Neuerscheinung: israel & palästina I / 2017

israel & palästina | Zeitschrift für Dialog
I 2017: Fotografie in Israel / Palästina
Herausgegeben vom (diAk) e.V.
Israel ¦ Palästina ¦ Deutschland — zusammen denken
Heft 1 | 2017- 978-3-86575-366-3 | 98 S.

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Teil 1: Geschichte der Fotografie in Israel/Palästina
Teil 2: Der Bildermarkt Nahostkonflikt
Teil 3: Bücher, Archive und Bibliographie

(Das Inhaltsverzeichnis findet sich hier)

Die Fotografie leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, wie Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete weltweit wahrgenommen werden und welcher Eindruck des seit über sechs Jahrzehnten schwelenden Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern entsteht. Dabei ist die Geschichte der Fotografie in der Region aufs engste mit dem Konflikt verzahnt. So förderten internationale Fotografen, die die Fotografie in die Region brachten, ein orientalistisch verklärtes Bild der Region, während die zionistische Bewegung auf die Kraft propagandistischer Bilder zur Verklärung ihres Kolonialisierungsprojekts vertraute. Heute ist die Region nicht nur ein Hotspot des internationalen Fotojournalismus, sondern verfügt über eine sehr spannende – und zu weiten Teilen sehr politisierte – Fotoszene.

Ziel des Schwerpunktheftes ist es, diesem Themenkomplex nachzugehen. Dabei geht es zum einen darum, die Bedeutung des Nachrichtenzentrums „Nahostkonflikt“ für den internationalen Fotojournalismus aufzuzeigen. Zum anderen soll ein Einblick in die lokale israelische und palästinensische Fotoszene und deren Geschichte und gegenseitige Verschränkungen gegeben werden. Dies geschieht mit Texten verschiedener lokaler und internationaler Autoren sowie über Interviews mit lokalen Akteuren der Fotoszene.

Renewed Tensions at Jerusalem’s Holy Esplanade

Please find below a link to my recent oped in the Times of Israel which describes the mounting tensions at Jerusalem’s Holy Esplanade (Temple Mount / Haram al-Sharif).

Renewed Tensions at Jerusalem’s Holy Esplanade

The tensions are particularly worrying as we are a month before Passover, two months before Ramadan and three months before commemorating 50 years to the 1967 War. And because they take place with the Obama-Trump transition and its uncertainties (West Bank annexation? Two states?) as backdrop.

Israel, Jordan, the Palestinian leadership and the US can and should act to quell the tensions. This will allow them to focus on the bigger political issues at hand.

Ofer Zalzberg, Times of Israel, 14 March

 

[Von Ofer Zalzberg ist eine Studie der International Crisis Group zur Zukunft von Jerusalems ‚Heiliger Esplanade‘ (‚Holy Basin‘) als Heft 1/2016 von israel&palästina erschienen.]

Die Wannsee-Konferenz jährt sich am 20. Januar 2017 zum 75. Mal

Das Protokoll der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 ist ein erschütterndes Dokument des nationalsozialistischen Rassenwahns. Wann genau die Ermordung der europäischen Juden durch die Vertreter des Nazi-Apparatus beschlossen wurde, ist jedoch auch 75 Jahre danach unter Historiker(inne)n noch umstritten.

Peter Klein, Professor für Holocaust Studies am Touro College in Berlin, hat in der letzten Ausgabe der ZEIT (3/2017) die Vorgeschichte der Konferenz und den dabei deutlich werdenden Machtkampf innerhalb der NS-Hierarchie nachverfolgt sowie die unterschiedlichen Annahmen der Expert(inn)en gegenüber der Bedeutung und Aussagekraft des Schriftstücks verglichen.

Er kommt zu dem Ergebnis, daß

(d)as Wannsee-Protokoll (…) das einzige erhaltene amtliche Dokument (ist), das dieses Menschheitsverbrechen als arbeitsteilige Tat deutlich formuliert. Eine Antwort auf die Frage, wann genau der Genozid beschlossen wurde, bietet der Text jedoch auch bei genauester Lektüre nicht.

Beitar Jerusalem und seine Ultras – Fußball und Konflikt

Die Löwen, wie Beitar genannt wird, wurden sechsmal israelischer Meister – sind aber auch ein Verein, der ein Problem des israelischen Fußballs gut aufzeigt. Dr. Steffen Hagemann, Vorstandsmitglied des diAk e.V., berichtet gegenüber der Sportseite goal.com über die Fußballfans von Beitar Jerusalem, die als besonders radikal, rassistisch und nationalistisch gelten.

„Auch die jüdisch-arabische Konfliktlinie spiegelt sich im Fußball. Besonders die Fans von Beitar Jerusalem fallen immer wieder negativ durch rassistische Äußerungen auf“, betont Hagemann. Im Juli dieses Jahres wurden über 50 ultra-nationale Fans des 1936 gegründeten Klubs festgenommen. „Die Festnahmen sind das Ergebnis der Gewalttaten von ‚La Familia'“, sagte ein Polizeisprecher. Er bezieht sich auf das Herzstück der anti-islamischen Bewegung. Die Ultra-Gruppe ist nicht nur im Stadion das Zentrum des Fantums Beitars, sondern ist auch im Drogen- und Waffenhandel aktiv. Hört man von Menschenjagden auf Palästinenser oder von Brandanschlägen, sind fast immer Mitglieder der „Familie“ involviert, die so gar nichts Warmes und Familiäres an sich hat.

Hier geht es zum ganzen Artikel.

