Silence Breakers

Ein Film von Silvina Landsmann – Kinostrat am 24. März 2022

Die NGO „Breaking the Silence” – kurz BtS – besteht aus ehemaligen israelischen Soldaten und Soldatinnen, die durch das Sammeln persönlicher Erinnerungsberichte auf den militärischen Alltag und den Umgang mit der Bevölkerung in den besetzten Gebieten aufmerksam machen wollen. Die Regisseurin Silvina Landsmann ermöglicht mit ihrem Film einen Blick hinter die Kulissen einer umstrittenen Gruppierung mit einem kontrovers diskutierten Ansatz inmitten eines über 70 Jahre schwelenden Konflikts.

Was macht einen guten Soldaten aus? Die Fähigkeit, ohne Skrupel Befehle auszuführen, oder die Berücksichtigung von höheren moralischen Zielen im Umgang mit dem Feind? Letzteres war vielen Mitgliedern von BtS erst nach ihrer aktiven Militärzeit möglich. In ihrer Arbeit setzen sie sich mit Einsätzen und Handlungen auseinander, die ihnen heute falsch vorkommen. Mit Videos, Vorträgen und Stadtführungen wenen sie sich an die israelische Bevölkerung und an ausländische Medien. Auf den Straßen Hebrons kommt es immer wieder zum Zusammenstoß zwischen BtS, israelischen Siedlern und dem Militär. Auch auf politischer Ebene wird die Organisation scharf kritisiert. Ihr wird vorgeworfen, Geschichten zu erfinden, dem Ruf Israels zu schaden und dem Antisemitismus in die Hände zu spielen. Mit filmisch nüchternen Bildern beobachtet Landsmann, wie die Gruppe äußerlich und innerlich um ihre Stimme kämpft. (Dok.Leipzig)

Vor dem regulären Kinostart finden u.a. in Berlin, Frankfurt, München und Hamburg Vorführungen des Films statt, bei denen die Regisseurin und Aktivist:innen von Breaking the Silence anwesend sein werden.

Erinnerung: diAk-online – heute, 15. März 2022

Im Gespräch: Jamal Shehade, Haifa

Wir starten wieder am Dienstag, 15. März 2022 – 18.00 MEZ für ungefähr eine Stunde mit Jamal Shehade, Direktor des melkitischen Sozialprojektes Haus Gnade in Haifa. Jamal Shehade stammt aus einer pälästinenisch-israelisch/schweizer Familie und hat u. a. in Deutschland studiert. 

Wir wollen mit ihm über die politische und soziale Lage der Palästinsenser:innen in Israel sprechen. Welche Perspektiven ergeben sich aus der Beteiligung einer „arabischen Partei“ an der israelischen Regierung? Welchen Einfluß hat es auf die „social fabric“ der palästinensisch-israelischen Gesellschaft, daß mit Ra’am eine Partei aus dem ‚islamistischen‘ Spektrum vertreten ist? Werden die geplanten Geldströme in den palästinensischen Sektor dauerhaft Veränderungen bewirken …

Anmeldung bitte an online@diak.org, wir verschicken dann eine Mail mit der Zoom-Einladung.

Diskriminierungserfahrung und Zivilcourage

Anläßlich der internationalen Wochen gegen Rassismus / Vorstellung der Ergebnisse einer Befragung von arabischen Migrant/-innen in Gera

Am 14. März 2022 von 18 – 19.30 Uhr
Vor Ort oder im Livestream unter https://www.youtube.com/watch?v=zw-5CaACFz0

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb lädt Sie herzlich ein zur hybriden Veranstaltung „Diskriminierungserfahrung und Zivilcourage. Eine Befragung von arabischen Migrant/-innen in Gera“ am Montag, den 14. März 2022 um 18 Uhr im Eiscafé de Bernardo, Schloßstraße 2 in Gera. Der Vortrag von Soha Hallawe und die Diskussion wird auch als Livestream auf YouTube übertragen.

Soha Hallawe, Angestellte bei der Stadtverwaltung Gera, führte im Rahmen ihrer Studienabschlussarbeit eine Befragung zu Diskriminierungserfahrungen unter arabischen Migrant/-innen im Jahr 2021 durch. Dabei wurden ca. 150 syrische und irakische Bürger/-innen der Stadt Gera befragt, um ihre Erfahrungen der letzten fünf Jahre zu schildern.

