Rolle von Musik und Klang für die Erinnerungskultur

Die Ära der Zeitzeug:innen, die aus eigener Anschauung über die Zeit des Nationalsozialismus berichten können, neigt sich dem Ende zu. Für die Erinnerungskultur in Deutschland stehen deshalb große Veränderungen bevor. Welche neuen Wege in diesem Zusammenhang beschritten werden können, will die Musikwissenschaftlerin Prof’in. Drin. Monika Schoop von der Leuphana Universität Lüneburg erkunden. Mit ihrem aktuellen Forschungsprojekt „Musikalische und klangliche Erinnerungsräume in der Post-Witness Era“ geht sie der Frage nach, wie mit Hilfe von Musik und Klang Erinnerungsräume geschaffen werden können.

Der Wissenschaftlerin geht es darum, einen neuen Weg einzuschlagen und sowohl die soziale als auch die klangliche und musikalische Dimension der Erinnerungsräume zu erfassen. Gleichzeitig soll das Projekt eine neue Plattform in Niedersachsen schaffen, um wichtige Akteure der Erinnerungskultur zu vernetzen und einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu initiieren. Gemeinsam mit den Gedenkstätten Bergen-Belsen, Ahlem und Moringen werden Workshops für nachhaltige Erinnerungsarbeit entwickelt und veranstaltet. Sie dienen dazu, Herausforderungen gegenwärtiger Erinnerungskultur zu thematisieren, Potenziale von Musik und Klang für künftige Erinnerungsarbeit zu reflektieren und Handlungsstrategien zu erarbeiten.

Das Potenzial von Musik und Klang für die Erinnerungsarbeit soll zudem in der Entwicklung spezieller Audioguides in Kooperation mit der Gedenkstätte Ahlem erprobt und genutzt werden. Diese Initiative zielt darauf ab, sowohl die Vergangenheit kritisch zu erinnern, als auch Erinnerungskultur für neue Generationen zugänglich und damit zukunftsfähig zu gestalten. Die Ergebnisse des Projektes sollen veröffentlicht und auf nationalen und internationalen Konferenzen vorgestellt werden.

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin: | Leuphana Universität Lüneburg

Leuphana Universität Lüneburg

Bedrohliche Mächte oder mächtige Bedrohung?

Konferenz „Strategien gegen Verschwörungsideologien und Desinformation“ am

Freitag, dem 18. November 2022 von 9:00-17:00 Uhr im Deutschen Bundestag

„Gesellschaftliche Krisen und Zeiten der Unsicherheit, wie sie die Corona-Pandemie oder der brutale Krieg Rußlands gegen die Ukraine mit sich bringen, sind ein Nährboden für Fake News und krude Verschwörungsideologien. Aktionen von Corona-Leugner*innen und die rasante Verbreitung von Desinformation im Internet zeigen dies deutlich. Wir nehmen diese Gefahr für unsere Demokratie sehr ernst. Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir den Kampf gegen Rechtsextremismus und Verschwörungsideologien sowie für gesellschaftlichen Zusammenhalt entschieden vorantreiben.“

Daher laden wir Sie und euch herzlich zu unserer Konferenz in den Deutschen Bundestag (Paul Löbe-Haus) ein. Anmeldung hier.

Mit dabei: Dr. Konstantin von Notz MdB, Lamya Kaddor MdB, Marina Weisband, Ben Scott, Katharina Nocun, Thomas Haldenwang, …. und viele weitere Abgeordnete und Fachleute.
Die Moderation der Konferenz übernimmt die Journalistin Thembi Wolf.

Inside Out | Edgar Keret

Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin | 21. Oktober 2022 bis 5. Februar 2023

Mit Inside Out zeigt das Jüdi­sche Museum Berlin ab 21. Okto­ber 2022 eine Aus­stellung des israe­li­schen Autors Etgar Keret.

Aus­gehend von Er­inne­run­gen an seine Mutter hat Keret Kurz­ge­schichten ver­fasst, die im Rah­men der Aus­stellung nun erst­mals öffent­lich präsen­tiert wer­den. Die Texte er­zählen vom All­tag der Familie in Israel eben­so wie von trau­ma­ti­schen Kriegs­erleb­nissen und Gewalt­er­fah­rungen der 1934 in Polen ge­borenen Mutter.

