Kein Filter für Rechts

Ein spannendes – und manchesmal erschreckendes – Dossier hat „Correctiv – Recherchen für die Gesellschaft“ online gestellt. CORRECTIV ist eine gemeinnützige und unabhängige Redaktion, die, so die Selbstaussage „systematische Missstände ans Licht (bringt) und eine demokratische und offene Zivilgesellschaft (stärken will).“

Die aktuellen Recherche: Wie die rechte Szene Instagram benutzt, um junge Menschen zu rekrutieren lohnt die Lektüre und Correctiv jede Unterstützung.

Abbas‘ wackliger Thron

Laut der neuesten Umfragen hat sowohl der amtierende Präsident der Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, als auch die Behörde selbst als solche keine mehrheitliche Unterstützung in der Bevölkerung mehr.

Enttäuscht von der Handlungsunfähigkeit und der Nicht-Beachtung, vor allem bei der Bevölkerung von Ost Jerusalem und von Gaza werden die angekündigten Wahlen nicht zwangsläufig eine Bestätigung des Status Quo, sofern sie denn stattfinden werden.

Somit stehen die Wahlen vor einen ungewissen Ausgang, ebenso die Zukunft der PA in ihrer jetzigen Form. Eine Analyse von Emily Judd für Al Arabiya 

Ausstellungseröffnung: Der kalte Blick

Im Ausstellungszentrum auf dem Gelände des „Topographie des Terrors“, neben dem Gropius Bau, unweit des Potsdamer Platzes, wo sich sich von 1933 bis 1945 die Zentralen des nationalsozialistischen Terrors, die Geheime Staatspolizei befand, ist am 21. Oktober eine Ausstellung von ‚Letzten Bildern jüdischer Familien aus dem Ghetto von Tarnów‘ eröffnet worden.

„Ende 1941 entwickelten zwei Wiener Wissenschaftlerinnen ein Projekt zur »Erforschung typischer Ostjuden«. Mit »kaltem Blick« fotografierten sie im März 1942 in der deutsch besetzten polnischen Stadt Tarnów mehr als hundert jüdische Familien, insgesamt 565 Männer, Frauen und Kinder. Von diesen überlebten nur 26 den Holocaust und konnten später davon berichten. Erhalten geblieben sind die Bilder und Kurzbiografien der Ermordeten. Die Ausstellung dokumentiert zum einen das ehrgeizige Vorgehen der beiden Wissenschaftlerinnen. Zum anderen erzählt sie vom Leben der Juden in Tarnów vor 1939 und von deren Ermordung unter deutscher Herrschaft – exemplarisch für die Verfolgung und Vernichtung hunderter jüdischer Gemeinden in dem von Deutschen beherrschten und terrorisierten Polen.“

apuz: (Anti-)Rassismus

Nach einem (erwartbaren) guten Heft zum Thema Antisemitismus hat die Bundeszentrale für politische Bildung nun ein sehr lesenswertes Heft zum (alltäglichen) Rassismus in unserer Mitte herausgegeben. Das Heft in der nun seit 70. Jahren erscheinenden Reihe der Beilage (42-44/2020) zur Wochenzeitung Das Parlament Aus Politik und Zeitgeschichte (apuz) kann online gelesen werden, aber auch als analoge Ausgabe kostenfrei, auch in größerer Stückzahl, bestellt werden.

Photowettbewerb ausgelobt

„Zusammenhalt in Vielfalt – Jüdischer Alltag in Deutschland“ – Vier Initiatoren loben bundesweiten Photowettbewerb aus

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Initiative kulturelle Integration haben einen Photowettbewerb unter dem Titel „Zusammenhalt in Vielfalt – Jüdischer Alltag in Deutschland“ aus gelobt:
http://www.fotowettbewerb-juedischer-alltag.de
• #jüdischerAlltag

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The Next Stage: Menachem Kleins Analyse

Palestine–Israel: The Next Stage – so lautet der Titel einer außerordentlich lesenswerten Analyse von Menachem Klein, die dieser Tage im Magazin Logosa journal of modern society & culture erschienen ist.

