Eine radikal menschenrechtliche Stimme

Amira Hass, eine radikal menschenrechtliche Stimme aus Israel

In ihrem Beitrag German Chancellor Olaf Scholz. What is really disgusting stellt die bekannte israelische Journalistin Amira Hass ihre Lesart des Abbas-Auftritts in Berlin dar. Sie spiegelt sie in ihrer Verzweiflung über die israelische Besatzungspolitikund deren Folgen. Dabei verweist sie besonders auf das Vorgehen der israelischen Regierung gegen die sechs palästinensischen Menschenrechts-NGOs. Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten wirft sie ihre Untätigkeit gegenüber diesem Unrecht vor.

Den Horizont weiten…

The Markaz Review (TMR)

is a literary arts publication and cultural institution that curates content and programs on the greater Middle East and our communities in diaspora. The Markaz signifies “the center” in Arabic, as well as Persian, Turkish, Hebrew and Urdu.

Coming soon, TMR’s special issue on Berlin, from guest editor Viola Shafik. Essays, fiction, interviews, art, film and music

Wasser, um des Himmels willen, Wasser…

Das beanstandete die bischöfliche Kommission ‚Justitia & Pax / Justice and Peace in Jerusalem‘ am Freitag, 19. August 2022, in einer Stellungnahme. Israel übe eine strenge Kontrolle über alle Wasserressourcen in Palästina aus und habe dort nichts für die Wasserinfrastruktur getan, vermerkt die Kommission. Zusätzlich zu einer drastischen Verknappung führe dies zu einer Qualitätsverschlechterung des verfügbaren Wassers.

Besonders hart treffe die Situation Dutzende Gemeinden, „die von den israelischen Behörden daran gehindert werden, sich an ein funktionierendes Wassernetz anzuschließen“ sowie jene, die in der Landwirtschaft arbeiteten. Sie seien gezwungen, Wasser zu erheblichen Kosten privat zu kaufen. Da sich das viele nicht leisten könnten, müßten sie ihre landwirtschaftlichen Flächen aufgeben.

Die bischöfliche Kommission wirft Israel vor, mit der Nichtachtung des Rechts auf Wasser die Siedlungspolitik voranzutreiben. Durch Wassermangel aufgegebene Landwirtschaftsflächen etwa könnten von Israel beschlagnahmt werden. Ferner sorge die Zerstörung von Zisternen durch die israelische Armee oder Siedler „zur Entvölkerung, oft in Gebieten, in denen Israel die Präsenz von Siedlern verstärken will“. Israel müsse auf das menschliche Grundbedürfnis nach Wasser eingehen und „den Bewohner:innen Palästinas erlauben, Wasserzisternen zu bauen und zerstörte Zisternen zu reparieren, um Regenwasser zu sammeln und gekauftes Wasser zu speichern“, so die Stellungnahme.

Israel liegt in einer semi-ariden Zone, in der es durchschnittlich an nur 50 Tagen im Jahr regnet. Die Wüste Negev nimmt gut 60 Prozent des Landes ein. Nur drei Wasserquellen versorgen die Bevölkerung im Land. Die Regierung setzt auf Entsalzungsanlagen: 2025 sollen 85 Prozent des Trinkwassers durch das Filtern von Meerwasser gewonnen werden. In den Palästinensergebieten herrscht allerdings chronischer Wassermangel.

(Nachbemerkung: Der originale Wortlaut der Erklärung war noch nicht online zu finden und wird ggfs. nachgereicht bzw. verlinkt)

Nachtrag – 22.8.2022:

JUSTICE AND PEACE COMMISSION

Assembly of Catholic Ordinaries Of the Holy Land

August 19, 2022

A cry in the heat of the summer to respect the right to water

Drink water from your own cistern, flowing water from your own well. (Proverbs 5:15)

As the northern hemisphere passes through a scorching summer, we hear the voices of the thirsty rising up from our land. Water is a vital resource for human existence. The right to water is also basic right. Like in many places in the world, in Israel, people benefit from running water to meet their household needs twenty-four hours a day. However, hundreds of thousands of Palestinians face severe water shortages, especially during the summer months. Some of them have no running water during parts of the summer.

