Von Beduinen und Sängerinnen

Online: Musik und Poesie der arabischen Halbinsel und LevanteDienstag, 12. Oktober 2021

Teilnehmende:

Drin. Ines Weinrich – Arabistin, Musikethnologin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Ramy Al-Asheq –Lyriker, Journalist, Kurator
Sean Prieske – Musikwissenschaftler, Moderator

Wie hängen Gesang und Musik, Poesie und Literatur miteinander zusammen? Wie beeinflußten beduinische Poesie, religiöse Rezitation, Theater aber auch zeitgenössische Poesie und Performance-Formate musikalische Praktiken? Diesen Fragen geht Moderator Sean Prieske in der zweiten Ausgabe von al musiqa auf den Grund. Mit Blick auf die arabische Halbinsel und die Levante wird die wechselseitige Beziehung von Musik und Poesie aufgezeigt. Als Gäste diskutieren die Arabistin und Musikethnologin Drin. Ines Weinrich sowie der vielfach ausgezeichnete Lyriker, Journalist und Kurator Ramy Al-Asheq.

Die Veranstaltungsreihe al musiqa wendet sich an Musiklehrer:innen, Schüler:innen und alle, die sich für Musik interessieren. Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung und der Vortragsreihe finden Sie in der Einladung.

Die Online-Veranstaltung ist kostenlos und findet mit der Software „Zoom“ statt. Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt. Die veranstaltendende DAFG bittet um Online-Registrierung bis zum 12. Oktober 2021 unter https://tinyurl.com/8wx78h7a.  

Gesegnete Mahlzeit

Nicht nur zusammen denken – auch zusammen schmecken … Orientalische Gaumenfreunden

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.“
Diese Rezeptsammlung möchte einen Einblick in die authentische ‚orientalische‘ Küche geben. Langjährige ICO (Initiative christlicher Orient) Projektpartner:innen aus Syrien, Libanon, Irak, Palästina/Israel, Türkei und Jordanien haben ihre besten Rezepte verraten.
Auch wenn sich die orientalische Küche über viele Länder erstreckt und dementsprechende Unterschiede aufweist, so hat diese immer eines gemeinsam: Orientalischkochen bedeutet, mit Leidenschaft zu kochen. Hier verbinden sich warme Gewürze und Aromen und gehen eine satte und vollmundige Harmonie ein.

Preis: 15,00 € + VK – Entweder unter www.christlicher-orient.at oder über bestellung@apohorisma.eu

Kalender Oktober 2021

Zum sechsten Mal erschien in israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Bildbegleiter für das ganze Jahr. 2016 haben wir auf Andere Visionen geschaut. 2017 Erfahrungen aus der Arbeit der Combatants for Peace zum Thema genommen, 2018 waren es Visual Correspondences, zweier junger Frauen, 2019 waren alte Postkarten als Träger für die unterschiedlichen Narrationen zu sehen. 2020 haben uns Photographien von Felix Koltermann durch die realen und imaginierten Landschaften begleitet.

2021 begleiten Gedichte – jeweils in arabisch, deutsch und hebräisch – uns als Dreiklang durch das Jahr, zusammen mit Photos von Andreas Schröder zu jedem Monat. Beim AphorismA Verlag sind noch ein paar letzte Exemplare verfügbar.

Der Oktober wird vom Gedicht „Schatten“ von Amir Or begeleitet

Noch einmal: Nemi El-Hassan

Hanno Hauenstein in der Berliner Zeitung

Wie so oft geht es nicht allein um die Person oder ihren Werdegang (oder gar um ihr jetziges berufliches Leben), sondern um die Möglichkeit einer Projektionsfläche… dazu ein lesenwert kritischer Beitrag des Berliner Journalisten.

„Noch abwegiger wirkt die inhaltliche Begründung des WDR: Die in den Augen des Senders „problematischen Likes“ beziehen sich auf eine linke jüdische Gruppe, die in ihrer energischen Kritik der israelischen Siedlungs- und Besatzungspolitik mit Begriffen, Bildern und Forderungen hantiert, die im deutschen Kontext als problematisch gelten und oft in die Nähe von Antisemitismus gerückt werden – obwohl ihre kritische Diskussion etwa in der israelischen, palästinensischen oder amerikanischen Öffentlichkeit als relativ normal gilt.“


