PeaceWorks

Über die Kraft eines Dialogs auf Augenhöhe

Zwei Podiumsgespräche in Berlin

Freunde von Neve Shalom • Wahat al-Salam e.V. lädt Sie herzlich ein zu zwei Podiumsgesprächen mit zwei führenden Repräsentant:innen aus  Neve Shalom • Wahat al-Salam, dem einzigen Ort in Israel, in dem jüdische und palästinensisch-arabische Israelis seit nunmehr 50 Jahren friedlich und gleichberechtigt miteinander leben und arbeiten.

Dr. Roi Silberberg ist der Direktor des nachhaltig wirksamen Fort- und Weiterbildungs-zentrums School for Peace und Samah Salaime die Leiterin des C&D Office (Büro für Öffentlichkeit und Entwicklung) des Friedensdorfes und seine Vertreterin im Kreisrat.

Das erste Podiumsgespräch findet statt am

Samstag, den 03.09.2022, von 16.00 – 18.00 Uhr im Tagungszentrum „Im Glockengarten“ 
des Ev. Diakonievereins Berlin-Zehlendorf (Glockenstraße 8, 14163 Berlin).

Dort wird Roi Silberberg über die Rolle der School for Peace im Israel-Palästina Konflikt, insbesondere bei und nach den Mai-Unruhen 2021, und ihre aktuelle Arbeit berichten. Samah Salaime wird über die Arbeit der Grundschule und der anderen Bildungseinrichtungen von Neve Shalom • Wahat al-Salam informieren und über die Situation der Frauen bei den Mai-Unruhen 2021 und aktuell Auskunft geben.

Das zweite Podiumsgespräch findet statt am
Montag, 05.09.2022 – 19.30 Uhr im Friedenszentrum im Martin-Niemöller-Haus in Berlin-Dahlem (Pacelliallee 61, 14195 Berlin). Dort werden Roi Silberberg und Samah Salaime das Friedensdorf Neve Shalom • Wahat al-Salam vorstellen.

In der wieder einmal zugespitzten Situation nach den erneuten Angriffen der israelischen Armee auf Gaza und im Vorfeld der Wahlen im November können Sie hier Stimmen aus Israel hören, die tatkräftig und nachhaltig für einen tragfähigen Frieden eintreten. Beim Podiumsgespräch mit den beiden Referenten haben Sie die Chance, aus erster Hand informiert zu werden, mit den beiden ins Gespräch zu kommen und Weg weisenden Stimmen des Friedens den Rücken zu stärken. (Statement zu Gaza und Appell von NSh•WaS)  

Die Veranstaltungen werden in englischer Sprache stattfinden; beide Referent:innen sprechen fließendes, gut verständliches Englisch. Um eine Übersetzungsmöglichkeit wird sich bemüht.

Internationalismus aus Kreuzberg

Manchem mag die Sprache gewöhnungsbedürftig sein, anderen aus der Zeit gefallen, wieder anderen im wahrsten Sinne fort-schriftlich…. Kreuzberg United hat auf seine Hompage einen Reisebericht zu einer Delegation gestellt, die zu dem zum 27. Mal stattgefundenen “Farkha-Festival” (der Palestinian Peoples Party (PPP)) nach Palästina geführt hat… (… einiges dazu ging ja schon durch die Medienlandschaft): Jedenfalls interessant zu lesen:

Yallah, Shabab – Bericht einer Delegationsreise nach Palästina.

Neve Shalom / Wahat al-Salam zur Situation in Gaza

EIn Waffenstillstand, oder sollte man:frau besser sagen, eine Waffenkampfpause ist eingetreten und scheint aktuell zu halten.

Zur Situation im Gazstreifen das Friedensdorf eine Erkärung beschlossen und einen Aufruf.

Neve Shalom • Wahat al-Salam: Stop the attacks on Gaza!

We in the village of Wahat al-Salam / Neve Shalom call for an end to Israel’s attacks on Gaza. The one that has just ended was the fifth in recent years. We condemn every incidence of murderous military action against civilians.

Palestinians and Israelis everywhere deserve to live in safety without suffering and unnecessary grief. We all need a real peace that allows both peoples to enjoy well-being and freedom. …

From our village, we hear the booms and explosions from missile attacks and see the war planes on their way to bombing locations in Gaza. …

We are therefore initiating an emergency campaign to raise funds to send new supplies and equipment to Gaza hospitals. … The delivery will be carried out by Dr. Raid Haj Yehia, a WASNS resident who, in his capacity as a member of Physicians for Human Rights, makes regular journeys to Gaza for the purpose of providing treatment and delivering medical supplies.

Voller Wortlaut des Appells und Spendenmöglichkeit hier.

Zwei Jahre danach

From New to Normal: Two Years after the Abraham Accords

Petra Dachtler analysiert die aktuelle Situation:
Two years later normalisation has intensified, but differs in degree and scope.

Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Kulturstaatsministerin Roth: „Wir halten die Erinnerung wach und richten sie in die Zukunft.“

Am 2. August jährt sich die »Liquidation des Zigeunerfamilienlagers« in Auschwitz-Birkenau zum 78. Mal.

SS-Angehörige ermordeten in der Nacht auf den 3. August 1944 die etwa 4.300 dort verbliebenen Sinti und Roma in Gaskammern. Anläßlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma nimmt Kulturstaatsministerin Claudia Roth heute Abend an der Gedenkveranstaltung am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas mit einer Rede teil und wird einen Kranz niederlegen.