Am 14. März 2022 stellt Frau Hallawe die Ergebnisse ihrer Studie vor und gibt einen Überblick über die Lebenssituation von Migrant/-innen in Gera. Im Anschluß an ihren Vortrag gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Zeit: 14. März 2022, 18 – 19.30 Uhr

Ort: Vor Ort in Gera oder im Livestream unter https://www.youtube.com/watch?v=zw-5CaACFz0

Richten Sie sich jetzt die Erinnerungsfunktion auf YouTube ein, um die Veranstaltung nicht zu verpassen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und den Livestream finden Sie auf unserer Website www.bpb.de/505591

Neuer Kurs: Literatur und Identität im Gespräch

Das Center for Israel Studies der American University führt in diesem Frühjahrssemester einen vierteiligen Kurs mit israelischen Autoren und Autorinnen durch. Das Ziel des Centers ist, mit den öffentlichen Vorlesungen “experience Israeli identity through the eyes and ears of some of its most important cultural voices.”

Am 15. März 2022 beginnt der Institutsleiter Professor Michael Brenner die Serie, die per Zoom übertragen wird. Erster Autor und Gesprächspartner ist David Grossman mit einer Rezeption unter dem Titel seines Buches „More than I love my Life“.

Ihm folgen am 21.3. die Graphic Novel-Autorin Rutu Modan, am 31.3. Ayelet Tsabari und am 18.04. Maya Arad.

Alle vier Veranstaltungen werden per Zoom übertragen; vorherige Registrierung ist erforderlich.

Nähere Infos, auch zu früheren Kursen, unter diesem Link 

Palästinenser:innen im Libanon

Seit mehr als siebzig Jahren leben palästinensische Geflüchtete in überfüllten Lagern im Libanon und sind mit Armut, Arbeitslosigkeit und unzureichendem Zugang zu Bildung konfrontiert. Erst recht unter den Zuständen eines immer instabiler werdenden politischen und ökonomischen Systems sind sie zunehmender Repression und Perspektivlosigkeit ausgesetzt und fordern ihre sozialen, politischen und ökonomischen Rechte durch kollektive Aktionen und Massenmobilisierung ein.

Dazu eine Bestandsaufnahme von Mai Abu Moghli auf al Shabaka vom 7. März 2022.

Türkei und Israel „haben viel zu diskutieren“

Der Krieg in der Ukraine beeinflußt mehr denn je auch die innere Dynamik in Nahost. Regionale Allianzen werden aufgefrischt und strategisch abgeklärt. Dazu zählt das in der Vergangenheit bereits wechselvolle Verhältnis zwischen Israel und der Türkei.

Am 9. und 10. März 2022 stand der Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog in der Türkei auf dem Plan. Der Besuch sollte ein weiterer Schritt zur „Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und seinen früheren Konkurrenten“ sein.

Adina Shibli – Neue Literatur

„Wenn man schreibt, verschwindet man.“

Über Bücher, die kommen. Von Angela Schader – Ausführlicher Beitrag auf Perlentaucher

Verschwinden – das bedeutet für Adania Shibli nicht nur die völlige Hingabe ans entstehende Werk. Für die 1974 geborene Autorin reflektiert es auch eine Alltagserfahrung, der sie als in Israel lebende Palästinenserin ausgesetzt ist. In ihren Romanen nähert sie sich dieser Situation auf innovativen Wegen an; mit „Eine Nebensache“ ist ihr der internationale Durchbruch gelungen.“

Adania Shibli 2020. Photo: National Book Foundation / Wikipedia unter cc-Lizenz
Adania Shibli: Eine Nebensache
Aus dem Arabischen von Günther Orth.
Berenberg Verlag, Berlin 2022. 120 S., gebunden, 22,00 €.

Erscheint am 15. März 2022

Mehr Infos beim Berenberg Verlag

Krieg beginnt in den Köpfen

Mit dem völkerechtswidrigen Überfall auf die Ukraine ist der Krieg nach Europa zurückgekehrt.  Der Angriffskrieg ist begleitet von ideologischen Umdeutungen der Politik der letzten Jahrzehnte, die mit der Hoffnung einer dauerhaften Friedensordnung, ausgehend von Europa, verbunden war.

