Ehekrach, Streit mit den Nachbarn, familiäre Probleme: Faten Harb ist eine der ersten weiblichen „Mukhtaras“ in Gaza. In dieser traditionellen Männerrolle vermittelt sie, wo es Konflikte gibt. Doch seit Kriegsbeginn dreht sich vieles um Vertreibung, Armut und Tod. …
(Leider hinter der Bezahlschranke) … aber sehr lesenswert: Carolin Emcke fragt danach, wie wir unsere Empathie im Gaza-Konflikt? Was braucht es, um das Leid des jeweils anderen zu verstehen und anzuerkennen.
Am 23. September erscheint bei S. Fischer ihr Buch: Was zählt ein Mensch? (978-3-10-397698-4 / 24,00 €), der SZ-Magazin-Beitrag ist Collage und VOrabdruck daraus.
Die Adresse Groner Tor ist irgendwie noch immer präsent bei mir… Dort saß die „Buntstiftung“, eine der Vorläuferinnen der Heinrich Böll-Stiftung und da war auch Bernd Asbachs Büro. Schon Mitte der 1990er Jahre gab es Kontakt zum diAk, dem Bernd über Jahrzehnte verbunden war, aktiv im Vorstand oder bei den Publikationen, aber auch immer wo es möglich war, durch institutionelle Kooperationen, Stichwort etwa Arnoldshain. Als Nahostreferent der Heinrich Böll-Stiftung seit 1997 baute er die Büros Tel Aviv, Ramallah, Beirut und Rabat mit auf. Davon hat auch die Arbeit des diAk immer wieder profitieren können.
Julia Scherf, über viele Jahre Vorsitzende des diAk, hat es so beschrieben:
„Anstatt zu hetzen, plante Bernd mit Bedacht. Als mein unmittelbarer Vorgesetzter in Berlin unterstützte mich seine Anerkennung und Förderung unserer Ideen aus dem Büro Tel Aviv. Natürlich kam er auch während der 2. Intifada mit Selbstmordanschlägen in Israel zu Besuch: Er gab mir uneingeschränkt Zugang und Vertrauen zu den von ihm in den neunziger Jahren aufgebauten exzellenten Kontakte in die israelische Zivilgesellschaft. Bernd brachte mich auch zur Vorstandsarbeit im Deutsch-Israelischen Arbeitskreis und brachte dort seine Erfahrungen im Nahen Osten in die ehrenamtliche Arbeit ein, weit über Textredaktionen der vierteljährlichen israel & palästina Ausgaben hinaus!“
Der diAk wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren und seine Arbeit zwischen den Linien und über Grenzen hinweg dankbar erinnern.
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Birte und seinem Sohn Anton.
rzw
Bernd Asbach, hier mit (rechts) René Wildangel in der Ev. Akademie Arnoldshain, auf einem der legendären – diAk-Jahresseminare; im Hintergrund Khalil Toama aus Frankfurt/M. – Photo: Jörn Boehme. Oktober 2006.
Etwas streng schauend, aber engagiert: Bernd Asbach bei der Eröffnung des Böll-Büros in Ramallah, Februar 2008 – Photo: Christian Sterzing.
Am 10. Mai 1934, dem ersten Jahrestag der NS-Bücherverbrennungen, wurde im Haus Nr. 65 am Boulevard Arago im 13. Pariser Arrondissement die Deutsche Freiheitsbibliothek eingeweiht. Sie sammelte Bücher, die in Deutschland verboten und vernichtet worden waren. Gegründet wurde sie von Exilierten aus Deutschland mit Unterstützung französischer Intellektueller.
Mittels deutscher und französischer Quellen erzählt die Germanistin Ute Lemke die Geschichte dieser besonderen Bibliothek: Von wem wurde sie initiiert und finanziert? Wann und warum musste sie schließen? Und was geschah mit den Büchern während des Zweiten Weltkrieges und danach?
Und dazu eine lesenswerte Erklärung von Rabbi Jonathan Wittenberg, Senior Rabbi of Masorti Judaism UK, und Rabbi Emeritus of the New North London Synagogue
… Thank God for those who have the courage, through their protective presence, to oppose such intimidation, injustice and aggression with body and soul. It is they who truly uphold the commandments of the Torah and the essential values of Judaism. We cannot remain bystanders. We must affirm through our words and deeds what the Torah demands of us in the name of justice, compassion and human dignity, and for the sake, however distant it currently seems, of a better future for all.
Vielleicht nicht mehr bei dieser Knesset-Wahl (und hoffend, das System ist stabil genug, daß es nicht die letzte sein wird), es tut sich auch einiges in der ultra-orthodoxen Welt der Haremdim: Ein interessanter Beitrag von Aaron Rabinowitz auf Haaretz.com:
„As frustration mounts over the draft crisis and the Haredi parties‘ record in government, new ultra-Orthodox movements are calling for direct voter influence, posing an unprecedented challenge to the establishment“