Universität Bern – einmal anders auf Geschichte schauen

Auch wenn der Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser:innen kein religiöser Konflikt ist, spielt Religion und spielen religiöse Akteur:innen (zunehmend?) eine Rolle. Einen interessanten Blick auf die Frage „How to cope with Religious Conflicts? Insights from History (flashMOOC)“ wirft die Berner Professorin Katharina Heyden, seit 2018 Director of the Interfaculty Research Cooperation „Religious Conflicts and Coping Strategies“ at the University of Bern, in einem einführenden Video zu dieser Frage. Eines der Beispiele ist ein Blick in der Geschichte von Mamre (Hebron / al Khalil – ab min 10:58), der erhellende Einblicke vermittelt.

The interactive video is divided into the following chapters:
Model for Context-Sensitive Analysis of Conflicts with Religious Dimensions
Methodological Remarks: Working with Historical Sources
Three Historical Case Studies
a. Swiss Religious Wars in the 16th century and the Kappeler Milk-Soup
b. The universalism of the medieval philosopher Ramon Lull
c. Interreligious hospitality at Abrahams Shrine in Late Antique Mamre
Conclusio

Republik Haifa

Im vergangenen Jahr legte der israelische Philosoph und an der New School For Social Research lehrende Professor Omri Boehm in „Israel – eine Utopie“ sein Modell eines gemeinsamen politischen Systems von Israelis und Palästinensern vor, und zwar zuerst in deutscher Sprache in Deutschland. In Interviews erklärte er seinerzeit seine „Utopie“ und die Notwendigkeit, eine Regelung jenseits der längst nicht mehr offenen zwei-Staaten-Option zu suchen.

Nun erschien Boehms Buch in englischer Sprache unter dem Titel “Haifa Republic: A Democratic Future for Israel” in den USA und wird in der Tageszeitung Haaretz rezipiert. Und wieder zeigt sich: ein enorm wichtiges Buch zur rechten Zeit.

In Haaretz (Premiumausgabe) schreibt Abe Silberstein über das Buch:

„The book is an effort to reconcile Zionism with the diminishing prospects of a two-state solution. For decades, the Zionist left in Israel and its supporters in the Jewish Diaspora focused on the two-state solution as the only way to preserve Israel as a Jewish and democratic state. Israel’s current government, however, has no intention to advance that solution, as Foreign Minister Yair Lapid recently reminded the European Union’s foreign ministers.“

Boehm’s vision 
So what specifically does he propose? First, Boehm seeks to maintain the territorial unity of historic Israel/Palestine; all Israelis and Palestinians will enjoy freedom of movement, residence and work across the entire territory – a single federation in which two non-sovereign states operate along the pre-1967 lines so that each people can enjoy “cultural and national self-determination.”

Hier noch einmal ein Link zu einem längeren Gespräch mit Omri Boehm.

Weibliche Vorbilder in den Abrahamitischen Religionen

Auf Youtube zu sehen und zu hören: Veranstaltung in der Stephanuskirche über weibliche Vorbilder in den jeweiligen religiösen Traditionen.

Am 26. August 2021 diskutierten die islamische Theologin Nada Bsaiso, die evangelische Pfarrerin Josephine Furian von der Flüchtlingskirche, Angelica Hilsebein vom katholischen Erzbistum Berlin und Reinhard Liam Rickertsen von der jüdischen Reformgemeinde Sukkat Schalom. Rebea Malik vom Interkulturellen Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB), das unter anderem eine sunnitische Moschee betreibt, moderierte das Gespräch.

Noch einmal: Von oben…

Alon Shtamberger (See his Instagram presence) began drone photography by chance and has been capturing scenery from heightened angles ever since.

Ein Bericht von Naama Barak auf der Seite von ISRAEL21c, einige der Motive lassen sich zwar nicht eindeutig als Israel (innerhalb der grünen Linie) feststellen, auch wenn der Titel das sagt, aber die Motive sind auch mit diesen Gedanken im Hintergrund spannend zu sehen.

The Latrun Monastery overlooks gardens, fields and the busy Route 3 in the Ayalon Valley. (C) Alon Shtamberger – siehe die angegebene Quelle: https://www.israel21c.org

Hier noch einmal der Hinweis auf Einfach mal von oben vom 29. Juli 2021 – Bilder von Roni Kiperman.

Comics als Zugang zu jüdischer Geschichte und Kultur

Digitale Vortragsreihe der DKR am 1./2./9./13. und 14. September 2021 zum Jahresthema: „… zu Eurem Gedächtnis: Visual History“.

Comics sind aus Kunst, (Pop)Kultur, Wissenschaft und Alltag nicht mehr wegzudenken. Die gezeichneten Geschichten haben auf der ganzen Welt eine vielfältige Entwicklung durchlaufen, bewegen sich zwischen allen Genregrenzen und erfinden sich immer wieder neu. Sie werden seit einigen Jahren auch immer häufiger in deutschen Museen ausgestellt, vom Feuilleton rezipiert und in der Folge von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen. Dennoch haftet Comics noch immer der Ruf an, Bilderbücher für Kinder und trivial zu sein, wodurch das Grenzen sprengende Potenzial, das in ihnen steckt, nicht erkannt wird. Ausgewiesene Referent*innen beleuchten in einer fünfteiligen Vortragsreihe, wie Comics vielfältige Zugänge zu jüdischer Geschichte und Kultur eröffnen und decken dabei zahlreiche Themenfelder ab.

Wie werden im Comic jüdische Identitäten inszeniert und verhandelt? Wie verarbeitete Will Eisner, der „Graphic Novel Godfather“, in seinen Comics jüdische Aspekte und den Antisemitismus? Wie setzten und setzen sich Comickünstler*innen mit der Shoa auseinander und was können wir daraus heute lernen? In welcher Art und Weise lernen wir das sefardische Judentum Algeriens in den Comic-Alben „Die Katze des Rabbiners“ von Joann Sfar kennen? Und schließlich: Wie und mit welchem Erfolg werden Comics in der gegenwärtigen Bildungsarbeit eingesetzt, z. B. an Universitäten oder in KZ-Gedenkstätten? Ermöglichen Comics, die Erinnerung an die Shoa wachzuhalten, so wie es Filme und Literatur tun?

Der Deutsche Koordinierungsrat lädt herzlich dazu ein, bei der kostenlosen Vortragsreihe gemeinsam mit den Referent*innen über diese und weitere Fragen nachzudenken und die bunte und faszinierende Welt der Comics kennenzulernen.

Die digitale Vortragsreihe startet am Mittwoch, 1. September 2021 um 18.30 Uhr mit dem Vortrag „Jüdischkeiten. Inszenierungen jüdischer Identität(en) im Medium Comic“ mit Dr. Véronique Sina. Direktlink

Am Donnerstag, 2. September 2021 freuen wir uns ab 18.30 Uhr auf den Vortrag von Dr. Alexander Braun mit dem Titel „Zur Hölle mit dem Antisemitismus – Die jüdischen Aspekte im Werk von Will Eisner“. Direktlink

Auch das gibt es – auch das geht …

Executive BriefingNews about Jewish Arab Education in the Negev | August 2021

Breakthrough! Integrated Scouting is on the Map

Nothing is more powerful than an idea whose time has come.  Two years ago the prospects for integrated scouting were touch and go. Negotiations with the Israel Scouts Movement had just led to a pilot activity for 13 children at the Hagar school when the Coronavirus broke out, threatening to bury the whole idea.  Today Scout Troop Adam – Israel’s first Arab-Jewish Scout troop, has 43 members, and is expected to grow to close to 60 over the coming school year as we reach out to children from other schools.   Troop Adam is more than an opportunity for Jewish and Arab youth to hike and camp together.  The Hagar Association’s goal is to change the very paradigm of informal education in this country.  Our plan is to scale  the group and cultivate bilingual scouting leadership, recruiting and training troop leaders from Hagar graduates and their peers.  Utlimately, we seek to make the scout troop a financially sustainable and attractive option for youth around the city.  We’re definitely on the way…

und hier geht’s zum Weiterlesen!

[Dokumentation] Hoyerswerda ’91

Am 30. August 2021, leider erst um 23:50 Uhr, strahlt die ARD die 45minütige Dokumentation „Hoyerswerda ’91 – Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung“.

Der Film von Christian Hans Schulz und Nils Werner rekonstruiert den Ablauf der gewalttätigen Ausschreitungen im September und ihrer Ursachen. Er blickt aber auch auf den späteren Umgang mit den Ereignissen bis in die Gegenwart.

Photo: MDR – Gerd Fügert

In der Vorankündigung des Senders heißt es:

„Der Film nimmt drei Generationen von „Hoyerswerdschen“ in den Blick und schaut sich an, welche Spuren die Ereignisse des September 1991 in ihrem Leben hinterlassen und was sie selber mit diesem Erbe gemacht haben. Zudem wird der Film verstärkt auch aus der Perspektive der damaligen Opfer erzählen, die in letzten 30 Jahren zumeist unerzählt geblieben ist. Der Film rekonstruiert auch das damalige desaströse Krisenmanagement der sächsischen Behörden vor dem Hintergrund der damaligen Asyldebatte.“

Am 15. September 2021 wird es eine öffentliche Vorführung des Films in der Kulturfabrik Hoyerswerda geben. Mit anschließender Diskussionsrunde – in Kooperation mit MDR Kultur.

Siehe auch: Zeithistorischen Arbeitskreises Extreme Rechte