Über die Verwendung des Begriffs ‚palästinensisch‘

Eine Untersuchung von Emanuel Beska und Zachary Foster | ACADEMIA Letters

Während die einen sagen, es gibt das Land nicht und auch nicht das ‚Volk‘, ist für die anderen der Rückgriff auf vorrömische Zeiten der einzige Weg … Wie der Begriff „Palestinian“ sich am Ende des Osmanischen Reiches in seiner Verwendung entwickelt hat, dazu hier eine interessante aktuelle Untersuchung.

CC BY 4.0

Einfach mal von oben

Ein ’sehenswerter‘ Bericht auf der Seite https://www.israel21c.org über die Arbeiten des Photographen Roni Kiperman.

Twelf gorgeous views of Israel from above – ‘There is something terribly exciting about seeing places for the first time from above. Everything looks completely different from the sky,’ photographer Roni Kiperman.

The Bahá’í Gardens in Haifa as seen from above.Photo © Roni Kiperman

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Spannender neuer Studiengang

Universität Tübingen auf neuen Wegen

„Theologien interreligiös – Interfaith Studies“ verbindet christliche, islamische und jüdische Theologie – Start zum Wintersemester 2021/22

Logo der Universität Tübingen

Die Universität Tübingen bietet künftig einen neuen und bundesweit bislang einmaligen theologischen Studiengang. Der Masterstudiengang „Theologien interreligiös – Interfaith Studies“ verbindet erstmals christliche, jüdische und islamische Theologie. Der neue Studiengang ist momentan nicht zulassungsbeschränkt und startet zum kommenden Wintersemester. Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2021 einschreiben.

Am Studiengang beteiligt sind die Evangelisch-Theologische Fakultät einschließlich ihres Seminars für Religionswissenschaft und Judaistik, die Katholisch-Theologische Fakultät sowie das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen. Die drei Institutionen bilden den Tübinger Campus der Theologien, der es auf einzigartige Weise ermöglicht, die drei ‚abrahamitischen‘ Religionen nicht nur von außen zu betrachten, sondern aus ihren Binnendynamiken heraus kennenzulernen. „Wir wollen dazu beitragen, Judentum, Christentum und Islam in ihrem jeweiligen Profil und ihrem Zusammenhang besser zu verstehen“, sagte Professor Ruggero Vimercati Sanseverino vom Zentrum für Islamische Theologie.

„Dadurch, daß wir den historischen Hintergrund miteinbeziehen und dabei auch die Konflikte zwischen den Religionen nicht ausblenden, wollen wir ein profiliertes Bild entwickeln“, erklärte Professor Volker Henning Drecoll aus der Evangelisch-Theologischen Fakultät und Prüfungsausschußvorsitzender des neuen Studiengangs. „Zugleich wollen wir die hermeneutischen Fragen nach den Quellen des jeweiligen Selbstverständnisses stellen und die Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs heute ausloten.“

„Der Studiengang wird sich unter anderem mit Praxisfeldern befassen, in denen in unserer Gesellschaft alle drei abrahamitischen Religionen miteinander zu tun haben, etwa in der Schule oder der Seelsorge, der sozialen Arbeit oder auch politischen Handlungsfeldern“, sagte Professor Michael Schüßler von der Katholisch-Theologischen Fakultät: „Dementsprechend sind wir überzeugt davon, daß Absolvent:innen unseres neuen Masterstudiengangs für zahlreiche Berufsfelder hervorragend qualifiziert sein werden.“

Weiterführende Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen, notwendigen Sprachkenntnissen und beruflichen Perspektiven finden sich auf der Homepage der Universität Tübingen.

The MIDDLE EAST UNION Festival

Berlin – und digital: 12.-15. August 2021 – Progammseite

Kann und darf man:frau: aus dem heutigen Berlin einen in Frieden und Gleichheit geeinten Nahen Osten imaginieren? Über nationale Grenzen, religiöse und sprachliche Unterschiede hinweg? Das viertägige Middle East Union Festival läßt mit Literatur, Diskurs und Musik, mit Performance, Poesie, feministischen und queeren Diskussionen mit Gästen aus aller Welt diese Vision zum Greifen nah erscheinen und lädt dazu ein, Ideen der Utopie frei zu erkunden.

