In Sorge um den status quo

Eine Stellungnahme von Ir Amim aus Anlaß der anstehenden (jüdischen) Feiertage

„In recent years, Jewish and Muslim holidays have become flashpoints for unrest in and around the Temple Mount/Haram a-Sharif (TM/HAS) often escalating into clashes and violence. The upcoming holidays also coincide with the weeks leading up to the Israeli national elections, which will likely spur right-wing politicians and activists affiliated with them to capitalize on the timing and take measures to further challenge the status quo on the TM/HAS. …“

….

„As such, these actions are laying the ground for what could devolve into a renewed crisis surrounding the Temple Mount/Haram al-Sharif. In order for such a crisis to be averted, Israeli authorities should be immediately called upon to take the following measures:

  • Cease all daily prayers and ritual activity by Jewish groups on the Holy Esplanade
  • Curb opportunities for Temple Movement activists to deliberately breach the Status Quo (i.e. limiting the size of groups of Jewish visitors to enable the police to effectively prevent violations and enforce compliance).
  • End the police’s close coordination with the Temple Movements. These extreme political activists should not be part of decision-making and management of the most sensitive Holy site and inarguably, the epicenter of the Israel-Palestinian conflict.
  • Rebuild a partnership with the Jordanian Waqf. Only such partnership can reduce Muslim concerns. The Waqf’s involvement can be crucial to avoid initial conflicts from escalating, yet after Israeli authorities have worked to undermine its authority, it is far more difficult for the Waqf to mitigate tensions.

Written by Ir Amim Senior Field Researcher, Aviv Tatarsky

Halacha-Handschriften in Berlin

Online-Werkstattgespräch an der Staatsbibliothek Berlin

Neri Yeshayahu Ariel, Ph.D.

Donnerstag, 22. September 2022 | 18.15 Uhr

Weitere Informationen und Webex-Zugangsdaten:
https://blog.sbb.berlin/termin/halacha-handschriften-22-9-22/

Die klassische Einteilung der Literaturforschung gilt auch für jüdische Schriften. Eine der Eigenschaften der Buchkultur ist es, dass es hinweisende Literatur gibt, die die Leser durchs Leben führt und seinen Blick weitet: Philosophie, Weisheitsliteratur, Ethik und Hermeneutik der früheren Werke (Kommentarliteratur). Einer der großen Schwerpunkte der Halacha ist die Beschäftigung mit dem Alltag und den Problemen, die aus dem alltäglichen Leben entstehen. Das Judentum beschäftigt sich intensiv mit rechtlichen Fragestellungen, weil es zu einer Änderung im inneren Leben der Gläubigen führen möchte. Als jüdische Besonderheit entsteht deshalb eine tiefe Verbindung zwischen Literatur und Recht in der größeren Perspektive, die die Literaturwissenschaft kennt. In diesem Vortrag werden die Grundzüge der Halacha, nämlich das jüdische Recht, erklärt. Einige Halacha-Handschriften der Staatsbibliothek werden vorgestellt, und es wird auf deren Besonderheiten eingegangen.

Ms. or. fol. 567, SBB-PK

Haifa, 8. September

1982-2022 | Unsere Liebe Frau von Haifa – Haus Gnade / Haus Gnade auf Facebook

Auch wer nicht (physisch) in Haifa sein kann …

„40 Jahre Haus Gnade – Wir laden Sie ein, am 8. September um 19.00 Uhr das
Fest Mariä Geburt, der Patronin unserer Kirche und
zugleich auch das 40-jährige Bestehen von Haus Gnade, mitzufeiern.“

Agnes und Kamil Shehade und Familie
Hier ein Bild mit dem Gründerehepaar Kamil (+ 2000) und Agnes Shehade (und Thomas Bieeger) um 1987 (?).

Hier ein kleiner Film über Kamil Shehade (hebräsich/arabisch).

Mit Jamal Shehade, dem ältesten Sohn und heutigen Direktor,
haben wir am 15. März 2022 in diAk-online über
die Situation der Palästinenser:innen in Israel gesprochen.

Haus Gnade Altstadt Haifa Anfang 1980er Jahre
Um 1980, in Downtown Haifa
Eingang Haus Gnade
Eingang heute
U.L.F. von Haifa Ikone

Hilft der Begriff? Trifft er die Wirklichkeit?

