ÖRK-Zentralausschuß: Gleiche Rechte für alle Menschen im Heiligen Land

In einer öffentlichen Erklärung zur Situation im Heiligen Land hat der ÖRK-Zentralausschuß „seine aufrichtige Solidarität mit den Mitgliedskirchen und Christinnen und Christen in der Region, die durch ihr Leben und Wirken den christlichen Glauben und das christliche Zeugnis im Heiligen Land bewahren und lebendig halten, sowie mit allen Menschen in der Region zum Ausdruck“ gebracht.

Das ÖRK-Leitungsgremium hat darüber hinaus „alle Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner, die Angehörigen der jüdischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen und alle Menschen guten Willens [aufgerufen], die ÖRK-Mitgliedskirchen und christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land zu unterstützen, weil sie ein unverzichtbarer Bestandteil des vielfältigen multireligiösen und multikulturellen Wesens der Gesellschaft in der Region sind, zu der auch die christliche Präsenz in der Region zählt“.

Der Zentralausschuß begrüßte, daß der ÖRK auch weiterhin die Beziehungen zum Internationalen Jüdischen Komitee für interreligiöse Konsultationen und zum Jüdischen Weltkongress pflege und daß dadurch Gelegenheiten für Austausch und Dialog zu diesen Themen möglich gemacht werden.

Die Erklärung ruft „die Regierung Israels und die israelischen Behörden auf, sicherzustellen, daß alle Menschen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich leben, die gleichen Rechte haben, und sicherzustellen, daß zur Rechenschaft gezogen wird, wer Palästinenserinnen und Palästinenser, ihre heiligen Orte und Kirchen, christliche Gemeinschaften, muslimische oder andere Bevölkerungsgruppen angreift oder verletzt, sowie einen freien Zugang zu ihren Gotteshäusern und heiligen Orten sicherzustellen“.

Der Zentralausschuß rief „alle Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft und alle ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner auf, sich für geltendes Völkerrecht stark zu machen und gegen die drohenden Zwangsräumungen in Masafer Yatta und die angedrohte Vertreibung von palästinensischen Gemeinwesen in den besetzten Gebieten die Stimme zu erheben“.

Abschließend bekräftigt die Erklärung „die regelmäßige Forderung des ÖRK, die Besatzung zu beenden und gleiche Rechte für alle Menschen in der Region zu gewährleisten“.

Auch bei einer neuen Regierung…

wie auch immer sie aussehen wird: Viele Fragen bleiben offen, wenn Recht auf Macht / wenn Macht auf Recht trifft…

Aus dem aktuellen Newsletter von Torat Tzedek / Rabbi Arik Asherman

Dear Friends and Supporters,
Will you be in Israel on June 29th in advance of the Hartman Rabbinic Torah Seminar, or for any other reason? – If so, please join us at a crucial Israeli Supreme Court hearing that may decide whether or not the KKL-JNF and Elad settler organization succeed in their unholy alliance to evict the Sumreen family from their home in Silwan, East Jerusalem.

Hier der Link:

Karten machen Welt

Unsere Wahrhnehmung von Wirklichkeit ist nicht zuletzt durch deren Ab-bildung in Karten geprägt. Was nicht eingetragen ist, scheint es nicht zu geben und fällt allzu leicht dem kollektiven Gedächtnisverklust anheim …

Americans for Peace Now macht darauf aktuell einprägsam aufmerksam:

Im Wilden Westen Palästinas

Die Seite fünf der FAZ vom 2. Juni 2022 – Christian Meier zeigt, wer, mit dem Segen der Gerichte, der Herr im Hause – sprich im Lande – ist …

„Von den vielen Fronten des Nahostkonflikts ist Masafer Yatta eine besonders hässliche. Im „Wilden Westen“ Palästinas droht 1300 Menschen die Vertreibung – zugunsten eines Übungsgeländes der israelischen Armee.“ Online hinter der Bezahlschranke.

Soldaten erzählen…

Noch bis zum 22. Juli 2022 in der Mediathek von Arte – keine einfache Kost, wahrlich!

Israel als Besatzungsmacht – Soldaten erzählen

arte: „Der israelische Regisseur Avi Mograbi läßt Soldaten berichten, die an einer militärischen Besetzung beteiligt waren. Dabei wird deutlich, wie eine kolonialistische Okkupation der palästinensischen Gebiete im Westjordanland funktioniert und welche Logik damit verbunden ist.“

International officials: Massafer Yatta Palestinians should be allowed to stay in their homes with dignity

16 May 2022, Massafer Yatta (Hebron, southern West Bank)

Today, the Humanitarian Coordinator a.i., Samer Abdel Jaber, visited the Massafer Yatta area of the southern West Bank, to meet with Palestinian residents at risk of forcible transfer. Along with colleagues from the United Nations (UN) and non-governmental organizations (NGOs), he briefed senior diplomats who joined the visit.

“Following the recent court ruling on Massafer Yatta, I call upon the Israeli government to allow residents to remain here with dignity,” Mr. Abdel Jaber stated. “Living here in safety is what residents wish for, as some of them told us today. We, the international community represented here, are committed to support them.”

The visit to Massafer Yatta, was attended by officials from five UN Agencies and eleven NGOs, as well as by diplomats representing 24 countries, including Denmark, Finland, France, Germany, Mexico, the Netherlands, Norway, Turkey, the United Kingdom, and the European Union.

