Eine Zukunft für die Gewaltfreiheit?

Ein lesenswerter Artikel in der US-amerikanisch-jüdischen Zeitung Forward aus der Feder von Issa Amro, einem palästinensischen Aktivisten aus Hebron/al-Khalil – auch eine Sicht auf die Ereignisse der letzten Tage in der Altstadt von Jerusalem..

Our prayers in the street, met with massive force and violence by the Israeli military, are not only religious practice. They are civil disobedience, a show of nonviolent force. They represent a refusal to cooperate with a system that subjugates, oppresses and controls every aspect of our lives…

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Steigende Spannungen um die ‚Holy Esplanade‘

Mit Blick auf die sich weiter steigenden Spannungen um die ‚Holy Esplanade‘ in der Altstadt und das bevorstehende Freitagsgebet, das zweite seit dem Beginn der Spannungen, sei das Statement von Ir Amim zur Lektüre empfohlen.

Besonders der Satz

What is important to underscore is that perception matters and all events that happen on the Temple Mount / Haram al-Sharif will be seen through the political lenses of the multiple parties involved.

sollte den politisch Verantwortlichen einleuchten.

http://messages.responder.co.il/2660335/82465888/7649373d51a0e5b181dd82c2781a7336

‚Game Changer?‘ Naomi Chazan über die Wahl von Avi Gabbay

Neben den seit Tagen andauernden Unruhen und den ‚Status Quo‘ in der Jerusalemer Altstadt (siehe israel & palästina I 2016) ist die Nachricht über den Ausgang der parteinternen Wahlen der israelischen Arbeitspartei hierzulande ziemlich untergegangen. Naomi Chazan legt in ihrem Blogeintrag für die Times of Israel eine lesenswerte Analyse zur Wahl des ‚Außenseiters‘ und Neulings in der Partei, Avi Gabbay, vor.

Das Kalenderblatt im Juli 2017

An dieser Stelle präsentieren wir zu jedem Monatsanfang ein neues Kalenderblatt aus dem diAk-Kalender für das Jahr 2017 (erschienen als Ausgabe IV/2016) – mit vielen Photos und Geschichten zu den Personen und Projekten hinter der Initiative Combatants for Peace. Das Kalenderblatt im Juni erzählt von Ahmad, ein ehemaliges Mitglied der lokalen Hamas-Bewegung und Rettungssanitäter, der trotz schmerzvollen Erfahrungen und Verlusten bis heute daran glaubt, daß ein Dialog mit den Israelis der einzige Weg ist, die Besatzung zu beenden und in Frieden zu leben.

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Jetzt lieferbar: 100 Dokumente aus 100 Jahren

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100 Dokumente aus 100 Jahren
Teilungspläne, Regelungsoptionen und Friedensinitiativen im israelisch-palästinensischen Konflikt (1917-2017).

Herausgegeben von Angelika Timm

Buchvorstellung am 3. Juli in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin und am 10. Juli im Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam. Ab dem früheren Herbst werden auch in Südwestdeutschland (Heidelberg, Kaiserslautern, Mainz u.a.) Buchvorstellungen mit der Herausgeberin stattfinden.

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Erstmals in kommentierter Gesamtschau – die wichtigsten ‚Palästina-Papiere‘ der vergangenen 100 Jahre: Positionsbestimmungen internationaler Mächte und Organisationen bzw. israelischer, arabischer und palästinensischer Akteure sowie binationale israelisch-palästinensische Friedensinitiativen, unterlegt durch themenrelevantes Kartenmaterial.


 

 

 

 


Hier ein paar Eindrücke unserer gutbesuchten Buchvorstellung in der Heinrich Böll Stiftung Berlin am 3. Juli 2017 mit der Herausgeberin Angelika Timm und Christian Sterzing, moderiert von Marianne Zepp.