„Struggle for equality calls to build a big tent of all ethnic discrimination victims and opponents living in Mandatory Palestine. Beyond restructuring Israeli political opposition by bridging the sharp division to Jewish and Arab opposition parties, West Bank and Gaza Strip officials and civil society activists have to change their minds.“

Klein rekapituliert die historische Entwicklungen seit der Mandatszeit, fragt nach dem Scheitern verschiedener Optionen und richtet den Blick auf die Perspektiven einer kollektiven Selbstvergewisserung und (einer nötigen neuen Selbtorganisation) der palästinensischen Seite ebenso, wie auf die Fragen, die sich das zionistisch-israelische Lager angesichts der (eigenen) de-facto-Herrschaft über die Palästinenser ohne deren rechtliche Gleihheit stellen muß:

“ … calling for equality does not necessarily negate the two state solution. Political equality can be realized in a state of all its individual citizens, or in a joint state of its two Jewish and Arab nationalities, in a confederation between two states or in two fully independent states each enjoying self-determination right and equal international status.“

Mit immer mehr Waffen zum Frieden in der Region?

Immer neue Rekorde im Waffenkauf im Nahen Osten – Neue Zahlen veröffentlicht von der britischen Regierung. Middle East Eye hat die Zahlen aufbereitet: In den letzten zehn Jahren hat der Nahe Osten mehr Geld für ‚Verteidigung‘ ausgegeben, als jede andere Region in der Welt!

https://www.middleeasteye.net/sites/default/files/defence%20imports%20by%20region.png

Zum vollständigen Bericht hier.

Unsere Liebe Frau von Palästina – 21. Oktober

Zu den vielfältigen Zugängen zum „Heiligen Land“ gehört auch das Fest Maria Regina Palaestinorum, Maria Königin Palästina / U.L.F. von Palästina, ein Fest, das die Lateinische Kirche in der Mandatszeit eingeführt hat.
In diesem Jahr überträgt aus diesem Anlaß der Ritterorden vom Hl. Grab den Vortrag des Administrators des Lateinischen Patriachats, Msgr. Pierbattista Pizzaballa, den er in Rom hält, in englischer Simultationübersetzung im Netz (18.00 Uhr) : „Das Heilige Land und der Nahe Osten – aktuelle Ereignisse und mögliche Perspektiven“.

Der Großmeister des OESSH, Fernando Kardinal Filoni feiert im Petersdom die Messe für die Anliegen der Christen und Christinnen und aller Bewohner/innen des Heiligen Landes am Altar der Kathedra Petri. Diese Eucharistiefeier (21. Oktober, 11.00 Uhr) wird live auf der Facebook-Seite des Großmagisteriums des Ordens übertragen.

Aktualisierung:
Äußerungen des Administrators sind auch im Bericht zu seinem Interview im Radio Vatikan nachlesbar:
Jerusalemer Erzbischof: Weltgemeinschaft lässt Palästinenser im Stich

Neuerscheinung zu Hugo Marcus (1880–1966)

Das Leibniz-Zentrum Moderner Orient lädt für den 18. Oktober zu einer Onlinegespräch (Q&A) mit Prof. Marc David Baer (London School of Economics and Political Science) über sein Buch über Hugo Marcus (German, Jew, Muslim, Gay. The Life and Times of Hugo Marcus. Colombia Press 2020). Die Veranstaltung findet via Zoom statt, Anmeldung: registration@zmo.de

„Hugo Marcus (1880–1966) was a man of many names and many identities. In German, Jew, Muslim, Gay, Marc David Baer uses Marcus’s life and work to shed new light on a striking range of subjects, including German Jewish history and anti-Semitism, Islam in Europe, Muslim-Jewish relations, and the history of the gay rights struggle.“

A longer book talk can be viewed prior to the event on ZMO’s YouTube channel here.