Der Protest gegen israelische Politik hat nichts vor Synagogen zu suchen

Und der der Protest gegen die Politik von Hamas und Jihad nichts vor Moscheen

Jüdinnen und Juden dürfen sich in Deutschland nicht fürchten müssen, in diesem Land nicht und in keinem anderen. Ein Satz im übrigen, der auch für andere Religionen gilt, ganz selbstverständlich.

Die neue Runde der Gewalt, der neue Zyklus von Gewalt und Gegengewalt, macht auch (unvergleichbar zu dem, was in Israel und Palästina geschieht) vor unserer Gesellschaft nicht halt, Dämonisierung und Polarisierung allenthalben.

Und doch ist klar, auch wenn diese Gewalt endet, braucht die Region eine Regelung, bei der alle, alle Einzelnen und alle Gruppen, ein Mindestmaß an Gerechtigkeit erfahren. Es gilt dennoch nicht Moral zu predigen aus dem sicheren Europa heraus, aber es gilt auch nicht zu schweigen von Besatzung und Entrechtung. Die Sicherheit und das Wohlergehen beider Völker bedingen einander, die Sicherheit des einen gibt es nicht auf Kosten der Sicherheit des anderen.

Am Tag danach wird der Konflikt nicht gelöst, aber eine Regelung wieder noch schwieriger geworden sein. Und sie darf nicht in den Händen derer liegen, die von den Eskalationen profitieren!

STRG_F: Impfgeschichte(n) im Film

Eine sehr engagierte Reportage auf dem ARD/ZDF-Format „Funk“ aus Israel und Palästina, mit einer jungen Journalistin, die auch Israelin ist; am Schluß ein kurzes Gespräch mit Amira Hass, Korrespondentin der liberalen israelischen Tageszeitung „Haaretz“ bei Ramallah (Palästina). Das Votingergebnis bei Youtube und die Kommentare etwa bei Facebook sind (fast) so interessant wie der Film.

Was ist los in Jerusalem?

Webinar Mittwoch, 5. Mai 2021 ( 2pm US Eastern time/9 pm IDT)

Geht es „nur“ um den Charakter des Damaskustores oder um mehr?

On the panel will be

Zur Anmeldung

 

Internationale Unterstützung für palästinensische Wahlen!

Als Teil einer gemeinsamen Intiative der International Crisis Group und des United States/Middle East Project (USMEP) wurde am 30. April 2021 folgende umfamgreiche und fundierte Erklärung veröffentlicht, nachdem Mahmoud Abbas die Entscheidung verkündet hatte, die anstehenden Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat zu verschieben.

Die Erklärung endet mit folgenden Worten:

Elections are no cure-all, but accountable, representative and renewed Palestinian governance and national institutions are a prerequisite for reasserting much-needed Palestinian agency.
They deserve international support.

Der vollstständige Text findet sich hier.

Stichwort: UNRWA – Ein kleines Dossier

UNRWA-Vertreter mit klaren Worten: „UNRWA wird fälschlicherweise beschuldigt“

Angesichts widerholter Attacken auf die Arbeit des Flüchtlingshilfwerks UNRWA wandte sich Matthias Burchard, der Direktor der UNRWA-Vertretung bei der EU in Brüssel, am 20. April 2021 in einer Mail direkt an die Öffentlichkeit. Er legte die Position die Position der UNRWA dar und belegte mit konkreten Aktivitäten die Notwendigkeit der internationalen Hilfe bei der Finanzierung von Schulbildung, Berufsausbildung, Gesundheitswesen, Lebensmittelversorgung in den palästinensischen Flüchtlingslagern:

„Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

im Namen der UNRWA, das für Millionen von Palästinaflüchtlingen überlebenswichtige humanitäre Hilfe leistet und die Versorgung der Grundbedürfnisse sicherstellt, schreibe ich Ihnen heute in Reaktion auf jüngste Angriffe gegen das Hilfswerk. Diese Angriffe hatten das Ziel die zu beschämen die unsere Arbeit unterstützen. Diese Angriffe konzentrieren sich vor allem auf unsere schulische Bildung, die das Hilfswerk täglich für mehr als eine halbe Million Kinder in UNRWA-Schulen bereitstellt. UNRWA wird fälschlicherweise beschuldigt Aufstachelung zu Gewalt und Antisemitismus zuzulassen. Ziel dieser Angriffe ist es nicht, die Ausbildung zu verbessern, sondern Druck auf die Geber auszuüben, um sie zu bewegen, die Mittel zu kürzen oder die Unterstützung ganz einzustellen.
Solche Angriffe konzentrieren sich in der Regel auf das UNRWA-Schulwesen in den besetzten palästinensischen Gebieten (Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem und Gaza), mit Sensationsberichten, die Fakten verdrehen und falsch darstellen. In solchen Berichten werden Verweise und Passagen aus dem Unterrichtsmaterial aus dem Zusammenhang gerissen, um falsche Behauptungen über die Integrität der UNRWA aufzustellen. Damit schaden sie einer Organisation, die sich wirklich dafür einsetzt, daß Schüler von palästinensischen Flüchtlingen ihr volles Potenzial entfalten können, indem sie ihnen eine Ausbildung bietet, die mit den Werten der VN im Einklang steht.
Obwohl es kein Null-Risiko gibt, wenn man in einem komplexen humanitären, hochgradig politisierten Umfeld und einem der schwierigsten ungelösten Konflikte in der Region arbeitet, nehmen wir unsere Verantwortung sehr ernst, keine Verletzung von VN-Werten zuzulassen. UNRWA ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit Nulltoleranz gegenüber Haß, Aufstachelung zu Gewalt, Diskriminierung und Anti-Semitismus. Dies haben wir erneut klar bekräftigt im Zusammenhang mit der jüngsten Ankündigung der Vereinigten Staaten die Unterstützung der UNRWA wieder aufzunehmen.
Im Folgenden finden Sie einen Auszug jüngster Errungenschaften unseres Bildungsangebots, welches wir auch mit Hilfe von Digitalisierung modernisieren wollen. Eine dieser Entwicklungen ist der kürzliche Start der UNRWA Digitalen Lern-Plattform.
Nach einem rigorosen dreistufigen Überprüfungsprozeß aller Materialien, werden diese hochgeladen, um von den Schülern im Libanon, Syrien, Jordanien, dem Westjordanland, Ost-Jerusalem und dem Gaza Streifen genutzt zu werden. Diese Plattform ist eines von vielen Beispielen für unser Bemühen, die Risiken der Verbreitung von Lernmaterialien, die nicht den Werten und Prinzipien der UNO übereinstimmen, zu mindern.
Bitte zögern Sie nicht, sich direkt an uns zu wenden, wenn Sie Fragen haben, und akzeptieren Sie nicht die Anschuldigungen bekannter und immer gleicher Kritiker als Tatsachen.
Die UNRWA ist eine humanitäre Organisation, die Ihre Unterstützung verdient, und die Investition in das UNRWA-Bildungsprogramm ist gut angelegt: Es hat mehr als 2,5 Millionen Palästina-Flüchtlingen ermöglicht, einen Abschluß an unseren Schulen zu machen, ihr Potenzial zu entwickeln, zur regionalen Entwicklung und Stabilität beigetragen und Hoffnung auf Frieden erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Burchard – Direktor. UNRWA Vertretung bei der EU

„UNRWA-Bildung: Weltweit unterstützenswert

Im Einklang mit der VN-Praxis in Flüchtlingssituationen auf der ganzen Welt verwendet die UNRWA den Lehrplan des „Gastlandes“. Dies stellt sicher, daß Palästinaflüchtlinge sich in das aufnehmende Schulsystem integrieren und darüber hinaus am sozialen und wirtschaftlichen Leben des Aufnahmelandes teilnehmen können.

Als Organisation der Vereinten Nationen, die humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe leistet, hat das UNRWA kein Mandat, die Lehrbücher der Gastländer zu ändern, da diese die Entwicklung der Lehrpläne als eine Angelegenheit der nationalen Souveränität betrachten.