Logo Middle East Union

Palästinensisch-Kurdisches Verhältnis in Geschichte und Gegenwart

Auf der Website des international aktiven Kurdistan Studies Network stehen drei neue Podcasts zu einem in der Vergangenheit eher weniger beleuchteten, doch historisch sehr naheliegendem Thema: dem palästinensisch-kurdischen Verhältnis. Dr. Sardar Saadi von der Wageningen Universität in den Niederlanden hat drei Interviews geführt und diese auf die Website gestellt.

Im ersten Podcast spricht Sardar Saadi mit Dr. Abdel Razzaq (Abed) Takriti über die Beziehungen zwischen dem wohl bekanntesten palästinensischen Dichter Mahmood Darwisch und dem ebenso prominenten kurdischen Poeten aus Rojava, Salim Barakat. Grundlage des Gesprächs ist ein Buchbeitrag, den Dr. Takriti verfasst hat und den Titel trägt: „The Kurd and the Wind: The Politics and Poetics of Palestinian-Kurdish Affiliation”.

Im zweiten Beitrag interviewt Dr. Saadi die Doktorandin Elif Genc.  Thema des Gesprächs ist der Artikel Elif Gencs im Middle East Report Nr. 295 im Sommer 2020 mit dem Titel „The Kurdish Movement’s Relationship with the Palestinian Struggle.

Im dritten Teil referiert der renommierte kurdisch-iranische Kulturwissenschaftler, Professor Amir Hassanpour über Palästina und Israel unter dem Titel “The Geopolitical Context of Palestine and the Israeli State“.

Der 2017 in Kanada verstorbene Professor Hassanpour hatte den Vortrag im Jahre 2012 auf der Jahrestagung der Independent Jewish Voices, einer in Kanada beheimateten Grassroots-Organisation gehalten.

Jüdische Musiken

So betitelte die Zeitschrift „Melodie und Rhythmus“ den Heftschwerpunkt, in dem Klezmer neben jüdischen Partisanenliedern und religiöser jüdischer Musik steht:  

„In der Musikkultur reicht die »jüdische Dimension«, wie Moshe Zuckermann die Präsenz des Jüdischen in der Diaspora und im zionistischen Staat bezeichnet, weit über Klezmer und jiddische Lieder hinaus. Nicht zuletzt hat die Leiderfahrung der Juden Eingang in neue Genres, etwa den Punk, gefunden, und der Kontrast zwischen den Identitäten der »Welt von Gestern« und des modernen Israels wird in vielen sehr unterschiedlichen Musiken hörbar.“

Alle Textbeiträge des Heftes und weitere Audiobeiträge sind abrufbar im Netz:

M&R gedenkt aber auch des politischen und künstlerischen Wirkens der vor im Juli 2021 verstobenen hoch geachteten Esther Bejarano und bringt Veranstaltungen und Interviews mit ihr.

Israel und der EU – Frischer Wind?

„Frischer Wind“ im Verhältnis zwischen Israel und der EU??

Die Diskrepanzen zwischen IL und der EU ziehen sich nun schon einige Jahre hin. Das Mißverhältnis zeigt sich recht deutlich darin, daß der Assoziationsrat in der vergangenen Dekade nicht getagt hat, obwohl die Begegnungen jährlich stattfinden sollten.

Die neue Regierung in Israel hofft auf eine Behebung der Diskrepanzen mit der EU, trotz der Stagnation in den israelisch-palästinensischen Gesprächen: Zu ihrem allmonatlichen Treffen am 12. Juli hatten die EU-Außenminister ihren neuen Amtskollegen aus Israel, Yair Lapid, eingeladen. Nach Ansicht des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) signalisiere damit die EU ihre Absicht, eine Rückkehr zum Dialog mit Israel zu prüfen.

Israel sei daran interessiert, nicht nur dem Creative Europe Programm beizutreten. Beide Seiten brauchen Kreativität, stellen die ehemaligen Botschafter Israels, Shimon Stein und Oded Eran fest, um den Graben zu überwinden, den Graben, der beiden Seiten nicht genützt hätte.

Zur Deutungshoheit: Was ist jüdisch?

Jewish Israeli Dissent in Leipzig

Einen spannenden Beitrag: Israelis challenging the German left’s anti-Palestinian politics hat der Berliner Schriftsteller Mati Shemoelof auf +972 vorgelegt: „Rejecting the German left’s pro-Israel alignment, a group of Jewish Israelis in Leipzig are backing up Palestinians against attacks on their activism“!

Wer entscheidet, was eine „erlaubte‘, was eine ‚zulässige‘, was eine ‚richtige‘ jüdische Haltung ist: Ein Lehrstück!