Kalender Oktober 2019

Ein-Blicke in die Geschichte – unser Jahreskalender
Für den Okto
ber
• ‚Haifa – Panorama‘ [Blick vom Karmelgebirge über Haifa auf die Bucht von Akko], Verlag CM & S, Hamburg (ca. 1925?).
• ‚Haifa, The Palm Forest, Verlag Elijahu Brothers Jaffa & Tel Aviv (um 1935) (gelaufen Juli 1936).
• ‚Haifa‘ [Altstadt in Richtung Karmelgebirge; im Vordergrund „Bank der Templergesellschaft“] – Photo J. Rosio, Verlag Emile J. Farsoun, Haifa (um 1910?).

Einige wenige Restexemplare sind noch beim Verlag erhältlich.

Wahl, die Zweite – Final

Amtliches Wahlergebnis. Regierungsbildung dauert an

Inzwischen hat das Wahlkomitee das offizielle Ergebnis der Wahlen zur 22. Knesset vom 17. September 2019 veröffentlicht („Elections Committee publishes final results, hands them to president”,).

Nachdem die Bildung einer großen Koalition aus Likud und „Blue and White“ gescheitert war, hat Präsident Rivlin nun den amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu  beauftragt, innerhalb von zunächst 28 Tagen eine neue Regierung zusammenzustellen („Israeli president taps Netanyahu to form gov’t after unity talks fail“, i24NEWS, ).

In den Parteien der arabischen israelischen Staatsbürger ist die Haltung zur Regierungsbildung uneinheitlich. Der Analyst der International Crisis Group, Ofer Zalzberg, kommentiert das Engagement der arabischen Parteien bereits als historisch („Why Arab Parties’ New Political Engagement Is Historic for Israel”).

Eine frühzeitige Positionierung zu Gunsten der Wahlliste „Blue and White“ unter Leitung von Benny Gantz wird nicht nur kontrovers diskutiert, sondern führte nach Einschätzung des palästinensischen Analysten Dr. Adnan Abu Amer (Umma University Open Education in Gaza) zu „shockwaves“ in Israel und in den palästinensischen Gebieten, denn Gantz sei eben nur das kleinere Übel: „Benny Gantz: the lesser of two evils for Palestinians”.

Die palästinensische Politikwissenschaftlerin Dr. Yara Hawari argumentiert in Foreign Affairs klar, daß eine Positionierung für Gantz den Palästinensern nicht helfen werde („Backing Benny Gantz Won’t Help Palestinians“.

Hin-Sehen

Photoprojekt von Felix Koltermann

Israeli Landscapes ist ein künstlerisch-dokumentarisches Photoprojekt über Landschaften und urbane Räume in Israel und erscheint als eine 32-seitige Zeitung im Eigenverlag des jetzt in Hannover lehrenden und arbeitenden wissenschaftlichen Mitarbeiters am Studiengang Photojournalismus und Dokumentarphotographie der Hochschule Hannover (PostDoc-Forschungsprojekt zu bildredaktionellen Praktiken im deutschen Zeitungsjournalismus).

Die Publikation verbindet die Landschaftsphotographie mit Zitaten von Autor*innen zur Politisierung der Landschaft in Israel/Palästina. Die Zeitung erscheint im Tabloid-Format in einer auf 100 Exemplare limitierten Auflage. Jedes Exemplar ist nummeriert und signiert.

Eine Vorschau auf die Zeitung gibt es auf VIMEO.

Wahl, die Zweite – mehr als ein Detail

Das Israel Democracy Institute hat eine erste Wahlanalyse vorgelegt, über die es einen Bericht in der ToI gibt und der spannende Details enthält, die ein interessantes Licht auf die einen Teil der innergesellschaftlichen Veränderungen in Israel werfen: Für Meretz, jetzt als Teil des Democratic Camps angetreten, stimmten nur noch 2,9 % der arabischen Wählerinnen und Wähler, verglichen mit 8,9 % im April. Insgesamt stieg der Anteil der Vereinigten Liste in den arabischen Dörfern und Städten deutlich an an. Nur noch 17,6% der Abstimmenden votierten für Parteien der jüdischen Mehrheit, verglichen 28,4% in April.

Neues Ergebnis – Neue Politik?

Das Ergebnis der zweiten israelischen Parlamentswahlen im Jahr 2019 steht fest. Ob sich überhaupt Gesichter verändern dagegen noch nicht. Ob andere Gesichter auch einen andere Politik bedeuten, noch viel weniger.

Eine Liste der gewählten Abgeordneten findet sich hier.

Auch wenn es die Labourparty in einer neuen politischen Verbindung ins Parlament geschafft hat, lohnt die Lektüre eines Artikels von Lev Grinberg im online Magazin +972 über die politischen Perspektiven von Linken und Mizrachi im Land: Israel’s Ashkenazi elites won’t let Mizrahim lead the left. Viel zu sagen hat die Linke im Land (und im Parlament) aktuell aber sowieso nicht…).

Immerhin ist Otzma Yehudit, eine kahanistische Partei an der Sperrklausel gescheitert. Ob deren Gedanken damit politisch tot sind, wird sich zeigen. Die nächsten Wochen werden vermutlich spannend werden und die Fragen von Säkularismus und Messianismus stehen auf der Tagesordnung. Ob auf der auch eine Zeile für Palästinenser bleibt, ist nicht ausgemacht …

Wahlen in Israel 2019, die Zweite…

Schicksalswahl in Israel, so die Überschrift des Beitrages von Inge Günter auf Qantara.

„Programmatisch hat der gegenwärtige Wahlkampf in Israel nur wenig zu bieten. Nicht soziale Fragen, die Ökonomie oder der Konflikt mit den Palästinensern sind das beherrschende Thema, sondern Machtfragen.“

This Is The Least Important Israeli Election Ever, so der Beitrag von David Hazony auf Forward.

„A boring election is not a bad thing, so long as people vote. It suggests that maybe the Jewish state has finally come into its own.“