Zu Europa sagen wir: Vermischt Kritik an Israel nicht mit Antisemitismus

Anläßlich einer Konferenz: Europa jenseits von Antisemitismus und Antizionismus – Sicherung jüdischen Lebens in Europa, die – ausgerichtet von der österreichischen Regierung im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft – am 21. November in Wien stattfand, wenden sich dreißig namhafte israelische Intellektuelle und Künstler(innen) an die europäische Öffentlichkeit mit der Aufforderung:  Vermischt Kritik an Israel nicht mit Antisemitismus. Wir dokumentieren im folgenden den offenen Brief.

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Im Kontext ihres EU-Ratsvorsitzes wird die österreichische Regierung am 21. November eine hochrangig besetzte Konferenz unter dem Titel „Europa jenseits von Antisemitismus und Antizionismus – Sicherung jüdischen Lebens in Europa“ abhalten.

Wir unterstützen voll und ganz den kompromisslosen Kampf der EU gegen Antisemitismus. Das Erstarken des Antisemitismus erfüllt uns mit Sorge. Aus der Geschichte wissen wir, dass es oft Vorbote von Katastrophen für die gesamte Menschheit war. Das Erstarken des Antisemitismus ist eine reelle Gefahr und sollte der gegenwärtigen europäischen Politik ernsthaft zu denken geben.

Die EU steht aber auch für Menschenrechte ein und muss diese genauso energisch schützen wie sie den Antisemitismus bekämpft. Die Bekämpfung des Antisemitismus sollte nicht dafür instrumentalisiert werden, legitime Kritik an der israelischen Besatzungen und an schweren Verletzungen palästinensischer Menschenrechte zu unterdrücken.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hätte auf der Konferenz in Österreich sprechen sollen, bis er seine Reise absagte, um seine Regierung zu stabilisieren. Er hat hart daran gearbeitet, Kritik am israelischen Staat mit Antisemitismus zu einem zu vermischen.

Zu unserer tiefen Besorgnis sehen wir diese Vermischung auch in der offiziellen Ankündigung der Konferenz durch die österreichische Regierung. Dort heißt es: „Antisemitismus findet seinen Ausdruck sehr oft in übertriebener und unverhältnismäßiger Kritik am Staat Israel.“

Diese Worte geben die Antisemitismusdefinition der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA) wieder. Mehrere Beispiele für zeitgenössischen Antisemitismus, die sich der Definition anschließen, beziehen sich auf harsche Kritik an Israel. Im Ergebnis kann die Definition gefährlich instrumentalisiert werden, um Israel Immunität gegen Kritik an schwerwiegenden und verbreiteten Menschen- und Völkerrechtsverletzungen zu verschaffen – Kritik, die für legitim erachtet wird, wenn sie sich gegen andere Länder richtet. Das schreckt jedwede Kritik an Israel ab.

Die Ankündigung setzt außerdem Antizionismus mit Antisemitismus gleich. Wie allen modernen jüdischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts widersetzten sich jedoch auch dem Zionismus viele Jüdinnen und Juden heftig, ebenso wie nicht-Juden, die nicht antisemitisch waren. Zahlreiche Opfer des Holocaust waren gegen den Zionismus. Demgegenüber unterstützten viele Antisemiten den Zionismus. Es ist unsinnig und unangemessen, Antizionismus automatisch mit Antisemitismus gleichzusetzen.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Staat Israel seit über 50 Jahren eine Besatzungsmacht ist. Millionen von Palästinenserinnen und Palästinensern unter Besatzung entbehren ihrer Grundrechte, Freiheit und Würde. Gerade in Zeiten, in denen die israelische Besatzung sich in Annexion verwandelt, ist es notwendiger denn je, dass Europa alle Versuche entschieden ablehnt, die freie Meinungsäußerung anzugreifen oder Kritik an Israel durch die falsche Gleichsetzung mit Antisemitismus zum Schweigen zu bringen.

Europa muss dies auch für die eigene Glaubwürdigkeit und die Wirksamkeit ihrer Bekämpfung des Antisemitismus tun. Die Ausweitung dieses Kampfes zum Schutz des israelischen Staates vor Kritik trägt zu der Fehlwahrnehmung bei, dass Jüdinnen und Juden mit Israel gleichzusetzen seien und deshalb verantwortlich für die Handlungen dieses Staates wären.

