Einsichten und Aussichten…

Gérard Araud, französischer Botschafter in den USA im Interview

Trump sei in Israel populärer als Netanjahu, so der scheidende französische Botschafter in den USA. Zum Abschluß seiner Dienstzeit in Washington und seiner diplomatischen Karriere spricht der französische Botschafter in den USA, Gérard Araud, in einem Interview mit Yara Bayoumy vom Atlantic“ (19. April 2019).

Im Machtungleichgewicht der beiden Konfliktseiten sieht er das Problem, daß der Stärkere schlußfolgern könne, daß er letztendlich kein Interesse daran habe, Zugeständnisse zu machen. Der Status quo sei für Israel „extrem komfortabel“. Israel habe die West Bank und müsse hinsichtlich der Palästinenser keine „schmerzhafte Entscheidung“ treffen.

Land gegen Frieden – Alte Formel, neue Ziele?

Die im Kontext des Nahost Konflikts bekannt gewordene Formel ‚Land gegen Frieden‘ stand einmal für einen Ausgleich zwischen Israel und Palästina, um damit einen dauerhaften Frieden ermöglichen zu können.

Es scheint, diese Gleichung ist nicht vergessen, aber in ein neues, unilaterales Gewand gehüllt, mit dem ‚Bibi‘ zuletzt seinen Wahlkampf bestritten hat und dessen Koalitionsvisionen ähnliches zumindest erahnen lassen. Die Falken-Version von ‚Land gegen Frieden‘ ist jetztz im Endeffekt nichts anderes als ein Frieden zu den Bedinungen des Kabinetts Netanyahus mit Donald Trumps Unterstützung, aber auf Kosten eines überlebensfähigen palästinensischen Staates. Mehr zu Bibis Visionen….

Welche Perspektiven bleiben …

Vieles ist im Umbruch im Nahen Osten, nicht vieles, so wie erhofft. Was bleibt nach all den Jahrzezhnten des politischen Auseinandersetzung von der Idee einer Zwei-Staaten-Regelung? Richard N. Haass schreibt in einem Beitrag für den US-amerikanischen Council on Foreign Relations, einem einflußreichen Think Tank für Außenpolitik, von einer (anstehenden) Diplomatic Revolution:

Nearly everything said and written about the issue reflects the outcome of the June 1967 Six-Day War, which left Israel in control of territories that had previously belonged to Jordan (East Jerusalem and the West Bank), Egypt (the Sinai Peninsula and Gaza) and Syria (the Golan Heights). Since then, the “normal” diplomatic model (enshrined in UN Security Council Resolution 242 and subsequent resolutions) has assumed that Israel would trade this territory in exchange for security and peace…

Welche Perspektiven bleiben – welche Perspektiven tun sich auf? Mehr Fragen als Antworten in diesen Tagen …

 

Mehr als eine „Ergänzung“ zur Haggadah

Befreiung erinnern – für heute… ein Hinweis an diesem Tag, an dem Karfreitag und Seder sich begegnen, auf das Wirken von Tikkun in den USA


Whether or not you are Jewish or do a Passover Seder, you might find some of the ideas in this guide to Passover and its universal message in Beyt-Tikkun-Haggadah-2019 which presents a vision of Judaism that you’ll rarely hear, even in some of the most progressive celebrations of the Seder.

A Note to Non-Jews:
You are very welcome at our Seder!!! Jesus was a Jew, and the Last Supper was a Seder. Muhammed deeply appreciated and made cultural appropriation of sections of the Hebrew Bible. Our supplement affirms the liberatory message that is part of Judaism, Christianity, and Islam, and is found in many other religious and spiritual traditions as well. You may find some of this ritual helpful if you create your own rite to celebrate the key insight of Easter or of any of the spring holidays of the world: that rebirth, renewal, and transformation are possible, and that we are not stuck in the dark, cold, and deadly energies of winter. Judaism builds on that universal experience of nature and adds another dimension: it suggests that the class structure (slavery, feudalism, capitalism, or neoliberal imperialism) can be overcome, and that we human beings, created in the image of the Transformative Power of the Universe (God), can create a world based on love, generosity, justice and peace. …

 

 

Yeshayahu Leibowitz Award an Drin. Ruchama Marton (PHR)

Anfang April 2019 hat Yesh Gvul (Es gibt eine Grenze) seinen Yeshayahu Leibowitz Preis an Ruchama Marton verliehen. Ihre Dankesrede bei der Entgegennahme des Preises lohnt die Lektüre, sie ist das Dokument einer radikalen Humanistin:

The right to political participation is indispensable. It is what makes man superior to beast [Ecclesiastes 3:19]. Without political rights, all the other rights, important as they are, amount to little more than animal rights slogans. Fighting for the right to access a clinic in the occupied territories is like fighting for feeding troughs for horses. The totalitarian regime reduces the citizen to “a beneficiary of rights” – the right to eat, the right to inhabit, the right to an education, the right to healthcare – which can be denied or extended as need be, transforming human beings into critters. Those who fight for less than political rights for all, fight only to better their own image.

Dr.-Ruchama-Marton-1

Photo: (c) Drin. Ruchama Marton (Physicians for Human Rights – Israel)

Neue palästinensische Regierung

Parallel zur Knessetwahl wurde in den Autonomiegebieten der Westbank – unter dem Vorsitz des Ökonomen und Verhandlungsveteranen Dr. Mohammed Stayeh – eine neue Regierung gebildet. Als enger Vertrauter von Abbas wird wohl wenig frischer Wind erwarten zu sein, obwohl die Aussicht auf neue Wahlen und eine legimiterte Regierung in den Automoniegebieten, die seit Jahren de facto nicht mehr existiert, zumindest die palästinensische Bevölkerung politisch neu stimulieren könnte.

Zu den Herausforderungen, vor denen die neue, am 14. April vereidigte, Regierung steht, hat der Leiter des Büros der KAS in Ramallah, Dr. Marc Frings, eine Analyse veröffentlicht: „Regierung wider die nationale Einheit“.

Wie diplomatisch üblich, hat Bundeskanzlerin Merkel dem neuen Ministerpräsidenten zum Amtsantritt gratuliert (Schreiben der Kanzlerin) und versichert, daß die Bundesrepublik Deutschland den Palästinensern „weiterhin bei der Bewältigung [der] Aufgaben zur Seite stehen und sich mit ihren europäischen Partnern für einen gerechten und nachhaltigen Frieden in der Region einsetzen“ werde. Mit Benjamin. Netanyahu hat die Kanzlerin zuvor telephoniert.