Der 11. Kalender im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog!
Dieser Kalender ging in den Druck zu einem Zeitpunkt, an dem es einen fragilen Waffenstillstand im Gazastreifen gab, von dem auch heute niemand weiß, ob er auch 2026 halten wird.
In der Westbank verschärft sich die Lage zugleich weiter und in Israel finden wir eine tiefgespaltene Gesellschaft vor, bei der noch nicht klar ist, ob sich die Kräfte der Dominanz oder der Kooperation durchsetzen werden.
Der Photobegleiter in Kalenderform für das Jahr lädt jeden Monat ein, noch einmal auf die Lage im Gazastreifen zu schauen. Die wenigen Quadratkilometer sind versehrt und zerstört, wie es kaum denkbar schien. Aber es sind nicht nur die zerbombten Häuser, auch die Menschen haben Schaden genommen und der Weg der Heilung wird lang.
Die Wunden sind auf beiden Seiten tief und es gilt, sie nicht gegeneinander aufzurechnen, sondern mit Empathie und Zuwendung nach Möglichkeiten zu suchen, wie eine andere Zukunft aussehen kann und was (man:frau:wir) dafür tun können. Eine Möglichkeit gibt es über die jeweiligen Spendenlinks und QR-Codes der Organisationen.
israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2025
During war, displacements, and destruction, Ahmed Muin founded a musical group called Gaza Birds Singing (GBS), made up of displaced children and talented music teachers from Gaza. Together, they sing for love, for freedom, for life. Through music, they try to give children their voice back and offer hope against the rubble.
Es war das elfte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erschienen ist:
Gaza – promise, we will rebuild it – Ein Begleiter durch das Jahr 2026
Palästina zwischen Augen is an exhibition and public programme bringing together film and video, installation, sound, photography and drawing. It invites us to question and widen the ways we have learned to see, and with them the stories we tell about ourselves.
The curators describe the exhibition as follows: “Palästina zwischen Augen examines the social structures that shape how we perceive, and how these structures determine whose humanity becomes visible, recognizable and worthy of empathy.
Despite the overwhelming availability of visual evidence, testimony and live-streamed footage from Gaza and the wider region, the acknowledgment that these document a genocide is broadly withheld in dominant German discourse. This refusal is sustained by a normalized disavowal of Palestinian subjectivity. The exhibition asks how this is possible. Palästina zwischen Augen intervenes in the realm of perception. It brings together artistic practices that confront racial hierarchies and the criminalization of solidarity with Palestine; trace continuities of coloniality through public and family archives; address Palestinian diaspora and histories of solidarity with Palestinian liberation in the GDR; reclaim narratives of destruction from within erased lifeworlds; and draw on collective perseverance and anticolonial internationalism as forms of resistance.
Palästina zwischen Augen insists on the necessity of a public space in which we can question the limits placed on our gaze — and reassemble, together, as a collective sensorium.”
Krieg, Leid und verhärtete Fronten prägen seit Jahren die Situation im Nahen Osten. Die Positionen sind oft verhärtet, auch in Deutschland. Zudem fragen sich viele Menschen nicht erst nach der Wahl im Staat Israel, wie Frieden und Verständigung überhaupt noch möglich sein sollen.
Ein Impulspapier und ein Gebet nähern sich einem Lichtblick an, der zu einem Perspektivwechsel aufruft.
Im Herbst 2026 bleibt die Lage im Heiligen Land von Angst, Gewalt und politischer Unsicherheit geprägt. Gleichzeitig hat der Antisemitismus in Deutschland massiv zugenommen. Jüdinnen und Juden fühlen sich in Deutschland immer weniger sicher.
Ähnliche Erfahrungen machen muslimische Mitbürger*innen, beschreiben die Fach-Journalistin Katja Dorothea Buck und Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Referent für Interreligiösen Dialog – Schwerpunkt Islam und Christ*innen im Mittleren Osten – im Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW, die Situation: Auch Christ*innen aus dem Nahen Osten, die hier fälschlicherweise als Muslime wahrgenommen werden, litten unter zunehmender Muslim- und Fremdenfeindlichkeit. Beide Expert*innen sind sich einig: „Wir spüren vielfach Polarisierungen, die Gespräche erheblich erschweren.“ Es werde teilweise mit Unterstellungen gearbeitet und Positionen verhärten sich.
