Eine Woche Realität

In diesen Tagen, in der die Pandemie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, geht der Ausbau der Infrastruktur, die Bautätigkeit in den Siedlungen in der Westbank weiter, die die israelische Regierung gerade jetzt vorantreibt, bevor die neue US-Administration Fuß gefaßt hat.

Die israelischen Nichtregierungsorganisation B’Tselem dokumentiert eine Woche in dem umkämpften Gebiet in den Hügeln um die Stadt Hebron.

B’Tselem, das Israelische Zentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten wurde 1989 gegründet und veröffentlicht regelmäßig Statistiken, Augenzeugenberichte, Videos und Reportagen, um die Übergriffe radikaler Siedler*innen auf Palästinenser*innen zu dokumentieren, die teilweise von den israelischen Besatzungstruppen geduldet werden. Sie wurde dafür mit zahlreichen internationalen Menschenrechtspreisen ausgezeichnet.

Hier der Hinweis auf die aktuelle Woche über die US-amerikanische Seite Tikkun, ein Forum um Rabbiner Michael Lerner und andere, eine Stimme des progressiven Judentums in den USA („links und fromm“ – ‚The Prophetic Jewish, Interfaith & Secular Voice to Heal and Transform the World‘)

RLS-Studie zum Antisemitismus in Deutschland erschienen

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung stellte am 20. Januar 2021 ihre in Auftrag gegebene Studie von Sarah Kleinmann und Anne Goldenbogen mit dem Titel „ Aktueller Antisemitismus in Deutschland – Verflechtungen, Diskurse, Befunde“ vor.

Die Studie wird in einer Ausgabe des ManyPod vorgestellt, der Beitrag findet sich hier: https://www.rosalux.de/manypod

Die Studie kann in Kürze unter dem diesem Link auch abgerufen werden

Monolog mit meinem asozialen Großvater

Projekt gegen Rechts der Friedrich-Ebert-Stiftung – Online-Gedenk-Theater-Diskussion am Vorband des Internationalen Tages zum Gedenktag an die Opfer der Shoa.

Harald Hahn, Theatermacher und Regisseur sowie Schauspieler, wird nicht nur sein sehr persönliches Theaterstück präsentieren, sondern auch im anschließenden Gespräch über Gedenkkultur sprechen. Die Diskussion im Anschluß mit Harald Hahn und Veronika Nahm vom Anne Frank Zentrum Berlin wird von Cosima Schmitt (Die Zeit) moderiert.

Hier eine ausführliche Einladung:

Anmeldung bis 26.01.2021 an direkt hier oder über den Anmeldelink – oder im Livestream.

Ein Stück über Erinnerung, Vergessen und Überblendung

Der bekannte israelische Historiker Moshe Zimmermann, dessen Familie zu den einflußreichsten des Hamburger Judentums zählte, nimmt Stellung zu den Plänen der Wiedererrichtung der Hamburger Bornplatzsynagoge. Er sieht darin einen Akt, der die Zerstörungsgeschichte überblendet und damit unsichtbar macht. Er wendet sich besonders gegen den Vorwurf des Antisemitismus gegenüber den Kritiker*innen des Vorhabens.

Micha Brumblik argumentiert in der ZEIT dafür, darin ein Ausdruck der Vielfältigkeit des heutigen Judentums zu sehen und plädiert für eine zeitgemäße Formensprache bei der Errichtung der Synagoge. Den Vorwurf des Antisemitismus weist er ähnlich entschieden zurück:


Frankfurter Mittagsgespräche

Themenwoche „Christentum im Nahen Osten“

Mittagsgespräch am Mittwoch, 20. Januar 2021, 12:15 Uhr
Christlich-muslimische Beziehungen im Nahen Osten
Chancen und Hindernisse
Drin. Viola Raheb (Wien) im Gespräch mit Profin. Drin. Bekim Agai (Universität Frankfurt/M.)

Mittagsgespräch am Donnerstag, 21. Januar 2021, 12.15 Uhr
Frauenrechte im Nahen Osten.
Gegenwärtige Entwicklungen
Drin. Viola Raheb (Wien) im Gespräch mit Profin. Drin. Ulrike Bechmann (Universität Graz) und Katja Voges (Missio Aachen)

Livestream: https://youtu.be/8QLZnEDb_so | Anmeldung jeweils bei: an.klein@em.uni-frankfurt.de

Wahlen, die Vierte: (mehr als eine) Episode 5

Naomi Chazan, eine der führenden Politolog*innen Israels, ehemalige Knessetabgeordnete und frühere Direktorin des New Israel Fund, prognostiziert  für die kommenden Wahlen in Israel einen enormen Bedeutungszuwachs der palästinensischen Israelis. Sie führt das auf die neuen Allianzen mit einigen arabischen Staaten (Bahrein, Sudan, VAE) und deren wachsenden Einfluß auf Israel zurück. In dieser neuen Konstellation sieht sie die Aufgabe der neuen US-Administration darin, die Glaubwürdigkeit Amerikas für beide Seiten in der Region wieder herzustellen:
The Palestinians‘ moment is coming

In einem weiterern Beitrag für die Times of Israel wirbt sie für politischen Pluralismus.

