Etty

Inspiriert von den Tagebüchern der jüdischen Intellektuellen Etty Hillesum erzählt „Etty“ vom menschlichen Reifen und spirituellen Erwachen. Während in Amsterdam der Faschismus erstarkt, gerät sie in eine stürmische Beziehung zu dem älteren Psychochirologen Julius Spier. Regisseur Hagai Levi („BeTipul“, dem Original von „In Therapie“) kreiert ein Lehrstück über Autoritarismus und Widerstand.

Photo: (c) AphorismA

Es geht auch anders!

An einem Tag, an dem Bilder eines israelischen Ministers um die Welt gehen, wie er öffentlich (festgenommene) Demonstranten behandelt, von denen sich selbst sein Kabinettskollege und Außenminister distanziert, hier ein Hinweis auf ein paar andere Bilder:

Aus dem FB-Pst des anglikanischen Geistlichen Richard Sewell (Jerusalem)

Lost Books Lab

Geraubte Bücher erzählen von Enteignung, Verfolgung und kultureller Auslöschung. Genau hier setzt das neue Projekt „Lost Books Lab – Partizipative Bildungsformate zu NS-Raubgut im beruflichen Kontext“ an, das zum 1. Mai 2026 gestartet ist. Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Bildunggegen Antisemitismus“ von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert. Ziel ist es, ein übertragbares Bildungsformat zu entwickeln, das Antisemitismus am konkreten historischen Objekt – dem im Nationalsozialismus geraubten Buch – nachvollziehbar macht.


Das “Lost Books Lab Baden-Württemberg” richtet sich an Auszubildende und Mitarbeitende von Unternehmen in Baden-Württemberg und eröffnet damit neue Zugänge zur antisemitismuskritischen Bildung im beruflichen Kontext. In Kooperation mit Bibliotheken setzen sich die Teilnehmenden in drei-stündigen Workshops mit historischen Buchbeständen auseinander, recherchieren Provenienzmerkmale und gehen den Spuren ehemaliger jüdischer Eigentümerinnen und Eigentümer nach. Nach einer Einführung in die Geschichte des systematischen Raubs jüdischer Bibliotheken und in Methoden der Provenienzforschung arbeiten sie eigenständig in Gruppen mit historischen Büchern, dokumentieren ihre Funde und reflektieren deren Bedeutung für die Gegenwart. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Angebot ist für Teilnehmende und Unternehmen kostenfrei.

„Geraubte Bücher zeigen, daß Antisemitismus sich in konkreten Handlungen der Ausgrenzung, Enteignung und kulturellen Auslöschung niederschlug. Das Lost Books Lab verbindet historische Bildung mit aktiver Recherche und ermöglicht Teilnehmenden, selbst einen Beitrag zur Aufarbeitung dieses Unrechts zu leisten“, sagt Botschafter a. D. Shimon Stein, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins des Leo Baeck Instituts.

Das Projekt wird von der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, den Freunden und Förderern des Leo Baeck Instituts e. V. und dem Leo Baeck Institut (West-)Jerusalem durchgeführt.

In der 24-monatigen Projektlaufzeit bis April 2028 werden Workshops in Baden-Württemberg entwickelt, erprobt und gemeinsam mit lokalen Partnern umgesetzt. Ergänzend entstehen ein digitales Handbuch, Qualifizierungsangebote für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie eine modulare Ausstellung.

Für die Umsetzung werden weitere Partner in Baden-Württemberg gesucht. Bibliotheken, Unternehmen, Archive, Antiquariate und regionale Netzwerke, die Interesse an einer Zusammenarbeit haben oder das Format an ihrem Standort erproben möchten, sind eingeladen, Kontakt aufzunehmen.

