Stellungnahme des VN-Vertreters Lynk

VN-Sonderberichterstatter für die besetzten Palästinensischen Gebiete, Michael Lynk äußert sich zum Siedlungsbau

Für die einen wird es der Ausdruck des ‚üblichen Israel-Bashings‘ der Vereinten Nationen sein, für die anderen Ausdruck der Wichtigkeit des (humanitären) Völkerrechts.

Sonderberichterstatter der VN wurde Michael Lynk im Jahre 2016, um die humanitäre Situation in den besetzten Palästinensischen Gebieten, die von Israel im Krieg von 1967 erobert wurden, zu beobachten und zu dokumentieren. Seit er ernannt wurde, haben ihm von den israelischen Behörden nicht gestattet, die Palästinensischen Gebiete zu betreten.

Hier der (englische) Bericht vom 8. Juli 2021.

In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit erläutert Link seine Positionen, die von der Redaktion mit der Überschrift „UN-Gesandter will israelische Siedlungen als Kriegsverbrechen werten“ versehen wurde.

Weitere Informationen zur Arbeit der VN mit Blick auf die Palästinensischen Gebiete bietet auch diese Datenbank unter der Aufsicht des VN Hohen Kommissars für Menschenrechte.

Liberale Tradition und Faschismus

Der europäische Faschismus wird üblicherweise als ein Angriff auf die liberale Politik, Kultur und Wirtschaft beschrieben. Ishay Landa, Professor für Geschichte an der Open University of Israel, betont hingegen die lange vernachlässigte Wesensverwandtschaft zwischen liberaler Tradition und Faschismus. Weit davon entfernt, die Antithese des Liberalismus zu sein, war der Faschismus sowohl in seiner Ideologie als auch in seiner Praxis dialektisch dem Liberalismus, insbesondere seiner wirtschaftlichen Variante, verhaftet.

Landa untermauert seine These durch eine prägnante Lesart politischer Denker von Locke und Burke bis hin zu Proudhon, Bagehot, Sorel und Carl Schmitt. Der Faschismus, so Landa, war das organische Ergebnis von Entwicklungen, die zum Großteil innerhalb der liberalen Gesellschaft und Ideologie stattfanden. Er war der extreme Versuch, die Krise des Liberalismus zu lösen, indem man dessen innere Widersprüche durchbricht, um die Bourgeoisie auf diese Weise vor sich selbst zu retten.

Ishay Landa ist Historiker an der Israeli Open University. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit als Ideenhistoriker steht die Rekonstruktion der intellektuellen Genealogie des Faschismus und seine komplexe Beziehung zur Geistesgeschichte des Westens. Sein neues Buch Der Lehrling und sein Meister. Liberale Tradition und Faschismus, ist in der deutschen Übersetzung von Raul Zelik am 7. Juli beim Dietz Verlag Berlin, aus dessen Pressemitteilung hier auch zitiert wird, erschienen.

„Eliterecht und Massenpflicht“, so betitelt die Tageszeitung Junge Welt den Auszug aus dem ersten Kapitel des Buches von Ishay Landas.

Symposium Jerusalem:

THE CITY OF PEACE FOR ALL – Challenges and Opportunities



Saturday, July 17, 2021 At 1:00pm EST, 8:00pm Jerusalem Time
RSVP: By July 15, 2021 – https://forms.gle/FxwezkdSsEWwcKGA7

The symposium will provide detailed information on the current situation in occupied East Jerusalem and examine the latest legal developments in Al-Masjid al-Aqsa, Sheikh Jarrah, and Silwan. It will focus on the ongoing Israeli policies and practices of changing the demographics and status quo of East Jerusalem, such as evictions of Palestinians from their homes and demolition of Palestinian houses and other structures. It will explore a new approach for East Jerusalem in a new political environment where resilient growth could be stimulated through tourism and infrastructure projects as well as opportunities to intensify international and regional support for East Jerusalem.


Presentations by Three Experts On and From Jerusalem



Moderator Saliba Sarsar, Ph.D. JPI President/CEO Professor of Political Science, Monmouth University
Mustafa Abu Sway, Ph.D.
Integral Chair for the Study of Imam Al-Ghazali’s Work at the Holy Al-Aqsa Mosque and Al-Quds University

Rami M. Nasrallah, Ph.D.
Founder and Chairman International Peace and Cooperation Center

Neue Hierarchen in Jerusalem

Nach der anglikanischen Diözese von Jerusalem hat mit der Weihe und Amtseinführung von Rt. Rev. Hosam Naoum als 15. anglikanischer Bischof in der Heiligen Stadt – seine Inthronisation am 14. Juni 2021 ist hier zu sehen – nun seit Anfang Juli 2021 auch die Syrisch-katholische Kirche in der Stadt mit S.E. Mar Yacoub Ephrem Semaan wieder einen Hirten.
Seine Amtseinführung in der kleinen St. Thomas Kirche nahe dem Damaskustor mit den traditionellen Gesängen der Kirche kann auf Youtube noch einmal digital nacherlebt werden.