Israel maintains strict control of all water resources in Palestine (the areas of the Palestinian Autonomy and those areas under direct Israeli control). The Israeli authorities have not advanced the development of the water infrastructure in these areas nor its maintenance, causing dire hardship. This is not only causing drastic shortages but also the degradation of the quality of water when it is available.

Worst off are dozens of communities that the Israel authorities prevent from connecting to a functioning water grid, forcing them to buy water privately at considerable cost. The cost increases when water must be transported in areas where there is no easy road access due also to developmental neglect.

Those who work in agriculture in rural areas are particularly badly hit by the water shortage. They have to pay five to nine times the regular price for water, which many cannot afford. They must often abandon their agricultural lands, which can then be confiscated by the Israeli authorities. While Palestinian zones become wasteland because of the lack of water, Israeli settlements in these same areas continue to boast of green lawns and swimming pools.

We call on the Israeli authorities to respond to this basic human need and allow residents of Palestine to construct water cisterns and repair destroyed ones in order to gather rain water and store purchased water. We also hope that this attention to a basic human need will end the destruction of water cisterns by the Israeli army, also impeding Israeli settlers from doing the same. In the past fifteen years, hundreds of cisterns have been destroyed by the Israeli army or settlers. This destruction leads to depopulation, often in areas where Israel is seeking to intensify the presence of settlers.

The need for water is universal and God sends his rain down on one and all. Is anyone listening to this cry?

Besatzung ist Besatzung…

und Widerstand wird nicht geduldet…

So sieht es aus [Twitter], wenn des nachts Besuch kommt, … wegen der Terrorbekämpfung.

Und so beschreibt es Haaretz:

Israel Raids Outlawed Palestinian Rights Groups‘ Offices in West Bank

Defense Minister Benny Gantz declared six Palestinian human rights groups terrorist organizations in 2021, however, several European countries claim Israel had failed to prove these allegations

So sieht es die NZZ.

Wenn es nur dumm wäre …

Ein Kommentar

Da kommt der Präsident Palästinas nach Berlin. Präsident eines Staates in ein Land, das seinen Staat nicht kennt, aber einer der wichtigsten Geldgeber seiner Behörde ist … in das Land, dessen Geschichte und Verbrechen zutiefst auch mit dem Schicksal seines eigenen Volkes verwoben ist. Er trifft den Kanzler, ohne Zweifel kein Freund seines Landes, hat Gelegenheit für die Sicht der palästinensischen Seite zu werben.

Am nächsten Tag spätestens muß man:frau sich fragen, wer (ihn bei) dieser Reise beraten hat.

Es gibt genug an der Politik Israels zu kritisieren, aus der Sicht der Palästinenser allemal. Aber was am Ende bleibt ist eine unsägliche Wortwahl, ein Vergleich, der überall in der Welt fehl am Platz wäre, hier, einen Kilometer Luftlinie vom Sitz Adolf Eichmann, schrillt er umso mehr.

Die offizielle Erklärung, nachgeschoben über die staatliche palästinensische Agentur Wafa. „The Holocaust is the most heinous crime in modern human history” – dieser Satz wäre in der Pressekonferenz die Antwort eines Staatsmannes gewesen, eines Menschen, (ja auch eines Palästinensers) …

Er hat seiner Sache keinen Dienst erwiesen, er hat den Palästinenser:innen in diesem Land keinen Dienst erwiesen und er hat dafür gesorgt, daß über diese Pressekonferenz und über das unsägliche Schweigen von Beteiligten gesprochen wird, nicht aber über Schritte zu einer anderen Politik, auch Deutschlands.

Wenn es nur eine verpaßte Chance wäre, ja, wenn es nur dumm gewesen wäre …

Internationalismus aus Kreuzberg

Manchem mag die Sprache gewöhnungsbedürftig sein, anderen aus der Zeit gefallen, wieder anderen im wahrsten Sinne fort-schriftlich…. Kreuzberg United hat auf seine Hompage einen Reisebericht zu einer Delegation gestellt, die zu dem zum 27. Mal stattgefundenen “Farkha-Festival” (der Palestinian Peoples Party (PPP)) nach Palästina geführt hat… (… einiges dazu ging ja schon durch die Medienlandschaft): Jedenfalls interessant zu lesen:

Yallah, Shabab – Bericht einer Delegationsreise nach Palästina.

