de

Caravan Collective

EIn Fallbeispiel aus der Westbank: The Occupation of the Sun – digital aufbereitet vom Caravan Collective