„Eine spezifisch deutsche Sensibilität
Die deutsche „Sensibilität“ gegenüber Begriffen wie „Apartheid“ oder „Rückkehrrecht“ ist vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und des tatsächlich existierenden israelbezogenen Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft zwar nachvollziehbar. Die unkritische und auch falsche Ineinssetzung dieser Begriffe mit Antisemitismus ist einer ernst gemeinten Bekämpfung des Letzteren aber eher abträglich. Weder wird dies der Realität international geführter Debatten über israelische Politik gerecht, noch hilft es, die diskursive Schärfe des Antisemitismus-Begriffs aufrechtzuerhalten, der in Deutschland inzwischen zunehmend einer konsequenzlosen Worthülse gleicht.“

3. Oktober: Tag der Offenenen Moschee

Initiative wird 2021 zum 25mal begangen

Der Tag der offenen Moschee wird am Tag der deutschen Einheit begangen, um die Zugehörigkeit zu diesem Land zu betonen. Viele Moscheevereine öffnen ihre Gotteshäuser, stellen sich vor und bewirten ihre Gäste. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der deutschen Einheit, die ja auch in der Einheit von unterschiedlichen Kulturen und Traditionen besteht.

Möglichst viele Menschen im Land sollen ermutigt werden, dieses großzügige Angebot von Musliminnen und Muslimen wahrzunehmen und damit einen Schritt in eine andere religiöse Kultur zu tun. Sie bringt einen großen Reichtum von Traditionen, Ideen und künstlerischer Entfaltung in unsere Gesellschaft ein.

Dieses Jahr feiert der Tag der offenen Moschee (TOM) sein 25-jähriges Jubiläum, in der über 1.000 Moscheen ihre Türen zum Thema „25 Jahre TOM – Moscheen gestern und heute“ öffnen.

Kunst-Blick: Jordanien

Internationalen Ausstellung der 17. Architekturbiennale Venedig

Sahel Alhiyari: Petrichor – Projekt des jordanischen Architekten in Zusammenarbeit mit Sissel Tolaas, gezeigt in der zentralen internationalen Ausstellung der 17. Architekturbiennale Venedig

22. Mai – 21. November 2021, kuratiert von Hashim Sarkis.

Mit/In Venedig rückt die Region noch näher – ein spannender Blick in den ’nahen‘ Osten – Mit einer Anzahl von Bildern und einem aktuellen Interview von Ende August mit Sahel Alhiyar.

Zum Gedenken an Stanisław Lem

Der polnische Schriftsteller wurde vor 100 Jahren, am 12. September 1921, geboren

„Ich hab Hitler gebraucht, um draufzukommen, daß ich jüdisch bin.“

Zum 100. Geburtstag des 2006 verstorbenen polnischen Schriftstellers, Philosophen, Wissenschaftlers und Literaten Stanisław Lem kündigt das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt einen neuen Sammelband zum breiten Schaffen des international bekannten „Weltverbesserers“ (Holger Teschke in der Jungen Welt, 8. September 2021, S. 12-13) und Überlebenden der Shoa an: „Kosmos Stanisław Lem. Zivilisationspoetik, Wissenschaftsanalytik und Kulturphilosophie“ (2021).

S. Lems (1921-2006) Grabstätte auf dem Salwator-Friedhof in Krakau
Photo: Gapcior – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11108254

Lem, studierter Mediziner, hat mit seinen technikinforeichen, phantasievollen Romanen und fiktiven, mit Hypothesen gespickten Geschichten begeistert und nicht nur zum Knobeln, sondern vor allem zum Nachdenken über so manches Fragezeichen und Plausibilität und Logik nachhaltig angeregt. Der Roman vom Schweigenden Stern wurde 1959 von DEFA und Filmstudio Wroclaw verfilmt; damit begründete Lem seinen Ruf als Autor im Science-Fiction-Feld; Solaris von 1961 „sprengte gedanklich und sprachlich die Grenzen aller bisher geschriebenen Science-Fiction“, schreibt Teschke.