Als israelische Gelehrte, deren Mehrheit jüdische Geschichte erforscht und lehrt, sagen wir zu Europa: Bekämpft den Antisemitismus unnachgiebig, um jüdisches Leben in Europa zu schützen, und ermöglichet, dass es zur Blüte gelangt. Erhaltet dabei die klare Unterscheidung zwischen Kritik am Staat Israel, so harsch sie auch sein möge, und Antisemitismus aufrecht. Vermischt nicht Antizionismus mit Antisemitismus. Und schützt die Rede- und Meinungsfreiheit derjenigen, die die israelische Besatzung ablehnen und darauf bestehen, dass sie endet.

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner:

  1. Professor Gadi Algazi,
    Abteilung für Geschichte, Universität Tel Aviv.
  1. Dr. Yael Berda,
    Abteilung für Soziologie und Anthropologie, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor José Brunner (emeritus),
    Cohn Institut für Wissenschaftsphilosophie und Ideengeschichte und Buchmann Fakultät für Recht. Ehemaliger Direktor des Minerva Instituts für deutsche Geschichte, Gründungsmitglied und akademischer Supervisor der ersten Rechtshilfeklinik für Holocaust-Überlebende, Universität Tel Aviv.
  1. Professor Alon Confino,
    Pen Tishkach Professur für Holocaust-Studien, University Massachusetts Amherst.
  1. Professor Arie M. Dubnov,
    Max Ticktin Lehrstuhl für Israel-Studien, Abteilung für Geschichte, George Washington University.
  1. Professorin Rachel Elior,
    John und Golda Cohen Professur für jüdische Philosophie und jüdische Mystik, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor David Enoch,
    Rodney Blackman Lehrstuhl für Rechtsphilosophie an der Fakultät für Recht, Abteilung für Philosophie, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Dr. Yuval Eylon,
    Dozent für Philosophie, Abteilung für Geschichte, Philosophie und jüdische Studien, Offene Universität Israel.
  1. Professor Gideon Freudenthal (emeritus),
    Cohn Institut für Wissenschaftsphilosophie und Ideengeschichte, Universität Tel Aviv.
  1. Dr. Amos Goldberg,
    ehemaliger Lehrstuhlinhaber, Abteilung für jüdische Geschichte und zeitgenössisches Judentum, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor David Harel,
    William Sussman Professur, Abteilung für Informatik und angewandte Mathematik, Weizmann Institut für Wissenschaft; Vizepräsident der Israelischen Akademie der Wissenschaften; Träger des Israel-Preis (2004); EMET Preisträger (2010).
  1. Professor Hannan Hever,
    Jacob & Hilda Blaustein Professur für hebräische Sprache & Literatur, Abteilung für vergleichende Literaturwissenschaft und jüdische Studien, Yale University.
  1. Professorin Eva Illouz,
    Abteilung für Soziologie, Hebräische Universität Jerusalem; ehemalige Präseidentin Bezalel Academy of Art and Design, Jerusalem.
  1. Daniel Karavan,
    Bildhauer, Schöpfer des Denkmals für die Sinti und Roma Opfer des Nationalsozialismus, Berlin (2012) und der Straße der Menschenrechte am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (1989-93); Träger des Israel-Preis (1977).
  1. Professorin Hannah Kasher (emerita),
    Abteilung für jüdische Philosophie, Bar-Ilan Universität, Ramat Gan.
  1. Professor Michael Keren (emeritus),
    Abteilung für Wirtschaftswissenschaften, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor Yehoshua Kolodny (emeritus),
    Institut für Erdstudien, Hebräische Universität Jerusalem; Träger des Israel-Preis (2010).
  1. Miki Kratsman,
    ehemaliger Leiter der Abteilung Photographie an der Bezalel Academy of Arts and Design, Jerusalem; EMET Preisträger (2011).
  1. Nitzan Lebovic,
    Professor, Apter Lehrstuhl für Holocaust-Studien und ethische Werte, Lehigh University.
  1. Alex Levac,
    Träger des Israel-Preis (2005).
  1. Dr. Anat Matar,
    Abteilung für Philosophie, Universität Tel Aviv.
  1. Professor Paul Mendes-Flohr (emeritus), Abteilung für jüdische Philosophie, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor Jacob Metzer,
    ehemaliger Präsident der Offenen Universität Israel; Alexander Brody Professor (emeritus) für Wirtschaftsgeschichte, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Michal Naaman,
    Künstlerin, Trägerin des Israel-Preis 2014.
  1. Professor Yehuda Judd Ne’eman (emeritus),
    Universität Tel Aviv; Träger des Israel-Preis (2009).
  1. Professorin Dalia Ofer,
    Max und Rita Haber Professur für zeitgenössisches Judentum und Holocaust-Studien (emerita), Avraham Harman Institut für zeitgenössisches Judentum, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor Ishay Rosen-Zvi,
    Leiter der Sektion für Talmud und Altertümer, Abteilung für Philosophie, Universität Tel Aviv.
  1. Professor David Shulman (emeritus),
    Abteilung für asiatische Studien, Hebräische Universität Jerusalem; EMET-Preisträger (2010); Träger des Israel-Preis (2016).
  1. Dr. Dmitry Shumsky,
    Abteilung für jüdische Geschichte und zeitgenössisches Judentum, ehemaliger Direktor des Bernard Cherrick Center für Studien des Zionismus, Yishuv & Staates Israel, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor Zeev Sternhell (emeritus),
    Abteilung für politische Wissenschaft, Hebräische Universität Jerusalem; Träger des Israel-Preis (2008).
  1. Professor David Tartakover,
    Träger des Israel-Preis (2002).
  1. Professorin Idith Zertal,
    Autorin von „Nation und Tod. Der Holocaust in der israelischen Öffentlichkeit“, Tel Aviv.
  1. Professor Moshe Zimmerman (emeritus),
    ehemaliger Direktor des Koebner-Zentrums für deutsche Geschichte, Hebräische Universität Jerusalem.
  1. Professor Moshe Zuckermann (emeritus),
    Cohn Institut für Wissenschaftsphilosophie und Ideengeschichte, Universität Tel Aviv.