Komplexitäten nicht verdrängen

„Frieden gibt es erst, wenn jedem recht geschieht“

Der Zionismus ist ohne Europas Kolonialismus nicht vorstellbar. Aber zugleich ist er die Befreiungsbewegung einer von Europäern unterdrückten Minderheit. Was folgt daraus für die Debatten der Gegenwart?
So führt die FAZ einen Beitrag von Michael Brenner, Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München.

(…)
Diskurs bietet wenig Raum für Komplexitäten

Israels Geschichte ist komplex und teilweise auch paradox. Der Zionismus ist ohne den europäischen Kolonialismus nicht vorstellbar, aber gleichzeitig ist er eine Befreiungsbewegung einer von Europäern unterdrückten Minderheit. Ein Teil der jüdischen Einwanderer nach Israel waren weiße Europäer, die von anderen weißen Europäern vertrieben wurden, ein anderer Teil waren arabische Juden, die von muslimischen Arabern aus ihrer Heimat verwiesen wurden. Die Palästinenser tragen keine Verantwortung am Mord an den europäischen Juden, und doch mussten sie dafür bezahlen.
Der von sozialen Medien beherrschte Diskurs bietet immer weniger Raum, um solchen Komplexitäten der Geschichte und ihrer Konsequenzen für die Gegenwart gerecht zu werden. (…)

Danach: Neu verteilte Karten?

Die Hamas hat sich nicht aktiv an der eltzten Auseinandersetzung beteiligt. Hat sie damit in den Augen der Bevölkerung gewonnen, aber ihre Stellung in Iraels Augen gestärkt, so wie in der Vergangenheit die die PNA oft um ihrer eigenen Vorteile willen, dem Druck „der Straße“ nicht gefolgt ist und mit schwindende Einfluß bezahlt hat?

Ein analytischer Artikel zur aktuellen Situation und Debatte von Daoud Kuttab in den Arab News.

Neve Shalom / Wahat al-Salam zur Situation in Gaza

EIn Waffenstillstand, oder sollte man:frau besser sagen, eine Waffenkampfpause ist eingetreten und scheint aktuell zu halten.

Zur Situation im Gazstreifen das Friedensdorf eine Erkärung beschlossen und einen Aufruf.

Neve Shalom • Wahat al-Salam: Stop the attacks on Gaza!

We in the village of Wahat al-Salam / Neve Shalom call for an end to Israel’s attacks on Gaza. The one that has just ended was the fifth in recent years. We condemn every incidence of murderous military action against civilians.

Palestinians and Israelis everywhere deserve to live in safety without suffering and unnecessary grief. We all need a real peace that allows both peoples to enjoy well-being and freedom. …

From our village, we hear the booms and explosions from missile attacks and see the war planes on their way to bombing locations in Gaza. …

We are therefore initiating an emergency campaign to raise funds to send new supplies and equipment to Gaza hospitals. … The delivery will be carried out by Dr. Raid Haj Yehia, a WASNS resident who, in his capacity as a member of Physicians for Human Rights, makes regular journeys to Gaza for the purpose of providing treatment and delivering medical supplies.

Voller Wortlaut des Appells und Spendenmöglichkeit hier.

Gaza | OCHA Flash Update #2 am Abend

Escalation in the Gaza Strip and Israel | Flash Update #2 as of 18:00, 8 August 2022

KEY POINTS

Following intense hostilities between Palestinian militant factions, led by Palestinian Islamic Jihad (PIJ), and Israel between 5 and 7 August, a ceasefire brokered by Egypt and the UN came into effect on 7 August at 23:30.

The Israeli army and the PIJ have confirmed the end of their respective military operations.
  
OHCHR confirmed a total of 46 Palestinian casualties, including 16 children. MoH in Gaza reported 360 Palestinians injured, including at least 151 children, 58 women and 19 older persons. 

Magen David Adom reported that 47 Israelis have been injured; Israeli authorities reported 70.

Israeli security started to gradually remove restrictions on crossings with Gaza imposed on 2 August, allowing limited movement of people and authorized commodities, including fuel.
   
The Gaza Power Plant, shut down since 6 August, resumed function on 8 August in the afternoon.

1,761 housing units have sustained damages. 450 Palestinians have been internally displaced, and 8,500 people have been impacted by the damages. 

Gaza is slowly starting to return to routine life with the opening of public and private works, markets and educational facilities.

Read the full report