1967 – Jahr der Entscheidung

Die Deutung der Folgen von 1967, den Beginn der Besatzung der Westbank durch Israel, ist im Jubiläumsjahr höchst umstritten. Noam Sheizaf, Blogger und freier Journalist bei zahlreichen israelischen Zeitungen, u.a. auch bei Ma’ariv und Ha’aretz, greift die zeitgenössische Debatte auf. Er stellt zwei offene Briefe gegeneinander und zeigt, daß eine marginalisierte linke Minderheit bereits bei der Besetzung 1967 die Konsequenzen dieser Entscheidung erkannte. Er argumentiert, daß von Anfang an offizielle Stellen in Israel keine Verantwortung für die dort lebende Bevölkerung übernahmen und als einzige Maßnahme nur die Unterdrückung der Palästinenser kannten und kennen.“

Der englische Text erschien am 26. Mai 2017 in Ha’aretz und ist hier als PDF einsehbar.

Neueste Stimmen in der Debatte zur Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt«

Am Mittwoch, 21. Juni, wurde die Dokumentation »Auserwählt und ausgegrenzt« nun in der ARD um 22.15 Uhr ausgestrahlt, gefolgt von einer Diskussionssendung zum Thema. Der TV-Sender ARTE hatte die Sendung zusammen mit dem WDR in Auftrag gegeben, diese jedoch aus Qualitätsgründen abgelehnt,

„da entgegen dem Auftrag der Fokus nicht auf europäische Länder sondern auf den Nahen Osten gerichtet wurde“.

Nachdem die ARD beschloß, die Sendung dennoch auszustrahlen, übernahm ARTE die Sendung und sendete diese zeitversetzt, um 23 Uhr, ebenfalls mit anschließender Diskussion.

Hier noch einige Nachträge zu der Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“:

Süddeutsche, 27.6.2017: Woher kommt der Hass auf Juden? Antisemitismusforscher Wolfgang Benz über die Verbreitung judenfeindlicher Vorurteile in der islamischen Welt. Interview von Benedikt Herber: „Der islamische Antisemitismus ist ein Import aus Europa“

Shimon Stein und Moshe Zimmermann, DIE ZEIT Online, 26.6.2017: Dieser Feind steht rechts

Götz Aly, Berliner Zeitung, 26.6.2017: Juden, Schwatzwutz, WDR und Faktencheck

Wolfgang Benz, Der Freitag, 26.6.2017: Judenfeindschaft als Spektakel

Josef Schuster, Tagesspiegel, 23.6.2017: Ruch des Unseriösen

Jürg Altwegg, FAZ, 23.6.2017: Arte-Doku in Frankreich. Antisemitismus mit Ansage

NDR.de, 22.6.2017: „Die Polemik hilft uns nicht weiter“. Interview mit Sylke Tempel

Sarah Stricker, Cicero Online, 20.6.2017: Das Geschenk des Zweifels

 

Weitere ausgewählte Stimmen in der Debatte:

Gewohnt scharf und polemisch die Äußerungen von Ludwig Watzal:  http://der-semit.de/auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa-ein-machwerk/

B’Tselem, 20.6.2017: Lies and misrepresentation in “Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa”

Spiegel Online, 20.6.2017: Arte zeigt nun doch Antisemitismus-Film

Jüdische Allgemeine, 18.6.2017: ARD zeigt umstrittene Arte-Dokumentation über Antisemitismus

Offener Brief zur Ausstrahlung der Dokumentation: „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“, 15.6.2017

Ayala Goldman, Jüdische Allgemeine, 15.6.2017: »Der Film war zu unbequem«. Ahmad Mansour über die Gründe, warum die Arte-Dokumentation über Antisemitismus nicht gesendet wird

Peter Kapern, Deutschlandfunk, 15.6.2017: Polemik statt Fakten

JTA, Forward, . 8.6.2017: French-German TV Channel Under Fire For Canceling Anti-Semitism Documentary

ARTE, 7.6.2017: Brief an den Zentralrat der Juden in Deutschland