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Zum weiterlesen der Reaktionen auf Konferenz und Erklärung:
~ Die Presse (erscheint in Österreich)

~

 

 

Jerusalem im Plural

Genau zur Jahrestagung des diAk und der Mitgliederversamlung erschien das neue, extra umfangreiche Doppelheft 1-2/2018 von i & p. Das Heft ist im Rahmen eines Abonements erhältlich, kann aber auch einzeln beim Verlag oder über jede Buchhandlung (978-3-86575-370-0) zum Preis von 10,00 € bezogen werden.

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Illustriert ist die Ausgabe mit Werken von Andreas Schröder, Buchobjekte aus einem Künstleraufenthalt in Jerusalem, eine der Arbeiten ist in Kürze auch als Postkarte erhältlich.

diAk-Tagung 25./26.10.18 in Berlin

Neue Generation, Neue Akteure –
Neue Konzepte?

Keynote: Daniel Cohn-Bendit
Politische Begegnungen zwischen Europa, Israel und Palästina – 1968 bis 2018

Ort: Lawrence | Oranienburger Straße 69 | Berlin-Mitte

Eine friedliche Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts scheint heute weniger denn je möglich zu sein. Die Vereinbarungen von Oslo haben keine dauerhaften politischen Mehrheiten gefunden. Fehlt es lediglich am politischen Willen oder muß die Vision von Zwei Staaten für zwei Völker als gescheitert angesehen werden?
Die Konferenz hat zum Ziel, 70 Jahre nach Staatsgründung Israels bzw. der Nakba und jahrzehntelangen gewalttätigen Auseinandersetzungen das Politik- und Staatsverständnis der beiden Hauptakteure zu hinterfragen.

Neue Protagonisten und Konzepte stehen auf der Tagesordnung. Zugleich sollen Chancen und Möglichkeiten einer Konfliktregelung diskutiert werden.

Zu Gast werden u.a.: Muriel Asseburg | Rula Hardal  | Moshe Zimmermann| Christian Sterzing | Armin Langer | Anette Klasing

Zum interaktiven Teil am Freitagnachmittag werden unterschiedliche Gruppen aus der Israel-und-Palästina-Arbeit erwartet…
-> Als PDF: diAk-Tagung_Oktober_2018_im_Lawrence_Berlin

Anschließend Mitgliederversammlung des diAk e.V.

