Kommt und feiert Sukkot mit ‚Israelis für Frieden‘ 🍋

***Montag, 28. September · Mariannenplatz · 16:00–20:00 Uhr***

Nach einem Wahlkampf, der Antisemitismus zynisch als politisches Instrument eingesetzt hat, bauen wir eine Sukka, um dagegen zu protestieren.

Wir sagen deutlich: Jüdische Sicherheit entsteht durch Solidarität, nicht durch Spaltung.

Wir laden euch herzlich ein, mit uns in unserer Sukka Platz zu nehmen! Wir werden gemeinsam dekorieren, essen, trinken und über das Berlin sprechen, in dem wir gemeinsam leben möchten.

Wollen wir nicht besser sein?

Eine wichtige Ergänzung zum gestrigen Beitrag der Jüdinnen und Juden, die sich der Kampagne gegen die Partei Die Linke widersetzen: Dinah Riese, Ressortleiterin Inland der taz, die in ihrem Beitrag in der taz ein solidarisches und wichtiges „aber“ formuliert, das uns nicht unberührt bleiben lassen darf.

Offener Brief: Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt

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Herr Werner wird zum Dieb

Aus dem DLF Podcast Lesart

Als die Nazis Bilder aus der Hamburger Kunsthalle entfernen, trifft Hausmeister Wilhelm Werner eine Entscheidung. Er versteckt Bilder der jüdischen Malerin Anita Rée. Ein Comic erzählt die Geschichte und stellt dabei eine noch heute aktuelle Frage.

Synagogen besser schützen

Ob in Halle an der Saale, Lübeck, Ulm, Oldenburg und zuletzt Wuppertal – Angriffe auf Synagogen und jüdische Gemeindezentren finden leider wieder vermehrt in Deutschland statt. Synagogen repräsentieren jüdische Gemeinden und als Symbole jüdischen Lebens werden sie immer wieder Ziel antisemitischer Angriffe. Wie kann man die Gebäude, vor allem aber ihre Besucher*innen und Nutzer*innen schützen? Diese Fragen werden im Verbundforschungsprojekt „Hiding in plain sight – Sichtbare Architektur und unsichere Juden“ unter Koordination der Technischen Universität Braunschweig aus der Sicht von Architektur, jüdischen Gemeinden und Polizei erforscht.

Laut dem kürzlich vom Zentralrat der Juden in Deutschland veröffentlichten „Lagebild der jüdischen Gemeinden in Deutschland 2026“ sind 45 Prozent der befragten jüdischen Gemeinden von antisemitischen Angriffen betroffen. Das interdisziplinäre Forschungsteam wird die relevanten Aspekte für die subjektive und objektive Sicherheit – die Architektur, das Sicherheitsempfinden der Gemeinde sowie den Objektschutz durch die Polizei – analysieren.

Schutz als gesellschaftliche Aufgabe

„Seit Jahrhunderten sind Synagogen Ziel antijüdischer und antisemitischer Gewalt. Ein Angriff auf das Gebäude, in dem sich Jüdinnen und Juden versammeln, trifft die Menschen unmittelbar und entzieht ihnen, nicht nur symbolisch, die Möglichkeit zu einem sicheren Leben und einer freien Religionsausübung,“ erklärt PD Dr.-Ing. Ulrich Knufinke, Verbundkoordinator des Projekts und wissenschaftlicher Leiter der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig. „Diese Orte zu schützen, muss also eine allgemeine gesellschaftliche Aufgabe sein.“ Ziel des Projektes ist es daher, Synagogen unter dem Aspekt der Sicherheit zu betrachten und dabei alle relevanten Akteur*innen zusammenzuführen.

„Polizei hat eine Garantenstellung zur Gewährleistung von Sicherheit und ist maßgeblich für den Schutz von Menschenrechten in der Gesellschaft zuständig“, sagt Sarah Jadwiga Jahn von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV). „Polizeilicher Objektschutz vor Synagogen ist deshalb mehr als eine Präventionsmaßnahme. Er ist zentral für das Sicherheitsempfinden von Jüdinnen und Juden und steht für den Schutz unserer Demokratie“, so Jahn weiter.