Die Geschichten werden mit vom Autor aus­gewählten Ob­jekten aus den JMB-Samm­lungen sowie mit Auftrags­arbeiten von zeit­ge­nössischen Künstler*innen, die in Ko­ope­ra­tion mit Keret ent­standen sind, präsen­tiert. Das Zusammen­spiel von Er­inne­run­gen, Objekten und künstler­ischen Installa­tionen er­öffnet Be­sucher*innen neue, emotions­geladene Assoziations­räume, die be­wußt mit klas­si­schen Er­wartungen an einen Museums­besuch brechen.

Übersichtsplan mit allen Gebäuden, die zum Jüdischen Museum Berlin gehören. Der Libeskind-Bau ist grün markiert

Ort: Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie – Lindenstraße 9–14, 10 969 Berlin

Die Debatte muß | wird weitergehen

Kontrovers, sachlich, wahrhaftig – einfache Antworten gibt es nicht

rbb Kultur – Das Magazin | Sa 15.10.22 | 18:30 – Etwas versteckt, und in der Online-Inhaltsangabe aktuell nicht aufgeführt, aber online und trotzdem abrufbar ein Beitrag (ab Minute 24:00) von Norbert Kron, unter anderem im Gespräch mit Susan Neiman zu der aktuellen Neuerscheinung „Historiker streiten – Gewalt und Holocaust – die Debatte“ – (Herausgegeben von Susan Neiman und Michael Wildt, Propyläen Verlag, 368 S. ISBN 9783549100509 – 26,00 €), die auf eine Tagung des Einstein-Forums aus dem Jahr 2021 zurückgeht und die heftige Debatten ausgelöst hatte.

Susan Neiman im Interview

LABA Berlin 2022 „Broken“

A Laboratory for Jewish Culture

Eight artists representing a diversity of Jewish identities and artistic practices, the works on display pull from literature, opera, film, psychoanalysis, mythology, disability studies, and personal experience. They take history, real and imagined, to explore the rocky, recursive, and often disjointed path from breaking to recovery after trauma. Some artists engage with the moment of rupture, some interrogate the promise of reparation and repair, while others explore the shapes of the broken pieces.

KATJA MEIROWSKY – Zurück in die Stadt

KATJA MEIROWSKY (1920-2012)

Ihrer künstlerischen Begabung folgend, begann Katja Meirowsky 1939 in Berlin Malerei zu studieren. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verboten ihr die Nationalsozialisten 1942 die Fortsetzung des Studiums. Im selben Jahr flüchtete sie nach Polen. 1945 kehrte Katja Meirowsky nach Berlin zurück, gehörte zum Kreis der avantgardistischen Künstlerinnen und Künstler der Stadt und beteiligte sich erfolgreich an nationalen und internationalen Ausstellungen.
 

Der Titel der Ausstellung »Katja Meirowsky – Zurück in die Stadt« verweist auf die gleichnamige Serie von Kohlezeichnungen der Künstlerin aus dem Jahr 1947 und auf ihre zweimalige Rückkehr nach Berlin: 1945 aus dem polnischen Exil und im Jahr 2000 von ihrem fast fünf Jahrzehnte langen Aufenthalt auf der Insel Ibiza. … Mehr dazu bei der Salongalerie »Die Möwe« Auguststraße 50 b – 10119 Berlin

Im Tagesspiegel+ der Artikel dazu:

Ausstellung zu Katja Meirowsky:
„Da kommt die Revolution persönlich!“

Holocaust-Überlebende, Shootingstar im Nachkriegs-Berlin, Gründerin der Grupo Ibiza 59:
Die Malerin Malerin Katja Meirowsky wird wiederentdeckt.

Kritik der Diskriminierung

Über das spannungsreiche Verhältnis von Anti-Antisemitismus und Postkolonialismus

Podiumsgespräch am 13. Oktober 2022, 19:00 Uhr in der Katholischen Akademie in Berlin

An der Diskussion nehmen teil:

Prof. Dr. Dan Diner,
Profin. Drin. Christina von Braun,
Prof. Dr. Gregor Maria Hoff
Als Gastgeber Prof. Dr. Elad Lapidot.

Die Veranstaltung ist Teil des interreligiösen Dialogprojekts „Kohäsion durch Konflikt“.

Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Die Leo Baeck Foundation (Berlin), die Eugen-Biser-Stiftung (München), der Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und Ökumenische Theologie an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und die Katholische Akademie bilden das Netzwerk Religion und Demokratie. Die vier Institutionen nehmen sich in dem über mehrere Jahre angelegten Projekt zentraler Konflikt- und Streitfelder im Verhältnis von Religion und Demokratie an. Theoretische Grundlegung, praktische Bildungs- und Dialogarbeit und öffentliche intellektuelle Debatte werden aufeinander bezogen, um Konfliktlinien des interreligiösen Gesprächs auszuleuchten.

Zeitgenössische Debatten zeigen eine wachsende Spannung zwischen dem theoretischen und politischen Kampf gegen Antisemitismus einerseits und dem theoretischen und politischen Diskurs des Postkolonialismus andererseits.

Anmeldung unter info@bohnen-pa.com.

Zwischen Verbundenheit und Entfremdung

Deutschland und Israel heute (September 2022)

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) von Jenny Hestermann, Roby Nathanson und Stephan Stetter

Kostenloser PDF-Download

Deutschland und Israel haben sich in den vergangenen Dekaden in erstaunlicher Weise angenähert und pflegen heute intensive Beziehungen auf allen Ebenen und in den unterschiedlichsten Bereichen. Zugleich sind die deutsch-israelischen Beziehungen auch heute nicht frei von Mißverständnissen und Konflikten. Dies zeigt sich in der Studie: „Deutschland und Israel heute: Zwischen Verbundenheit und Entfremdung”.

Insgesamt sind die deutsch-israelischen Beziehungen heute gute Beziehungen. Allerdings blicken Israelis deutlich positiver auf Deutschland als umgekehrt die deutsche Bevölkerung auf Israel. Und: Gerade bei der jüngeren Generation beider Länder gibt es Anzeichen einer möglichen Entfremdung.

Schwarze Sonne

Die mythologischen Hintergründe des Nationalsozialismus

DVD von Absolut Medien (mit weiteren Informationen) – Trailer

Die mythologischen Hintergründe des Nationalsozialismus und der Einfluß von esoterischen Weltbildern und Mythen auf die Ideologie des »Dritten Reiches«

Digitale Restaurierung: Stiftung Deutsche Kinemathek, Maxi Zimmermann, Martin Körber

Ein ungeschriebenes Kapitel in der Geschichte des »Dritten Reiches«: In einem der Kulträume der ehemaligen SS-Ordenszentrale Wewelsburg ist es zu finden: ein Runenzeichen, das von der rechten Szene als »Schwarze Sonne« verklärt wird und für Himmlers Todesbrigaden vermutlich ein mystisches Symbol für Wiedergeburt und geistige Erweckung nordischen Geistes war. In diesen Räumen sollten Rituale und Kultfeiern stattfinden, in denen man die Erhabenheit des »arischen Lichtes« gegen die »jüdisch-bolschewistische Finsternis« beschwor. Mythenforschung, Sakralarchitektur, Lichtdome, Fackelzüge und Symbolik des Dritten Reiches galten nicht nur der Propaganda, sondern vor allem der suggestiven Vertiefung dieses fast religiösen Missionsgedankens.

Der Film ist eine chronologische Reise zu den Ursprüngen der Nazi-Ideologie und sucht zahlreiche »Kultorte« auf. Z.T. noch nie gezeigtes Bild- und Archivmaterial beleuchtet die Verflechtung von nordisch Verbrämtem, Mythologie und Rassismus. Fachleute und Zeitzeugen ergänzen diese visuelle Reise in den bizarrsten Untergrund abendländischer Geschichte.

Es gibt keine einfachen Antworten

Weder Projektionen, noch das Verschließen der Augen, noch schräge Einseitigkeiten bringen uns zurück in einen Stand „davor“ – der Zivilsationsbruch unserer Geschichte bleibt eine Wunde, die es immer wieder und immer wieder neu anzugehen gilt – ohne je die eine Antwort zu finden …:

Heiner Roetz, seines Zeichens emeritierter Professor der Sinologie und in den 1970er Jahren in der „Frankfurter Szene“ akitv, lädt in beeindruckender Weise zu einer solchen Reflektion in einem Beitrag in der Frankfurter Rundschau ein:
Nach dem Holocaust: Die Last den anderen aufbürden. Die deutsch-israelische Freundschaft ist angespannt. Die unappetlichen Seiten der deutschen Solidarität mit Israel