Debatte um das Nationalstaatsgesetz: Neuer SWP-Text erschienen

Peter Lintl und Stefan Wolfrum
Israels Nationalstaatsgesetz. Die Regierung Netanyahu schafft Grundlagen für ein majoritäres System | SWP-Aktuell 2018/A 50 (Langfassung) | September 2018, 8 Seiten

„Am 19. Juli 2018 hat das israelische Parlament das sogenannte Nationalstaatsgesetz verabschiedet. Das Gesetz ist in Israel wie auch im internationalen Kontext stark umstritten, obwohl es strenggenommen nur wenige Neuerungen enthält. Seine Befürworter betonen, daß darin nur Realitäten zum Ausdruck kämen. Kritiker machen geltend, das Gesetz diskriminiere Minderheiten, richte sich gegen demo­kratische Werte und unterschlage insbesondere das Prinzip der Gleichheit. Dabei offenbart die Debatte in Israel das gesellschaftliche Spannungsverhältnis zwischen »jüdischer« und »demokratischer« Identität. Zudem zeigt sich, daß die maßgeblichen Unterstützer des Gesetzes auf Regierungsseite weiterreichende Absichten verfolgen, als dessen Wortlaut erkennen läßt. Ihnen geht es darum, jüdische Kollektivrechte über indivi­duelle Rechte und Freiheiten zu stellen. Das Gesetz ist daher auch eine Manifesta­tion derzeitiger Regierungspolitik, die darauf abzielt, Israel weg von einer eher libera­len und hin zu einer majoritären Demokratie zu führen. Insbesondere der Oberste Ge­richtshof als Verteidiger liberaler Prinzipien ist von dieser Politik betroffen.“

Kurzfassung:
https://www.swp-berlin.org/publikation/israels-nationalstaatsgesetz/

 

Jom Kippur-Gedanken von Rabbi Arik Ascherman

Aus Israel (… und auch aus Palästina) kommen für viele zur Zeit oft keine guten Nachrichten, manche Entwicklung ist auch in der Tat besorgniserregend.

Im Folgenden die Gedanken, die einer der bekanntesten Menschenrechtsaktivisten des Landes zum heutigen Versöhnungstag formuliert hat. Sie sind eine beeindruckende Stimme… und auch ein Zeichen der Hoffnung!

Wie viele dieser Bekenntnisse müßten wir auch bei uns sprechen, seien wir Glaubende Menschen oder nicht?

Der vollständige Text findet sich auch in einer Druckfassung hier. (Red.)

For rabbis, cantors, prayer leaders and facilitators who wish to use this vidui in the synagogue or other settings, you can click here to download a word version that can be handed out, abridged, etc. If you are on our regular mailing list, you should also have received a version abridged to two sides. Like the traditional vidui , the RHR vidui can also be read/chanted responsively.

Introduction
Here are versions of the „small“ and „large“ Yom Kippur viduis (Confessions of our sins) combining the traditional texts and our modern Israeli sins. Reciting these words may not feel like prayer because, like the traditional vidui, it is concrete and asks us to take individual responsibility for the collective sins of our society. The confessions were never meant to be just a collection of words that we thoughtlessly recite on Yom Kippur. They are burning words, intended to make us feel uncomfortable because they speak painful truths about lives and our society that we must confront if we are to truly engage in the kheshbon nefesh (soul searching) that is a primary task during this season. That also means that one misses the point if one reads these modern versions as being directed against those we don’t agree with. If you don’t feel that these aren’t sins you have committed,than you should be replacing these lines with your sins, or at least adding them.

Just as the High Priest in ancient times had to recite his own vidui before saying a vidui for others, we need to look at our own sins before we recount the sins of others. For some the sin they must confess is always assuming the worst about Israel, while others must confess defending Israel, no matter what. Either way, the vidui is intended for those who in some way identify with Israel. The point of the vidui is not to point your finger at somebody else, but to take a critical look at yourself and the society/societies you identify with. If you don’t identify with Israeli society, you might want to construct a similar vidui looking at the societies and communities of which you are a part, and share responsibility for. The confessions are written in the plural, reflecting the idea that even when we don’t believe we have personally committed any given sin, it is a sin that our society has committed, meaning that we have collective responsibility for what happens in our society. It may not feel like prayer because, like the traditional vidui, it is concrete and asks us to take individual responsibility for the collective sins of our society.
.
If some of the lines do not feel to you like they apply to Israeli society, please think twice. If you still don’t think something applies, we hope that our vidui will challenge you to create your own. It would never be possible to be comprehensive, so please feel free to download the word version of our viduit, then cut and paste and add and subtract to create your own personal/societal viduit. The point is to challenge you to engage in khesbon nefesh (soul searching), not to silence or intimidate. It is also possible to only recite a limited number of these texts, and concentrate on them. In many cases the first line is from the traditional viduis, and there are notes after the vidui explaining which traditional sources many of the concepts are taken from.