Während in Karlsruhe die Delegierten des Weltkirchenrates darüber diskutieren, beraten und beschließen, wie sie Israels Herrschaft über die Besetzten Gebiete bezeichnen sollen, wird auch in deutschen Kreisen (mehr wohl über die Begriffe, als die Wirklichkeit) diskutiert.

Während an anderer Stelle Doron Kiesel und Christan Staffa (zeitzeichen, 24. August 2022) den Apartheidsbegriff als „No-Go“ bezeichnen, äußeren sich in der Berliner Zeitung am 6. September 2022 mit Alon Liel und Ilan Baruch zwei ehemalige israelische Botschafter in Südafrika unter der Überschrift: „Was in Palästina geschieht, ist Apartheid“, dezidiert anders und schreiben an den Ökumenischen Rat der Kirchen:

(…) „Wir hoffen, dass die Mitglieder der Vollversammlung die Realität in den besetzten palästinensischen Gebieten als das anerkennen, was sie ist: als Apartheid. Sie würden damit einen entscheidenden Schritt zur Förderung von Ehrlichkeit und Gerechtigkeit leisten, während ein Großteil der westlichen Welt weiterhin dazu schweigt. Seit mehr als einem halben Jahrhundert arbeitet Israel daran, sowohl die Geografie als auch die Demografie der besetzten palästinensischen Gebiete durch expansive Siedlungspolitik zu verändern – eine Politik, die nach internationalem Recht illegal ist.“ (…)

16670 – Eine Ergänzung

Erinnerung, Wahrheit und Versuchung

schreibt am gleichen Tag dieses Blogeintrags (aber erst heute, am 20. August wahrgenommen) auf der Onlineplattform Die Eule einen Beitrag über die Predigt – oder genauer das Beschweigen – des Bamberger Erzbischofs Schick bei einer Meßfeier im Zusammenhang einer Veranstaltung der deutsch-polnischen Kolbe-Stiftung in Oświęcim/Auschwitz:

„Schmälert Kolbes polnisch-katholischer Antisemitismus sein Opfer in Auschwitz? Dort wurde er am 14. August 1941 ermordet, weil er sich „gegen einen polnischen Mithäftling und Familienvater austauschen“ ließ, der aus „Vergeltung“ von den Deutschen ermordet werden sollte. Diese Heldentat steht zu Recht im Zentrum der Kolbe-Verehrung.
Doch muss das nicht bedeuten, Kolbes sicher zeittypischen Antisemitismus zu verschweigen. In seiner Ansprache zum heutigen Gedenken in Auschwitz aber hat Erzbischof Schick genau das getan.“

***

Am 14. August 1941 stirbt im Hungerbunker des KZ Auschwitz P. Maximilian Kolbe OFMConv, Häftlingsnummer 16670, nachdem er bei einer Strafaktion für Franciszek Gajowniczek in den Todesbunker gegangen war.

Heiliggesprochen in der kath. Kirche für sein Martyrium, bleibt sein Leben schillernd und durchaus umstritten: trotz einer tradtionellen, stark antijüdischen Theologie, gewährt er ab 1939 Juden und Jüdinnen Asyl vor der Naziverfolgung …

Hier das Kalenderblatt des WDR (aus 2016)

Neuerscheinung

Stereotypisierungen des Muslimischen in deutschen und israelischen Medien

Von Charlotte Misselwitz

Was sagt die mediale Rede über den muslimischen Anderen eigentlich über uns aus? Die Doktorarbeit untersucht anhand einer „psychologischen Diskursanalyse“ Stereotypisierungen des Muslimischen in deutschen und israelischen Medien. Anhand der Rezeption von drei ausgewählten Medienkunstprojekten werden in einem ersten Schritt zentrale – neuerdings „psychologische“ – Diskurselemente aufgezeigt, die Stereotypisierungen aufbauen und die in einem zweiten Schritt verglichen werden. Den „diskursiven Medienkunstprojekten“ gelang dabei eine bisher nicht erfasste „mediale Interaktion“ als „narrative Rückspiegelung“ zwischen alternativen und etablierten Medien. Die – hier mit Jaques Lacan erweiterte – Diskursanalyse in der Tradition des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung hermeneutisch (und weniger quantitativ) zeigt narrative und emotionale Korrespondenzen in Form von „philosemitischen Einsamkeiten“ oder „parallelen Empathielosigkeiten“ zwischen deutschen und israelischen Diskursen, und zwar als oft unbewusste Komplexe, die Stereotypisierungen des Muslimischen aufbauen.

