»Wir sind Berliner Jüdinnen und Juden und kommen aus unterschiedlichen Milieus; wir beten in unterschiedlichen Synagogen oder gar nicht; wir wählen unterschiedliche Parteien – und wir schreiben diesen Brief, weil wir in den vergangenen Wochen immer wieder dieselbe Behauptung gehört haben: Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden. Wir widersprechen dieser Darstellung – nicht, weil wir die Sorgen kleinreden, sondern weil wir sie ernster nehmen, als es plakative Warnungen tun.«
…
»In einer Zeit, in der eine teilweise offen faschistische Partei quer durch Deutschland auf dem Weg zur Macht ist, entziehen sich die großen Publikumsmedien und (wichtige) Teile unserer eigenen jüdischen Gemeinschaft ihrer Verantwortung, wenn sie weiterhin so tun, als würde die Linke die größte Gefahr für jüdische Sicherheit darstellen«
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Denke, ihr offener Brief ist ein wichtiger Beitrag, denn tatsächlich wird der Antisemitismusvorwurf an Die Linke von der AfD und anderen extrem Rechten offensichtlich missbraucht. Aber nun allen, die zumindest in Teilen der Linken ein Antisemitismus – Problem, aufgrund von offen belegten Quellen und Aktionen sehen, nun vorzuwerfen, hier einen „Missbrauch“ zu betreiben, geht mir dann doch zu weit. Antisemitismus in Deutschland ist ein Problem (extremer) Linken, wie auch mancher arabisch-muslimischer Gesellschaftsschichten und natürlich auch der Rechtsextremen (Anschlag auf die Synagoge in Halle, um nur ein Beispiel zu nennen). Dass Jüdinnen und Juden in Berlin tatsächlich in Angst leben, kann man in Gesprächen erfahren. Auch an den Unis, wo jüdische Studenten angegriffen werden, zum Boykott von jüdischen Geschäftsleuten, Wissenschaftlern und Professoren aufgerufen wird: Kauft nicht beim Juden; Studiert nicht beim Juden. Unerträglich im „Land der Täter“. Seid wachsam: Nie wieder!
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