Most of us simply can’t be so self critical for most of the year. But, sometimes the power of the High Holy days allows us to do what we don’t manage to do at other times. These viduis attempt to channel our hearts as the traditional vidui was meant to do by helping us to engage in khesbon nefesh. . They are not intended to be delegitimization of ourselves, of our people or our country. They are actually an expression of our deep faith in ourselves, our ability to return to the the good that is our true selves, and our ability to improve our society.

When we engage in kheshbon nefesh about ourselves and Israel on Yom Kippur, we can then celebrate Israel’s assif rukhani (spiritual harvest) on Sukkot. The vidui and the asif go together..

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„Short“ Vidui 5770

Ashamnu We sinned against You by ignoring Your Image in every human being
Bagadnu We betrayed the Torah
Gazalnu We stole lands and hope
Dibarnu Dofi We have slandered those who think differently than us
He’Evinu We have distorted the truth
V’Hirshanu We have acted wickedly towards Khan Al Akhmar
Zadnu We have acted evilly towards those living in poverty
Khamasnu We have used the power of the State violently
Tifalnu Sheker We have told lies about the Bedouin „taking over.“
Ya’atznu Ra We have counseled evil to sell arms to rogue governments
Kizavnu We have falsely claimed that the Nation State Law doesn’t discriminate
Latznu We have scoffed at those who believe in Tikun Olam
Maradnu We have rebelled against the good within us.
Niatznu We have provoked against asylum seekers
Sararnu We have undermined our Declaration of Indepenence
Avinu We have committed iniquity against Susya
Pashanu We have transgressed against Umm Al Hiran
Tzararnu We have oppressed Al Araqib
Kashinu Oref We have turned our backs to those in need of public housing
Rashanu We have acted wickedly towards single parent mothers
Shikhatnu We have corrupted Your Image within us
Tiavnu We have committed abomination against shepherds seeking to feed their flocksand farmers trying to reach their olive groves.
Tainu We have strayed from Your Path
Tiatanu We have caused soldiers and police to go astray by leading them to believe they are above the law.
„Long“ Vidui 5779

For the sin we have sinned against You through harsh judgement,
Because we lacked faith in You, in ourselves, and in our people.
And for the sin we have sinned against You through offensive talk,
Because we scorned those whose concept of justice is different than ours.

For the sin we have sinned against You, saying, „If I am not for myself who will be for me,“
Because we cared only for fellow Jews, justifying injustice to others.
And for the sin we have sinned against You, saying, „If I am only for myself, who am I,“
Because we cared only about non-Jews, always blaming our own people.
And for the sin we have sinned against You, ignoring, „If not now, when,“
Because we silenced the suffering with „It will take time” – “You will have to wait.“

For the sin we have sinned against you through baseless hatred
Towards human rights defenders.
And for the sin we have sinned against you through baseless hatred
Towards those concerned with Israel’s security.
And for the sin we have sinned against you through evil speech
When we said that human rights defenders don’t care about security
And that those who care about security don’t care about human rights.

For the sin we have sinned against You by justifying,
Saying that the current reality is the ideal reality.
And for the sin we have sinned against You through knowingly deceiving ourselves
Saying „everything will be fine“ to justify inaction.

For the sin we have sinned against you by throwing of the yoke
Saying that it is the responsibility of others to improve the world.
And for the sin we have sinned against You through lip-service,
Studying and complainingwithout knowlege into action.

For the sin we have sinned against You willfully or unintentionally,
Because we believed tikun olam (repairing the world) is beyond us, “In the heavens.”
And for the sin we have sinned against You through faintness of heart
Ceasing to believe „It is very close to you…that you may do it.“

For the sin we have sinned against You through short sightedness,
Believing in instant fixes, we neglected long term solutions and education
And for the sin we have sinned against you through breach of trust
The majority „democratically“ trampled the rights of the disadvantaged and minorities

For the sin we have sinned against You through throwing off the yoke,
Saying, that anything we have the power to do is permissible.
And for the sin we have sinned against You through lip-service,
Studying and complainingwithout knowlege into action.

And for the sin we have sinned against you by gathering to do harloty
We created a majority to do every evil our hearts wished.

For the sin we have sinned aainst you by breaking the most basic ground rules
Creating a legal system that thinks like the Knesset
And for the sin we have sinned against you by going to far
Threatening to destroy entire communities.