Verletzungen auf beiden Seiten
Die Fachjournalistin und der promovierte Pfarrer sind seit Jahrzehnten in der Nahostregion unterwegs. Ihr Augenmerk gilt den Menschen, die auf den unterschiedlichen Seiten leiden, weil Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt herrschen. In vielen Gesprächen mit Israelis und Palästinenser*innen, Jüdinnen und Juden, Muslim*innen und Christ*innen erleben sie immer wieder: „Traumata gibt es auf allen Seiten. Verwundungen über Jahrzehnte wirken nach.“
# Mehr Empathie für das Leid des anderen
Buck und Goetze empfehlen einen grundlegenden Perspektivwechsel. Sie regen an: „Es braucht mehr Empathie für das Leid der jeweils anderen Seite.“ Dazu formulieren sie drei Schritte aus der Hilflosigkeit:
# Schluß mit Pauschalverurteilungen:
Jüdinnen und Juden in Deutschland dürfen nicht für das Leid in Gaza und die Siedlergewalt in der Westbank verantwortlich gemacht werden – Antisemitismus muss entschlossen entgegengetreten werden. Gleichzeitig dürfen Muslim*innen nicht unter Generalverdacht gestellt oder mit der Terrororganisation Hamas gleichgesetzt werden.
# Zugehörigkeit fördern:
Es gilt, sich immer wieder neu zu fragen, was gemeinsam gegen Ausgrenzung, Polarisierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit getan werden kann.
Gelebte interreligiöse Verständigung:
Alle jüdischen, christlichen und islamischen Gemeinden in Deutschland sind aufgerufen, den Dialog auf allen Ebenen aktiv zu suchen und auszubauen.
Sie betonen abschließend: „Der 7. Oktober und seine Folgen, die unvorstellbares Grauen in die gesamte Nah-Ost-Region gebracht haben, soll uns allen eine Mahnung zur Menschlichkeit sein.“
Johannes C. Mieth hat als Abschlussarbeit im Studium der Evangelischen Theologie eine Untersuchung der Reaktionen und Stellungnahmen der 20 Evangelischen Kirchen in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 vorgelegt. Er fragte dabei, auf welche der nachfolgenden Entwicklungen die Kirchen wie reagiert haben. Den Stellungsnahmen aus Deutschland hat er palästinensische und nahöstliche christliche Stimmen vorangestellt und untersucht. Die Analyse der Reaktionen aus Deutschland zum Nah-Ost-Konflikt zeigt: Die Kirchen haben nicht zum Nah-Ost-Konflikt geschwiegen. Die Frage ist nur, wie sie über ihn geredet und worüber sie geschwiegen haben. Es zeigt sich, dass noch eine weite Wegstrecke vor den Kirchen liegt, wenn es darum geht, differenziert jüdisch-israelische wie palästinensisch-christliche Stimmen zu hören und ins Gespräch zu bringen. Eine grundlegende Arbeit, die zur Selbstreflexion und zum Überdenken mancher Positionen innerhalb der evangelischen Kirchen in Deutschland einlädt. Ein ausführliches Vorwort zur Einordnung der Arbeit hat Katja Dorothea Buck geschrieben.
Zoom: J Street and the New Israel Fund for a post-election conversation with leading Israeli political analyst Dahlia Scheindlin and New Israel Fund CEO Mickey Gitzin, moderated by J Street’s Chief Policy Officer Ilan Goldenberg.
