Debatte um bds geht weiter

und wird sicher noch länger weitergehen:

Aktuell bis zum 18. Juni bietet die Zeitschrift Publik-Forum eine Umfrage zum Thema an, Teilnahme online möglich.

Ist Israel-Boykott antisemitisch?

Der Bundestag hat die BDS-Bewegung (die Abkürzung steht für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) jüngst als antisemitisch eingestuft. Diese fordert in unterschiedlicher Ausprägung einen Boykott Israels. Sechzig jüdische und israelische Wissenschaftler hatten sich zuvor an die deutschen Abgeordneten gewandt – um den Beschluss zu verhindern. Ist es antisemitisch, einen Israel-Boykott zu fordern?

Women in Black: Ein-stehen Für ein Ende der Besatzung …

Auch im 52 Jahr … auf daß es kein 53 geben möge

Am 7. Juni 2019 – an einen wahrlich heißen Tag – stehen die Frauen in Schwarz / Women in Black in Jerusalem (und anderswo…) und erinnern sich und uns und die Vorbeifahrenden und -gehenden:
# Das Grundübel ist die Besatzung.

Dieses Wort scheint im aktuellen Sprachgebrauch in Israel fast ganz verschwunden zu sein. Dank also an und hohen Respekt für die Frauen (und ein paar ihrer männlichen Unterstützer) für diese Wahrheit (ein) zu stehen, auch wenn sie nicht gerne gehört wird oder weil sie nicht gerne gehört wird!
Beendet die Besatzung!

Noch einmal: Zum Beschluß des Bundestages:

„Im Kampf gegen Antisemitismus hilft das nicht“

In einer gemeinsamen Erklärung haben 16 Nahostwissenschaftler ihre Bedenken gegen den Beschluß des Bundestages formuliert und in der Wochenzeitung Die Zeit publiziert:

Der Bundestag hat die BDS-Bewegung, die Israel per Boykott unter Druck setzen will, als antisemitisch verurteilt. Führende Experten für die Region halten das für falsch. …

Hier die Liste der Unterzeichner:

Dr. Muriel Asseburg, Senior Fellow, Forschungsgruppe Naher/Mittlerer Osten und Afrika, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin

Dr. André Bank, kommissarischer Direktor, Giga – Institut für Nahost-Studien, Hamburg

Prof. Dr. Helga Baumgarten, Professorin für Politikwissenschaft (i.R.), Birzeit Universität, besetzte Palästinensische Gebiete

Prof. Dr. Martin Beck, Lehrstuhl für gegenwartsbezogene Nahoststudien, University of Southern Denmark (SDU), Odense

Prof. Dr. Thomas Demmelhuber, Lehrstuhl für Politik und Gesellschaft des Nahen Ostens, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. Ulrike Freitag, Direktorin, Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin

Prof. Dr. Steffen Hertog, Associate Professor of Comparative Politics, London School of Economics

 Dr. Margret Johannsen, Senior Research Fellow, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)

Prof. Dr. Annette Jünemann, Institut für internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg

Prof. Dr. Eberhard Kienle, Centre national de la recherche scientifique (CNRS), Paris

Prof. Dr. Gudrun Krämer, Institut für Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin

Dr. Markus Loewe, Senior Researcher und Forschungsgruppenleiter Nahost/Nordafrika, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Bonn

Prof. Dr. Astrid Meier, Professur für Islamwissenschaft, Orientalisches Institut, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Prof. Dr. Rachid Ouaissa, Lehrstuhl für Politik des Nahen und Mittleren Ostens, Philipps-Universität Marburg

Dr. Achim Rohde, Islamwissenschaftler, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Prof. Dr. Oliver Schlumberger, Lehrstuhl für Politik des Vorderen Orients, Eberhard Karls Universität, Tübingen

(Noch) Einen Monat in der arte-Mediathek!!

Der restaurierte Stummfilm Stadt ohne Juden von 1924 (bis 2. Juli 2019)

Die restaurierte Literaturverfilmung von 1924 setzt sich mit dem antisemitischen Kurs in Österreich auseinander. In der Stadt Utopia wirft man die wirtschaftliche Misere den Juden vor und weist sie deshalb aus dem Land. Doch ironischerweise verschlechtert sich mit deren Fehlen die Situation … – Stummfilm (1924, Regie: Hans Karl Breslauer) nach dem Roman von Hugo Bettauer

Friedensarbeit neu denken

Ofer Zalzberg, seines Zeichens Senior Analyst der International Crisis Group in Isral hat in einem spannenden Papier für das Trinity College Dublin, an dem er zur Zeit promoviert, Stärken und Schwächen der zurückliegenden Versuche der Freidensstiftung untersucht und weist insbesondere darauf hin, daß die liberale, westliche Herangehensweise nicht ausreicht, um Konfikte zu versöhnen, bei denen konträre Weltsichten und Ideologien beteiligt sind.

„This article briefly reviews the faults and merits of peacemaking efforts anchored in liberal ideologies. It further calls for a shift in strategy and outlines an approach that seeks transformation of conflicts through acknowledging the ways in which contrasting worldviews undergird and sustain the political conflict.“

Ofer, Zalzberg. 2019. “Beyond Liberal Peacemaking: Lessons from Israeli-Palestinian Diplomatic Peacemaking.” Review of Middle East Studies 53 (1).