Erinnerung in der Schweiz

Die Schweizer Tageszeitung NZZ bringt eine Erinnerung der besonderen Art: Ein Beitrag von Marc Tribelhorn über den «Wilhelm Tell von Auschwitz»

Ende Juli 1989 endete die Flucht des berüchtigten SS-Mannes und KZ-Aufsehers Gottfried Weise – im Berner Oberland. Der Fall ist ein beklemmendes Beispiel für die juristische Aufarbeitung von Nazi-Verbrechen. Ein Blick zurück.

Ausschitt aus der NZZ vom 25.Juli 2022

175 Jahre LPJ

Am 23. Juli 1847 verlegte der Bischof von Rom, Pius IX. p.p., den physischen Sitz des sog. Lateinischen Patriarchats ‚zurück‘ nach Jerusalem und entsandte mit Bischof G. Valerga wieder einen europäischen Kleriker in die Heilige Stadt – mit dem Anspruch eines Patriarchen.


Diese Entscheidung läßt sich nicht verstehen ohne das „neue“ Interesse Europas an der Region und das 1841 errichtete Anglikanisch-protestantische Bistum in Jerusalem … und woher stammten dann in der Folge all die guten neuen Katholik:innen?
Als ökumenisches Zeichen wäre es doch schön, wenn der lateinische (also der römisch-katholische) Bichof in der Stadt einfach nur der (Ritus-)Weihbischof des (griechisch-orthodoxen) Patriarchen wäre…

Fünf Jahre Forschungsstelle Antiziganismus

Einrichtung am Historischen Seminar der Universität Heidelberg prägendes Beispiel für gesellschaftliche und politische Relevanz der Geisteswissenschaften

Mit der Aufgabe, Ursachen und Folgen antiziganistischer Ausgrenzung und Verfolgung wissenschaftlich zu untersuchen, hat vor fünf Jahren die Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg ihre Arbeit aufgenommen. Die 2017 ins Leben gerufene Einrichtung erforscht in historisch vergleichender Perspektive Mechanismen der Vorurteilsbildung und Praktiken der Diskriminierung von Sinti und Roma in Europa. Aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens lädt der Rektor der Ruperto Carola, Prof. Dr. Bernhard Eitel, am 26. Juli 2022 zu einem Festakt ein. Dazu erwartet werden Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, und Daniel Strauß als Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg, sowie die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas
Detail Brunnenrand – Gedenkstätte Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin-Tiergarten südlich des Bundestages (Plenarbereich Reichstagsgebäude) / Wikipedia: Asio otus – CC BY-SA 3.0

Die Forschungsstelle Antiziganismus wurde als europaweit erste und bislang einzige akademische Institution mit diesem inhaltlichen Schwerpunkt am Historischen Seminar der Universität Heidelberg etabliert. „Sie ist ein prägnantes Beispiel dafür, welche gesellschaftliche und politische Relevanz den Geisteswissenschaften in unserer krisengeschüttelten Gegenwart zukommt“, betont der Rektor der Ruperto Carola. Die Forschungsstelle unter der Leitung des Zeithistorikers Prof. Dr. Edgar Wolfrum beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Ziel ist es, die Mechanismen der Vorurteilsbildung und die Praktiken der Diskriminierung in ihren lokalen, regionalen, nationalen und transnationalen Erscheinungsformen zu untersuchen. Die Einrichtung beruht auf einem Staatsvertrag, den der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg, und das Land Baden-Württemberg im November 2013 geschlossen haben.

Zu den Projekten der Forschungsstelle Antiziganismus gehört die Arbeit an einer großangelegten Enzyklopädie, die das historische Wissen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma in Europa zusammenführt. Mit finanzieller Förderung des Auswärtigen Amtes sind daran Wissenschaftler aus dem In- und Ausland beteiligt. Dr. Frank Reuter, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsstelle, und Dr. Karola Fings, Leiterin des Enzyklopädie-Projekts, gehörten auch zu den Mitgliedern einer vom Bundestag eingesetzten Unabhängigen Kommission Antiziganismus, die Empfehlungen für Maßnahmen gegen antiziganistischen Rassismus in Deutschland erarbeitet hat. Mit der Forschungsstelle verbunden ist das zum Wintersemester 2019/2020 erstmals vergebene Romani-Rose-Fellowship. Es wendet sich an Doktoranden sowie Postdoktoranden mit Forschungsvorhaben oder Projekten, die einen Schwerpunkt in der Antiziganismusforschung oder einem verwandten Feld wie der Rassismusforschung haben. Das Stipendium wird von der Manfred Lautenschläger-Stiftung finanziert.

