Scharfe Kritik des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin an Regierung

Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat in einer Rede zum Ende der Sommerpause im israelischen Parlament scharfe Kritik an der israelischen Regierung geübt.

The central message of Rivlin’s speech was what he could not help but describe as „a continuous attempt to weaken the gatekeepers of the Israeli democracy.“ „We are witnessing the winds of change, or a second revolution. This time, the majority rule is the only ruler. The whole country and its institutions are full of politics. This revolution seeks to finally rip the mask of alleged hypocrisy off the gatekeepers. In
this revolution, the ruler is also the victim. ‚We’ll show them‘ is the soundtrack of the revolution. The stateliness has gone from our country, after us the deluge,“ the president added. (…) He spoke of a chasm „between the responsible attempt to the define, after many years, the breach in the relationship between the legislative and judicial branches; to delineate judicial criticism; to ask questions about the mechanism of appointing judges to reach a more varied and representative judges‘ panel, and between attempts to terrorize the court and weaken it, to actively invite the public to undermine its authorities and rulings.

Der gesamte Kommentar findet sich auf den Seiten von Ynet News:
https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5032963,00.html

Chemi Shalev (Haaretz) kontrastiert Rivlins Rede mit dem offenkundigen Desinteresse der Minister in der Knesset:

Senior ministers were demonstrably uninterested in Rivlin’s speech, joking and sniggering amongst themselves in the Knesset hall as if they weren’t the first addressees on Rivlin’s list. The next day they sent out their attack dogs to cast the president as yet another traitor and left wing appeaser who is simply settling personal scores with Netanyahu. That’s more convenient, of course, than looking in the mirror that Rivlin held up to their faces and seeing the instigators, collaborators and enablers of a right wing putsch against Israeli democracy.

„Aufrechter Gang“ für Judith und Reiner Bernstein

Der diAk gratuliert Judith und Reiner Bernstein zur Verleihung des  Preises „Aufrechter Gang“ der Humanistischen Union München-Südbayern (HU).

Untenstehend die Pressemitteilung, auch nachzulesen unter http://suedbayern.humanistische-union.de/nc/aktuelles/aktuelles_detail/back/presse-7/article/preis-aufrechter-gang-fuer-judith-und-reiner-bernstein/

Pressemitteilung der HUMANISTISCHE UNION e.V. – Die Bürgerrechtsorganisation, vereinigt mit der Gustav Heinemann-Initiative, Regionalverband München-Südbayern

Für ihren Einsatz zur Verlegung von Stolpersteinen in München sowie ihren unermüdlichen Beitrag zur Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern erhalten Judith und Reiner Bernstein den Preis „Aufrechter Gang“ der Humanistischen Union München-Südbayern (HU).

Judith Bernstein ist in Jerusalem geboren als Tochter deutscher Juden, die nach Palästina auswandern mussten. Dr. Reiner Bernstein ist Historiker und Publizist; er hat sich in vielen Schriften mit der Situation im Nahen Osten auseinandergesetzt.

Im Vorstand der „Initiative Stolpersteine für München“ haben beide jahrelang gemeinsam für die Verlegung der Stolpersteine auf öffentlichem Grund gekämpft. Immer wieder wurde ihre Arbeit vom Münchner Stadtrat behindert und die Verlegung auf öffentlichem Grund verboten, obwohl bereits in fast 1200 deutschen Kommunen Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer der Nazidiktatur verlegt wurden.

In zahlreichen Veranstaltungen zur friedlichen Regelung des Nahostkonflikts haben Judith und Reiner Bernstein sich engagiert. Sie treten für die politische Koexistenz beider Völker ein und setzen dafür ihre Kontakte zu israelischen und palästinensischen Friedensgruppen ein. Auch in der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe sollen Brücken des Verständnisses und der Zusammenarbeit gebaut werden.

Weil im Münchner Rathaus CSU und SPD die Kritik an der Siedlungspolitik der israelischen Regierung mit Antisemitismus gleichsetzen, sollen keine kommunalen Räume für ihre Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Dieser absurde Vorwurf trifft jetzt auch die Humanistische Union, d.h. der HU wird die Nutzung kommunaler Räume für die Preisverleihung verwehrt.

