Antisemitismus der Anderen!?

Montag, 30. November 2020 um 18:30 Uhr – Online-Veranstaltung

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Der Antisemitismus ist importiert!‘ behaupten einige und beziehen sich dabei auf verbreitete Annahmen, die Gesamtheit der Muslim*innen sei antisemitisch. ‚Das steht doch bei Muslim*innen nur im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt, Antisemitismus hat damit nichts zu tun!‘ argumentieren andere.Wenn es um das Thema ‚Antisemitismus unter ‚Muslim*innen‘‘ geht, lassen sich bei pädagogisch Tätigen oft latente Unsicherheiten feststellen, was jedoch nicht unbedingt verwunderlich ist:

Die Thematik ist vielschichtig und wird seit Jahren sehr kontrovers diskutiert. Vor dem Hintergrund, dass dieses Thema jedoch zentrale Fragen des Zusammenlebens in einer pluralen demokratischen Gesellschaft sowie von Diskriminierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung auf mehreren Ebenen berührt, erscheint eine Beschäftigung mit ihm trotz und auch angesichts seiner Komplexität notwendig.In seinem Vortrag nimmt Dr. Stefan Hößl Verhältnisbestimmungen mit Blick auf Antisemitismus unter ‚Muslim*innen‘ im Spannungsfeld von antimuslimischem Rassismus und Tabuisierung von Problemlagen in den Fokus und stellt Kernergebnisse seiner Studie „Antisemitismus unter ‚muslimischen Jugendlichen‘“ vor.

Dabei skizziert er auch Möglichkeiten einer antisemitismuskritischen Bildungsarbeit. Im Anschluss besteht Raum zur Diskussion und zum Austausch.Dr. Stefan E. Hößl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachstelle [m²] miteinander mittendrin. Für Demokratie – Gegen Antisemitismus und Rassismus des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.Zuletzt sind von ihm erschienen:- Politische Bildung im Kontext von Islam und Islamismus. Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Band 10399. Bonn. (hrsg. 2020 mit Lobna Jamal/Frank Schellenberg)- Antisemitismus unter ‚muslimischen Jugendlichen‘. Empirische Perspektiven auf Antisemitismus im Zusammenhang mit Religiösem im Denken und Wahrnehmen Jugendlicher. Wiesbaden.

Dies ist eine Veranstaltung des Projekts „Proaktiv gegen Antisemitismus – ein Präventions- und Begleitprojekt für Multiplikator*innen“, das seitens des Netzwerks für politische Bildung, Kultur und Kommunikation (NBKK) e.V. im Rahmen des hessischen Landesprogramms „Hessen – aktiv für
Demokratie und gegen Extremismus“ 2020-2024 (Hessischen Ministerium des Innern und für Sport /
Hessischen Informations- und Kompetenzzentrums gegen Extremismus (HKE)) ausgerichtet wird:
Das Projekt wird ebenso durch die Stiftung Anstoß (Gießen) unterstützt.

Wird sich etwas/was wird sich ändern unter Biden/Harris?

Das Carnegie Endowment for International Peace (Washington) hat Expertinnen und Experten befragt, welche Änderungen sie von einer neuen US-Adminstration erwarten. Ofer Zalzberg, Jerusalem, (Middle East Program Director at Herbert Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation mit Sitz in Stadtschlaining) beschreibt seine Erwartungen: Leveraging Arab-Israeli Rapprochement for Israeli-Palestinian Progress

Band ohne Grenzen

Auf der Qantara-Seite führt Daniel Bax an die Musikgruppe 047soul heran, (auch mit Links zu Youtube) Musiker aus Palästinensern „von 48“, der Name verweist auf den Teilungsbeschluß der Vereinten Nationen von 1947. Die Künstler jedenfalls träumen von einer Welt ohne Grenzen, sie mischen jetzt, so Bax, „die Musikszene im Nahen Osten auf. Sie sind die Band der Stunde“.

https://de.qantara.de/sites/default/files/styles/slideshow_wide/public/uploads/2020-11/palaestinensische_band_47soul_0.jpg?itok=KYv-zVOx

Stabübergabe an der School of Peace

Nava Sonnenschein gibt nach jahrzehntelanger erfolgreichreicher und weltweit anerkannter Pionierarbeit im Bereich der Konfliktforschung  und -bearbeitung die Leitung der School for Peace an Roi Silberberg ab, der bereits seit Jahren als Projektmanager im Team der Friedensschule aktiv ist. Roi wird in einer Webkonferenz für Interessierte aus aller Welt seine Konzepte und Strategien für die Zukunft der School for Peace vorstellen:

Donnerstag, 19. November 2020 – 19:30 Uhr (MEZ) 
Sie können sich hier anmelden und auch Fragen bereits im Vorfeld der Veranstaltung einreichen. Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Zoom-Link, mit dem Sie sich in die Veranstaltung einwählen können. Wir freuen uns auf Sie! 


