Wahlen, die Vierte

War es nicht B. Brecht, der davon sprach, es wäre vielleicht besser, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?

Die sogenannte Einheitsregierung, die wohl in ihren sieben Monaten nie eine solche war, ist an der fehlenden Gefolgschaft im Parlament gescheitert: Am 23. März 2021 wohl „darf“ das Volk neu wählen – wir werden sehen, welche Wahl es hat.

Hier erste Stimmen:
Haaretz schreibt: Gantz Betrayed the Israeli Public, and His Downfall Is Nothing Less Than He Deserves

Times of Israel: The rivals on the right: Why the new election will be much tougher for Netanyahu und Times of Israel

Botschaft aus Bethlehem …

Ist nicht schon alles gesagt – und doch jedes Jahr aufs Neue zugesprochen: Hier das Wort zu diesem Fest von Pastor Mitri Raheb aus Bethlehem.

***

Oder vielleicht für das neue Jahr noch einen Olivenbaum pflanzen (lassen)? Eine der Möglichkeiten gibt es hier: Zaytoun.

Podcast aus Hadassah

Ob es ein richtige Leben im Falschen gibt, soll hier nicht entschieden werden. Aber menschliche, berührende Geschichten in all dem anderen, gehören auch zur Wirklichkeit.

The Branch: Real stories about building connections between Jews and Arabs

Stories about building connections between Jews and Arabs.

Die Geschichten, die unregelmäßig veröffentlicht werden, lassen sich hier abonnieren.

This podcast offers a glimpse into the everyday lives of Jews and Arabs in Israel forging meaningful relationships. Presented by Hadassah and hosted by Dina Kraft, The Branch shines a light on the stories of people living the example of a shared society. Together. Even though it’s complicated.

Noch einmal zur Yad Vashem ‚Personalie‘

Die in Diskussion stehende Ernennung eines neuen Direktors der israelischen nationalen Gedenkstätte hat jetzt auch den Direktor der Auschwitz-Gedenkstätte in Polen, Piotr Cywiński, zu einer Stellungnahme veranlaßt, über die die Times of Israel berichtet. In dem Telephon-Interview mit der Jewish Telegraphic Agency, über das ToI schreibt, heißt es „I am concerned about the future of this institution”.

Dreiklang

Mit dem Heft 4-2020 unserer Zeitswchrift israel & palästina ist der neue Kalender 2021 verschickt worden. Einige wenige Exemplare sind beim Verlag noch erhältlich.

Ein Begleiter durch das Jahr 2021 – Gedichte und Texte in deutsch, arabisch und hebräisch | Photos von Andreas Schröder | Beitrage von Marwan Abado, Simone Klebel-Pergmann, Mati Shemoelof, Rose Ausländer, Hebräische Bibel (Psalm 87), Amir Or, Koran (Sure 93), Lukasevangelium (Magnificat).

Ich trage Deinen Namen nach Bethlehem…

Weihnachtsaktion 2020 - Banner DEUTSCH (png)

Vielleicht darf in diesem Jahr, in dem viele von uns nicht in der Region waren, auch einmal ein Hinweis auf diese Aktion der Benediktinerabtei auf dem Zionsberg (Dormitio) an dieser Stelle sein… heute am 19. Dezember ist der letzte Tag ….

Highway to Annexation

Studie zum Ausbau der israelischen Infrastruktur im Westjordanland

Kürzlich veröffentlichte die israelische NGO Breaking the Silence eine Studie zum Ausbau der israelischen Infrastruktur im Westjordanland. Die Studie ist deswegen so alarmierend, weil ihr Inhalt dem Versprechen Netanyahus widerspricht, die Annexion von Teilen der West Bank zu Gunsten eines Friedens mit den VAE auszusetzen. Derzeit sieht es viel eher danach aus, daß das geplante und teilweise bereits im Bau befindliche Straßennetz zur Anbindung auch kleinster Siedlungen, die Annexion und Fragmentierung des Westjordanlandes weiter vorantreibt.

Die ganze Studie in Englisch ist unter folgendem Link abrufbar.