Judenhaß im Rap und seine Wechselwirkung mit der Gesellschaft

Online-Vortrag organisiert vom Forum Junger Erwachsener im Deutschen Koordinierungsrat – lädt ein zum Vortrag mit Musiker Ben Salomo am Montag, 25. Januar 2021 um 19.00 Uhr.

Anmeldung zum Online-Vortrag: Mit einem Klick auf folgenden Link melden Sie sich zum Vortrag an.

Musik-Antisemitismus-Dialog: Judenhaß im Rap und seine Wechselwirkung mit der Gesellschaft

Ben Salomo gehört zu den bekannten und zugleich außergewöhnlichsten Vertretern des Deutsch-Rap. Denn der in Israel geborene Musiker ist bekennender Jude und verarbeitet seine jüdische Identität offensiv in seinen Texten – eine Ausnahme in der deutschen Hip-Hop-Szene, die immer wieder durch gewaltverherrlichende, homophobe und frauenverachtende Aussagen auffällt und zuletzt bei der Verleihung des ‚Echo 2018‘ für einen handfesten Skandal sorgte. Mit seinem klaren Bekenntnis zum Judentum tritt Ben Salomo nicht nur antisemitischen Tendenzen im Deutschrap entgegen, sondern macht auch auf den wachsenden Antisemitismus in der Gesellschaft aufmerksam.

cfp – Sacred Spaces in Motion / Heilige Räume in Bewegung

RES

Das Institute of Ecumenical Research im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) plant eine Ausgabe seiner Zeitschrift Review on Ecumenical Studies über den Wandel der Konzepte „Heiliger Orte“ – eine Frage, die in Ost und West, in „‚Orient“ und „Okzident“ aktuell sehr unterschiedliche Entwicklungen nimmt. Hier der „Call for papers“, Beiträge werden auch in deutscher Sprache angenommen.

Our contemporary world witnesses contrasting approaches to sacred spaces. While in some regions (especially in Western Europe) there is a decrease in the interest for religious buildings as places for worship due to the decline of the number of practicing believers, and they are sometimes reused as public institutions, hotels or restaurants, in other regions one can testify for a revival of an intense attention to religious architecture. This is manifested either through the large-scale construction of national churches (e.g., Church of Saint Sava, Belgrade; People’s Salvation Cathedral, Bucharest), the reconversion of former museums into places of worship (e.g., Chora or Hagia Sophia Museums), or shifts in their religious status (e.g., recent transformation of churches into mosques, as with the former Lutheran Church of Capernaum in Hamburg, Germany or the former church of Santa Maria Valverde in Venice).

These contradictory tendencies and dynamics in understanding the role of sacred buildings highlights the exploitation of sacred spaces as areas for the affirmation of religious identity and negotiation of power resorts. Buildings concentrate different values, expectations, and social projections of a religious community, and most times the physical place itself where the building is consecrated bears an importance of its own (e.g., Al-Aqsa Mosque, Dome of the Rock and proposed third Temple of Solomon in Jerusalem, Great Mosque of Mecca). The highly controversial call for a third Temple of Solomon exemplifies just how important the exact geography for worshiping God may be. But when different denominations request the same place (e.g., Temple Mount/Noble Sanctuary of Jerusalem), or the same building (e.g., the Hagia Sophia) neither immediate nor long-lasting solutions are easily found.

This unique and topical issue of RES aims to bring together papers that deal with (but will be not be limited to) questions such as:

How do sacred buildings reflect the interferences of the political with the religious?

What are the legal and theological bases for the (re)conversion of churches into mosques and of mosques into churches?

To what extent and what foreseeable consequences building, decommissioning, repurposing, or converting religious spaces represent a form of domination and exclusion?

Can one envision sacred spaces as communion places for different confessions or religions?

Can historical sacred buildings become ecumenical edifices, in which different confessions and religions could worship under the same roof?

We are also looking for contributions that discuss the complex significance that religious edifices bear in the architectural language of sacred spaces, from architects, archaeologists, art historians, historians of religions, theologians, philosophers or political scientists. Contributions are welcome on the confessional, ethical, political and aesthetical importance of historical sacred spaces in Abrahamic religions, such as the Hagia Sophia and historic Asia Minor, those in Jerusalem and the Holy Land, the Tigris-Euphrates Basin region and the wider Middle East, as well as from the Balkans.

Deadline: May 1, 2021 – Email: res@ecum.ro.

Contributions will be published in English or German and are to follow RES editorial guidelines: