Hitlerjunge Salomon

Sally Perel z״l starb mit 97 Jahren in Israel

1925 in der niedersächsischen Stadt Peine geboren, starb er am 3. Februar in Tel Aviv.

Würdigungen (Auswahl): Deutsche WelleTagesspiegel

Auswahl aus den vielen Ausgaben seiner (auch verfilmten) Erinnerungen …

Erinnern – warum eigentlich?

Online-Lesung und Gespräch anläßlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar)

Mit Georg RößlerMittwoch, 01. Februar 2023 – 19.00 Uhr

In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dillenburg

Der Toten zu Gedenken gehört zu den Ritualen einer Gesellschaft.  Mit Gedenkveranstaltungen würdigen wir Menschen, die ihr Leben dem Dienst der Allgemeinheit gewidmet haben, die sich für die Allgemeinheit geopfert haben oder die Opfer von Unrecht und Gewalt geworden sind.  Die Pflege einer Erinnerungskultur vor allem im Blick auf die Verbrechen des Nationalsozialismus gehört seit jeher zum ureigensten Selbstverständnis der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

In letzter Zeit ist dieses Selbstverständnis ins Wanken gekommen. Es läßt sich darüber streiten, ob wir – die Kinder und Enkelkinder der sogenannten Zeitzeugen und Überlebenden – uns überhaupt an etwas ‚erinnern‘ können, was wir selbst nicht erlebt haben. Und gilt dies nicht erst recht für unsere Kinder und Kindeskinder? 

Vor diesem Hintergrund wird die Frage, wie eine gemeinsame Kultur des Gedenkens zwischen Juden/Jüdinnen und Christen/Christinnen gestaltet werden kann, zu einer elementaren Herausforderung für uns und unsere Zukunft.

In seinem Buch „Nicht für Deutsche…? Yad Vashem als Ort und Wirklichkeit“ (AphorismA Verlag Berlin 2021) führt Georg Rößler seine Leser und Leserinnen durch die Jerusalemer Shoa-Gedenkstätte am Herzlberg, wo die Frage nach einer Erinnerungskultur eine jüdische und israelische Antwort gefunden hat.

Unterwegs teilt er mit uns – als Deutsch-Israeli und langjähriger Reiseleiter deutscher Reisegruppen  – seine Gedanken über die Darstellung der Shoa aus deutscher und israelischer Perspektive, über den Umgang mit unserer Geschichte und über Wege, wie die Erinnerung an die Vergangenheit auch für nachfolgende Generationen eine Zukunft haben kann. 

***

Georg Rößler, gebürtiger Düsseldorfer, lebt seit über 30 Jahren in Jerusalem. Er ist Reiseveranstalter und Co-Direktor von SK-Tours in Nature, Gründer und ehrenamtlicher Co-Direktor von SOS-Gewalt/Zentrum für Friedenspädagogik in Israel.

Anmeldung bis 31. Januar 2023 an gcjz-dillenburg@gmx.de.  Eine E-Mail mit dem Link zum Zoom-Meeting wird zeitnah vergeschickt.

Abschied von Hermann Sieben

* 06. Juni 1933 + 13. Januar 2023 – r.i.p.

Loyaler Freund Israels und der Palästinenser und ein großes Vorbild

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

vor wenigen Tagen, am 13. Januar 2023, hat Hermann Sieben sein langes Leben im Dienst des Friedens vollendet. Er war vielen Menschen bekannt, zum einen durch sein Wirken als Leiter des internationalen Jugendaustausches der Bundesrepublik Deutschland mit Ägypten, Jordanien und Israel, und zum anderen durch seinen loyalen, unbeirrbaren und unglaublich erfolgreichen Einsatz für das jüdisch-arabische Friedensdorf Neve Shalom Wahat al-Salam in Israel (deutsch: „Oase des Friedens“).

Hermann Sieben begleitete den deutschen Freundeskreis des Dorfes fast von Anfang an. Er wurde 1985 stellvertretender Vorsitzender,  war von 1989 bis 2013 Vorsitzender des „Freunde von Neve Shalom Wahat al-Salam e.V.“ und blieb danach – bis zu seinem Tode – Ehrenvorsitzender. Zugleich war er seit ihrer Gründung Vorsitzender der von ihm initiierten Bruno-Hussar-Stiftung.

Sowohl in seiner Arbeit im Jugendaustausch als auch in seinem Einsatz für die Bildungseinrichtungen des Friedensdorfes wurde er zu einer Institution. Sein Handbuch über den deutschen Jugendaustausch wurde zum Standardwerk. Eine ganze Generation von Multiplikatoren bildete er fort und brachte sie mit Gesprächspartnern in den Zielländern zusammen. Viele von ihnen reisten mit ihm auch nach Neve Shalom.

Hermann Sieben wusste: Frieden und Versöhnung entstehen nicht von selbst. Er wusste Menschen dafür zu begeistern und eröffnete ihnen konkrete Möglichkeiten, sich – ihren Fähigkeiten und Qualifikationen entsprechend – zu engagieren. So wurde er zum Pionier der doppelten Solidarität mit Juden und palästinensischen Arabern in Deutschland.

Er wusste auch: So gut pädagogische Arbeit auch sein mag – ohne die notwendigen materiellen Voraussetzungen ist ein langfristiger Erfolg kaum möglich. So sorgte er durch sein unermüdliches und unerschrockenes Werben für das Friedensdorf und dank der von ihm erwirkten Hilfe durch Stiftungen und Kirchen, durch Bundesländer, Städte und Gemeinden und nicht zuletzt auch durch Einzelspender nicht nur dafür, dass die Bildungsinstitutionen in Neve Shalom • Wahat al-Salam ihre friedenspädagogische Arbeit tun und weiterentwickeln konnten.

Er erreichte zusätzlich, dass das Gästehaus gebaut und 1992 eingeweiht werden konnte. Dort konnten fortan sowohl Teilnehmergruppen von Workshops und Kursen des Begegnungs- und Fortbildungszentrums „School for Peace“ übernachten als auch andere Gäste – zugleich eine Einkommensquelle und ein wichtiger Arbeitgeber für das Dorf. Auf seine Initiative hin konnte einige Jahr später auch das Volontärshaus gebaut und eingeweiht werden.

Besonders lagen Hermann Sieben die Grundschule und  die „School for Peace“ am Herzen. Mehrfach kam er dem Dorf buchstäblich als Ein-Mann-Feuerwehr zu Hilfe. So half er der Grundschule aus einer bedrückenden Schuldensituation wegen der hohen Transportkosten für die damals ca. 85% externen Schulkinder: Er organisierte die Finanzierung von zwei großen Schulbussen, die der Grundschule dann etliche Jahre für den Transport zur Verfügung standen.  – Während der Pandemie sorgte er über die Bruno-Hussar-Stiftung dafür, dass die School for Peace für die Unterkunft von TeilnehmerInnen an Präsenz-Workshops bezahlen und das Gästehaus zugleich ökonomisch überleben konnte.

Unzählige Stunden seines Lebens hat Hermann Sieben seiner vollkommen ehrenamtlichen Arbeit für Neve Shalom • Wahat al-Salam gewidmet. Wie groß seine Leistung als Förderer des Friedensdorfes war, wurde uns erst richtig klar, als wir ihn 2013 als Vorsitzenden unseres Vereins verabschiedeten und die Überweisungen des Vereins an die Bildungseinrichtungen noch einmal anschauten. Was wir entdeckten, war unglaublich: In den 28 Jahren seines Vereinsvorsitzes hatte Hermann mehrere Millionen Euro an Spenden gesammelt.

Hermann Sieben wurde am 26. Januar 2023 in St. Augustin bei Bonn beigesetzt.

In großer Dankbarkeit und tiefem Respekt

„Freunde von Neve Shalom • Wahat al-Salam e.V.“                                                                             

Ulla Philipps-Heck (Vorsitzende) – 27.01.2023

Understanding the Pain of Others

The Holocaust, the Nakba und German Memory Culture

Podiumsdiskussion: Donnerstag, 2. Februar 2023, 19:00 h

Gesprächsleitung: Susan Neiman, Potsdam

Live im Einstein Forum – Auch im Live-Stream via Zoom (hier registrieren)

 
In her book Understanding the Pain of Others, the author Charlotte Wiedemann pleads for a new inclusive memory culture that promotes solidarity instead of competition among victims. Doing justice to the victims of colonial crimes and their descendants does not call into question the specificity of the Shoah. On the contrary: the importance of human rights for all is a central lesson from the Holocaust. But tragically, Holocaust memory has not brought us much closer to such universal values.
In their co-edited volume The Holocaust and the Nakba: A New Grammar of Trauma and History Amos Goldberg, Bashir Bashir, and the contributors to the volume explore the possibility of creating a shared language for discussing the memories of two entangled, but entirely different historical events: the genocide of European Jews and the displacement of Palestinians. At the center of this new language is the concept of empathic unsettlement which challenges the mutual denial of the suffering of the Other, recognizes the political asymmetries in Israel-Palestine, and gives rise to an egalitarian binationalism.
This debate was originally scheduled to take place in the Goethe Institute Tel Aviv but was cancelled due to political pressure.


Charlotte Wiedemann
is a journalist and author. She has published numerous books on international topics, most recently Den Schmerz der Anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis (2022). Afflicted by silence in her own family, she has followed debates about German responsibility for National Socialism for four decades.

Bashir Bashir
is associate professor of political theory at the Open University of Israel and senior research fellow at the Van Leer Jerusalem Institute. His research interests are: democratic theory, nationalism and citizenship studies, liberalism, decolonization, and reconciliation. His most recent publication is The Arab and Jewish Questions: Geographies of Engagement in Palestine and Beyond (2020).
 
Amos Goldberg is associate professor of Jewish History and Contemporary Jewry at the Hebrew University of Jerusalem. For decades he has researched Holocaust memory at the intersection of history, critical theory, and literature. His publications include Trauma in First Person: Diary Writing during the Holocaust (2017) and his co-edited volume Marking Evil: Holocaust Memory in the Global Age (2015).

Queerness is part of Palestinian culture

Ein Essay von Eliyahu Freedman auf +972 – Der Titel dürfte manchen vielleicht zuerst erstaunen…

We’ve existed forever’ – Elias Jahshan, editor of the anthology ‘This Arab is Queer,’ discusses sexuality in the Arab world, Israeli pinkwashing, and his dream of a liberated Jaffa.

Hermann Sieben gestorben – r.i.p

Am 13. Januar 2022 ist der langjährige Vorsitzende des deutschen Freundeskreises Wahat al-Salam – Neve Shalom und der Bruno Hussar-Stiftung gestorben.

Ausführlicher Nachruf des deutschen Freundeskreises von WaS/NeSh.

Links im blauen Hemd, gut gelaut auch über 80jährig noch weiter aktiv, auch nachdem er den Vereinsvorsitz niedergelegt hatte. (Aus dem Rundbrief des FK, Mai 2022)

Hier der Hinweis auf die Seite von Wahat al-Salam – Neve Shalom

Hitzig, Hoffmann – Kron

Marko Martin würdigt in der Jüdischen Allgemeinen Norbert Krons Roman »Der Mann, der E.T.A. Hoffmann erfand«, der dem jüdischen Biographen des Schriftstellers ein Denkmal setze …

„Norbert Kron zeichnet indessen kein Kitschbild einer sogenannten deutsch-jüdischen Symbiose. Da doch selbst der so tief in der Kultur seines Landes verwurzelte Hitzig häufig auf seine Außenseiter-Position zurückgestoßen wird – einmal bei einem weinseligen Abend bei Lutter & Wegner am Berliner Gendarmenmarkt sogar von Freund Hoffmann selbst. Ein Schauspieler deklamiert Shakespeares berühmt-berüchtigte Shylock-Zeilen, die alkoholisierte Runde fällt grölend mit ein, während Hoffmann das alles auch dann noch für Jux und Alberei hält, als die ersten antisemitischen Sprüche zu vernehmen sind.“

Buchhinweis: Der Mann, der ETA Hoffmann erfand … und ein kleine weitere Publikation zu Julius E. Hitzig.

Black Hebrew Israelites

Einen ausführlichen und lesenswerten Essay von Natalie Meinert zur dieser „Bewegung“, die „durch Prominente wie Kanye West mediale Aufmerksamkeit“ erhält, findet sich auf den Portal „Die Eule [„Nachrichten und Meinungen zu Kirche, Politik und Kultur“]. „Schnell werden warnende Antisemitismus-Rufe laut. Doch ganz so einfach ist es nicht“, heißt es im Einleitungstext.

Bild aus dem Beitrag: Montage (Kanye West: Cosmopolitan UK, Wikimedia Commons, CC BY 3.0; Demonstration der Israelite Church of God in Jesus Christ, Werbematerial)

Bekenntnisse deutscher Normalos von 1934 online

Der Berliner Zeitung erinnert – aus gegebenem Anlaß … an eine Publikation aus dem Jahr 2018 – und mit dem Link zu den Online-Daten:

„Vor 90 Jahren gesammelt, von der Stanford University digitalisiert: Hunderte individuelle Texte, die offenbaren, was normale Leute an Hitlers Ideen faszinierte.“

„Die (.) der großen Öffentlichkeit zugängliche Sammlung birgt Teile der Antwort auf die Frage, wie die Deutschen zu einem Volk wurden, das Raub und Massenmord als begrüßenswerte Methoden staatlichen Handelns erachtete. Die meisten der Schreiber werden sich über die sozialpolitischen Großtaten der Naziregierung ebenso gefreut haben wie über das Verschwinden der Juden. An der Kleinteiligkeit der Biogramme mögen Wissenschaftler verzweifeln.

Aber wer heute wissen möchte, warum nationalistische Ideen wieder Massen ergreifen, wird in den politischen Lebensberichten deutscher Normalos von 1934 einige Antworten finden. Was nervt heute? Parteiengezänk, laute Minderheiten, unfähige Politiker. Wir sehen den Zorn der Abgehängten, den Neid der Zukurzgekommenen, die Furcht vor neuer Konkurrenz, Abstiegsängste. Und erkennen sie wieder.“

Nicht die Augen verschließen

Und nicht den falschen Propheten folgen …

Im Podcast Weltzeit von Deutschlandfunk Kultur widmet sich Judith Poppe einem ungewöhnlichen, unbeliebten und sehr widerstänigen Thema, das nichtsdestotrotz oder gerade deswegen viel mehr Beachtung erfahren muß, auch wenn in Zeiten wie diesen es wenig aussichtsreich erscheint, die Regierungen dafür zu gewinnen:

Palästina: Das Tabuthema Holocaust

Bücher über die Shoa gibt in Palästina kaum. Wer über ihn informieren möchte, gilt schnell als einer, der die israelische Besatzung normalisiert, und muß sich auf Todesdrohungen einstellen. Einige Intellektuelle versuchen es trotzdem.

Unter anderem geht es um die Arbeit von Mohammed Dajani, der nicht zuletzt durch seine Reise mit palästinensischen Studierenden nach Auschiwtz bekannt wurde und um seine Arbeit mit und in der Nichtregierungsorganisation Wasatia.

(c) Photo: R.Zimmer-Winkel 2022

oder um den Filmemacher Mohammed Alatar, der 2022 auch mit seinen Arbeiten und Ideen auf Deutschlandreise war; von ihm stammen die Filme The Iron Wall, Jerusalem – the East Side Story, Broken und über Michel Sabbah, eh. Lat. Patriarch von Jerusalem.

Hier kann das das Audio von DLF Kulturheruntergeladen werd en.