Wahlergebnisse in Jordanien

Weniger als 30% Wahlbeteiligung

Dem neuen jordanischen Parlament gehören nur noch die durch Quotenregelung festgesetzen 15 weiblichen Mitglieder an, keine der anderen 360 Kandidatinnen konnte sich bei den anderen Sitzen durchsetzen. Auch die islamistischen Oppositionsparteien mußten Verluste hinnehmen. (Sobald weitere Analysen verfügbar sind, wird der Beitrag aktualisiert)

Bericht Aljazeera

Bericht Startribune

Bericht ABCNews

Ergebnisfeststellung durch die Zentrale Wahlkommission, bislang nur auf arabisch.

The [zait wa: zaʕtar] Festival for Palestinian Arts & Culture

Das [zait wa: zaʕtar] Festival für palästinensische Kunst & Kultur, das am 15. November 2020 in Berlin beginnt, wird ein Treffen der Herzen und Köpfe sein: um sich zu treffen und über Filme, Ausstellungen, Literatur, Musik und vieles mehr zu sprechen. …

Hier geht’s zu Anmeldung:

Zait Wa Zaatar Logo

Wie das Bauhaus nach Tel Aviv kam

Eine ausführliche Besprechung von Regina Stephan (Architekturinstitut, Hochschule Mainz), zu findet bei H-Soz-Kult, könnte Appetit machen, mit dem Band auf Spurensuche zu gehen, nicht allein vor Ort, sondern auch darüber hinaus und kritisch zu fragen, was die inflationäre Verwendung des Begriffs Bauhaus in diesem Zusammenhang auch bedeutet.

Klei, Alexandra: Wie das Baushaus nach Tel Aviv kam.
Berlin (Neofelis) 2019 | 157 S. | 22,00 € | 978-3-95808-244-1

(Ob die Bewohnerinnen der arabischen Teile des Stadtgebiets allerdings wirklich „weggezogen“ sind [S. 102] …. da wäre ein anderer Begriff vielleicht doch treffender)

https://neofelis-verlag.de/media/image/64/ee/66/9783958082441_600x600,402x.jpg.pagespeed.ce.XmnCCYrMQ4.jpg

Medientip ‚Jesus und der Islam‘

Arte veröffentlichte kürzlich einen monumentalen Dokumentarfilm in sieben Teilen über die Genese des Koran und dessen Beziehung zu Jesus von Nazareth.
Abrufbar in der arte Mediathek.

In memoriam Saeb Erekat (1955-2020)

Photo: Palästinensische Diplomatische Mission, Berlin

Zum ersten Mal begegnet bin ich Saeb Erakat noch in seiner Zeit als Dozent an der Universität in Nablus (an-Najah), dann war er mein Gast als AStA-Referent an der Trierer Universität, noch in den 1980er Jahren, als es darum ging, auch eine Partnerschaft zu einer palästinensischen Universität zu haben, kein einfaches Unterfangen „damals“.

Fast dreißig Jahre, seit der Konferenz von Madrid 1991, auf der er mit der Kuffiyah erschien, bis noch ans letzte Krankenbett, diente er dem, wofür er sich gerufen sah: Den Konflikt zu beenden. Das zu erleben war ihm nicht vergönnt, aber der Stab muß weitergegeben werden, auch wenn die palästinensische Seite es wohl schwer haben wird, in diesen Zeiten noch an ein Ende des Konflikts zu glauben, wie es Saeb Erekat getan hat.

Eine von zahlreichen Würdigungen im Forward.

Die Junge Welt bringt ein Bild von der Beisetzung am 11. November 2020.

Rainer Zimmer-Winkel

Nachtrag:
Haaretz veröffentlicht am 11. November einen gemeinsamen Nachruf von

Martin Indyk, Special Envoy for Israeli- Palestinian negotiations, Daniel Kurtzer, Former Deputy Assistant Secretary of State, Bureau of Near Eastern Affairs, Robert Malley, Former Special Assistant to President Clinton for Arab-Israeli Affairs, National Security Council, Aaron David Miller, Former Deputy Special Middle East Coordinator, Dennis Ross, Former Special Middle East Coordinator, Jonathan Schwartz, Former Deputy Legal Adviser, Department of State, Toni Verstandig, Former Deputy Assistant Secretary of State, Bureau of Near Eastern Affairs

Saeb Erekat gestorben

Der Generalsekreträr der PLO und viele Jahre Chefunterhändler zwischen Palästinensern und Israelis, Saeb Erakat, ist im Alter von 65 Jahren an der Folgen seiner Corona-Erkrankung gestorben. (Eine ausführlichere deutsche Würdigung folgt – hier in arabisch: http://palaestina.org/fileadmin/Daten/Dokumente/Sonstiges/Dr._Saeb_Erekat.pdf.) | r.i.p.