Der tägliche Blog des diAk

Nachrichten aus Israel-Palästina/Palästina-Israel gibt es viele und auch nicht wenige, in denen das Dreieck Deutschland-Israel-Palästina eine Rolle spielt, genau die Schnittstelle, die uns in der Arbeit des diAk besonders interessiert.

Zusammen denken und zusammendenken – dafür bieten wir an dieser Stelle jeden Tag einen Beitrag, manchmal mit einer Einordnung/Einleitung, oft ein Hinweis auf eine spannende Verstaltung oder ein Onlineformat, dann auch wieder eine Erinnerung, zu der die Kalender und die unterschiedlichen Narrationen Anlaß geben.

Das wollen wir möglichst vielfältig tun, ohne uns jeden Beitrag oder jede Position zu eigen zu machen, aber immer in dem Bemühen über die Zeit hin die Vielfalt und die Verwobenheiten erkennbar werden zu lassen …

What Makes a Diaspora?

Middle Eastern Minorities, the Americas, and Jewish Studies in Conversation

Konferenz in Köln im Mai 2027 – Deadline for proposals: October 1, 2026

What makes a diaspora? Not every population on the move becomes one, and
not every dispersed community claims the term. This workshop is
designed to bring three fields into conversation: American studies,
Middle Eastern and North African (MENA) studies, and Jewish studies.

Bleiben Sie zum Frieden bewegt!

… daß es auch gemeinsam geht

Ein Beitrag von Katharina Köhler im Tagesspiegel über die Organisation Standing Together, auf die an dieser Stelle schon gelegentlich hingewiesen wurde [- und quasi auch als Hinweis auf die nächste (verspätet erscheinende) Ausgabe unserer Zeitschrift israel & palästina, die Standing Together zum Thema haben wird.]

Schulbesuch in Al Khadr

Januar 2026: Früh morgens machen wir uns auf den Weg nach Al Khadr. Unsere Aufgabe dort als ökumenische Begleiter:innen: Den Schulweg beobachten und Vorfälle dokumentieren. Denn in Al Khadr nahe Bethlehem gibt es mehrere Schulen, an denen es immer wieder zu Vorfällen mit der israelischen Armee kommt, von einschüchternder Präsenz schwerbewaffneter Soldat:innen bis zum Einsatz von Tränengas und der Verhaftung von Minderjährigen.

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Zuschlag für München

Yad Vashem eröffnet Bildungszentrum in München – das erste außerhalb Israels

Yad Vashem wird in München ein Shoa-Bildungszentrum („Holocaust-Bildungszentrum“) eröffnen und damit sein weltweites Engagement in der und Erinnerungsarbeit verstärken.

Dies geschehe in einer Zeit, so Yad Vashem, in der weltweit verzerrte Darstellungen der Geschichte der Shoa zunähmen und der Antisemitismus sich weiter ausbreite.

Der Standort des Zentrums wurde nach einer umfassenden bundesweiten Machbarkeitsstudie mit Unterstützung der deutschen Regierung ausgewählt.

Hier der Pressetext von YadVashem

Zum Thema Meinungsfreiheit

Neues Gesetzesvorhaben aus Hessen / Zwei kritsiche Stimmen:

taz – Daniel Bax

Meinungsfreiheit in Deutschland. Ein gefährlicher Gesetzentwurf

FR – Gastbeitrag von Etienne Balibar

Über den Gesetzentwurf zur Staatsräson – Eine Anhäufung von Ungerechtigkeiten

Offener Brief zur Krisenlage im Libanon

Die extreme Kriegs- und Flüchtlings-Situation im Libanon ist „beyond words“. Die Menschen vor Ort wissen nicht, was sie morgen zu essen bekommen, ob sie die nächsten Stunden noch überleben werden. Mehr als 1 Million Geflüchtete im Libanon, Leid und Tod allgegenwärtig. Der aktuelle Waffenstillstand bietet zumindest gerade einen kleinen Moment zum Durchatmen, doch er ist sehr brüchig und wird auch andauernd von beiden Seiten (Staat Israel und Hisbollah) gebrochen:

An der prekären leidvollen Situation der Menschen hat sich nichts geändert. Daher:

Es braucht mehr Aufmerksamkeit auch in der deutschen Öffentlichkeit und vor allem in der deutschen Politik. So haben Mitglieder aus dem „Freundeskreis der NEST e.V.“ einen offenen Brief formuliert, der Ende April an knapp 40 Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag verschickt worden ist (außer an die AfD).