Die Arbeit des diAk war und ist einer Friedensordnung in allen gesellschaftlichen Bereichen verpflichtet.  Dabei  ist es uns wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß Geschichtsnarrative, die Feindbilder begründen sollen, einen Teil der Kriegsführung darstellen. 

Wir weisen daher hier auf den aktuellen Aufruf des Arbeitskreises Historische Friedensforschung hin.

Erklärung des AKHF zum Krieg in der Ukraine 2022 – Arbeitskreis Historische Friedens- und Konfliktforschung e.V. (historische-friedensforschung.org)

Mitvims Blick nach Osten

Auch wenn der israelische Thinktank Mitvim unter der Überschrift „Crisis“ aufmacht, hier eine lesenswerte Zusammenstellung israelischer Positionen


The Ongoing Ukraine-Russia Crisis
Analysis and Reactions from Israeli Experts



Over the past two weeks, Mitvim has joined the global community in directing our attention and efforts to the ongoing Russian invasion of Ukraine. During this period, our goal has been to inform the Israeli foreign policy community and public, to provide context for Israel’s role within this broader international development, and to design Israel’s steps in accordance with the crisis. The current events have emphasized the importance of Mitvim as a think tank fully committed to strategic, cross-regional analysis of foreign policy and global politics with an emphasis on diplomacy.  The ongoing crisis represents a landmark moment in the status of the current global order. At Mitvim, we believe that a clear stand by Israel against the Russian invasion is crucial to reaffirm Israel’s place among liberal democracies, especially considering the recent erosion of Israel’s own status within the liberal camp. A clear stand does not negate maintaining open channels of communication with Russia or supporting mediation efforts between the parties. However, Israel’s clear alignment with the liberal world is crucial to address the challenges to its liberal identity both at home and abroad. It is both the wise and morally correct policy choice for Israel as the crisis continues to unfold. Our experts have provided a birds-eye view of the situation, as well as context-specific expertise about the influence of the current crisis and the long-term global dynamic it represents on Israel’s foreign policy. This includes insights on the crisis and Israel-Europe relations, expert analysis on Russia’s decision-making, the role of Turkey, and more. Our researchers have had a central role in policy and public discussions: they have been interviewed extensively on TV and radio, and published in various media outlets both in Israel and abroad. A selection of publications and media interviews can be found below.


Pictured: Mitvim’s Director of Israel-Europe Relations, Dr. Maya Sion-Tzidkiyahu, and Director of Israel-Middle East Relations Ksenia Svetlova are interviewed on the ongoing crisis in Ukraine on Israel’s Channel 12 World Order Program, along with the Ministry of Foreign Affairs‘ Spokesperson, Lior Hayat.

Russia-Ukraine war may be a defining moment, Israel must make a choice
Dr. Roee Kibrik The singular reason for Israel to avoid completely allying itself with Ukraine is to preserve its ability to respond to Ukraine’s request to serve as a mediator with Russia. Yes, Israel is weighing many tactical considerations, just as every state does when called on to make a decision. Israel’s decision will have long-term implications for its relations with the US and Europe, which are its closest friends and provide it with the vital support it needs for its security, economy and identity. They, too, are asking where Israel stands.
Read More


„Prime Minister Naftali Bennett meets with German Chancellor Olaf Scholz in Berlin on Saturday night.“
(photo credit: BPA/Reuters, Jerusalem Post)

„Poland’s Prime Minister Mateusz Morawiecki (left) and European Council President Charles Michel visit the Polish-Ukrainian border crossing Korczowa-Krakovets on Wednesday and meet with people fleeing Ukraine.“(photo credit: Agencja Wyborcza.pl/Reuters, Jerusalem Post)

The Russia-Ukraine war is Europe’s hour to act
Dr. Maya Sion-Tzidkiyahu
The EU – which seemed to be limping from crisis to crisis over the past 15 years, with its foreign policy in disarray – is shaping up in front of our eyes over the past two weeks as a significant proactive body, capable of adopting tough diplomatic decisions despite the harm they cause to its member states. Foreign ministers and heads of member states have consolidated an array of increasingly harsh sanctions as the war in Ukraine has escalated. This is the hour of coordinated multilateral action by peace-loving democracies. This is the hour of Europe.
Read More