Wieder einmal im Schatten des Krieges

Auch wenn es nichts zu feiern gibt, möge doch der Geist dieses Festes zum Ende des Ramadans Kraft geben und Wege zu Gerechtigjeit und Frieden öffnen …

Und zur Realiät „on the ground“

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Drone-Song …

Auf Instgram zu finden:

„Even as the world anxiously awaits peace in Gaza, a powerful artistic response to the relentless suffering is echoing across social media. Palestinian composer and writer Nahed Elrayes’s remix of Gaza-based music teacher Ahmed Muin Abu Amsha’s haunting ‘Drone Song,’ released on October 2, has struck a deep chord much like the original. His remix intensifies the portrayal of the drone sounds that have become a grim part of daily life for children in Gaza. In a region scarred by violence, this song is more than a sonic experience — it’s a testament to how art can stand witness, evoke empathy and help heal.“

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Und die „Weitergabe“ bei Studieendenkonzert an der Humboldt Universität Berlin (8. Febr. 2026) …

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Nachtrag 8. März 2026: Text zum Lied (mit Übersetzung)

Coexistence, My Ass!

Noam Shuster-Eliassi hat sich als Gesicht des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses einen Namen gemacht. Mittlerweile hat sie beschlossen, daß es Zeit für einen Neubeginn ist. Mit ihrer Stand-up-Comedy und politischen Satire strebt sie auf die großen Bühnen. Der Dokumentarfilm hat Noam, die selbst in dem israelisch-palästinensischen Dorf Neve Shalom-Wahat-as-Salam aufgewachsen ist, über fünf Jahre bei der Entwicklung ihres Bühnenprogramms begleitet.

Noam Shuster Eliassi wuchs als Aushängeschild des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses auf, bevor sie sich entschlossen der Stand-up-Comedy und politischen Satire zuwandte. Doch während die Region immer tiefer in verheerende Gewalt versinkt, muss sie sich der Situation stellen und ihr Publikum mit harten Wahrheiten konfrontieren, die kein Grund zum Lachen sind.

„Coexistence, My Ass!“ begleitet die israelische Aktivistin und Komikerin Noam Shuster Eliassi bei der Entstehung ihrer gleichnamigen Comedy-Show. Der Dokumentarfilm, der über einen Zeitraum von fünf turbulenten Jahren gedreht wurde, zeichnet Noams persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang vor dem Hintergrund der stetigen Verschlechterung der Lage in der Region nach. Aufgewachsen im zweisprachigen israelisch-palästinensischen Dorf Wahat al-Salam – Neve Shalom (Oase des Friedens), einer bewusst integrierten Gemeinde, verliert Noam zunehmend den Glauben an den traditionellen Friedensaktivismus. Sie wendet sich der Stand-up-Comedy zu und erregt schnell Aufmerksamkeit im gesamten Nahen Osten. Doch während ihr Stern steigt, bricht alles um sie herum zusammen. Mit beißender Satire konfrontiert Noam ihr Publikum mit schwierigen Wahrheiten, die nicht immer lustig sind, uns aber daran erinnern, dass eine andere Realität möglich ist.

Noam Shuster Eliassi grew up as a poster child for the Israeli-Palestinian peace process before consciously turning to stand-up comedy and political satire. But as the region sinks ever deeper into devastating violence, she is forced to confront reality and challenge her audiences with hard truths that offer little cause for laughter.

“Coexistence, My Ass!” follows the Israeli activist and comedian Noam Shuster Eliassi during the creation of her comedy show of the same name. Filmed over five turbulent years, the documentary traces Noam’s personal, professional, and political journey against the backdrop of the steadily deteriorating situation in the region. Raised in the bilingual Israeli-Palestinian village of Wahat al-Salam – Neve Shalom (Oasis of Peace), a deliberately integrated community, Noam gradually loses faith in traditional peace activism. She turns to stand-up comedy and quickly attracts attention across the Middle East. Yet as her star rises, everything around her begins to fall apart. With biting satire, Noam confronts her audiences with difficult truths that are not always funny, but remind us that another reality is possible

Neue Informationsplattform zu Verschwörungsideologien

Informationsplattform fachinfo-verschwörungsideologie.de ist jetzt online und bietet praxisorientierte Fachinformationen zu Verschwörungsideologien für Berater:innen in der Sozialen Arbeit und Fachkräfte aus dem Feld der nonformalen politischen Bildung

