Nicht in einen Topf

Zwischen der extremen Rechten und dem Faschismus sollte genau unterschieden werden – gerade weil die Gefahr von rechts so groß ist

Damit befaßt sich ein Beitrag auf ipg-journal.de von Jan-Werner Müller, derzeit Forschungsmitglied am Wissenschaftskolleg zu Berlin sowie am Exzellenzcluster Contestations of the Liberal Script an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin. Im Mai 2021 erschien sein Buch Freiheit, Gleichheit, Ungewissheit: Wie schafft man Demokratie? Zuvor lehrte er Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Princeton.IPG Logo

Karimeh Abbud

Sie war die erste professionelle Photographin im arabischen Raum, eine Sammlung ihrer Photographien und Postkarten wird zur Zeit in Beer Sheva gezeigt. …es ist die Sammlung eines Israelis, was der BR-Beitrag mehrfach betont.

Was nicht erzählt wird: … daß sich an der Dar-al-Kalima Universität in Bethlehem seit Jahren mit der Pionierin befaßt wird

Der Beitrag auf BR-Klassik ist noch für sieben Tage nachhörbar (bis 5.12.2022)

https://www.br.de/radio/live/br-klassik/programm/2022-11-28/3305296/#t=08:41:43

Von Said bis Arendt denken

Über den Tellerrand hören …

Vortrag Prof Andrew N. Rubin. Washington, (Columbia UniversityEnglish and Comparative Literature,  Department Member, u.a. Herausgeber Gesammelte Werke von Edward Said und T.W. Adorna in Englisch)

Online auf academia.edu

In this 45 minutes lecture, Professor Andrew Rubin demonstrates the shared origins of modern European anti-Semitism and the histories of modern Islamophobia and Orientalism in early 19th century Europe. While this perspective does not deny the Holocaust its singularity as a historical catastrophe, it does suggest that as a singular event it produced a plurality of victims, another category of refugees, the Palestinians, the victims of the victims.

By apprehending the Shoa and al-Nakba together, Rubin argues that by interpreting the work of Said and Arendt together, we may better understand how Jews and Arabs belong to the same stream of European History.

Uraufführung live im Radio: Anno Schreier: Turing

Samstag, 26. November 2022 – 19.05 Uhr – Live aus dem Staatstheater Nürnberg | Oper in zwei Teilen

Szenenbild Turing

Bildquelle: © Ludwig Olah

BR-Klassik

Er war eine der tragischen Figuren des 20. Jahrhunderts: Der geniale Mathematiker Alan Turing, Pionier der Informatik, der im Zweiten Weltkrieg den Enigma-Code der deutschen Wehrmacht knackte und so den Weg der Alliierten zum Sieg ebnete. Doch musste er sich wegen seiner Homosexualität in seiner Heimat Großbritannien einer demütigenden ‚Behandlung‘ unterziehen, die ihn in den Selbstmord trieb.


Dieses Schicksal bewegte den Komponisten Anno Schreier und er komponierte eine Oper über die Triumphe und Leiden des einsamen Genies. Das Libretto schrieb der Nürnberger Dramaturg Georg Holzer. BR-KLASSIK überträgt live die Uraufführung in der Inszenierung von Staatsintendant Jens Daniel Herzog. Musikalische Leitung: Guido Johannes Rumstadt.

Dem Grauen ein Gesicht geben

Die Shoa-Gedenkstätte Yad Vashem hat ein kürzlich erhaltenes Bilderalbum mit Photos zum November-Pogrom digital aufbereite und es online zugänglich gemacht.

„Rare Photographs Shed Light on the Events of the November Pogrom 84 Years Ago“

Was heißt: Singularität des Holocaust?

Prof. em. Dr. Michael Wildt:
Überarbeitete und ergänzte Fassung der Abschiedsvorlesung vom 17. Februar 2022 an der Humboldt-Universität zu Berlin

„In der aktuellen Debatte um Holocaust, Kolonialismus und Erinnerung hat Per Leo jüngst angeregt, dass Historikerinnen und Historiker irritierende Fragen stellen sollten. Diesem, wie ich finde, klugen Vorschlag folgend, möchte ich hier diskutieren, ob und inwieweit die Rede von der Singularität des Holocaust angemessen, sinnvoll, erkenntnisfördernd ist. Wie ist sie (in der Bundesrepublik) entstanden, und worin könnte heute ihre Aussagekraft liegen? Müsste die Perspektive nicht erweitert werden? Solche Fragen führen in das Zentrum einer Debatte, die hierzulande seit der Auseinandersetzung vom Frühjahr 2020 um den afrikanischen postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe heftig entbrannt ist, dem der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung Felix Klein vorwarf, den Holocaust zu relativieren. Die vor allem in den Feuilletons geführte Debatte verschärfte sich, als der in den USA lehrende Historiker A. Dirk Moses im Mai 2021 mit einem provokanten Essay die deutsche Erinnerungskultur kritisierte: In der Fixierung auf den Holocaust würden die Kolonialverbrechen ausgeblendet. Die Kontroverse um Antisemitismus auf der diesjährigen documenta bildete mit den schrillen Tönen zweifellos den vorläufigen Tiefpunkt dieser Debatte. Nachdenkliche Argumente wie von Micha Brumlik, Sebastian Conrad, Charlotte Wiedemann oder Natan Sznaider scheinen kaum noch Gehör zu finden.“

Der spannende ganze Text kann hier gelesen oder heruntergeladen werden.

Bibliographische Angaben:

Prof. em. Dr. Michael Wildt, Was heißt: Singularität des Holocaust?, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1,
URL: https://zeithistorische-forschungen.de/1-2022/6022,
DOI: https://doi.org/10.14765/zzf.dok-2405,
Druckausgabe: S. 128-147.