Dennoch überprüft die UNRWA regelmäßig alle neu herausgegebenen Lehrbücher der Gastländer und setzt sich dafür ein, daß das, was an den UNRWA-Schulen gelehrt wird, den Werten und Grundsätzen der VN entspricht. Dieses solide System der Überprüfung der Schulbücher der Aufnahmeländer trägt dazu bei, daß die UNRWA ihre Politik der Nulltoleranz gegenüber allen Formen von Rassismus und Diskriminierung fortsetzen kann.

Einzigartig in der Region verwendet die UNRWA sein System für die Analyse und die qualitative Umsetzung des Lehrplans, das als „Lehrplansystem“ bezeichnet wird, um Unterrichtsmaterialien und –praktiken zu überprüfen und sicherzustellen, daß die UNRWA-Schulen den sich wandelnden Lernbedürfnissen der Flüchtlingsschüler gerecht werden. Das Lehrplansystem trägt dazu bei, daß der inklusive Bildungsansatz im Einklang mit den humanitären UN-Grundsätzen Neutralität, Achtung der Menschenrechte, Toleranz, Gleichheit und Nicht-Diskriminierung in Bezug auf Rasse, Geschlecht, Sprache und Religion während des gesamten Lehr- und Lernprozesses in den UNRWA-Schulen angewendet wird.

Bildungsergebnisse und Leistungen

  *   International anerkannte externe Gutachter – darunter die Studie der Weltbank und des UNHCR aus dem Jahr 2021 – belegen, daß die Bildungsergebnisse des UNRWA zu den besten in der Region gehören, und das zu den niedrigsten Kosten pro Schüler. UNRWA-Schüler im Gazastreifen, im Westjordanland und in Jordanien „erzielten bei internationalen Beurteilungen höhere Punktzahlen als Kinder öffentlicher Schulen, was einen Vorteil von fast einem Lernjahr bedeutet.“

   *   In diesem Jahr zeichnete der British Council 14 UNRWA-Schulen im Westjordanland und 45 im Gazastreifen mit dem British Council International School Award aus, weil sie ihre Schüler erfolgreich darauf vorbereiten, verantwortungsvolle Weltbürger zu werden, indem sie internationale Bildung in ihre Lehrpläne einbinden.

  *   UNRWA TV-Auszeichnung:
YouTube verlieh UNRWA TV die Golden Play Button Trophy für das Erreichen von einer Million Abonnenten mit seinen Lektionen, was unterstreicht, daß die UNRWA ein globales öffentliches Gut produziert, das bei Familien, die ihre Kinder erziehen wollen, sehr gefragt ist.  Außerdem erkannte Norwegens Nationales Zentrum für multikulturelle Bildung den Wert von UNRWA TV für seine arabischsprachigen Schüler und förderte es unter seinen Ressourcen im Bildungsministerium.

  *   Menschenrechts-, Konfliktlösungs- und Toleranzprogramm: UNRWA-Schulen hielten freie, direkte und geheime Wahlen zum Schülerparlament ab, und gedachten des Tages der Menschenrechte und nahmen am „Standing Together to Stop Bullying“-Tag teil. Die Schülerparlamentarier haben in dem Bemühen, gute Mitbürgerschaft zu fördern und ihre Gemeinden zu unterstützen, an einem bewußtseinsschärfenden Animationsvideo über den Schutz von Schüler:innen vor COVID-19 mitgewirkt und ein Musikvideo gedreht, das Hoffnung und Einigkeit fördert.

