
Wie diese Frage in Israel und Palästina diskutiert wird, dazu morgen ein Beitrag an dieser Stelle …
Frag Franz
Was bedeutet Erinnerung? Und wie unterscheidet sich öffentliches Gedenken davon? Anhand dieser Begriffe entwickelt der deutsch-israelische Hörspielautor, Filmemacher und Künstler Eran Schaerf die Praktiken, die Verdrängungen und die Projektionen, die in Deutschland und Israel den Umgang mit der Shoa charakterisieren. Und er untersucht in seinem Blog, wie das Verhältnis der beiden Staaten davon geprägt ist.
Ein umstrittenes Thema: Die einen wollen keinen pauschalen Verdacht gegen eine ganze Berufgruppe, die anderen zweifeln daran, wie wenige oder viele der Staatsdiener wirklich die Demokratie verteidigen. Chatgruppen in der Berliner Polizei, Verdacht auf antisemitische Gesinnung … dazu lädt das Forschungsinstitut für Öffentliche und Private Sicherheit der HWR Berlin lädt am 11. November 2020 ab 17 Uhr zum virtuellen Werkstattgespräch ein.
Warum ist es so schwierig, Rechtsextremismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit in der Polizei zu untersuchen?
Wissenschaftler der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) Berlin und Gäste im virtuellen Werkstattgespräch des Forschungsinstituts für Öffentliche und Private Sicherheit (FÖPS Berlin) der HWR Berlin ihre Erkenntnisse aus.
In den polizei- und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen der letzten 40 Jahre lassen sich Anhaltspunkte dafür finden, daß Arbeitsbedingungen, bestimmte Konfliktkonstellationen, die Organisationskultur und Gruppendynamiken die Entstehung menschenverachtender Einstellungen und Handlungsweisen begünstigen.
Welche Schutzfaktoren, Präventions- und Interventionsmöglichkeiten gibt es, die dem entgegenwirken? Die Soziologen Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer und Prof. Dr. Wolfgang Kühnel diskutieren mit Politikwissenschaftler Prof. Dr. Hans-Gerd Jaschke und Prof. Dr. Christoph Kopke über Monitoring zu Rechtsextremismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit in der Polizei, straf- und disziplinarrechtliche Maßnahmen und unabhängige Kontrollgremien.
Die Veranstaltung findet als virtuelles Meeting und offene Diskussion auf dem Videokonferenzserver BigBlueButton der HWR Berlin statt. Die kostenlose Teilnahme ist möglich unter diesem Link .
Anmeldungen vorab per E-Mail an foeps-office@hwr-berlin.de
Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier hat am 2. November – soweit es die Corona-Bedingungen zuließen – einen Dichter deutscher Zunge geehrt, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre und vor 50 Jahren in Paris den Tod fand: Paul Celan. Seine Gedichte, seine Texte stehen wir wenige andere für die Brüche und Wege deutscher Idenität im 20. Jahrhundert. Die Rede des deutschen Staatsoberhauptes läßt sich sich hier nachlesen und herunterladen.
Cornelia Geißler in der Berliner Zeitung ist zuzustimmen, daß es schön wäre und wichtig, nicht nur diese Rede, sondern die ganze Veranstaltung online zugänglich zu machen … das Bundespräsidialamt hat ja noch Zeit, vielleicht bis zum 23. November, seinem Geburtstag!
Ob zu ThyssenKrupp und der U-Boot-Bestechungs“angelegenheit“, zur Situation während des zweiten „Lockdowns“ in Israel oder zur Frage der Beteiligung israelischer Palästinenserinnen und Palästinenser an den Protesten gegen Ministerpräsidenten Netanjahu – soziale Zustände analytisch hinterfragend, politisch kritisch und gesellschaftlich breit aufgestellt und treffend wie bisher, so ist auch der aktuelle Newsletter des Tel Aviver Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung wieder mehr als lesenswert.