Vor dem Hintergrund, dass die HU in ihrer Arbeit besonders ihrem Mitgründer Fritz Bauer verpflichtet ist, der durch sein Engagement u.a. den Frankfurter Auschwitz Prozess maßgeblich vorangetrieben hat, erscheint das Verbot, städtische Räume zu nutzen, geradezu skandalös!

Trotz dieser Widrigkeiten wird die Humanistische Union Judith und Reiner Bernstein mit ihrem Preis „Aufrechter Gang“ für ihr Engagement und ihren Widerstand gegen den öffentlichen Machtanspruch sowie für ihren Kampf für die Meinungsfreiheit im Geiste des Grundgesetzes auszeichnen. Die Preisverleihung wird Anfang 2018 stattfinden. Die Laudatio hält der Autor Dr. Tilman Spengler.

Mit diesem Preis würdigt die Humanistische Union seit 30 Jahren Frauen und Männer, die sich in Bayern für Bürgerrechte und Demokratie einsetzen und mit dieser Haltung zur demokratischen und politischen Kultur beitragen.

Rezensionen von „100 Dokumente aus 100 Jahren“ im ‚Standard‘ und in ‚Welttrends‘

Zum einen geht John Bunzl aus dem österreichischen Standard vom 18. Oktober auf den Dokumentenband ein, was auch online nachzulesen ist: https://derstandard.at/2000066264661/100-Dokumente-aus-100-Jahren

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Das Buch eignet sich als hervorragendes Nachschlagewerk und Orientierungshilfe und ist sowohl für akademische und diplomatische Institutionen als auch für den interessierten Laien geeignet. Ein Vorzug des Bandes besteht auch darin, dass er nicht parteiisch ist, obwohl die unterschiedlichen Standpunkte der Konfliktparteien sehr wohl zum Ausdruck gebracht werden. (John Bunzl, Der Standard, 18.10.2017)

Zum anderen wird in der ‚Bücherschau‘ des neuen Welttrends (Nr. 132 / Oktober 2017) der Band von Majd El-Safadi ausdrücklich gelobt für seine „beeindruckende Sammlung von Dokumenten, die nicht einfach die Geschichte des Konflikts nachzeichnen, sondern die wichtigsten Abschnitte abbilden“ und geht auf einzelne Dokumente gesondert ein.

Reaktionen in Israel auf das Abschneiden der AfD bei den Bundestagswahlen

Eine erste Stellungnahme in Auszügen zum Abschneiden der AfD bei den Bundestagswahlen von Moshe Zimmerman und Shimon Stein in Haaretz vom 25. September.

Why Israel Won’t Condemn the Shocking Success of Germany’s Far-right Extremists

After its improper, evasive, even complicit responses to Charlottesville, to Trump and to Hungary’s anti-Semitic anti-Soros campaign, it’s no surprise that Israel’s response to neo-Nazis in the Bundestag is a deafening silence

Here Israel cannot waver: The AfD politicians pulled the usual trick – they were also eager to show their support for Israel or brag about Jews joining the party, and on top of it referred to the „common adversary“: the mainly Muslim refugees/infiltrators ‚flooding‘ into Germany. Will this bear-hug do the trick? No objective observer can have any doubts: This alleged alliance against Muslims or Arabs, suggested by the AfD and other populists, is a pitfall which Israel must avoid at all costs. Not only is it an imagined alliance; it is a betrayal of the fight against anti-Semitism and of the basic human values of Zionism. Israelis should have shown more esteem for Angela Merkel’s welcome gesture towards the refugees. A blind eye to racism and intolerance in Germany, in Europe, for the sake of getting support for the present Israeli policies in the occupied territories is a disgrace. The AfD is more than just another populist, racist European Party. It is a movement that intends to turn the clock back on democratic Germany’s effort to learn from its terrible past for the sake of an enlightened and tolerant future. Official Israel must to join the anti-AfD majority in Germany in its fight against the enemies of an open society.

Den vollständigen Artikel findet sich im Premium-Angebot von Haaretz.

Das Kalenderblatt im Oktober 2017

An dieser Stelle präsentieren wir zu jedem Monatsanfang ein neues Kalenderblatt aus dem diAk-Kalender für das Jahr 2017 (erschienen als Ausgabe IV/2016) – mit vielen Photos und Geschichten zu den Personen und Projekten hinter der Initiative Combatants for Peace.

Im Oktober werden die Aktivitäten und Proteste der Qalquilya-Tel Aviv-Gruppe der Combatants porträtiert.

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