Der Erfolg der Schüler ist der eigentliche Maßstab

Während der gesamten Pandemie haben sich die UNRWA-Schüler und Lehrer der Herausforderung gestellt:

  *   Testergebnisse in Jordanien: In Jordanien übertrafen die Testergebnisse in Mathematik und Naturwissenschaften (TIMSS) in mehreren UNRWA-Schulen den internationalen Durchschnitt und die Ergebnisse unserer Schulen übertrafen den nationalen Durchschnitt.  Unsere Berufsschüler (VTC) schnitten bei den Prüfungen um 20 Prozent besser ab als ihre nationalen Kollegen und erreichten in verschiedenen Fachrichtungen die meisten „Top-Ten-Platzierungen“.  Darüber hinaus stieg die Beschäftigungsquote 2020 der Absolventen der Berufsschulen in Jordanien auf 93 Prozent, trotz der beispiellosen Arbeitslosigkeit im Land.

  *   Im Juni 2020 erzielte Israa, ein junger palästinensischer Flüchtling in Syrien, dessen Gemeinde zerstört wurde und der als Binnenflüchtling in Damaskus lebt, ein perfektes Ergebnis bei ihrer nationalen Prüfung in der neunten Klasse. Tatsächlich haben etwa 91 Prozent unserer Schüler:innen diese Prüfung bestanden, verglichen mit dem nationalen Durchschnitt von 68 Prozent.

  *   Haneen Al Haj, eine UNRWA-Schülerin aus Jordanien, gewann den zweiten Platz beim Meisterkoch-Wettbewerb, der sich an Schulen in Italien, Litauen, der Türkei, Ungarn, Polen und Jordanien richtet.

  *   In Gaza wurde der UNRWA-Schüler Nagham Al-Yazji aus mehr als 2.000 internationalen Bewerber:innen als einer der drei Gewinner des 2020 Inspirational Messages of Peace Contest vom United States National Park Service und dem International World Peace Rose Garden ausgewählt.

  *   Ebenfalls in Gaza gewann Jihad Al Wahaidy, ein Schüler der neunten Klasse, den vierten Platz in einem internationalen Robotik-Wettbewerb für die Entwicklung seiner App, die helfen soll, die Verbreitung von COVID-19 zu stoppen.  Jihad entwarf einen kleinen Roboter in Form einer Brosche, der ein rotes Licht aktiviert, wenn sich eine Person in weniger als einem Meter Entfernung befindet und keinen Mundschutz trägt.

  *   Der 27-jährige Nowras, ursprünglich ein Palästina-Flüchtling aus Syrien und Schüler einer UNRWA-Schule, wurde von einem Forscherteam des Max-Planck-Instituts in Deutschland, wo er studierte, ausgewählt und ist nun Teil eines wissenschaftlichen Teams, das an der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs arbeitet.

Vorwärts gehen – Bildung digitalisieren

Aufbauend auf diesen Erfolgen arbeitet UNRWA weiter an der Modernisierung seines Bildungssystems, um sicherzustellen, daß seine Schüler Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Bildung haben, die sie zu global denkenden Bürgern macht. Die Modernisierung und Digitalisierung unseres Bildungsprogramms hat jetzt oberste Priorität: Das globale Bildungssystem hat erkannt, daß COVID-19 einen Prozeß beschleunigt hat, der schon seit mehreren Jahren im Gange war. Auch UNRWA lernt aus der neuen Dynamik, die durch die Pandemie entstanden ist, und will im Bildungsbereich wie schon immer die Nase vorn haben. Alle Schüler müssen in der Lage sein, sich mit ihrem Lernen online zu verbinden, sonst werden sie nicht in der Lage sein, sich zusammen mit ihren Altersgenossen auf der ganzen Welt vollständig auf die neuen Lernformen umzustellen. Aber die Vorteile der Digitalisierung gehen über den Zugang hinaus.

UNRWA hat gerade eine zentrale Online-Lernplattform gestartet, auf der Lehrmaterialien bereitgestellt werden. Die Plattform wurde notwendig um auf die Veränderungen und neuen Herausforderungen im Bildungsbereich, die durch die Pandemie erforderlich wurden, zu reagieren. Sie bietet ein sicheres, zugängliches und zentral überwachtes System für Lehrer, Administratoren, Eltern und Kinder, um auf Unterrichtsmaterialien zuzugreifen, die für jede Klassenstufe, jedes Fach und das Gastland angepaßt sind.