Damit wird auch der neue Leiter des Büros, Markus Bickel eingeführt und vorgestellt:
„Tsafrirs Schreibtisch am Rothschild-Boulevard in Tel Aviv übernimmt mit dieser Ausgabe des Newsletters Markus Bickel. Der Nahe Osten ist mir seit Jahrzehnten vertraut: Als Kind einer Krankenschwester und eines Entwicklungshelfers lebte ich in den 1980er Jahren in Saudi-Arabien, als Journalist zog ich in den 2000er Jahren in den Libanon, von wo ich für Spiegel Online und die Berliner Zeitung unter anderem über den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah 2006 berichtete. Und als Nahostkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Sitz in Kairo erlebte ich nach 2011 vor Ort mit, wie die arabischen Regime die revolutionären Aufstandsbewegungen sukzessive niederschlugen – in Ägypten und Syrien ebenso wie in Libyen und dem Jemen. Bevor ich im September für die Rosa-Luxemburg-Stiftung nach Tel Aviv zog, arbeitete ich in Berlin als Chefredakteur des Amnesty Journals, der Zeitschrift für Menschenrechte. Diese zu verteidigen, für gerechtere Verhältnisse, gleiche Aufstiegschancen für alle und Frieden zu streiten, wird auch in Israel Richtschnur meines Handelns bleiben – ich freue mich darauf!“
Zum Schluß sei noch auf die neue Papierpublikation der Stiftung hingewiesen, „Israel – ein Blick von innen heraus“, Band drei, die bei der rls bestellt werden kann.
GIGA NDR Reihe „Grenzgänger“ | 16.11.2020 – 18.00 Uhr
Referent*innen: Natalie Amiri, ARD Iran-Expertin / Björn Blaschke, Leiter des ARD-Hörfunk-Studios in Kairo / Dr. André Bank, Senior Research Fellow am GIGA Institut für Nahost-Studien / Moderation: Julia-Niharika Sen, Moderatorin des NDR Auslandsmagazins „Weltbilder“
Die Veranstaltung findet ausschließlich online statt, es ist nötig, sich anzumelden. Die Anmeldung ist kostenlos. Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail.
Die Menschen im Nahen Osten demonstrieren seit Monaten. Ihre Wut richtet sich gegen ihre Regierungen, die häufig brutal auf diese Proteste reagieren. So unterschiedlich die Länder der Region, so unterschiedlich sind die Anliegen der Bevölkerung. Im Libanon und Irak soll das Ende von Misswirtschaft und Korruption herbeigeführt werden. Angefochten werden die Profiteure des festgeschriebenen konfessionellen Systems und die Privilegien alter Eliten. Wohin dieses System führt, hat auch die Explosion im Hafen von Beirut im August gezeigt. Im Iran traut sich trotz massiver Einschüchterungsversuche nun auch die Mittelschicht auf die Straße. In Jordanien sind Preiserhöhungen und Lehrerstreiks der Auslöser der Demonstrationen. In Syrien setzt man sich gegen die Diktatur zur Wehr und es herrscht Hunger. Die Sorge ums Überleben steht im Vordergrund.
Erleben wir einen historischen Umbruch? Wie steht es um die Rechte der Menschen? Welche Rolle spielen externe Einflüsse, wie die Nahost-Politik von US-Präsident Donald Trump, sowie die Interessen der verschiedenen Akteure vor Ort?
Diese und weitere Themen diskutieren Natalie Amiri (ARD Iran-Expertin), Björn Blaschke (Leiter des ARD-Hörfunk-Studios in Kairo) und Dr. André Bank (Senior Research Fellow und Nahostexperte am GIGA). Durch die Veranstaltung führt Julia-Niharika Sen (Moderatorin des NDR Auslandsmagazins „Weltbilder“).