Claudia Roth: „Wir gedenken den Opfern des Porajmos, den 500 000 europäischen Sinti und Roma, die befeuert vom nationalsozialistischen Rassenwahn während der NS-Terrorherrschaft verschleppt, misshandelt, gefoltert und ermordet wurden. Wir trauern um sinnlos ausgelöschtes Leben, um Lieben, Familien, Hoffnungen, Talente. Ich verneige mich vor den Opfern.“

Das Ende der Naziherrschaft bedeutete noch nicht das Ende des Leidenswegs der Sinti und Roma. Lange mussten sie im Deutschland der Nachkriegszeit um Anerkennung kämpfen. Der Kampf um Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts zog für viele Überlebende jahrelange quälende Verfahren nach sich. Bis heute haben sie in Deutschland und Europa mit Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus zu kämpfen.

Claudia Roth: „Der Kampf um Anerkennung des unermesslichen Unrechts, der Kampf um Entschädigung macht nur noch deutlicher, wie ungeheuer wichtig die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und des nachfolgenden Unrechts in der Bundesrepublik war.

Aus dem Wissen und Bewußtsein über ihre Zeitzeugnisse erwächst unsere Verantwortung nicht nur zu bewahren, sondern die Erinnerung weiterzugeben. Wir wollen das Erinnern weiterentwickeln. Wir wollen die Gedenkstättenkonzeption des Bundes novellieren und das Programm „Jugend erinnert“ verstetigen. Die vielfältige Kultur, die Musik, die Literatur der Sinti und Roma gehören zu unserem kulturellen Reichtum.

Dass wir hier an den 2. August 1944 erinnern, soll in die Gegenwart wirken. Bis heute gehören Diskriminierung, Ausgrenzung, gehört Antiziganismus zum Alltag vieler Sinti und Roma. Der Weg zu einer gleichberechtigen Teilhabe ist noch weit, doch wir müssen ihn mit Entschlossenheit weitergehen. Wir stehen mit Mehmet Daimagüler, dem Antiziganismusbeauftragten der Bundesregierung, an der Seite von Sinti und Roma, an der Seite ihrer Verbände und Organisationen im gemeinsamen Kampf gegen Antiziganismus, Rassismus und Haß.“

Tschechien: Mahnmal statt Schweinefarm

Auf dem Gelände des ehemaligen Nazi-Konzentrationslagers Lety für tschechische Roma wurde nach langem Hin und Her mit dem Abriß einer Schweinefarm begonnen.

Nun entsteht dort ein Mahnmal für den Völkermord an den Roma.

Ein Bericht auf der Website der Deutschen Welle

Frieden lernen können…

Das Bethlehem Bible College bietet Kurse im Kontext des Heiligen Landes an (Gfls. mit Creditpoints):

Home/Courses of the Bethlehem Institute of Peace and Justice/Certificate Courses

Peacemaking and Justice in the Palestinian Context (1 and 2) are asynchronous, guided, online courses that introduce key concepts in both the theory and practice of peacemaking and justice in the context of Palestine and Israel and as expressed by Palestinian Christians and other international scholars. Combined with the Summer Intensive in Bethlehem, these two courses comprise the Certificate Program in Peacemaking and Justice in the Palestinian Context. These courses are open to both undergraduate, graduate, and auditing students. These are three credit/hour courses offered in the Fall and Spring semesters and are 14 weeks in duration. The Fall semester course begins in mid-September and ends mid-December. The Spring semester course begins mid-January and ends mid-April. 

… eine feministische Sicht!

Heute: 27. Juli 2022 – Register

Challenging Militarism CfP / Sisterhood

Jedwabne – 10. Juli 1941

Essay von Gary Lucas im Forward (vier Artikel im Monat frei zugänglich) – Erinnerung bleibt eine schwierige Aufgabe, hier, dort, überall, nicht nur der scheren Zahlen wegn …

Beitrag im Forward zu jedwabne

When I was a boy, I often pondered the fate of my European relatives on my mother’s side. I knew my family had originally been named Piekareski and they had lived for many generations in a little town called Jedwabne, near Białystok in northeastern Poland. I knew that my grandfather Samuel had been smuggled out of Jedwabne and Poland by his doting mother at a very tender age. She had disguised him for the journey by dressing him up as a little girl to prevent him from being turned back at immigration as an able-bodied boy to be eventually conscripted into the Polish army. ….

Zwei eng verflochtene Urkatastrophen

Joseph Croitoru widmet auf qantara.de einen langen, höchst lesenswerten Essay der gemeinsamen Arbeit des israelischen Shoa-Forschers Amos Goldberg und des in Israel lebenden palästinensischen Politikwissenschaftler Bashir Bashir:

Die Katastrophe der Anderen in das eigene Narrativ einbeziehen

Eine Annäherung von Israelis und Palästinensern, die sich beide als Opfergemeinschaften verstehen, wird nach Ansicht von Goldberg und Bashir vor allem deshalb erschwert, weil Shoa und Nakba gleichermaßen zur Legitimation nationaler Ansprüche herangezogen werden. Dennoch sollte es möglich sein, auch die Katastrophe der Anderen – ohne dass der aus den nationalen Traumata abgeleitete „ultimative Anspruch auf Gerechtigkeit“ aufgegeben werden müsste – in das eigene Narrativ einzubeziehen

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