Doch Lems schriftstellerisches und akademisches Schaffen ist viel, viel breiter und so aktuell wie vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren. Bereits „Sechs Jahre vor dem deutschen ‚Historikerstreit‘ fragt er jenseits der in der sozialistischen Geschichtsschreibung allem vorgelagerten ökonomischen und politischen Begründungen nach tieferliegenden sozialen und psychologischen Wurzeln des Völkermords an den Juden Europas“, schreibt Teschke in seinem JW-Artikel über Lem und zitiert dort den Autor aus einem Zeit-Interview von 2005: „Die ständige Steigerung der technologischen Möglichkeiten geht paradoxerweise mit einem Verfall von Phantasie und Intelligenz der Menschen einher… Heute nennt man auch schon Thermostate intelligent oder Küchenmaschinen. Aber dann sind auch meine Hosenträger intelligent in dem Sinne, daß man sie nämlich regulieren kann. Alles ist heute intelligent.“

Im Beitrag auf DLF Kultur vom 4. September 2021 erinnern die beiden Autoren Markus Metz und Georg Seeßlen an Stanisław Lem und zitieren aus dessen 1990 veröffentlichter Schrift Die Vergangenheit der Zukunft, in der Lem Thesen dazu äußert, „was uns zu Beginn des 21. Jahrhunderts erwartet“, so unter anderem:

„Es wird nicht nur eine ‚postindustrielle Gesellschaft‘ entstehen und nicht nur eine Dienstleistungs- gesellschaft, sondern eine qualitativ neue, die ihre größten Probleme mit den Errungenschaften der Biotechnologie haben wird.
Zu beachten ist, daß Deutschland, bisher im Westen die Bundesrepublik, sich für einen friedliebenden Staat ausgibt, was auch nicht bezweifelt werden soll, gleichzeitig aber gibt es auf dem Territorium dieses Staates Hunderte Produktionsanlagen, die Raketen, Giftgase, Kanonen, Unterseeboote herstellen, ganze Fabriken von todbringenden Mitteln und last but not least Maschinenteile und Know-How, die zum Bau von Anlagen dienen, welche Atombomben oder andere Kernspaltungswaffen produzieren können.
Das Automobil wird in vielen Ländern in peinigenden Staus seinen technischen Tod erleiden. Es wird neue Kommunikationsmittel und neue Betriebsformen geben. Das elektrische Auto ist kein Ausweg aus dem Dilemma der Verkehrsstaus, genauso wenig wie ein lokal betriebener Luftverkehr (nur naive Menschen stellen sich vor, jeder Bürger könnte seinen Hubschrauber haben wie heute seinen Wagen). Es wird künstliches Leben und synthetische Bioprodukte geben. Insgesamt aber wird sich die Kluft zwischen den Armen und den Reichen weiter vergrößern.“

Junge Welt Artikel, verfügbar ab 10. September (für drei Monate)

Deutsches Polen Institut zu Lem

Deutschlandfunk Kultur

Kalender September 2021

Zum sechsten Mal erschien in israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Bildbegleiter für das ganze Jahr. 2016 haben wir auf Andere Visionen geschaut. 2017 Erfahrungen aus der Arbeit der Combatants for Peace zum Thema genommen, 2018 waren es Visual Correspondences, zweier junger Frauen, 2019 waren alte Postkarten als Träger für die unterschiedlichen Narrationen zu sehen. 2020 haben uns Photographien von Felix Koltermann durch die realen und imaginierten Landschaften begleitet.

2021 begleiten Gedichte – jeweils in arabisch, deutsch und hebräisch – uns als Dreiklang durch das Jahr, zusammen mit Photos von Andreas Schröder zu jedem Monat. Beim AphorismA Verlag sind noch ein paar letzte Exemplare verfügbar.

Der September wird begleitet vom Psalm 87 – Zion, Mutter ALLER Völker

Universität Bern – einmal anders auf Geschichte schauen

Auch wenn der Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser:innen kein religiöser Konflikt ist, spielt Religion und spielen religiöse Akteur:innen (zunehmend?) eine Rolle. Einen interessanten Blick auf die Frage „How to cope with Religious Conflicts? Insights from History (flashMOOC)“ wirft die Berner Professorin Katharina Heyden, seit 2018 Director of the Interfaculty Research Cooperation „Religious Conflicts and Coping Strategies“ at the University of Bern, in einem einführenden Video zu dieser Frage. Eines der Beispiele ist ein Blick in der Geschichte von Mamre (Hebron / al Khalil – ab min 10:58), der erhellende Einblicke vermittelt.

The interactive video is divided into the following chapters:
Model for Context-Sensitive Analysis of Conflicts with Religious Dimensions
Methodological Remarks: Working with Historical Sources
Three Historical Case Studies
a. Swiss Religious Wars in the 16th century and the Kappeler Milk-Soup
b. The universalism of the medieval philosopher Ramon Lull
c. Interreligious hospitality at Abrahams Shrine in Late Antique Mamre
Conclusio