Antisemitismus in allen Bereichen des Lebens

Nicht zuletzt sind es Jüdinnen und Juden, die sich sicher fühlen sollen, zumal Synagogen und Gemeindezentren zentral für die sozialen Aspekte des Gemeindelebens sind. Die Erfahrung, so Dani Kranz, Forschungskoordinatorin des Tikvah Instituts und Vorsitzende von Präsenzen – Netzwerk jüdische Gegenwartsforschung e. V., hat gezeigt, dass „Jüdinnen und Juden in allen Bereichen ihres Lebens mit Antisemitismus konfrontiert werden. Gerade Synagogen müssen deshalb ein Ort sein, an dem sie sich sicher fühlen können. Hierfür muss man sie verstehen und auch ihre Bedarfe an Gebäude, Personen- und Objektschützer*innen.“

Ziel der Forschung ist die Stärkung der Sicherheit auf mehreren Ebenen durch bessere Abstimmung sowie mehr Wissen und Verständnis, denn viele Aspekte sind bei der Sicherheit von Synagogen relevant: die Architektur des Gebäudes, Abläufe in jüdischen Gemeinden und wenn vorhanden ihrer Sicherheitsdienste, der Objektschutz durch die Polizei und nicht zuletzt die öffentliche Aufmerksamkeit. Die Projektpartner wollen gemeinsame Workshops mit den Zielgruppen durchführen und Handreichungen für Architekt*innen sowie die Polizeipraxis und -bildung entwickeln und jüdische Gemeinden für polizeiliche und architektonische Verständnisse von Sicherheit sensibilisieren, damit Synagogen auch in Zukunft ein Safe Space sein werden.

Projektdaten

Das auf drei Jahre angelegte Projekt „Hiding in plain sight – Sichtbare Architektur und unsichere Juden“ wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie „Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus“ gefördert und ist Teil des Forschungsnetzwerks Antisemitismus im 21. Jahrhundert FoNA21. Im Vorhaben arbeiten die Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig, die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV) und das Tikvah Institut gUG in Kooperation mit Präsenzen – Netzwerk jüdische Gegenwartsforschung e.V. zusammen.

Zum Schutz vor Anschlägen stehen Fahrzeugsperren vor dem Eingang der Synagoge in Dessau.

Zum Schutz vor Anschlägen stehen Fahrzeugsperren vor dem Eingang der Synagoge in Dessau / Quelle: Katrin Keßler/TU Braunschweig

Confronting Antisemitism: Education and Transformation over Denunciation and Punishment

Auf den Spuren der Deutschen Freiheitsbibliothek in Paris

Am 10. Mai 1934, dem ersten Jahrestag der NS-Bücherverbrennungen, wurde im Haus Nr. 65 am Boulevard Arago im 13. Pariser Arrondissement die Deutsche Freiheitsbibliothek eingeweiht. Sie sammelte Bücher, die in Deutschland verboten und vernichtet worden waren. Gegründet wurde sie von Exilierten aus Deutschland mit Unterstützung französischer Intellektueller. 

Mittels deutscher und französischer Quellen erzählt die Germanistin Ute Lemke die Geschichte dieser besonderen Bibliothek: Von wem wurde sie initiiert und finanziert? Wann und warum musste sie schließen? Und was geschah mit den Büchern während des Zweiten Weltkrieges und danach? 

Die Namen kehren zurück

Diese Arbeit, dieses Engagement hört nicht auf: Ein Beitrag von Andre Wokittel auf der Seite der Tageszeitung Junge Welt

Der Verstorbenen würdevoll gedenken. Die Aktion Sühnezeichen Friedensarbeit setzt einen Teil des verwilderten und geschändeten neuen jüdischen Friedhofs in Wrocław / Breslau wieder in Stand.

Braune Erde unter Grünem Hügel

Das deutsche Beschweigen wird so schnell nicht enden – und eine Abrechnung mit Wagner steht vielleicht (hoffentlich?) endlich am Anfang

Michel Friedman sprach zur Eröffnungsfeier des 150. Jubiläums der Bayreuther Festspiele über Richard Wagner, Antisemitismus, jüdische Identität und deutsche Verantwortung. (Die SZ druckt die Rede in leicht gekürzter Form)

Ein Auszug:

Er halte die Rede „nicht, weil ich Jude bin, sondern weil ich Bürger bin. Nicht nur ich werde angegriffen. Sondern wir alle. Was ist uns die Freiheit also wert? Sind wir sicher, dass dieses Land in fünf Jahren noch demokratisch und frei ist? Ich würde mir wünschen, dass in diesem Festspielhaus, im nächsten Jahr, bei den 151. Festspielen, im Foyer eine Dauerausstellung über die antisemitische Biografie des Musikers Richard Wagner Realität werden würde. Und über die naziaffine Familiengeschichte bis weit in die Siebzigerjahre. (…) Es wäre wunderbar, wenn aufgearbeitet werden würde, dass seit Jahrzehnten die Eliten der Bundesrepublik – all die Showstars, Künstler, Politikerinnen und Politiker aller Parteien lächelnd und begeistert und sich vor den Kameras im Kreis drehend – beglückt zu den Festspieltagen pilgern, ohne jemals ihre Zweifel an diesem Ort öffentlich formuliert haben zu müssen. Einige taten es, natürlich. Aber weiter nötig war es im Interesse der ‚reibungslosen Durchführung‘ nicht.“

FR – taz – BackstageClassical – BR

Zwischen Beduinenmilch und Julius im Schocken