Monday 18th May 2026 – Interfaith March for Human Rights and Peace in Jerusalem, organised by the Interfaith Forum for Human Rights – All are welcome – at least in spirit – The march is designed as a counterpoint to Jerusalem Flag Day (14/5/26), as a stand for a unified peace with justice.
Bildungsprojekt macht NS-Raubgut sichtbar und lädt Unternehmen und Bibliotheken zur Zusammenarbeit ein
Geraubte Bücher erzählen von Enteignung, Verfolgung und kultureller Auslöschung. Genau hier setzt das neue Projekt „Lost Books Lab – Partizipative Bildungsformate zu NS-Raubgut im beruflichen Kontext“ an, das zum 1. Mai 2026 gestartet ist. Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Bildunggegen Antisemitismus“ von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert. Ziel ist es, ein übertragbares Bildungsformat zu entwickeln, das Antisemitismus am konkreten historischen Objekt – dem im Nationalsozialismus geraubten Buch – nachvollziehbar macht.
Das “Lost Books Lab Baden-Württemberg” richtet sich an Auszubildende und Mitarbeitende von Unternehmen in Baden-Württemberg und eröffnet damit neue Zugänge zur antisemitismuskritischen Bildung im beruflichen Kontext. In Kooperation mit Bibliotheken setzen sich die Teilnehmenden in drei-stündigen Workshops mit historischen Buchbeständen auseinander, recherchieren Provenienzmerkmale und gehen den Spuren ehemaliger jüdischer Eigentümerinnen und Eigentümer nach. Nach einer Einführung in die Geschichte des systematischen Raubs jüdischer Bibliotheken und in Methoden der Provenienzforschung arbeiten sie eigenständig in Gruppen mit historischen Büchern, dokumentieren ihre Funde und reflektieren deren Bedeutung für die Gegenwart. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Angebot ist für Teilnehmende und Unternehmen kostenfrei.
„Geraubte Bücher zeigen, daß Antisemitismus sich in konkreten Handlungen der Ausgrenzung, Enteignung und kulturellen Auslöschung niederschlug. Das Lost Books Lab verbindet historische Bildung mit aktiver Recherche und ermöglicht Teilnehmenden, selbst einen Beitrag zur Aufarbeitung dieses Unrechts zu leisten“, sagt Botschafter a. D. Shimon Stein, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins des Leo Baeck Instituts.
Das Projekt wird von der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, den Freunden und Förderern des Leo Baeck Instituts e. V. und dem Leo Baeck Institut (West-)Jerusalem durchgeführt.
In der 24-monatigen Projektlaufzeit bis April 2028 werden Workshops in Baden-Württemberg entwickelt, erprobt und gemeinsam mit lokalen Partnern umgesetzt. Ergänzend entstehen ein digitales Handbuch, Qualifizierungsangebote für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie eine modulare Ausstellung.
Für die Umsetzung werden weitere Partner in Baden-Württemberg gesucht. Bibliotheken, Unternehmen, Archive, Antiquariate und regionale Netzwerke, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben oder das Format an ihrem Standort erproben möchten, sind eingeladen, Kontakt aufzunehmen.
Eine gute Gelegenheit (noch) einmal online zu schauen, wer von den Deutschen, wer (… unser Großeltern, Urgroßeltern …) im Jahr 1945 Mitglied der NSDAP gewesen ist.
Start des Gestaltungswettbewerbs für das Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945
Der Bund hat den internationalen Gestaltungswettbewerb für das „Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung in Polen 1939–1945“ gestartet. Für die Teilnahme am Gestaltungswettbewerb können sich Künstlerinnen, Künstler, Künstlergruppen sowie Architektinnen und Architekten noch bis zum 5. Mai 2026 bewerben. Für den Wettbewerb und die anschließende Realisierung des Denkmals stellt der Bund insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung.
Über 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll im Zentrum der Bundeshauptstadt auf dem Gelände der früheren Kroll-Oper unweit des Bundeskanzleramts und des Deutschen Bundestages ein Ort des Gedenkens an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in Polen entstehen. Das „Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945“ erinnert auch an die polnischen Bürgerinnen und Bürger, die in den deutschen Konzentrationslagern und anderen Lagern ausgebeutet, gequält und ermordet wurden.
Der Auftakt des Gestaltungswettbewerbs wird von einer zweitägigen deutsch-polnischen Konferenz von Expertinnen und Experten zur Erinnerungskultur begleitet. Eröffnet wird die Konferenz heute durch den Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, und seine polnische Amtskollegin, der Ministerin für Kultur und nationales Erbe, Marta Cienkowska.