Zum Auftakt des Festaktes anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Forschungsstelle Antiziganismus wird der Rektor der Universität Heidelberg sprechen. Anschließend wenden sich Theresia Bauer, Romani Rose und Daniel Strauß mit Grußworten an die Gäste. Zu den Rednern gehört neben Dr. Fings als Leiterin des Projekts „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa“ auch Dr. Maria Bogdan, die 2019 und 2020 als Romani-Rose-Fellow an der Forschungsstelle Antiziganismus geforscht hat. Die beiden Wissenschaftlerinnen werden über ihre Arbeiten berichten. Den musikalischen Rahmen gestalten Ferenc Snétberger (Gitarre) und Benjamin Urbán (Flügel).

(Quelle: https:// idw-online.de/de/news798831)

diAk-online – Dr. Steffen Hagemann – 26. Juli 2022

… Biden ist zuhause, Israel vor Neuwahlen, und Palästina?

Wir sprechen im Zoom mit Dr. Steffen Hagemann, dem Leiter des Büros der Heinrich Böll-Stifung Tel Aviv über Perspektiven – oder über keine Perspektiven…

Dienstag, 26. Juli 2022 – 18-19.00 Uhr – Anmeldung: online@diak.org

Das „Schlagloch“ der taz

Ein Text von Georg Diez am 20. Juli 2022: „Anklagepunkt: ‚BDS-Nähe'“

Ein höchst lesenswerter Beitrag, in der „Hitze“ dieser Tage, aber einer Hitze, die wahrscheinlich leider nicht in ein paar Tagen erst mal vorbei sein wird:

„…wenn das alles in Ausschüssen im Bundestag vom Hörensagen zu politischer Realität wird, dann hat hier längst eine gefährliche Eigendynamik eingesetzt, Kurzschlüsse einer sich selbst hysterisierenden Hysterieproduktion.“

Geschichte in Geschichten – und doch Gegenwart

Eine „Kleinigkeit“ zum 20. Juli oder wie der Weg von Kreuzberg nach Hamburg und zu dem Dortmunder jüdischen Rechtsanwalt Dr. Otto Salomon Elias (geb. 1876) führt, der sich im April 1933 im (Gestapo-)Gefängnis das Leben nahm …

Gelegentlich ist der Autor dieser Zeilen auch als Antiquar unterwegs, bibliophil erkrankte Menschen sind dafür anfällig. Gestern Abend war ich dabei, den Blogbeitrag für den heutigen 20. Juli 2022 vorzubereiten, ein wichtiger Tag im deutschen Gedächtniskalender und ein Tag, der eine Neigung hat, idealisiert zu werden, so wichtig und bedeutsam er auch war. Dieser „große“ Widerstand darf den „kleinen“ alltäglichen Faschismus eben nicht vergessen lassen.

Mir fiel bei Durchsicht eines Buchbestandes, der uns aus einem Nachlaß überlassen worden worden, ein Band auf, zuerst weil er etwas Reinigung und Pflege bedurfte. Mir war schnell klar, dieses Buch würde ich nicht verkaufen wollen, sondern mit zu mir nehmen …

Ein schönes Frontispiz jeweils, ein Faksimile (Schriftprobe) von beiden Autoren, ein Halbledereinband mit Goldprägung, vergoldeter Kopfschnitt, farbiger Vorsatz, Leseband (Meyers Klassiker-Ausgaben), o. J. (etwa um 1892?), Novalis‘ Werke. Fouqué’s Undine / Novalis (d. i. Friedrich Leopold v. Hardenberg, 1772 – 1801) / Fouqué (d.i. Friedrich de la Motte Fouqué, 1777 – 1843) Leipzig – Wien (Bibliographisches Institut):

Mein Blick viel natürlich auf das Ex Libris, zum einen, weil ich sie ein wenig sammle, aber besonders, weil sie wie die Marquette so wunderbar zum Buch gehören und dem Papier Geschichte geben.

Der Name sagte mir nichts, das Künstlersignet oben rechts kannte ich auch nicht. So führte der Weg an diesem frühen Abend des 19. Juli 2022 „natürlich“ ins Netz.

