Kalender 2026 – November

israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2025

During war, displacements, and destruction, Ahmed Muin founded a musical group called Gaza Birds Singing (GBS), made up of displaced children and talented music teachers from Gaza. Together, they sing for love, for freedom, for life. Through music, they try to give children their voice back and offer hope against the rubble.

gofund.me/e4b2135a | : gazabirdssinging
www.songsfromtherubble.com

Es war das elfte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erschienen ist:

Kalender 2026

Und der Nachtrag aus dem September!

Palästina zwischen Augen

Palästina zwischen Augen is an exhibition and public programme bringing together film and video, installation, sound, photography and drawing. It invites us to question and widen the ways we have learned to see, and with them the stories we tell about ourselves.

The curators describe the exhibition as follows: “Palästina zwischen Augen examines the social structures that shape how we perceive, and how these structures determine whose humanity becomes visible, recognizable and worthy of empathy.

Despite the overwhelming availability of visual evidence, testimony and live-streamed footage from Gaza and the wider region, the acknowledgment that these document a genocide is broadly withheld in dominant German discourse. This refusal is sustained by a normalized disavowal of Palestinian subjectivity. The exhibition asks how this is possible.
Palästina zwischen Augen intervenes in the realm of perception. It brings together artistic practices that confront racial hierarchies and the criminalization of solidarity with Palestine; trace continuities of coloniality through public and family archives; address Palestinian diaspora and histories of solidarity with Palestinian liberation in the GDR; reclaim narratives of destruction from within erased lifeworlds; and draw on collective perseverance and anticolonial internationalism as forms of resistance.

Palästina zwischen Augen insists on the necessity of a public space in which we can question the limits placed on our gaze — and reassemble, together, as a collective sensorium.”

Artists: Mohamed Abusal, Shiva Addanki, Basma al-Sharif, Sophie Ataya, Yuval Carasso, Pary El-Qalqili, Natascha Sadr Haghighian, Dirar Kalash, Talya Lubinsky, Jumana Manna, Stellar Meris, Joshua Schwebel

Curators: Hannah Beilharz (until July 2026), Yuval Carasso, Talya Lubinsky, Joshua Schwebel, Gabriela Manda Seith

Nahost: Bewahrt die Menschlichkeit

Krieg, Leid und verhärtete Fronten prägen seit Jahren die Situation im Nahen Osten. Die Positionen sind oft verhärtet, auch in Deutschland. Zudem fragen sich viele Menschen nicht erst nach der Wahl im Staat Israel, wie Frieden und Verständigung überhaupt noch möglich sein sollen.

Ein Impulspapier und ein Gebet nähern sich einem Lichtblick an, der zu einem Perspektivwechsel aufruft.

Im Herbst 2026 bleibt die Lage im Heiligen Land von Angst, Gewalt und politischer Unsicherheit geprägt. Gleichzeitig hat der Antisemitismus in Deutschland massiv zugenommen. Jüdinnen und Juden fühlen sich in Deutschland immer weniger sicher.

Ähnliche Erfahrungen machen muslimische Mitbürger*innen, beschreiben die Fach-Journalistin Katja Dorothea Buck und Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Referent für Interreligiösen Dialog – Schwerpunkt Islam und Christ*innen im Mittleren Osten –  im Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW, die Situation: Auch Christ*innen aus dem Nahen Osten, die hier fälschlicherweise als Muslime wahrgenommen werden, litten unter zunehmender Muslim- und Fremdenfeindlichkeit. Beide Expert*innen sind sich einig: „Wir spüren vielfach Polarisierungen, die Gespräche erheblich erschweren.“ Es werde teilweise mit Unterstellungen gearbeitet und Positionen verhärten sich.

Verletzungen auf beiden Seiten

Die Fachjournalistin und der promovierte Pfarrer sind seit Jahrzehnten in der Nahostregion unterwegs. Ihr Augenmerk gilt den Menschen, die auf den unterschiedlichen Seiten leiden, weil Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt herrschen. In vielen Gesprächen mit Israelis und Palästinenser*innen, Jüdinnen und Juden, Muslim*innen und Christ*innen erleben sie immer wieder: „Traumata gibt es auf allen Seiten. Verwundungen über Jahrzehnte wirken nach.“

# Mehr Empathie für das Leid des anderen

Buck und Goetze empfehlen einen grundlegenden Perspektivwechsel. Sie regen an: „Es braucht mehr Empathie für das Leid der jeweils anderen Seite.“ Dazu formulieren sie drei Schritte aus der Hilflosigkeit:

# Schluß mit Pauschalverurteilungen:

Jüdinnen und Juden in Deutschland dürfen nicht für das Leid in Gaza und die Siedlergewalt in der Westbank verantwortlich gemacht werden – Antisemitismus muss entschlossen entgegengetreten werden. Gleichzeitig dürfen Muslim*innen nicht unter Generalverdacht gestellt oder mit der Terrororganisation Hamas gleichgesetzt werden.

# Zugehörigkeit fördern:

Es gilt, sich immer wieder neu zu fragen, was gemeinsam gegen Ausgrenzung, Polarisierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit getan werden kann.

Gelebte interreligiöse Verständigung:

Alle jüdischen, christlichen und islamischen Gemeinden in Deutschland sind aufgerufen, den Dialog auf allen Ebenen aktiv zu suchen und auszubauen.