For the sin we have sinned against You through justifying violence
And for the sin we have sinned against You through meaningless oaths condemning violence
Without dealing with its roots.

.

For all these sins, God of forgiveness, we ask forgiveness, pardon, and atonement.

For the sin we have sinned against You through the desecration of Your Name,
Applying the interpersonal commandments only towards Jews.
And for the sin which we have sinned against You through insolence,
Claiming that only Jews have rights to the Land.

For the sin we have sinned against You through drunken vision,
Not seeing Israeli Arabs as equal partners.
And for The sin we have sinned against You through false oaths
About equal rights.

For the sin we have sinned against You through defiling our lips
With hate speech and racism.
And For the sin we have sinned against You by not using our minds,
Believing the Bedouin are „taking over the Negev.”

For the sin we have sinned against You through denial and falsehood,
Not recognizing land ownership previously acknowledged.
And for the sin we have sinned against You through selfish envy,
Covetting the 5.4% of the Negev claimed by the Bedouin.

For the sin we have sinned against You through abuse of power,
Demolishing Bedouin homes, destroying crops and forestingover villages
And for the sin we have sinned against You through hurrying to do evil,
Rushing to steal land before a court rules.
And for the sin we have sinned against You by incriminating
Sentencing Sheikh Sayakh to jail for „trespassing“ on his own land.

For the sin we have sinned against You through hardening our hearts,
Acting mercilessly to wipe out Umm Al Hiran
And for the sin we have sinned against You through negotiation
We cancelled one agreement , imposed another, and aren’t carrying it out.

For all these sins, God of forgiveness, we ask forgiveness, pardon, and atonement.

For the sin we have sinned against You through indulging in food and drink,
As the social gap increases.
And for the sin which we have sinned against You through abandoning your Torah,
Abandoning responsibility for one another.

For the sin which we have sinned against You through hardening our hearts,
Ignoring grinding poverty.
For the sin we have sinned against You through not taking action (shev v’al ta’aseh),
Claiming we aren’t responsible.

For the sin we have sinned against You through quieting our conscience,
Giving charity rather than addressing the roots of poverty.
For the sin we have sinned against You through lashon ha’ra (slander),
Treating those livning in poverty as leeches.

For the sin we have sinned against You through raising barriers,
Settingunfair requirements denying the needy homes.
And for the sin we have sinned against You through leaving buildings empty,
While many lack homes.

For the sin we have sinned against You through trapping innocents.
In endless debt
And for the sin we have sinned against You through casting aside the weak,
Underfunding healthcare and vital medicines.

For the sin we have sinned against You, saying, „What’s mine is mine, what’s yours is yours,“
To justify the unfair distribution of resources.
And for the sin we have sinned against You, saying through usury and exploitation
Putting profits before people.

For all these sins, God of forgiveness, we ask forgiveness, pardon, and atonement.

For the sin we have sinned against You through idolatry,
Dispossesing human beings to „redeem“ the Land of Israel.
For the sin we have sinned against You because we were seduced and blinded,
Driven to covet by Jerusalem’s magic.
For the sin we have sinned against You through ruling high handedly,
Excluding Palestinians from courts and institutions determining their fate.
And for the sin we have sinned against You through cynical speech
Calling the decrees of our institutions „the rule of law.“

For the sin we have sinned against You through land theft
Through laws our hands created.
And for the sin we have sinned against You through not inforcing laws,
That defend Palestinians.

For the sin we have sinned against you through double standards (eifah v’eifah),
Creating separate planning systems for Jews and Palestinians.
And for the sin we have sinned against You through disengenuous words
That were we not to demolish the homes of the occupied the same as the occupier, that would be a double standard
And for the sin we have sinned against You through closing our ears,
Ignoring children’s wails when demolishing their „illegal“ homes.

For the sin we have sinned against You through the evil speach
Claiming housing is not a Palestinian right.
And for the sin we have sinned against You through „legal“ approval
Our High Court consented.

For the sin we have sinned against You knowingly or unknowingly,
Permitting successive governments to steal, demolish, uproot, and humiliate.
And for the sin we have sinned against you through weakness,
Failing to prevent „Price Tag“ attacks.

For the sin we have sinned against You through entrapment,
Abusing children to extract confessions.
And for the sin we have sinned against You by claiming „never again“
Saying defense justifies everything.

For all these sins, God of forgiveness, we ask forgiveness, pardon, and atonement.