28. Okt. 2026 06:00 PM Berlin – Einwahl/Registrierung
Eyal Weizman, director of Forensic Architecture and professor of Spatial and Visual Cultures at Goldsmiths, University of London, reflektiert für die London Review of Books über seine Seh-Erfahrungen und Einschätzungen: Necro-Economics lautet der Titel seines Beitrages anläßlich des Films „NAZA, directed by Yuval Abraham and Rachel Szor“ – daran sei an diesem Tag erinnert, der vielleicht eine bedeutende Weichenstellung für die, für eine, für eine andere? Zukunft zwischen Mittelmeer und Jordan bedeuten kann… Und zu den Traumata dieser Tage gehört unzweifelhaft Gaza….
Beitrag auf jpg von Tal Schneider: Selbst eine Abwahl Netanjahus wäre noch keine politische Wende. Doch ein weiterer Wahlsieg könnte Israels Rechtsruck zementieren.
SWP-Podcast 2026/P 22, 22.10.2026 – Muriel Asseburg und Peter Lintl: Auf der Kippe: Wer gewinnt die Parlamentswahl in Israel?
Beim Ökumenischen Friedensdialog am 23. Oktober 2026 in Osnabrück stand die Frage im Mittelpunkt, wie angesichts der anhaltenden Gewalt im Nahen Osten Wege zu einem gerechten Frieden gefunden werden können.
„Kleine Schritte sind mühselig, aber doch so bedeutend“, erklärte der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz, Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Auch unter schwierigen Bedingungen müsse versucht werden, den Dialog zwischen den Konfliktparteien wieder aufzunehmen. Selbst mitten im Krieg seien Friedensbemühungen möglich, die langfristig Wirkung entfalten könnten.
Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, betonte, dass einzelne Friedensschritte eine übergeordnete Perspektive benötigten. Ein gerechter Frieden müsse Gewalt verringern, Freiheit gewährleisten und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. „Wir müssen wegkommen von einem rein militärischen Denken“, forderte Kramer.
Auch die Politikwissenschaftlerin Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik unterstrich die Bedeutung diplomatischer Bemühungen. Zwar hätten bisherige Waffenstillstände keinen dauerhaften Frieden gebracht, dennoch seien die Verringerung der Gewalt und die Freilassung von Geiseln wichtige Fortschritte. Kirchen könnten dabei Orientierung geben, indem sie Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen klar benannten.
Ohne die Person und das Denken von Rav Kook ist nicht zu verstehen, was heute in Israel geschieht, zur kritischen Auseinandersetzung hilft dieser Podcast (… neben weiteren Stimmen …)
„In the third and final episode of our series on religious Zionism, Noam Weissman explores how every major debate within religious Zionism, from West Bank settlements and the Haredi draft to the relationship between faith, ethics, and nationalism, leads back to Rav Abraham Isaac Kook. Noam is joined by scholar Yehudah Mirsky, author of Rav Kook: Mystic in a Time of Revolution, to discuss the mystic, chief rabbi, and foundational thinker whose complex legacy continues to shape Israeli religious and political life. This episode is sponsored by Jewish Lives, a prize-winning series of biographies from Yale University Press. To learn more about Rav Kook’s life, identity, and legacy, you should check out Rav Kook: Mystic in a Time of Revolution by Yehudah Mirsky at www.jewishlives.org and you can use the special promo code KOOKPOD to get 30% off. If you want to sponsor an episode of Unpacking Israeli History email noam@unpacked.media. Connect with Noam on Istragram at Noamlweissman_. And check out our episodes on Youtube. This podcast is brought to you by Unpacked, an OpenDor Media brand.“
Aus der Selbstdarstellung: „Willkommen bei ‚Über Israel und Palästina sprechen‘, dem Podcast, der die Vielfalt der Meinungen zu diesem komplexen Thema in unserer deutschen Gesellschaft hörbar macht. Begleitet uns auf einer Reise durch Perspektiven von Expert*innen, Lehrkräften und Pädagog*innen – mit und ohne Betroffenheitsperspektive – und taucht ein in den facettenreichen Nahostkomplex. Ein Podcast der Gesellschaft im Wandel gGmbH, gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Impressum: https://www.gesellschaftimwandel.org/impressum