Nachrichten aus Israel-Palästina/Palästina-Israel gibt es viele und auch nicht wenige, in denen das Dreieck Deutschland-Israel-Palästina eine Rolle spielt, genau die Schnittstelle, die uns in der Arbeit des diAk besonders interessiert.
Zusammen denken und zusammendenken – dafür bieten wir an dieser Stelle jeden Tag einen Beitrag, manchmal mit einer Einordnung/Einleitung, oft ein Hinweis auf eine spannende Verstaltung oder ein Onlineformat, dann auch wieder eine Erinnerung, zu der die Kalender und die unterschiedlichen Narrationen Anlaß geben.
Das wollen wir möglichst vielfältig tun, ohne uns jeden Beitrag oder jede Position zu eigen zu machen, aber immer in dem Bemühen über die Zeit hin die Vielfalt und die Verwobenheiten erkennbar werden zu lassen …
Start des Gestaltungswettbewerbs für das Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945
Der Bund hat den internationalen Gestaltungswettbewerb für das „Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung in Polen 1939–1945“ gestartet. Für die Teilnahme am Gestaltungswettbewerb können sich Künstlerinnen, Künstler, Künstlergruppen sowie Architektinnen und Architekten noch bis zum 5. Mai 2026 bewerben. Für den Wettbewerb und die anschließende Realisierung des Denkmals stellt der Bund insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung.
Über 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll im Zentrum der Bundeshauptstadt auf dem Gelände der früheren Kroll-Oper unweit des Bundeskanzleramts und des Deutschen Bundestages ein Ort des Gedenkens an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in Polen entstehen. Das „Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939-1945“ erinnert auch an die polnischen Bürgerinnen und Bürger, die in den deutschen Konzentrationslagern und anderen Lagern ausgebeutet, gequält und ermordet wurden.
Der Auftakt des Gestaltungswettbewerbs wird von einer zweitägigen deutsch-polnischen Konferenz von Expertinnen und Experten zur Erinnerungskultur begleitet. Eröffnet wird die Konferenz heute durch den Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, und seine polnische Amtskollegin, der Ministerin für Kultur und nationales Erbe, Marta Cienkowska.
Im Vorfeld sagte Staatsminister Weimer: „Mit dem Start des Wettbewerbs beginnt die konkrete Ausgestaltung dieses für Vergangenheit und Zukunft so wichtigen Denkmals. Die Errichtung des Denkmals ist eines der bedeutsamsten erinnerungspolitischen Projekte Deutschlands. Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geben wir dem Gedenken an die Millionen Opfer des deutschen Angriffskrieges auf Polen und der anschließenden Besatzung endlich eine sichtbare, dauerhafte Form. Rund fünf Millionen Menschen in Polen verloren ihr Leben. Sie wurden Opfer des Nationalsozialismus, der auf Vernichtung und die Auslöschung der polnischen Identität zielte. Dass wir dieses Denkmal nun auf den Weg bringen, ist Ausdruck unserer historischen Verantwortung und ein wichtiges Zeichen gegenüber Polen.“
„Auf der Landkarte des Nachkriegs-Gedenkens gibt es noch immer weiße Flecken. Und einer davon – ein außergewöhnlich wichtiger – beginnt nun, gefüllt zu werden. Die deutsche Regierung hat, gemeinsam mit anderen Organen, einen Raum gefunden für ein Mahnmal des Gedenkens an die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung Polens 1939-1945. Es ist ein besonderer Ort, denn er ist von der Geschichte gezeichnet. Genau dort, in der früheren Kroll-Oper, begründete Adolf Hitler den Angriff auf Polen am 1. September 1939“, sagte Marta Cienkowska, polnische Ministerin für Kultur und nationales Erbe. „Dass wir heute hier sind, ist nicht zufällig geschehen. Das ist das Ergebnis von jahrelanger Arbeit, Gesprächen, Spannungen, Appellen, Debatten – auch solcher, die im Bundestag geführt wurden. Es ist das Ergebnis des Mutes vieler Kreise, die nicht einverstanden waren zu schweigen. Und für diese Konsequenz, für diese Anstrengung gilt es heute, Dankbarkeit auszudrücken“, fügte sie hinzu.
Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas erklärte: „Als Bundesstiftung, die den gesetzlichen Auftrag hat, aller Opfer des Nationalsozialismus würdig zu gedenken, begrüßen wir die Schaffung eines zentralen Orts im Herzen der deutschen Hauptstadt, der dem Leid der polnischen Staatsbürger während der Besatzungsherrschaft zwischen 1939 und 1945 gewidmet ist. Er soll sowohl der Dimension deutscher Verbrechen gerecht werden als auch individuelle Schicksale sichtbar machen, um Empathie zu fördern. Angesichts der bislang noch begrenzten Vertrautheit der Deutschen mit unserem Nachbarland Polen, dem neben Frankreich wichtigsten Partner in Europa, ist das Denkmal der erste Schritt auf dem Weg zur Gründung eines Deutsch-Polnischen Hauses als Stätte des Gedenkens, der Begegnung und des Verstehens. Historisches Wissen, gemeinsames Erinnern und konstruktiver Dialog sind die entscheidenden Grundlagen für die Stärkung unserer Freundschaft und des europäischen Gedankens.“
Die Expertenkonferenz soll der fachlichen Vorbereitung der Wettbewerbsauslobung dienen. Hierzu werden Erfahrungen und Expertenstimmen aus verschiedenen Ländern zusammengeführt, die über Wissen und Praxis bei der Realisierung ähnlicher Projekte verfügen oder sich mit Fragen der Erinnerungspolitik befassen. Konzipiert und vorbereitet wurde die Konferenz durch die Stabsstelle „Deutsch-Polnisches Haus“ bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gemeinsam mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Die Stabstelle wird durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert und begleitet die Planungen zur Realisierung des Denkmals.
Die Errichtung des Denkmals geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages zurück. Im Jahr 2025 wurde bereits ein temporärer Gedenkort auf dem Gelände der früheren Kroll-Oper errichtet. Auf diesem Gelände wird im Anschluss an den Wettbewerb ein dauerhaftes Denkmal entstehen.
Den Gestaltungswettbewerb richtet das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) aus. Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren sind auf Deutsch und Polnisch hier abrufbar.
Informationen zum Hintergrund des Denkmals finden Sie hier .
Seit langem gab es in Palästina wieder einmal (Kommunal)Wahlen, neben der Westbank auch in einem Distrikt in Gaza (Deir Al-Balah). Ein Bericht dazu auf DropSite und ein Beitrag von Christian Meier (FAZ): Fragmentiertes Palästina.
Was für ein Datum … aber hier geht es nicht im Tschernobyl..
Der 26. April steht auch für Guernica. 1937, also vor 89 Jahren zerstörten insbesondere Kampfflugzeuge der deutschen Legion Condor und der italienischen Aviazione Legionaria die schutzlose Stadt.
Bundespräsident R. von Weizsäcker bat 1997 in deutschem Namen um Verzeihung für das Verbrechen.
Als Lesehinweis dazu ein aufrüttelnder, ja provizierender – und umso mehr lesenswerter Artikel von Elat Lapidot: Gaza as World War, der auch dieses Datum in seine Reflektionen einbezieht.
Bislang ist wenig darüber bekannt, wie die Bevölkerung in Deutschland den Krieg wahrnimmt, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 gegen den Iran begonnen haben. Eine Online-Befragung unter 2.492 Personen von Ende März liefert hierzu erste Einblicke. Die Ergebnisse helfen dabei, aktuelle öffentliche und politische Debatten besser zu kontextualisieren.
Hussein el Mouallem, Programmleiter im Libanon-Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung, blickt aus der Sicht seines Landes auf die Verhandlungen Israel-Libanon.
Hier ein Zitat aus der aktuellen Ausgabe der London Review of Books / April 2026
„Reconstruction plans imposed on Palestinians with the implicit aim of destroying Palestinian life in Gaza demonstrate the reason Lemkin reserved a place for architecture in his conception of the crime of genocide. He knew that the way a people organises its space is a manifestation of its history and social structure. ‘Genocide has two phases,’ Lemkin wrote in Axis Rule in Occupied Europe. The first involves the ‘destruction of the national pattern of the oppressed group’ – this was achieved in Gaza by Israel’s devastating bombing. The second involves the imposition of a design by the oppressor, like these reconstruction plans for Gaza. ‘This imposition, in turn,’ he wrote, ‘may be made upon the oppressed population which is allowed to remain, or upon the territory alone, after removal of the population and the colonisation of the area by the oppressor’s own nationals.’“