Esther Bejarano (1924-2021) z”l

in memoriam

Am heutigen 10. Juli 2021 ist die große Kämpferin und Aktivistin, Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau, gestorben – geboren am 15. Dezember 1924 in Saarlouis, begriff sie den 3. Mai, den Tag ihrer Befreiung 1945, immer als ihren 2. Geburtstag – r.i.p.

Hier der Nachruf auf der Seite des VVN-BdA, dessen Ehrenpräsidentin sie war.

Photo von der Seite des VVN-BdA

Nachruf auf Deutsche Welle

Würdigung durch Kulturstaatsministerin Grüters

Haaretz obituary.

Trauerrede von Rolf Becker auf der Beerdigung am 18. Juli 2021

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Auch die Zeitschrift M&R gedenkt des politischen und künstlerischen Wirkens der vor im Juli 2021 verstobenen hoch geachteten Esther Bejarano und bringt Veranstaltungen und Interviews mit ihr.

Soforthilfe für den Gazastreifen ermittelt

Die Weltbank, die VN und die EU haben zwischen dem 25. Mai und 25. Juni 2021 ein Rapid Damage and Need Assessment (RDNA) gestartet. Dazu fand eine Reihe von Gesprächen statt, so mit der PA, Vertretern der Geberstaaten, diplomatischen Akteuren, gesellschaftlichen Gruppen, Vertretern des privaten Sektors. Für die humanitäre Soforthilfe wurde ein Bedarf von 98 Millionen US-$ ermittelt, um die Bevölkerung mit existentiell nötigen Erstmaßnahmen zu versorgen und Strukturen wieder aufzubauen, wie Trinkwasser, Abwasser und Sanitär, Gesundheitswesen, Bildung.

In dem 364,91 km² kleinen Gebiet leben laut pPalästinensischem Statischen Büro 2.077.357 Menschen (Ende 2020), also 5.693 Menschen je km². 41,2 Prozent der Menschen sind jünger als 15 Jahre. 2019 betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 1.422,2 US-$, das in der West Bank 4.822,5 US-$ (zu konstanten Preisen,  PCBS 2020. Palestine in Figures). Die Arbeitslosigkeitsrate lag im ersten Quartal 2021 bei 45,8 Prozent, die Armutsrate bei ca. 50 Prozent, und ca. 80 Prozent der Haushalte erhielten eine Form der Sozialunterstützung.

Zur Situation in Al-Walaja

Ir Amim | Zoom – Monday, July 12 at 7 PM Jerusalem // 18.00 Uhr Berlin/Bonn – Register

„Al-Walaja: A Community in Danger“ .

The panel will discuss the imminent danger of demolition facing Walaja – a Palestinian village located on the southern periphery of Jerusalem and our speakers for the evening will be: 
– Aviv Tatarsky: Ir Amim’s Planning Policy Researcher
– Attorney Ibrahim Alaaraj: a member of Walaja’s Resident Planning Committee

Mehr Informationen

Corona-Verschwörungstheorien im Faktencheck

Wie gelingt Aufklärung in der Schule? Online-Materialkoffer erschienene

Die Corona-Pandemie verunsichert viele Menschen. Das begünstigt die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend mit diesen konfrontiert. Wie Lehrerinnen und Lehrer dieses komplexe Thema im Unterricht aufgreifen und zu einem kritischen Umgang mit Querdenkern und Co. anregen können, zeigt der Politikdidaktiker Prof. Dr. Andreas Petrik von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in einem Beitrag im Fachjournal ‚Gesellschaft. Wirtschaft. Politik'“. Er entwickelte einen konkreten Vorschlag für eine Unterrichtseinheit, in der sich Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Verschwörungstheorien auseinandersetzen sollen.

Zu den Online-Unterrichtsmaterialien

„Der Verschwörungsglaube erschüttert die Grundfesten unserer Demokratie. Im schlimmsten Fall führt dies nicht nur zur Politikverdrossenheit und Wissenschaftsfeindlichkeit, sondern zu Gewalt, wie wir beispielsweise bei den Querdenken-Demonstrationen sehen können“, sagt Prof. Petrik, der an der MLU Didaktik der Sozialkunde und politische Bildung lehrt. Schulen hätten die Aufgabe, Kinder und Jugendliche über Verschwörungstheorien und die rhetorisch-manipulativen Mittel, die zu ihrer Verbreitung genutzt werden, aufzuklären, so Petrik.

Zur Pressemitteilung des idw