Die Debatte geht weiter

und das wird sie wohl noch lange: Hier ein Zitat aus dem Beitrag von Peter Ullrich im Neuen Deutschland über ‚ den Boykott der Boykotteure‘ und über ‚paradoxe Erfolge der Antisemitismusbekämpfung‘, wie es die Redaktion im Titel faßt:

… Die Unschärfen der Definition [i.e. ie Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Rememberance Alliance (IHRA)] erleichtert es, unliebsame nahost-politische Positionen des Antisemitismus zu bezichtigen – häufig in Fällen, in denen der Vorwurf nicht zutrifft oder eher Grauzonenphänomene vorliegen. Die unleugbar existenten Überschneidungen zwischen Antisemitismus und Antizionismus werden in eine Identität der beiden Phänomene umgebogen. …

Westasien-Dossier der RLS

Ob mit Lock- oder Shutdown: der Konfliktaustrag in Westasien eskaliert weiter und wie in der Rüstungsexportfrage, auch mit der aktiven Teilnahme der BRD. In ihrem aktualisierten Westasien-Dossier fokussiert die Rosa-Luxemburg-Stiftung auf die Konfliktdimensionen:

„Eine Vielzahl von Konflikten und Kriegen prägen derzeit Westasien. Millionen von Menschen sind auf der Flucht. Die unrühmliche Rolle der internationalen Gemeinschaft, fortgesetzte militärische Interventionen und Waffenlieferungen, auch aus Deutschland, sowie das weitgehende Versagen der Hilfestrukturen führen zu einer Eskalation der Gewalt und zu humanitären Krisen. Internationale Solidarität scheint nur spärlich auf. Mit dieser Themenseite möchten wir die politischen Konstellationen und Entwicklungen in der Region transparenter machen, hinter die Schlagzeilen und Stereotype blicken und alternative Perspektiven vorstellen, also Diskussionen um emanzipatorische Ansätze für Veränderungen abbilden sowie jenen progressiven Akteuren eine Stimme geben, die in den bürgerlichen Medien nur wenig zu Wort kommen.“

Ein Schwerpunkt des Dossiers ist der Gazastreifen. „Gaza. 2020. Unbewohnbar. Was bedeutet Leben in Gaza?“

Nach den Szenarien der Zukunft Palästinas befragt, entwirft Drin. Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik das Bild „Palästina 2030: eine Dystopie“.

In einem sehr persönlichen Bericht kommt Tamar Almog, Projektleiterin im Büro in Tel Aviv, zu Wort, eindrucksvoll schilert sie den alternativen Gedenktag in Tel Aviv „Leid teilen, Hoffnung spenden. Die israelisch-palästinensische Gedenktagszeremonie“.

„Die Zeremonie fand zum ersten Mal 2006 im Saal eines kleinen Vorstadttheaters in Tel Aviv statt. Seit 2007 wird sie von zwei Organisationen veranstaltet: den von ehemaligen israelischen und palästinensischen Kombattant*innen gegründeten Combatants for Peace (CFP https://cfpeace.org/about/, die sich im gemeinsamen gewaltlosen Widerstand gegen die Besatzung sowie im Aufbau von Netzwerken palästinensischer und israelischer Aktivist*innen engagieren; und dem Parents Circle – Families Forum (PCFF https://www.theparentscircle.org/en/about_eng/ ), einer israelisch-palästinensischen Organisation von Familien, die enge Familienmitglieder im Konflikt verloren haben.“

„Trotz der Dilemmata und Kritiken, die dieser Zeremonie anhängen und die ich teilweise auch teile, bin ich überzeugt, dass diese Veranstaltung in einem tiefen Sinne eine Alternative darstellt. Alleine die Debatte, die sie anstößt, bricht die monolithische Sicht auf, wie eine Gedenkzeremonie auszusehen hat: Es sollte eine gemeinsame Zeremonie sein, Verlust und Trauer sollten auf derselben Bühne präsent sein, es handelt sich nicht um ein Nullsummenspiel, und das Gespräch über die Besatzung und ihre Ungerechtigkeiten sollte Teil der Gedenkpraxis, der Trauer und des Schmerzes sein. Chen Alon, einer der Gründer der CFP und für viele Jahre Leiter der Zeremonie, sagt, dass zu den Aufgaben dieser Zeremonie gehört, eine Vision, unseren Blick auf die Zukunft, zu verkörpern. Sie bietet eine Alternative zur Verzweiflung und Orientierungslosigkeit und gibt den Menschen das Gefühl, dass Hoffnung in der israelisch-palästinensischen Zusammenarbeit liegt.“

Die Dokumentationen mit den Zeremonien von 2020  und den voran gegangenen zwei Jahren können in den Originalsprachen mit englischen Untertiteln direkt abgerufen werden.