A new world order is taking shape in Ukraine
Former MK Ksenia Svetlova
My friends in Moscow could not believe what was happening when I spoke to them in the weeks leading up to the war. They had become so desensitized to the violent propaganda pouring out of state TV media outlets that they no longer noticed. Like so many in Ukraine, they did not believe Putin would actually cross the Rubicon. What can be said for certain is that for far too long, the West ignored Putin’s Russia and the internal processes taking place there. The future will not look like the past.
Read More


„President Vladimir Putin meets with members of the Russian Security Council via a video link on Friday.“
(photo credit: Sputnik/Kremlin/Reuters, Jerusalem Post)

„Israeli Foreign Minister Yair Lapid meets with Ukraine’s Deputy Foreign Minister Emine Dzhaparov“ (credit: Ministry of Foreign Affairs, Jerusalem Post)

What does it mean for Israel to undermine the liberal global order?Dr. Ehud Eiran Israel has had ambivalent relations with the liberal world order. On the one hand, Israel was legitimized by a UN resolution, a key liberal institution. Israelis also broadly identify as members of the Western liberal-democratic camp. However, tensions between Israel and the standard-bearers of western liberalism have been heightened in recent decades. It is important to follow developments closely. They are highly troubling and could constitute an initial indication of the type of challenges facing the international order and Israel in the years to come.
Read More

The bells of the liberal world toll for Israel:
Why taking a stance against the invasion is both the smart and just move

Dr. Gil Murciano
Israel’s position on the Russia-Ukraine conflict thus far is focused on the delicate balance between two seemingly contradictory considerations – its values-based affiliation with the Western camp and its realpolitik need for Russian goodwill. However, adopting a clear stance by joining the global liberal camp in condemning Russia’s invasion of Ukraine serves both of Israel’s considerations. It is simply the just and wise move to make. (Originally published in Hebrew in Haaretz)
Read More


„Demonstration in Tel Aviv at the end of the week in favor of Ukraine and against the Russian invasion“(credit: Hadas Porush, Haaretz)

Mitvim’s Media Mentions
Media Mentions in English and Others Israel Weighs Its Neutrality on Russia-Ukraine Conflict (Former MK Ksenia Svetlova in MediaLine) Putin’s invasion of Ukraine: A wake-up call also for the MENA region? (Dr. Nimrod Goren in ISPI) On the Russian invasion in Ukraine, Israel is at the forefront (Dr. Gil Murciano in Libération)
Media Mentions in Hebrew WATCH: Dr. Maya Sion-Tzidkiyahu and Ksenia Svetlova on Channel 12’s World Order program with Arad Nir on the war in Ukraine (February 26, 2022) WATCH: Former MK Ksenia Svetlova on Channel 13 explaining Putin’s perception of the meeting with Bennett (March 5, 2022) LISTEN: Dr. Nimrod Goren on Galgalatz regarding Turkey’s role in the war in Ukraine LISTEN: Dr. Gil Murciano on Kan’s podcast „Between Biden and Putin: Israel’s Dilemma“ Times have changed, in this war Israel has a moral choice (Dr. Gil Murciano, Haaretz) Towing the line, Turkey balances its position more assertively than Israel (Amb. (ret.) Michael Harari, Haaretz)

Mitvim’s research and analysis provide an opportunity to help shape Israel’s future well-being. Philanthropic support enables Mitvim to lead in innovative research and the development of new policy knowledge. It maintains our efforts to promote Israel’s regional belonging and advance Israeli-Palestinian peace. We invite you to support our work challenging paradigms in Israeli foreign policy.
Email info@mitvim.org.il

Kalender 2022 – März

Licht aus Licht

Ein Begleiter durch das Jahr 2022 – Photos von Andreas Schröder

Mit einem Text von Hafis:

I have come into this world to see this:
all creatures hold hands as we pass through this miraculous existence we share
on the way to even a greater being of soul


israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2021