Wohin ändert sich der ‚Nahe Osten‘?

Viele Dinge sind im Umbruch in den internationalen Beziehungen, von den Abraham-Accords zum Überfall auf die Ukraine. Auch das Gefüge des Nahen Osten bleibt davon nicht unberührt.

Im Libanon, der an der Grenze zum Kollaps steht und dessen Zukunft mehr als unsicher ist, tagte jetzt eine bemerkenswerte Konferenz. Ein Libanon der Neutralität? Mit Auwirkungen auf die Hisbollah und auf die Beziehungen zu Israel? Und ziehen dabei die Palästinenser:innen wieder / noch weiter den Kürzeren?

Hier ein Beitrag vom Blog des Times of Israel (Can Lebanon be neutral on the Arab-Israeli conflict?) von David Daoud (Director of Lebanon, Israel, and Syria research at United Against Nuclear Iran (UANI) and a nonresident fellow at the Atlantic Council) und

hier ein Bericht im Wall Street Journal (There’s Hope for a More Peaceful Lebanon) von Tony Nissi (President of the International Committee of the United Nations Resolutions for Lebanon).

Andere Orte, andere Sichten – andere Haltungen?

Cathrin Schaer schreibt auf der Website bei der Deutschen Welle über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine in der arabischen Welt

„Die meisten Regime im Nahen Osten und Nordafrika zeigen sich hinsichtlich der russischen Invasion in der Ukraine eher unentschlossen. Viele Bürger werfen dem Westen Heuchelei und doppelte Standards vor.“

Antisemitismus – damals und heute

Öffentliche Vorlesungsreihe zu gesellschaftlich wichtigen Themen mit internationalen Expert*innen vom

„Antisemitismus – damals und heute“

Wann: 26. April 2022, 17.30 bis 19.00 Uhr

Nicht erst seit dem Anschlag auf die Synagoge in Halle tritt der Antisemitismus in Deutschland wieder spürbar zutage. Antisemitische Verschwörungstheorien und Stereotype werden verbreitet und bleiben oft unwidersprochen. Fragen müssen diskutiert werden: Stimmt es, dass der Antisemitismus in der Mitte unserer Gesellschaft etabliert ist? Ist der Antisemitismus in Deutschland wieder gesellschaftsfähig geworden? Wie hat sich das Leben für Juden im wiedervereinigten Deutschland in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert? Und wie kann die Gesellschaft auf das Wiedererstarken der Judenfeindlichkeit reagieren?

1. Vortrag: Antisemitische Verschwörungsnarrative,
Drin. Juliane Wetzel, TU Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung

2. Vortrag: USC Shoah Foundation – Zeitzeugenarbeit für zukünftige Generationen,
Karen Jungblut, Director of Global Initiatives Emerita, USC Shoah Foundation

3. Vortrag: generationE – Eine Initiative zur Holocaust-Bildung
Nicole Nocon, generationE, Mitbegründerin und Geschäftsführerin (Deutschland) und Steven Schindler, generationE, Mitbegründer und Geschäftsführer (USA)

Moderation des Vortragsabends:

Thomas Hasenauer, TU Berlin
Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation, wissenschaftliche Leitung des Gasthörer*innenstudiums BANA

Die Veranstaltung findet via Zoom statt: https://tu-berlin.zoom.us

Meeting-ID: 614 1398 0952 | Kenncode: 012309

Mitten in Jerusalem – heute…

Eine Regierung in der Krise, apokalyptische Phantasien, Opfervisionen, Gewalt und Gebet – Tage, die alles möglich werden lassen …

Und zwischen allen Stühlen, die arabischen Parteien in Israel, von den einen zur Rückzug aus „dieser“ Regierung aufgefordert, von den anderen mitgedacht als parlamentarisches Sicherheitsnetz über das Überleben in einer Regierung…

In einem Kommentar auf Haaretz schreibt Carolina Landsmann dazu: „In Israel, Arab Politicians Are Only Legitimate if Netanyahu Says So“

diAk-online – 19. April 2022

Mitten in der Zeit von Pessach, Ostern und Ramadan – und den ersten Anzeichen von Frühling in Europa, aber zugleich einer schwierigen Zeit, die vieles politisch verändert, laden wir zu unserem nächsten online-Termin ein:

Wir sprechen wieder am Dienstag, 19. April 2022 – 18.00 MEZ für ungefähr eine Stunde mit Ofer Zalzberg, Director of the Middle East Program at the Herbert C. Kelman Institute (Wien); zuvor war er lange Jahre als Analyst für die International Crisis Group tätig. Zur Zeit promoviert er am Trinity College Dublin. Ofer Zalzberg hat verschiedentlich in israel & palästina, etwa zur Situation am Haram/Tempelberg (1/2016) geschrieben oder zuletzt zur Frage zur Konflikttransformation (Heft 2-3/2021)
Wir wollen mit ihm über die politische Lage in Israel und um Israel herum sprechen:
Eine Regierung in der Krise, neue Gewalt zur alten Gewalt dazu, neue Allianzen, alte Fragen …
– das Gespräch wird auf Englisch geführt werden

Nach-geschaut

Nemi El-Hassan – danach. Ein Beitrag in der ARD-Mediathek

Die TV-Journalistin Nemi El-Hassan steht kurz vor einem großen Karrieresprung, als ein Bericht der BILD-Zeitung alles verändert: Photos von 2014 zeigen, daß sie am antisemitischen Al-Quds-Tag teilgenommen hat. Es folgt eine öffentliche Gesinnungsprüfung und eine extrem polarisierte Debatte in sozialen Medien. Die Ursprünge der Vorwürfe sind fraglich, doch eine inhaltliche Auseinandersetzung damit findet kaum statt. ZAPP zeigt an diesem Fall: Die Mechanismen sozialer Medien verhindern einen konstruktiven Dialog über das akute Thema Antisemitismus. (Zweiter Teil der Serie „Verurteilt im Netz“.)

An Impossible Promise?

Sociology of Religion in Arab Countries

Donnerstag, den 28. April, 17.00 – 18.30 Uhr

Vortrag von Florian Zemmin (Freie Universität Berlin)

Many Arab sociologists have been criticising the rather weak establishment of sociology in their countries. This concerns structural issues, especially political constraints for research and the underfunding of universities, but also theoretical issues, not least the Eurocentric formation and workings of sociology. Both structural and theoretical issues are especially pronounced when it comes to sociology of religion: to position religion as an object of sociological study faces political constraints and societal scepticism, also due to its representing a secular, supposedly particularly European perspective on religion. That being said, sociological approaches to religion in Arabic do have a longer history and feature more widely than is often assumed. This talk will provide glimpses into the history and presence of these approaches and their characteristics, addressing both structural and theoretical questions. One larger set of current debates that this talk will speak to are attempts at “decolonizing sociology” or establishing a “post-colonial sociology”. Such attempts often remain on a theoretical level and, ironically, hardly consider research in languages other than English. In turn, this talk engages sociologies of religion in Arabic also in order to arrive at more nuanced answers to the question of which aspects of sociology are more widely shared and which are specific to certain societies and academic contexts.

The event will be held via Zoom. Please register here: https://tinyurl.com/mr29m9mp