Die Digitalisierung des UNRWA-Bildungsprogramms wird auch der Schlüssel sein, um sicherzustellen, daß die palästinensischen Flüchtlinge die notwendigen Fähigkeiten erwerben, um auf einem sich schnell entwickelnden Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie wird dazu beitragen, Beschäftigung und Chancen zu schaffen und Spannungen und Verzweiflung unter der Jugend zu lindern. Schließlich hat die digitale Transformation auch das Potenzial, die Bereitstellung und Kosteneffizienz unserer Dienstleistungen zu verbessern.

Als humanitäre Organisation wissen wir wie wichtig es ist, jungen Flüchtlingen den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Bildung zu ermöglichen, die im Einklang mit den Werten und Prinzipien der VN steht und Toleranz und Nichtdiskriminierung fördert. UNRWA weiß, wie wichtig es ist, jungen Palästinaflüchtlingen weiterhin eine Quelle des Lernens zu sein: Viele von ihnen haben sich zu Leistungsträgern auf der ganzen Welt entwickelt, und wir sind sehr stolz darauf, daß wir dank all unserer Spender einen Beitrag dazu leisten konnten.“

Und zum Schluß:

Heute, am 1. Mai ist die UNRWA 71 Jahre alt:

1950: Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) nimmt seine Arbeit auf. Es soll als temporäres Hilfsprogramm der Vereinten Nationen zur Linderung des Palästinensischen Flüchtlingsproblems beitragen und die Grundbedürfnisse der palästinensischen Flüchtlinge befriedigen.

Böll Podcast: Israel 2021

Wahlen in Israel 2021 | Böll.Fokus

Es war die vierte Wahl in zwei Jahren und auch sie hat keine Klarheit gebracht: Israel steckt in der politischen Krise. Wie geht es weiter im Land – mit oder ohne Netanjahu? Und welche Rollen spielen dabei die arabisch-palästinensischen Parteien? Es ist ein Novum und ein Meilenstein in der Geschichte Israels: bei dieser Wahl wurde erstmal eine arabische Partei von Premierminister Netanjahu umworben, denn sie könnte ihm helfen an der Macht zu bleiben. Ein Podcast über die schwierige Frage welche Perspektiven es für die jüdische-arabische Zusammenarbeit gibt.

Women and Activism in Jerusalem

Zur Zoom online-Anmeldung – Montag, 26. April 2021 – 19.30 Uhr MEZ – Ir Amim

A talk between women living in east and west Jerusalem – About the city we live in, about how it is today, and about how we want to see it. About the ways in which we act to change its reality. And how being a woman relates to all of this. You’re invited to join a fascinating conversation! The event will be held in English.

Ost-Jerusalem 2021

Seit Tagen (Nächten) gibt es Proteste besonders junger Palästinenser gegen die Besatzung. An unterschiedlichen Ecken ‚brennt‘ die Stadt, die Konflikte reichen von Sheikh Jerrah bis Silwan, von geplanten Veranstaltungen, Übernahme von Häusern durch Siedlerorganisationen bis hin zu den Wahlen, die in der Palästinensischen Autorität stattfinden sollen … Es gibt zahlreiche Bilder von den palästinenischen Seite zum Protest, hier soll auf die israelische Zivilgesellschaft verwiesen werden, die (auch) unter einem zunehmend restriktiveren und repressiveren Klima arbeitet:

https://peacenow.org.il/wp-content/uploads/2014/09/slides_eng_5.jpg

Hier eine aktuelle Ergänzung vom 25. April 2021

Verdichtet sich die Verschiebung?

Weniges ist sicher im Leben, vielleicht noch weniger im Nahen Osten? Die Frage, ob es nach 15 Jahren in Palästina in diesem Jahr endlich wieder demokratische Wahlen gibt, ist jedenfalls alles anderes als sicher. Wie wird die Beteiligung von Ost-Jerusalem sichergestellt? Und wie geht die internationale Gemeinschaft damit um, daß sich nicht alle, die bei der Wahl antreten, auf dem Boden des von ‚Oslo‘ stehen?