Eben gerade war in Hamburg eine Austellung eröffnet worden, die „mein“ Buch in einen weiten Horizont stellte. Gastgeber und Gäste waren wohl noch beisammen an der Elbe, als mir das Schicksal von Dr. Otto Salomon Elias (1876-1933) klar wurde und das seiner Bücher (und sich nebenbei das Ex libris erschloß: „Das ausgesprochen schöne Exlibris stammt vom Maler und Graphiker Walter Buhe. Buhe, ein Schüler von Emil Orlik, war 1920-1947 Professor für angewandte Grafik in Leipzig“).

Verfolgungsgeschichte ist kein Abstraktes, Vergangenes – sie holt uns immer wieder ein, damit wir nicht vergessen! Die Geschichte dieses Buches ist noch nicht zu Ende.

Die Geschichte dieses Buches ist noch nicht zu Ende.

.

Immer wieder: Was wir wie – oder auch nicht – erinnern

Neuerscheinung Andreas Hackl – Bei Interesse am Erwerb: Mail genügt

The Invisible Palestinians: The Hidden Struggle for Inclusion in Jewish Tel Aviv

Within the heart of the Jewish city of Tel Aviv, there is a hidden reality—Palestinians who work, study, and live as an unseen minority without access to equal urban citizenship.

Grounded in the everyday lives of Palestinians in Tel Aviv, The Invisible Palestinians offers an ethnographic critique of the city’s self-proclaimed openness and liberalism. Andreas Hackl reveals that Palestinians‘ access to the social and economic opportunities afforded in Tel Aviv depends on keeping a low profile, which not only disrupts opportunities for true urban citizenship but also draws opposition from other Palestinians. By looking at the city from the perspective of this hidden urban minority, Hackl uncovers a critical opportunity to imagine and build a more inclusive and just future for Tel Aviv. 

An important read, The Invisible Palestinians explores the marginalized urban presence of both Palestinian citizens of Israel and Palestinian laborers from the West Bank in this quintessential Jewish Israeli city. Hackl reveals a highly diverse Palestinian population that includes young people, manual workers and middle-class professionals, residents and commuters, students, artists, and activists, as well as members of an underground Palestinian LGBT community who carefully navigate their place in a city that refuses to recognize them.

Andreas Hackl is a Lecturer in Anthropology of Development at the University of Edinburgh. His research has been published in leading academic journals such as World DevelopmentAmerican Ethnologist, and Social Anthropology. He has worked as a consultant with the International Labour Organization and as a newspaper correspondent based in Jerusalem.

Nach Biden – diAk-online

Niemand wird – auch nicht von der amtierenden US-Regierung und schon gar nicht von diesem US-Präsidenten – bei diesem Besuch Schritte erwartet haben, die sich irgendwie in Zusammenhang mit dem Begriff Gerechtigkeit bringen lassen würden, dafür waren die Almosen für die palästinensische Seite fast großzügig zu nennen, ein Muster, das wir ja gut aus der deutschen Politik kennen. Freuen wird des die Menschen, die medizinische Hilfe brauchen, auch wenn der politische Preis dafür eben auch zu zahlen ist. [Aber Staaten haben eben Interessen, keine Moral]

Mit ein paar Tagen Abstand wollen wir am 26. Juli (18.00 Uhr) mit Steffen Hagemann, Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung Tel Aviv, über die Entwicklungen sprechen, zum einen mit dem Blick auf den anstehenden Wahlkampf, aber auch auf die regionalen Entwicklungen.Interessant wird dabei sein zu verfolgen, ob die saudische Position, wie sie beim Besuch Bidens formuliert wurde,

Times of Israel: A senior Saudi minister described normalizing ties with Israel as a “strategic option,” while clarifying that a two-state solution between Israel and the Palestinians was a “requirement” before Riyadh would formalize ties with Jerusalem.

Perspektiven für Veränderungen enthält.

Über den Stand der Renovierungsarbeiten der Auferstehungskirche

Das Christian Media Center hat aus Anlaß einesGrabungsbesuches der Oberhäupter der Kirchen einen Filmbericht veröffentlicht, der einen kleinen Einblick in laufenden Arbeiten gibt.

Dazu ein Bericht auf der Seite der Holy Land Christian Ecumenical Foundation.