In der gemeinsamen Veranstaltungsreihe des NDR und des GIGA „Grenzgänger – Auslandskorrespondenten treffen Wissenschaftler“ diskutieren ForscherInnen und JournalistInnen über aktuelle Entwicklungen rund um die Welt, die immer auch Deutschland und Hamburg betreffen.
Die Veranstaltung wird ausschließlich online übertragen. Wenn Sie sich anmelden, erhalten Sie vor Beginn der Online-Veranstaltung weitere Informationen per E-Mail.
Eine Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie in der NDR Mediathek und NDR Info „Das Forum“.
The Abraham Accords and the Palestinian Issue
Die online Plattform E-International Relations bringt aktuell eine Analyse von Dr. Massimiliano Fiore, seines Zeichens Assistant Professor, Homeland Security Program der Rabdan Academy in Abu Dhabi, die die Möglichkeiten abschreitet, die der palästinensischen Seite noch bleiben, nachdem sie sich solange auf die Arabische Friedensinitiative gestützt hat.
A new chapter in the history of the Middle East has begun with the signing of the Abraham Accords. These agreements between Israel, Bahrain and the United Arab Emirates reflect a strategic realignment against the two non-Arab powers, Iran and Turkey, threatening their interests in the region. The uprisings and civil wars of 2011 heightened the decades-old divisions between the competing sides in the Middle East and gave rise to a more genuinely regional geopolitical order, defined by mutually hostile nationalisms and sectarian identities.
Den Atem des Ney-Spielers bewahren – so ist der lesenswerte Beitrag auf der Onlineplattform Quantara überschrieben. La Mélancolie Royale ist eine einstündige Sufi-Meditation auf der Rohrflöte des großen türkischen Virtuosen Kudsi Ergüner – der auch auf Youtube zu hören ist als ein Mitschnitt eines Konzertes an der Franz Liszt Hochschule in Weimar – eine gute Gelegenheit an diesem heutigen Sonntag zwischen Reformationstag und Allerheiligen ….
Neues Dossier der Heinrich Böll Stiftung | Okober 2020
„No Women – No Peace“. Mit diesem Dossier würdigt die Heinrich-Böll-Stiftung den 20. Jahrestag der VN-Resolution 1325. Hier finden Sie Interviews und Porträts über starke Frauen, auch aus unserer Region, wie z.B. Nivin Al Hotary und Sabah Al Hallak aus Syrien, Hanan Ashrawi aus Palästina, Mozn Hassan aus Ägypten und Netta Loevy aus Israel.
HAU4 | Israel und die progressiven Kräfte
Ein außerordentlich spanndendes Gespräch zwischen Omri Boehm, Eva Illouz und Susan Neiman, das am Abend des 29. Oktober im Hebbel am Ufer noch stattfinden konnte und auf Youtube weiter zu sehen ist! Welche Perspektiven bleiben für die Region? Was muß neu gedacht werden, wie kann/muß Universalismus neu begründet werden? Was ist der Zusammenhang oder Widerspruch von Ethnizität und liberaler Demokratie? Wie ist das Verhältnis zwischen Selbstbestimmung und Souveränität zu bestimmen? Welche Haltung resigniert nicht angesichts der Verhältnisse?
„In seinem Buch “Israel – eine Utopie” spricht der israelische Philosoph Omri Boehm über liberale Demokratie, Erinnerungspolitik, und ethnischen Nationalismus. Er fordert eine Bindung an den Universalismus zur ethnisch unabhängigen Ausweitung der Staatsbürgerschaft auf alle Bürger der Region. Aus diesem Anlass diskutiert er gemeinsam mit der Soziologin Eva Illouz und der Direktorin des Einstein Forums, Susan Neiman, über alternative Zukunftsvorstellungen für Israel und die Notwendigkeit eines radikalen Universalismus als Leitidee für progressive Politik.
Von Omri Boehm gib es zudem einen hörenswerten Beitrag im Podcast jung und naiv Nr. 468: Philosoph Omri Boehm über einen Staat für Juden & Palästinenser.