Im Vorfeld sagte Staatsminister Weimer: „Mit dem Start des Wettbewerbs beginnt die konkrete Ausgestaltung dieses für Vergangenheit und Zukunft so wichtigen Denkmals. Die Errichtung des Denkmals ist eines der bedeutsamsten erinnerungspolitischen Projekte Deutschlands. Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geben wir dem Gedenken an die Millionen Opfer des deutschen Angriffskrieges auf Polen und der anschließenden Besatzung endlich eine sichtbare, dauerhafte Form. Rund fünf Millionen Menschen in Polen verloren ihr Leben. Sie wurden Opfer des Nationalsozialismus, der auf Vernichtung und die Auslöschung der polnischen Identität zielte. Dass wir dieses Denkmal nun auf den Weg bringen, ist Ausdruck unserer historischen Verantwortung und ein wichtiges Zeichen gegenüber Polen.“
„Auf der Landkarte des Nachkriegs-Gedenkens gibt es noch immer weiße Flecken. Und einer davon – ein außergewöhnlich wichtiger – beginnt nun, gefüllt zu werden. Die deutsche Regierung hat, gemeinsam mit anderen Organen, einen Raum gefunden für ein Mahnmal des Gedenkens an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung Polens 1939-1945. Es ist ein besonderer Ort, denn er ist von der Geschichte gezeichnet. Genau dort, in der früheren Kroll-Oper, begründete Adolf Hitler den Angriff auf Polen am 1. September 1939“, sagte Marta Cienkowska, polnische Ministerin für Kultur und nationales Erbe. „Dass wir heute hier sind, ist nicht zufällig geschehen. Das ist das Ergebnis von jahrelanger Arbeit, Gesprächen, Spannungen, Appellen, Debatten – auch solcher, die im Bundestag geführt wurden. Es ist das Ergebnis des Mutes vieler Kreise, die nicht einverstanden waren zu schweigen. Und für diese Konsequenz, für diese Anstrengung gilt es heute, Dankbarkeit auszudrücken“, fügte sie hinzu.
Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas erklärte: „Als Bundesstiftung, die den gesetzlichen Auftrag hat, aller Opfer des Nationalsozialismus würdig zu gedenken, begrüßen wir die Schaffung eines zentralen Orts im Herzen der deutschen Hauptstadt, der dem Leid der polnischen Staatsbürger während der Besatzungsherrschaft zwischen 1939 und 1945 gewidmet ist. Er soll sowohl der Dimension deutscher Verbrechen gerecht werden als auch individuelle Schicksale sichtbar machen, um Empathie zu fördern. Angesichts der bislang noch begrenzten Vertrautheit der Deutschen mit unserem Nachbarland Polen, dem neben Frankreich wichtigsten Partner in Europa, ist das Denkmal der erste Schritt auf dem Weg zur Gründung eines Deutsch-Polnischen Hauses als Stätte des Gedenkens, der Begegnung und des Verstehens. Historisches Wissen, gemeinsames Erinnern und konstruktiver Dialog sind die entscheidenden Grundlagen für die Stärkung unserer Freundschaft und des europäischen Gedankens.“
Die Expertenkonferenz soll der fachlichen Vorbereitung der Wettbewerbsauslobung dienen. Hierzu werden Erfahrungen und Expertenstimmen aus verschiedenen Ländern zusammengeführt, die über Wissen und Praxis bei der Realisierung ähnlicher Projekte verfügen oder sich mit Fragen der Erinnerungspolitik befassen. Konzipiert und vorbereitet wurde die Konferenz durch die Stabsstelle „Deutsch-Polnisches Haus“ bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gemeinsam mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Die Stabstelle wird durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert und begleitet die Planungen zur Realisierung des Denkmals.
Die Errichtung des Denkmals geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages zurück. Im Jahr 2025 wurde bereits ein temporärer Gedenkort auf dem Gelände der früheren Kroll-Oper errichtet. Auf diesem Gelände wird im Anschluss an den Wettbewerb ein dauerhaftes Denkmal entstehen.
Den Gestaltungswettbewerb richtet das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) aus. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren sind auf Deutsch und Polnisch hier abrufbar.
Informationen zum Hintergrund des Denkmals finden Sie hier .
Was für ein Datum … aber hier geht es nicht im Tschernobyl..
Der 26. April steht auch für Guernica. 1937, also vor 89 Jahren zerstörten insbesondere Kampfflugzeuge der deutschen Legion Condor und der italienischen Aviazione Legionaria die schutzlose Stadt.
Bundespräsident R. von Weizsäcker bat 1997 in deutschem Namen um Verzeihung für das Verbrechen.
Als Lesehinweis dazu ein aufrüttelnder, ja provizierender – und umso mehr lesenswerter Artikel von Elat Lapidot: Gaza as World War, der auch dieses Datum in seine Reflektionen einbezieht.