Auch ging der Brief an den „Parlamentskreis Libanon“ beim Bundestag. Angeschrieben wurden dabei u.a.  Paul Ziemiak MdB, Omid Nouripour MdB sowie Niels Annen, der zu seiner Zeit als MdB Mitglied dieses Parlamentskreises war.

Den offenen Brief unterstützen folgende Gruppen:

Der Vorstand der Freunde der NEST e.V. (Near East School of Theology) – Link: https://freunde-der-nest.de/

Der Beirat und der Geschäftsführende Ausschuss des SiMO-Studienprogramms („Studium im Mittleren Osten“) – Link: http://simo-studienprogramm.org/

Der Libanon-Freundeskreis der EKHN und EKKW (Kontakt über Dr. Andreas Goetze: goetze@zentrum-oekumene.de)

Fokus Nahost e.V. – Netzwerk für Frieden und Vielfalt – Link: https://fokusnahost.org/

Evangelische Gemeinde zu Beirut – Link: https://evangelische-gemeindebeirut.org/

Nahosthilfe der EKM (Evang. Kirche Mitteldeutschland) – Link: https://www.ekmd.de/helfen/hilfe-fuer-nahost/

Podcast: Saba-Nur Cheema und Meron Mendel

Die ZEIT: „Sie sind das bekannteste muslimisch-jüdische Ehepaar Deutschlands. Im Podcast sprechen sie über ihre Herkunft und ihren Kampf gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.“

Etty

Inspiriert von den Tagebüchern der jüdischen Intellektuellen Etty Hillesum erzählt „Etty“ vom menschlichen Reifen und spirituellen Erwachen. Während in Amsterdam der Faschismus erstarkt, gerät sie in eine stürmische Beziehung zu dem älteren Psychochirologen Julius Spier. Regisseur Hagai Levi („BeTipul“, dem Original von „In Therapie“) kreiert ein Lehrstück über Autoritarismus und Widerstand.

Photo: (c) AphorismA

Zur Lage in der Westbank

In den letzten Monaten hat sich die Lage im Westjordanland erheblich verschlechtert. 

Die Gewalt durch Siedler hat ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Die Politik und Vorgehensweise der israelischen Regierung, einschließlich einer weiteren Verfestigung der israelischen Kontrolle, untergraben die Stabilität und die Aussichten auf eine Zwei-Staaten-Lösung.

Das Völkerrecht ist unmißverständlich: israelische Siedlungen im Westjordanland sind illegal. Bauprojekte im Gebiet E1 wären keine Ausnahme.

Die Siedlungserschließung im Gebiet E1 würde das Westjordanland zweiteilen und wäre ein schwerwiegender Bruch internationalen Rechts.

Wirtschaftsunternehmen sollten sich nicht an Bauausschreibungen für das Gebiet E1 oder an anderen Projekten zur Siedlungserschließung beteiligen. Sie sollten sich der rechtlichen und auch der rufschädigenden Folgen bewußt sein, die ihre Beteiligung am Siedlungsbau hätte, einschließlich des Risikos, an schweren Verstößen gegen das Völkerrecht beteiligt zu sein. 

Wir fordern die Regierung Israels auf, die Ausweitung der Siedlungen und ihrer administrativen Kompetenzen zu beenden, die Rechenschaftspflicht für Gewalttaten durch Siedler sicherzustellen und Anschuldigungen gegen israelische Streitkräfte nachzugehen, die haschemitische Obhut über die heiligen Stätten Jerusalems und die historischen Status-Quo-Regelungen zu respektieren sowie die der Palästinensischen Behörde und der palästinensischen Wirtschaft auferlegten finanziellen Beschränkungen aufzuheben. Wir stellen uns entschieden denjenigen entgegen, einschließlich Mitgliedern der israelischen Regierung, die sich für eine Annexion des Westjordanlandes sowie die gewaltsame Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aussprechen.

Wir bekräftigen unser unerschütterliches Bekenntnis zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden auf der Grundlage einer verhandelten Zwei-Staaten-Lösung im Einklang mit den einschlägigen Resolutionen des VN-Sicherheitsrats, eine Lösung, nach der zwei demokratische Staaten, Israel und Palästina, in Frieden und Sicherheit innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen nebeneinander existieren.

Freitag, 22. Mai 2026