Sie betonen abschließend: „Der 7. Oktober und seine Folgen, die unvorstellbares Grauen in die gesamte Nah-Ost-Region gebracht haben, soll uns allen eine Mahnung zur Menschlichkeit sein.“

Zum vollständigen Aufruf und den Gebeten

Lesetipp der Verfassenden:

Johannes C. Mieth hat als Abschlussarbeit im Studium der Evangelischen Theologie eine Untersuchung der Reaktionen und Stellungnahmen der 20 Evangelischen Kirchen in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 vorgelegt. Er fragte dabei, auf welche der nachfolgenden Entwicklungen die Kirchen wie reagiert haben. Den Stellungsnahmen aus Deutschland hat er palästinensische und nahöstliche christliche Stimmen vorangestellt und untersucht. Die Analyse der Reaktionen aus Deutschland zum Nah-Ost-Konflikt zeigt: Die Kirchen haben nicht zum Nah-Ost-Konflikt geschwiegen. Die Frage ist nur, wie sie über ihn geredet und worüber sie geschwiegen haben. Es zeigt sich, dass noch eine weite Wegstrecke vor den Kirchen liegt, wenn es darum geht, differenziert jüdisch-israelische wie palästinensisch-christliche Stimmen zu hören und ins Gespräch zu bringen. Eine grundlegende Arbeit, die zur Selbstreflexion und zum Überdenken mancher Positionen innerhalb der evangelischen Kirchen in Deutschland einlädt. Ein ausführliches Vorwort zur Einordnung der Arbeit hat Katja Dorothea Buck geschrieben.

(Hinweis: Am 2.11. wurde das PDF durch eine leicht korrigierte Fassung ersetzt.)

The day after – and now?

Zoom: J Street and the New Israel Fund for a post-election conversation with leading Israeli political analyst Dahlia Scheindlin and New Israel Fund CEO Mickey Gitzin, moderated by J Street’s Chief Policy Officer Ilan Goldenberg.

28. Okt. 2026 06:00 PM Berlin – Einwahl/Registrierung

27.Oktober 2027 – woran heute noch denken?

Letzte Ausfahrt Demokratie?

Beitrag auf jpg von Tal Schneider: Selbst eine Abwahl Netanjahus wäre noch keine politische Wende. Doch ein weiterer Wahlsieg könnte Israels Rechtsruck zementieren.

SWP-Podcast 2026/P 22, 22.10.2026 – Muriel Asseburg und Peter Lintl: Auf der Kippe: Wer gewinnt die Parlamentswahl in Israel?

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An kleinen Schritten festhalten …

Beim Ökumenischen Friedensdialog am 23. Oktober 2026 in Osnabrück stand die Frage im Mittelpunkt, wie angesichts der anhaltenden Gewalt im Nahen Osten Wege zu einem gerechten Frieden gefunden werden können.

„Kleine Schritte sind mühselig, aber doch so bedeutend“, erklärte der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz, Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Auch unter schwierigen Bedingungen müsse versucht werden, den Dialog zwischen den Konfliktparteien wieder aufzunehmen. Selbst mitten im Krieg seien Friedensbemühungen möglich, die langfristig Wirkung entfalten könnten.

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, betonte, dass einzelne Friedensschritte eine übergeordnete Perspektive benötigten. Ein gerechter Frieden müsse Gewalt verringern, Freiheit gewährleisten und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. „Wir müssen wegkommen von einem rein militärischen Denken“, forderte Kramer.

Auch die Politikwissenschaftlerin Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik unterstrich die Bedeutung diplomatischer Bemühungen. Zwar hätten bisherige Waffenstillstände keinen dauerhaften Frieden gebracht, dennoch seien die Verringerung der Gewalt und die Freilassung von Geiseln wichtige Fortschritte. Kirchen könnten dabei Orientierung geben, indem sie Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen klar benannten.

(Bericht Radio Vatikan)

Videodokumentation folgt hier später

Bearing Witness Gaza

Bringing to light the evidence and testimonies coming from Gaza since October 7, 2023

Und der Bericht von Haaretz dazu

Was heißt „Religiöser Zionismus?“

Ohne die Person und das Denken von Rav Kook ist nicht zu verstehen, was heute in Israel geschieht, zur kritischen Auseinandersetzung hilft dieser Podcast (… neben weiteren Stimmen …)

„In the third and final episode of our series on religious Zionism, Noam Weissman explores how every major debate within religious Zionism, from West Bank settlements and the Haredi draft to the relationship between faith, ethics, and nationalism, leads back to Rav Abraham Isaac Kook. Noam is joined by scholar Yehudah Mirsky, author of Rav Kook: Mystic in a Time of Revolution, to discuss the mystic, chief rabbi, and foundational thinker whose complex legacy continues to shape Israeli religious and political life. This episode is sponsored by Jewish Lives, a prize-winning series of biographies from Yale University Press. To learn more about Rav Kook’s life, identity, and legacy, you should check out Rav Kook: Mystic in a Time of Revolution by Yehudah Mirsky at www.jewishlives.org and you can use the special promo code KOOKPOD to get 30% off. If you want to sponsor an episode of Unpacking Israeli History email ⁠⁠⁠⁠⁠⁠noam@unpacked.media⁠⁠⁠⁠⁠⁠. Connect with Noam on Istragram at ⁠⁠⁠⁠Noamlweissman_⁠⁠⁠⁠⁠. And check out our episodes on ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Youtube⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.⁠⁠⁠⁠⁠⁠ ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ This podcast is brought to you by Unpacked, an OpenDor Media brand.“

Bei anderen gesehen/gehört …

Aus der Selbstdarstellung: „Willkommen bei ‚Über Israel und Palästina sprechen‘, dem Podcast, der die Vielfalt der Meinungen zu diesem komplexen Thema in unserer deutschen Gesellschaft hörbar macht. Begleitet uns auf einer Reise durch Perspektiven von Expert*innen, Lehrkräften und Pädagog*innen – mit und ohne Betroffenheitsperspektive – und taucht ein in den facettenreichen Nahostkomplex. Ein Podcast der Gesellschaft im Wandel gGmbH, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Impressum: https://www.gesellschaftimwandel.org/impressum