Neue Direktorin

Zum heutigen 1. Dezember tritt Deborah Hartmann die Stelle als neue Direktorin der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Zuvor war Deborah Hartmann Leiterin des German Desk, des deutschsprachigen Bildungsbereichs der Gedenkstätte Yad Vashem in West-Jerusalem. Ein ausführlicher Beitrag im Newsletter der Deutschen Welle würdigt die neue Stelleninhaberin.

Ausstellungseröffnung: Der kalte Blick

Im Ausstellungszentrum auf dem Gelände des „Topographie des Terrors“, neben dem Gropius Bau, unweit des Potsdamer Platzes, wo sich sich von 1933 bis 1945 die Zentralen des nationalsozialistischen Terrors, die Geheime Staatspolizei befand, ist am 21. Oktober eine Ausstellung von ‚Letzten Bildern jüdischer Familien aus dem Ghetto von Tarnów‘ eröffnet worden.

„Ende 1941 entwickelten zwei Wiener Wissenschaftlerinnen ein Projekt zur »Erforschung typischer Ostjuden«. Mit »kaltem Blick« fotografierten sie im März 1942 in der deutsch besetzten polnischen Stadt Tarnów mehr als hundert jüdische Familien, insgesamt 565 Männer, Frauen und Kinder. Von diesen überlebten nur 26 den Holocaust und konnten später davon berichten. Erhalten geblieben sind die Bilder und Kurzbiografien der Ermordeten. Die Ausstellung dokumentiert zum einen das ehrgeizige Vorgehen der beiden Wissenschaftlerinnen. Zum anderen erzählt sie vom Leben der Juden in Tarnów vor 1939 und von deren Ermordung unter deutscher Herrschaft – exemplarisch für die Verfolgung und Vernichtung hunderter jüdischer Gemeinden in dem von Deutschen beherrschten und terrorisierten Polen.“

Masel Tov Cocktail

Nicht nur gut deswegen, .. aber gut, daß es arte gibt: Bis Mai 2021 ist in der arte-Mediathek der Kurzfilm – Masel Tov Cocktail – verfügbar. Lohnt sich, als „Vergnügen“, aber eben auch wegen der Spiegel, die er uns entgegen hält.

So führt der Sender den Film ein: „Der Schüler Dima ist mit seinen Eltern als Kind aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. Die jüdischen Aussiedler sind hier heimisch geworden. Doch Dima wird ständig mit seiner jüdischen Herkunft konfrontiert. Als er deswegen in der Schule in einen Streit mit einem Mitschüler gerät und es zu Handgreiflichkeiten kommt, wird er vom Direktor mit vorübergehendem Schulausschluss belegt. Außerdem soll Dima sich entschuldigen. Das empfindet er als extrem ungerecht. Unter dem Druck seiner Eltern macht er sich dennoch auf den Weg zu seinem Mitschüler. Dabei begegnen ihm die unterschiedlichsten Figuren, die alle eine Haltung zu seiner jüdischen Herkunft haben. Als er endlich bei seinem Mitschüler ankommt, hat sich aber seine Haltung dem Streit gegenüber geändert. Es könnte alles gut werden …“

Verschwörungsmythologische Tendenzen in der Corona-Krise

Für Freiheit – und Antisemitismus? – so überschrieben ist der Beitrag von Michael Blume, seines Zeichens Religions- und Politikwissenschaftler und Beauftragter gegen Antisemitismus der Landesregierung Baden-Württemberg, in einen Dossier der Konrad Adenauer-Stiftung (31. August 2020). Nicht der einzige Beitrag, der sich mit diesen aktuellen Erscheinungen auseinandersetzt, aber davon kann es nicht genug geben.