For the sin we have sinned against You through closing our borders,
To asylum seekers fleeing for their lives.
And for the sin we have sinned against You through causing needless hatred,
Concentrating asylum seekers in South Tel Aviv neighborhoods, not ours.
And for the sin we have sinned against You thoughtlessly,
Labelling them “infiltrators” without checking.

For the sin we have sinned against you through our words,
Inciting and sowing fear.
And for the sin we have sinned against You through abuse of power,
Jailing them inhumanely in the desert.

For the sin we have sinned against You through abandonment,
Taking no responsibility after forcing “voluntary deportation.”
And for the sin we have sinned against You through entrapment,
Denying work permits, then complainng of crime.

For the sin we have sinned against You through forgetting,
How we suffered from closed borders.
And for the sin we have sinned against You for forgetting,
That we were strangers in Egypt.

For all these sins, God of forgiveness, we ask forgiveness, pardon, and atonement.

For the sin we have sinned against You through the desecration of Your name,
Ignorning „agunot“ (women not granted a Jewish divorce) and halakhic solutions

For the sin we sinned against you saying, „We didn’t know“
But, we knew.
And, for the sin we sinned against You without knowing,
Not wanting to know

For the sin we have sinned against You through teaching,
Stereotypes, racism, orientalism and hatred of the other.
And for the sin we have sinned against you through blindness
To Your Presence in every human being

For the sin we have sinned against You through faintheartedness
Acting from fear, instead of our values.
And for the sin which we have sinned against You through thinking to ourselves and mumbling in closed rooms,
What we should have cried aloud, raising our voices like a shofar.

For all these sins and more, God of forgiveness, we ask forgiveness, pardon, and atonement.

May the words of our mouths and the meditations of our hearts bring us to true teshuva, and lead us forward to acts of righteousness, so that we make our world a place in which Your Shekhina can dwell.

May it be Your Will that we merit to give expression to Your Image within us in the coming year through love and generosity to others.

May it be Your Will that we in some small way help to reduce evil and injustice, glorifying You by improving the human condition in our country and in our world. For, we are all created in Your Image.

Kleine Schritte einer Strategie

Was nur nach einer weiteren kleinen Siedlungsaktivität aussieht, hat enorme strategische Konsequenzen, eine klare Positionierung der vier Staaten, wie auch schon der EU, fordert die israelische Regierung zum Umdenken auf, angesichts der momentanen Regierungskoalition nicht wirklich erwartbar. (Red.)

Gemeinsame Erklärung Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Spaniens und
des Vereinigten Königreichs zu
Khan al-Ahmar

Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich haben wiederholt ihre Besorgnis im Hinblick auf das Dorf Khan al-Ahmar zum Ausdruck gebracht, das sich in einem sensiblen Bereich des C-Gebiets befindet, der von strategischer Bedeutung dafür ist, dass die Möglichkeit eines zusammenhängenden künftigen palästinensischen Staatsgebiets gewahrt bleibt.

Wir haben die Entscheidung des Obersten Gerichts Israels vom vergangenen Mittwoch zur Kenntnis genommen, die einen Abriss Khan al-Ahmars dem Ermessen der israelischen Regierung anheimstellt.

Gemeinsam mit der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik/Vizepräsidentin Federica Mogherini bekräftigen wir daher unseren Aufruf an die israelische Regierung, ihr Vorhaben, das Dorf einschließlich seiner Schule abzureißen und seine Bewohner umzusiedeln, nicht umzusetzen.

Die Folgen, die ein Abriss und eine Umsiedlung für die Bewohner dieser Gemeinde einschließlich ihrer Kinder sowie für die Zukunft der Zwei-Staaten-Lösung hätten, wären sehr ernst.

Keine guten Nachrichten…

US-Gelder für die UNRWA gestrichen, die US-amerikanische Untersützung der palästinensischen Krankenhäuser in Ost-Jerusalem eingestellt und als besonderes Geschenk zum jüdischen Neujahrsfest: Die Schließung der PLO-Vertretung in Washington…

Es lohnt die Stellungnahme bzw. den offenen Brief des UNRWA-Direktors Pierre Krähenbühl einmal zu lesen.

UNRWA

Neben Japan und einer Reihe anderen Länder hat auch die Bundesrepublik Deutschland ihre Zahlungen an die UNRWA erhöht, um dem Hilfswerk und seiner Arbeit beizustehen.