Die palästinensiche Tageszeitung Alquds meldet jetzt, die USA ‚würden Verständnis für einen Verschiebung‘ haben… Wenn ein befürchtetes Ergebnis nicht paßt, so ist Algerien nicht vergessen und auch nicht der Umgang der Welt mit dem Ergenis von 2006. Die Zersplitterung der Fatah kann da wohl nur noch als Sargnagel begriffen werden. Hier ein Bericht der Times of Israel zu den US-amerikanischen Äußerungen.

Zum Hören und Sehen! „Frieden“-Reihe auf Arte

Bis zum 30. April 2021 online verfügbar

In der Schweiz beginne die Aufarbeitung des Krieges mit dessen Ende, ist einer der Gedanken zur beeindruckenden sechsteiligen Reihe „Freiheit“ auf Arte:

„Frühling 1945: Der Frieden in Europa stellt drei junge Menschen vor große Herausforderungen. Fabrikantentochter Klara kümmert sich im Flüchtlingsheim um jugendliche KZ-Überlebende. Ihr Mann Johann übernimmt Verantwortung in der Familienfirma. Und sein Bruder Egon jagt Nazis, die sich in der Schweiz verstecken.

Egon Leutenegger, 32, kehrt nach dem Militärdienst an der Grenze zur Bundesanwaltschaft zurück. An seinem ersten Tag verhaftet der engagierte Beamte einen deutschen Knecht auf einem Bauernhof, er wurde vom Bauern angezeigt. Im Verhör behauptet der Knecht, ein Deserteur zu sein, was ihm Egon aber nicht glaubt. Doch auf der Alliierten-Liste der gesuchten Kriegsverbrecher ist der Knecht auch nicht zu finden. Egon treibt ihn in die Enge und holt die Wahrheit ans Licht, leider mit tragischen Konsequenzen.
Johann Leutenegger, Egons jüngerer Bruder, steht an einem ganz anderen Ort in seinem Leben. Er wird bald bei den reichen Toblers einheiraten und ist als Nachfolger seines Schwiegervaters Alfred Tobler im Familienbetrieb der Tuchfabrik Frei AG vorgesehen. Auch Alfred heiratete einst in die Familie ein. Doch so richtig scheint der Patron seinem Schwiegersohn nicht zu vertrauen. Als Nationalrat Kägi zu einem Überraschungsbesuch auftaucht, stellt Alfred dem Politiker seinen zukünftigen Schwiegersohn zwar vor, vom folgenden Gespräch wird Johann allerdings ausgeschlossen. Was hat diese Geheimnistuerei zu bedeuten? In der Villa der Toblers wird Braut Klara, 23, von ihrer Mutter Lisbet-Marie dazu angehalten, bei den Vorbereitungen zur Hochzeit mitzuhelfen. Doch das langweilt und unterfordert Klara. Viel lieber hilft die ausgebildete Lehrerin im nahe gelegenen Flüchtlingsheim mit. Dort werden Kinder erwartet, die das KZ Buchenwald überlebt haben. Stattdessen treffen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ein. Klara bekommt die Aufgabe, alle nach Alter zu sortieren. Die Älteren sollen zurückgeschickt werden. Die Kinder dürfen bleiben. Unter den KZ-Überlebenden regt sich Protest. Gerade sind sie dem Grauen entronnen, jetzt wollen sie endlich zur Ruhe kommen. Entweder bleiben alle in der Schweiz oder keiner! Auf der Hochzeit von Klara und Johann bricht Brautvater Alfred zusammen und muss – auf dringenden ärztlichen Rat – sofort in Kur. Alfred weiht Johann in den Inhalt der Geheimkonferenz mit Nationalrat Kägi ein: Der Bund hat der Tuchfabrik einen Großauftrag entzogen. Jetzt drohen der Firma schwere Zeiten und der Verlust von Hunderten von Arbeitsplätzen. Johann übernimmt eine große Verantwortung: Kann er die Tuchfabrik Frei AG retten?“