Völkisch-autoritäre Verschwörungsideologien beeinflussen Familien, Freundschaften oder Arbeitsbeziehungen und sind damit auch eine Herausforderung für Beratungs- und Bildungsprozesse. In einem interdisziplinären Forschungsprojekt haben die TH Köln und die Universität zu Köln daher eine Webseite mit praxisorientierten Fachinformationen für die Soziale Arbeit und die politische Bildung ins Leben gerufen. Auf www.fachinfo-verschwörungsideologie.de finden Fachkräfte aus Beratung und politischer Bildung unter anderem fachlich valide Erklärungen zu Verschwörungsideologien sowie Übersichten zu aktuell relevanten Verschwörungserzählungen und Gruppierungen. Praxisnahe Materialien für Bildungs- und Beratungssituationen, Handlungshilfen zur direkten Anwendung in Beratungsgesprächen und Hinweise zu relevanten Praxispartner*innen und unterstützenden Institutionen sollen die tägliche Arbeit erleichtern. Die Informationsplattform wird sukzessive um Fallbeispiele oder weitere empirische Ergebnisse zu den Auswirkungen von Verschwörungsideologien erweitert.

„Zahlreiche Materialien, die auf der neuen Informationsplattform zur Verfügung gestellt werden, basieren auf den quantitativen und qualitativen Erhebungen, die im Rahmen des RaisoN-Projekts durchgeführt worden sind. Insofern bietet die Informationsplattform den Nutzer*innen neben Tipps für Handlungsstrategien auch einen kompakten Einblick in den Stand der Forschung in diesem Feld“, sagt Professorin Dr’in. Gudrun Hentges, Mitglied der Projektleitung.

Die Webseite richtet sich in erster Linie an Fachkräfte aus Beratung und politischer Bildung, die im Rahmen ihrer Arbeit im Kontakt mit Personen stehen, die wiederum mit Menschen mit einer Affinität zu Verschwörungserzählungen in ihrem sozialen Umfeld konfrontiert sind. Darüber hinaus sind die Inhalte der Informationsplattform für Wissenschaftler:innen und die interessierte Öffentlichkeit relevant.

„Über die Fachinformationsplattform möchten wir Forschungsergebnisse direkt mit denjenigen teilen, die tagtäglich in Beratung und Bildung tätig sind – damit wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis einfließen und handlungsorientierte Strategien im Umgang mit Verschwörungsideologien gefördert werden können“, sagt Prof‘in Dr‘in Birgit Jagusch von der TH Köln und Mitglied der Projektleitung.

Das Verbundprojekt „RaisoN – Radikalisierungsprozesse durch Verschwörungsideologien: Auswirkungen auf den sozialen Nahraum als Herausforderung für die Bildungs- und Beratungsarbeit“ wird von der TH Köln und der Universität zu Köln durchgeführt. Das interdisziplinäre Projektteam erforscht, wie völkisch-autoritäre Verschwörungsideologien den sozialen Nahraum beeinflussen und welche Herausforderungen sich daraus für Beratungs- und Bildungsprozesse ergeben. Ein weiterer Fokus liegt darauf, wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse praxisgerecht in Beratung und Bildung transferiert werden können.

RaisoN wird im Rahmen der Förderlinie „Aktuelle und historische Dynamiken von Rechtsextremismus und Rassismus“ vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Das Projekt läuft noch bis zum 30. Juni 2026.

Aus der Forschung

The Jacob Robinson Institute for the History of Individual and Collective Rights (The Hebrew University of Jerusalem) and the Azrieli Center for Israel Studies (Ben-Gurion University of the Negev) invite proposals for an international conference on “Moshe Sharett – Leadership, Diplomacy, Legacy: A Reevaluation”. The event will be held at the Mount Scopus campus in (West-)Jerusalem, from Monday, 7 September to Wednesday, 9 September 2026.

Moshe Sharett (1894-1965) was among the foremost leaders of the Yishuv and the early State of Israel. A complex and thought-provoking figure, Sharett served as the country’s first Foreign Minister (1948-1956) and its second Prime Minister (1954-1955). Yet, the founder of Israel’s diplomatic service still remains to be fully leaned and studied. Marking sixty years since his death, this conference aims to bring together an interdisciplinary group of scholars for a renewed critical examination of Sharett’s leadership, diplomacy and legacy. Special attention will be given to the moral realism that characterized the statesmanship he shaped and embodied.

Weitere Informationen / Further information on H/Soz/Kult

Moshe Sharett – Leadership, Diplomacy, Legacy: A Reevaluation (05.01.2026)
https://www.hsozkult.de/event/id/event-159576.