The Peace Index: June 2016

Der Peace Index wird regelmäßig von der Universität in Tel Aviv veröffentlicht und versammelt Umfragen und Meinungen der Gesellschaft in Israel, insbesondere mit Blick auf die israelisch-palästinensischen Beziehnungen, die Beziehungen zu israelischen Palästinenser(inne)n und die unter Besatzung lebenden Palästinenser(inne)n.

Die neueste Umfrage ergab eine hohe Unterstützung für die Annektierung der Westbank und die Weigerung, den dortigen Bewohner(inne)n Rechte zu gewähren (eine Übersicht der vollständigen Ergebnisse findet sich auch auf den Seiten des Israel Democracy Institute).

With the fiftieth anniversary of the Six Day War approaching, this month the Peace Index survey mostly explored the public’s positions on the war’s ramifications for the situation today and in the future. In light of the recent referendum in Britain, we also looked into the public’s views on a possible referendum in Israel on the future of the territories, along with their preferences were such a referendum to be conducted. In addition, we inquired into what the public thinks of the agreement between Israel and Turkey.
The impact on Israel’s situation of the developments since the Six Day War: Both the Jewish public and the Arab public are divided, in very similar proportions, between those who think the developments in the territories have improved Israel’s security situation and those who believe they have worsened it (Jews: improved—44%, worsened—43%; Arabs: improved—48%, worsened—49%). As for the diplomatic situation, a majority (57%) in both the Jewish public and the Arab public sees the developments in the West Bank/Judea and Samaria as having worsened Israel’s situation.

Quelle: http://www.peaceindex.org/indexMonthEng.aspx?num=306

Der vollständige Artikel ist hier zu finden

Israel. Traum und Wirklichkeit

Eine lesenswerter Beitrag von Tamar Amar-Dahl bei SEHEPUNKTE, dem Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften zum neuen Buch des Münchener Professors Michael Brenner:

Israel. Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates von Theodor Herzl bis heute

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Kann Israels Geschichte unter Ausschluss des Konflikts um das Territorium Eretz Israel/Palästina überzeugend erzählt werden? Michael Brenner macht gleich zu Beginn seines neuen Buches die Grenzen seines Ansatzes deutlich: „Dieses Buch beschäftigt sich nicht mit der äußeren Bedrohung Israels und all seinen inneren Konflikten, auch nicht mit dem arabischen Bevölkerungsteil Israels.“ Ziel sei vielmehr, „die Debatten über den Charakter des ersten jüdischen Staates in der Moderne“ zu verfolgen und dabei „den Fragen nachzugehen, was dieser sein wollte, wozu er wurde und wie er von der Welt wahrgenommen wird.“

Tamar Amar-Dahl

Von der Rezensentin ist außerdem der Beitrag „Vom zionistischen Erbe und Israels politischer Verfasstheit“ in Band 41 der diAk-Schriftenreihe, The only democracy? (AphorismA Verlag 2013), erschienen.

Globaler Militarisierungsindex 2015: Massive Hochrüstung im Nahen und Mittleren Osten hält an

Der Globale Militarisierungsindex (GMI) 2015 des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) offenbart einen ungebrochenen Trend zur Hochrüstung im Nahen und Mittleren Osten. Diesen sehen die Autoren Jan Grebe und Max M. Mutschler im Zusammenhang mit dem dortigen Konfliktgeschehen und Machtstreitigkeiten. So sind im diesjährigen Ranking Israel (Platz 1), Jordanien (Platz 4) und Kuwait (Platz 9) erneut unter den TOP 10. Neben dem israelisch-palästinensischen Konflikt dürften der Bürgerkrieg in Syrien sowie die regionale Bedrohung durch den „Islamischen Staat“ (IS) Triebfedern für hohe Militarisierungsgrade sein.

 „Das vielfältige und komplexe Konfliktgeschehen in der Region ist ein treibender Faktor für die Aufrüstung und Modernisierung der Streitkräfte“,

erläutern Jan Grebe und Max Mutschler das Ranking des GMI im Nahen und Mittleren Osten. Die Autoren verweisen darauf, dass Syrien, das in den letzten Jahren stets unter den Top 10 zu finden war, im GMI 2015 zwar fehlt. Dies sei jedoch der Tatsache geschuldet, dass es für das Bürgerkriegsland keine validen Daten gibt. Kuwait (Platz 9) und Bahrain (Platz 15) sowie Oman (Platz 13) und Saudi-Arabien (Platz 17), die auch im Krieg im Jemen involviert sind, stellen hingegen regionale Konfliktparteien dar, die hohe Militarisierungsgrade aufweisen.

Autor Jan Grebe sieht in diesem Zusammenhang auch die Beschaffungsausgaben für moderne Waffensysteme in Milliardenhöhe, die etwa Saudi-Arabien tätigt, und betont: „Angesichts der eskalierenden Situation im Nahen und Mittleren Osten müssen sich viele Staaten – einschließlich Deutschlands – die Frage stellen, inwieweit sie mit ihrer Rüstungsexportpolitik in dieser Region zur Konfliktdynamik beitragen.“

Spitzenplätze auch in Europa

„In Europa weisen viele Staaten einen durchschnittlichen Militarisierungsgrad auf, allerdings könnte sich dieses Bild durch eine veränderte Bedrohungswahrnehmung und eine Neuausrichtung der Sicherheitspolitik für manche Staaten in Zukunft ändern“, vermuten Grebe und Mutschler. So führt der Konflikt in der Ukraine in vielen Ländern zu einem Umdenken. Während etwa die Ausgaben für Beschaffungen und Ausrüstung der europäischen NATO-Staaten zwischen 2010 und 2014 um rund 14 Milliarden US-Dollar fielen, weisen Schätzungen der NATO 2015 auf einen deutlichen Anstieg hin.

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