“As the occupying power, the Israeli authorities’ responsibility is to protect Palestinian civilians,” Abdel Jaber stressed. “Forcing thirteen communities out to make room for military trainings is contradictory to that imperative, and simply inhumane and illegal.”

On 4 May, the Israeli High Court of Justice approved the eviction of Palestinians living in Massafer Yatta to make room for Israeli military trainings. About 1,200 people, including 580 children, are now at imminent risk of forced eviction and displacement. They stand to lose their homes, belongings, access to water, livelihoods, primary health facilities and schools. This could amount to forcible transfer, a grave breach of international humanitarian law and, thus a war crime.

Israel: Neue Straßen fürs Westjordanland

Arte zeigt mehr als die Bilder

„Israel investiert viel Geld in neue Schnellstraßen, Tunnel, Viadukte und Parkhäuser im palästinensischen Westjordanland. Das ermutigt immer mehr Bürger:innen Israels, sich in den neuen Siedlungen niederzulassen, denn die sind ja jetzt durch moderne und sichere Straßen mit den großen Städten im Kernland verbunden. 

Diese Straßen sind auch die Antwort auf Israels Bevölkerungszuwachs. Die meisten Israelis leben in Tel Aviv und Jerusalem, und in diesen Ballungsgebieten wird es allmählich eng. Also bauen sie die Siedlungen im Westjordanland aus. Doch allmählich gleicht das Ganze immer mehr einer schleichenden Übernahme der Palästinensergebiete.“

Eine sehr wichtige Arte-Reporte, die anschaulich macht, wie durch die Infrastrukturpolitik der Regierung die israelische Herrschaft über Territorium des Westjordanlandes und jenseits eines zwei-Staaten-Models systematisch ausgedehnt und dauerhaft fermentiert wird.

Silence Breakers

Ein Film von Silvina Landsmann – Kinostrat am 24. März 2022

Die NGO „Breaking the Silence” – kurz BtS – besteht aus ehemaligen israelischen Soldaten und Soldatinnen, die durch das Sammeln persönlicher Erinnerungsberichte auf den militärischen Alltag und den Umgang mit der Bevölkerung in den besetzten Gebieten aufmerksam machen wollen. Die Regisseurin Silvina Landsmann ermöglicht mit ihrem Film einen Blick hinter die Kulissen einer umstrittenen Gruppierung mit einem kontrovers diskutierten Ansatz inmitten eines über 70 Jahre schwelenden Konflikts.

Was macht einen guten Soldaten aus? Die Fähigkeit, ohne Skrupel Befehle auszuführen, oder die Berücksichtigung von höheren moralischen Zielen im Umgang mit dem Feind? Letzteres war vielen Mitgliedern von BtS erst nach ihrer aktiven Militärzeit möglich. In ihrer Arbeit setzen sie sich mit Einsätzen und Handlungen auseinander, die ihnen heute falsch vorkommen. Mit Videos, Vorträgen und Stadtführungen wenen sie sich an die israelische Bevölkerung und an ausländische Medien. Auf den Straßen Hebrons kommt es immer wieder zum Zusammenstoß zwischen BtS, israelischen Siedlern und dem Militär. Auch auf politischer Ebene wird die Organisation scharf kritisiert. Ihr wird vorgeworfen, Geschichten zu erfinden, dem Ruf Israels zu schaden und dem Antisemitismus in die Hände zu spielen. Mit filmisch nüchternen Bildern beobachtet Landsmann, wie die Gruppe äußerlich und innerlich um ihre Stimme kämpft. (Dok.Leipzig)

Vor dem regulären Kinostart finden u.a. in Berlin, Frankfurt, München und Hamburg Vorführungen des Films statt, bei denen die Regisseurin und Aktivist:innen von Breaking the Silence anwesend sein werden.

Keinen Baum den Gegnern des Friedens

Solidarity With Victims of Settler Violence

Aus einem Mailing des NIF / New Israel Fund

More than 400 activists took part in a tree planting event in the Palestinian village of Burin near Nablus in the West Bank earlier this month to demonstrate solidarity with local Palestinians and human rights activists. The event was organized by Rabbis for Human Rights and funded by a New Israel Fund emergency grant.

Only two weeks earlier, settlers from the nearby illegal outpost of Givat Ronen attacked Rabbis for Human Rights activists in Burin. Unfortunately, this violence is nothing new. For years, Jewish settlers have targeted this area, frequently rampaging through the hillsides, burning and uprooting the olive trees of local farmers.

Rabbis for Human Rights Executive Director Avi Dabush said, “This picture of hundreds of Israelis, including those injured by Jewish terrorists returning to the scene of the attack two weeks after it occurred, represents a significant victory. We declared that we will not give in to violence and that we will return to the field to stand in solidarity with Palestinian olive farmers against those who regularly attack them. And that is what we did.”

Other organizations who took part in the rally included Mothers Against Violence, Zazim — Community Action, Combatants for Peace, Mehazkim – Fighting for a Progressive Israel, MachsomWatch, Omdim Beyachad (Standing Together), Breaking the Silence, Peace Now, and Torat Tzedek – Torah of Justice.

Zazim said, “Our community has rallied for the cause and we arrive here this morning to demonstrate that our answer to violence and hatred is partnership. They uproot and we plant until the occupation ends.”