Misselwitz, Charlotte:
Stereotypisierungen des Muslimischen in deutschen und israelischen Medien: ‚
Narrative Rückspiegelungen in der Rezeption von Medienkunstprojekten.
978-3-11-075069-0 | Band 40 der Reihe Studies on Modern Orient
Berlin / Boston (De Gruyter) 2022. https://doi.org/10.1515/9783110751710

Wer über eine wissenschaftliche Bibliothek Zugang hat, kann das Buch online lesen, ansonsten kostet es gedruckt wie als E-Book 102,95 € (sic) – wir werden versuchen, eine Besprechung nachzureichen.

16670

Am 14. August 1941 stirbt im Hungerbunker des KZ Auschwitz P. Maximilian Kolbe OFMConv, Häftlingsnummer 16670, nachdem er bei einer Strafaktion für Franciszek Gajowniczek in den Todesbunker gegangen war.

Heiliggesprochen in der kath. Kirche für sein Martyrium, bleibt sein Leben schillernd und durchaus umstritten: trotz einer tradtionellen, stark antijüdischen Theologie, gewährt er ab 1939 Juden und Jüdinnen Asyl vor der Naziverfolgung …

Hier das Kalenderblatt des WDR (aus 2016)

Nicht ganz Koscher | Eine göttliche Komödie

Märchenhafte Komödie um einen orthodoxen Juden und einen Beduinen, die während einer Odyssee durch den Sinai aufeinander angewiesen sind, wenn sie nicht sterben wollen. …

Komödie | Deutschland 2022 | 122 Minuten – Regie: Stefan Sarazin – Kinostart: 4. August 2022

Ein weltfremder orthodoxer Jude aus Brooklyn soll der jüdischen Gemeinde in Alexandria aus der existenzbedrohenden Verlegenheit helfen, das Paschafest nicht feiern zu können, da ihnen der zehnte Mann dazu fehlt. Auf der Anreise strandet er jedoch in der Wüste Sinai und wird von einem schroffen Beduinen gerettet, mit dem er sich bald auf einer Odyssee befindet, auf der die kulturellen Differenzen der beiden allmählich aufweichen. Märchenhafte Komödie, die sich Schritt für Schritt zur Ode an die Möglichkeit einer Verständigung entwickelt. Ohne das Minenfeld der Vorurteile auszublenden, stellt der Film mit leisem Humor das Menschliche der Figuren ins Zentrum. – Ab 14 Jahren

Eine Filmkritik von Alexandra Wach auf dem
Portal filmdienst.de

Szenenphoto Film Nicht ganz Koscher 2022
© Enigma Film, Ludwig Sibbel/Alpenrepublik

Verfolgung der Jesid:innen

Der Deutsche Bundestag soll den Völkermord an den Jesiden beim Namen nennen

Zum achten Jahrestag des Beginns der brutalen Angriffe von Daesh auf die Jesidinnen und Jesiden in der Sindschar-Region im Irak, erklärt Frank Schwabe, menschenrechtspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion:

„Heute vor acht Jahren begannen die furchtbaren Angriffe des sogenannten IS auf die Jesidinnen und Jesiden. Im Laufe dieser Gräueltaten kamen mehr als 5.000 Menschen ums Leben, mehrere Tausend, vorwiegend Frauen und Kinder, wurden versklavt, mehr als 2.000 werden noch vermisst und Hunderttausende wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Durch den systematischen Vernichtungswillen ist der Tatbestand des Völkermords erfüllt. …

Viele Jesidinnen und Jesiden, die seit 2014 aus ihrer Heimat vertrieben wurden, wollen dorthin zurückkehren, statt weiter in Flüchtlingslagern auszuharren. Die Sicherheitslage in Irak und im Speziellen in der Sindschar-Region ist jedoch weiterhin fragil. Ich unterstütze den Wunsch der jesidischen Gemeinde nach einer Rückkehr in ihre Heimat. Dabei müssen wir aber die Sicherheitslage immer im Auge behalten.“

In einer Anhörung des Parlaments hatten am 20. Juni 2022 in einer öffentlichen Veranstaltung im Ausschuß für Menschenrechte und humanitäre Hilfe auch die gehörten die Expert:innen dafür plädiert. Auf der Seite des Bundestages sind die Stellungnahmen einsehbar.

Der Bundestag wird sich noch in diesem Jahr mit den Ergebnissen dieser Anhörung beschäftigen.

Hinweis: Beitrag in der Wochezeitung Das Parlament zum Thema.