Der tägliche Blog des diAk

Nachrichten aus Israel-Palästina/Palästina-Israel gibt es viele und auch nicht wenige, in denen das Dreieck Deutschland-Israel-Palästina eine Rolle spielt, genau die Schnittstelle, die uns in der Arbeit des diAk besonders interessiert.

Zusammen denken und zusammendenken – dafür bieten wir an dieser Stelle jeden Tag einen Beitrag, manchmal mit einer Einordnung/Einleitung, oft ein Hinweis auf eine spannende Verstaltung oder ein Onlineformat, dann auch wieder eine Erinnerung, zu der die Kalender und die unterschiedlichen Narrationen Anlaß geben.

Das wollen wir möglichst vielfältig tun, ohne uns jeden Beitrag oder jede Position zu eigen zu machen, aber immer in dem Bemühen über die Zeit hin die Vielfalt und die Verwobenheiten erkennbar werden zu lassen …

Wer wußte was wann?

Noch gibt es keine unabhängige Untersuchungskommission in Israel zum 7. Oktober. Die Frage nach Verantwortung und Verantwortlichkeiten ist mitten in den Wahlkampf geraten.

Die Tageszeitung Haaretz hat am 8. September 2026 einen großen Beitrag von Shlomi Eldar und Ruth Yuval zu dieser Frage veröffentlicht.

Hier die Zusammenfassung, die Haartetz selbst anbietet:

A week and a half before the October 7 massacre, Mohammed bin Zayed, the president of the United Arab Emirates, called Netanyahu and spoke with him for 45 minutes. He gave him an explicit warning that Hamas‘ leader in Gaza, Yahya Sinwar, was planning a major operation against Israel. Bin Zayed expressed concern that the event in question would not only lead to bloodshed but also destabilize the entire region and undermine the Abraham Accords. He urged Netanyahu to take the matter seriously. But to his surprise, the prime minister reacted with relative calm. He said that, in his assessment, Hamas intended to operate in the West Bank area, and reassured bin Zayed that Israel was prepared for any scenario.

The Emirati ruler did not imagine that the prime minister would hear the message but wouldn’t brief the heads of the defense establishment about the warning.

Bernd Asbach (1949-2026)

Die Adresse Groner Tor ist irgendwie noch immer präsent bei mir… Dort saß die „Buntstiftung“, eine der Vorläuferinnen der Heinrich Böll-Stiftung und da war auch Bernd Asbachs Büro. Schon Mitte der 1990er Jahre gab es Kontakt zum diAk, dem Bernd über Jahrzehnte verbunden war, aktiv im Vorstand oder bei den Publikationen, aber auch immer wo es möglich war, durch institutionelle Kooperationen, Stichwort etwa Arnoldshain. Als Nahostreferent der Heinrich Böll-Stiftung seit 1997 baute er die Büros Tel Aviv, Ramallah, Beirut und Rabat mit auf. Davon hat auch die Arbeit des diAk immer wieder profitieren können.

Photo: Stephan Röhl – Lizenz: CC-BY-SA 4.0 / aus dem Nachruf der Böll-Stiftung.

Julia Scherf, über viele Jahre Vorsitzende des diAk, hat es so beschrieben:

„Anstatt zu hetzen, plante Bernd mit Bedacht. Als mein unmittelbarer Vorgesetzter in Berlin unterstützte mich seine Anerkennung und Förderung unserer Ideen aus dem Büro Tel Aviv. Natürlich kam er auch während der 2. Intifada mit Selbstmordanschlägen in Israel zu Besuch: Er gab mir uneingeschränkt Zugang und Vertrauen zu den von ihm in den neunziger Jahren aufgebauten exzellenten Kontakte in die israelische Zivilgesellschaft. Bernd brachte mich auch zur Vorstandsarbeit im Deutsch-Israelischen Arbeitskreis und brachte dort seine Erfahrungen im Nahen Osten in die ehrenamtliche Arbeit ein, weit über Textredaktionen der vierteljährlichen israel & palästina Ausgaben hinaus!“ 

Der diAk wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren und seine Arbeit zwischen den Linien und über Grenzen hinweg dankbar erinnern.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Birte und seinem Sohn Anton.

rzw

Bernd Asbach, hier mit (rechts) René Wildangel in der Ev. Akademie Arnoldshain, auf einem der legendären – diAk-Jahresseminare; im Hintergrund Khalil Toama aus Frankfurt/M. – Photo: Jörn Boehme. Oktober 2006.

Etwas streng schauend, aber engagiert: Bernd Asbach bei der Eröffnung des Böll-Büros in Ramallah, Februar 2008 – Photo: Christian Sterzing.

Klartext Woelki

Was für eine Zukunft im „Heiligen“ Land: Christen sind „in ihrer Existenz bedroht“

Beitrag auf EWTN Domradio Vatican (Celra) – Umfeld: Vaticannews

St. Katharina-Kirche, Bethlehem (c) AphorismA

Building in E1 or Business with Europe!

Israel’s new settlement construction plans threaten to split the occupied West Bank, poking a finger in the eye of those who support Palestinian statehood. With the Trump administration largely keeping mum, responsibility to try stopping this project falls most heavily on European governments.

“A peace government will bring change. Yes to a Palestinian state alongside Israel”

This morning (3.9.26) Standing Together put up a massive billboard along Tel Aviv’s busiest highway reading “A peace government will bring change. Yes to a Palestinian state alongside Israel,” as part of a campaign calling on the next government to enter into negotiations with Palestinian leaders on a real, just peace agreement.

Qusra Under Siege

Vereinzelte Übergriffe, Strategie zusammen mit (Teilen der) Armee – die Situation in der Westbank?

Ein Essay von David Shulman in der The New York Review (einzelner Artikel frei zugänglich)

David Shulman is the author of Tamil: A Biography, among other books. He is Professor Emeritus at the Hebrew University of Jerusalem and was awarded the Israel Prize for Religious Studies in 2016. He is a longtime activist with Ta’ayush, the Arab–Jewish Partnership, in the occupied Palestinian territories.

E1 – Was steht dahinter?

Linda Dayan in Haaretz über die Hintergründe…

Israel’s far-right government is advancing construction in the contentious E1 area between Jerusalem and Ma’aleh Adumim, issuing tenders for 1,200 new housing units despite decades of international opposition. Critics warn the move could divide the West Bank, sever East Jerusalem from Palestinian territory, undermine prospects for a Palestinian state and risk mass Palestinian displacement. With contracts imminent, it could soon become irreversible.

Wie geht es weiter in Gaza?

Hollow Promises: Resetting Gaza’s Ceasefire / Eine Analyse der International Crisis Group:

A July roadmap sponsored by the Board of Peace has failed to overcome obstacles that have mired Gaza’s ceasefire deal ten months on. A mix of sustained pressure and diplomatic guarantees is needed to break the logjam and centre Palestinian agency in the strip’s recovery.

IN EINEM AUSGELOBTEN LAND

Ein Essay der 1946 geborenen Elfriede Jelinek, Nobelpreisträgerin für Literatur (2004), auf ihrem Blog:

„… man spricht also Luftblasen, wenn man die Voraussetzungen für einen solchen Staat nicht grundlegend ändert.“

Confronting Antisemitism: Education and Transformation over Denunciation and Punishment