Deutscher Historiker:innentag 2021

Im Fokus: Rückgabe von Kulturgütern und Gespräch mit israelischem Autor David Grossmann

Ausgewählte Sonderveranstaltungen aus dem Programm des 53. Deutschen Historikertags sind als Livestream über die digitale Kongressplattform zu sehen.

Am Donnerstag, 7. Oktober 2021, beleuchtet eine Podiumsdiskussion die Perspektiven der aktuellen Debatte um die Restitution von Kulturgütern. Am gleichen Tag findet ein Gespräch mit dem israelischen Autor David Grossman über „The Art of Storytelling and Historical Narratives“ statt.

Seit geraumer Zeit wird über die Frage diskutiert, in welchem Umfang Kulturgüter anderer Länder, die in verschiedenen historischen Kontexten in rechtlich uneindeutiger Weise erpreßt, geraubt oder zwangsverkauft wurden, zu restituieren sind. Diese Debatten schlagen bisweilen hohe Wellen und werden von einer größeren Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt, zuletzt etwa die Eröffnung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst im Berliner Humboldt Forum. Die Frage nach der Provenienz der Museumsbestände wird dringlich gestellt, wobei die Museen selbst durch neue Initiativen nach Antworten suchen. Auf dem Podium wird über mögliche Perspektiven gesprochen, mit denen die vielfältigen Problemstellungen verantwortungsvoll und in Kooperation mit den betroffenen Ländern gelöst werden könnten.

Es diskutieren Andreas Eckert (Berlin), Larissa Förster (Berlin), Elisio Macamo (Basel) und Hermann Parzinger (Berlin). Die Moderation übernimmt Roland Wenzlhuemer (München).

Die Podiumsdiskussion „Zur Rückgabe von Kulturgütern – Möglichkeiten und Perspektiven der aktuellen Diskussion“ findet am Donnerstag, 7. Oktober 2021, 11–13 Uhr statt.

Partnerland Israel

David Grossman (Jerusalem) zählt zu den wichtigsten Schriftstellern Israels. In seinen Schriften und Reden hat er sich immer wieder für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinenser:innen eingesetzt. Während des Libanonkrieges 2006 rief er öffentlich zu einem Ende der Kämpfe auf – wenige Tage, bevor sein Sohn Uri im Südlibanon getötet wurde. Grossman, der u. a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und dem Israel-Preis ausgezeichnet wurde, wird auf dem Historikertag im Gespräch mit Michael Brenner und Mirjam Zadoff (beide München) auf die Verbindungslinien zwischen Geschichte schreiben und Geschichten erzählen eingehen. „The Art of Storytelling and Historical Narratives. Ein Gespräch mit David Grossman” ist am Donnerstag, 7. Oktober 2021, 16–18 Uhr im Livestream des Historikertags zu sehen.

Weitere Informationen unter der Kongreßwebsite des 53. Deutschen Historikertags 2021

Emmy-Auszeichnung: Film über die Anwältin Lea Tsemel

Dokumentarfilm über die bekannte Menschenrechtsanwältin Tsemel in der Kategorie „Best Documentary“ mit einem „Emmy Award 2021“ ausgezeichnet

Der vom SWR koproduzierte, 90-minütige Dokumentarfilm „Lea Tsemel, Anwältin“ (OT: „Advocate“) ist beim „42. Annual News and Documentary Emmy Award“ als bester Dokumentarfilm („Best Documentary“) ausgezeichnet worden. Die Produktion war zudem für einen zweiten Emmy in der Kategorie „Outstanding Politics and Government Documentary“ nominiert. „Lea Tsemel, Anwältin“ erzählt die bemerkenswerte Geschichte einer israelischen Rechtsanwältin und ihres Kampfs für Gerechtigkeit – insbesondere für palästinensische Angeklagte, die in Israel vor Gericht stehen.

Anläßlich der Auszeichnung ist der Film ab 1. Oktober für drei Wochen in der ARD Mediathek zu sehen sein.

Noch einmal: Nemi El-Hassan

Hanno Hauenstein in der Berliner Zeitung

Wie so oft geht es nicht allein um die Person oder ihren Werdegang (oder gar um ihr jetziges berufliches Leben), sondern um die Möglichkeit einer Projektionsfläche… dazu ein lesenwert kritischer Beitrag des Berliner Journalisten.

„Noch abwegiger wirkt die inhaltliche Begründung des WDR: Die in den Augen des Senders „problematischen Likes“ beziehen sich auf eine linke jüdische Gruppe, die in ihrer energischen Kritik der israelischen Siedlungs- und Besatzungspolitik mit Begriffen, Bildern und Forderungen hantiert, die im deutschen Kontext als problematisch gelten und oft in die Nähe von Antisemitismus gerückt werden – obwohl ihre kritische Diskussion etwa in der israelischen, palästinensischen oder amerikanischen Öffentlichkeit als relativ normal gilt.“

…
„Eine spezifisch deutsche Sensibilität
Die deutsche „Sensibilität“ gegenüber Begriffen wie „Apartheid“ oder „Rückkehrrecht“ ist vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und des tatsächlich existierenden israelbezogenen Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft zwar nachvollziehbar. Die unkritische und auch falsche Ineinssetzung dieser Begriffe mit Antisemitismus ist einer ernst gemeinten Bekämpfung des Letzteren aber eher abträglich. Weder wird dies der Realität international geführter Debatten über israelische Politik gerecht, noch hilft es, die diskursive Schärfe des Antisemitismus-Begriffs aufrechtzuerhalten, der in Deutschland inzwischen zunehmend einer konsequenzlosen Worthülse gleicht.“

3. Oktober: Tag der Offenenen Moschee

Initiative wird 2021 zum 25mal begangen

Der Tag der offenen Moschee wird am Tag der deutschen Einheit begangen, um die Zugehörigkeit zu diesem Land zu betonen. Viele Moscheevereine öffnen ihre Gotteshäuser, stellen sich vor und bewirten ihre Gäste. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der deutschen Einheit, die ja auch in der Einheit von unterschiedlichen Kulturen und Traditionen besteht.

Möglichst viele Menschen im Land sollen ermutigt werden, dieses großzügige Angebot von Musliminnen und Muslimen wahrzunehmen und damit einen Schritt in eine andere religiöse Kultur zu tun. Sie bringt einen großen Reichtum von Traditionen, Ideen und künstlerischer Entfaltung in unsere Gesellschaft ein.

Dieses Jahr feiert der Tag der offenen Moschee (TOM) sein 25-jähriges Jubiläum, in der über 1.000 Moscheen ihre Türen zum Thema „25 Jahre TOM – Moscheen gestern und heute“ öffnen.

Webinar des Middle East Institute – Washington

Prisoner Politics: Palestinians in Israeli Jails

28. September 2021 – 16.00 Uhr Berliner Zeit – Anmeldung erforderlich


“The dramatic escape of six Palestinian prisoners from a high-security prison in Israel earlier this month has cast a bright light on the long-neglected and intensely polarizing issue of Palestinian political prisoners, their status in Palestinian society, and their treatment at the hands of Israel.
Although all six men have since been recaptured by Israeli authorities, their daring escape became a symbol of Palestinian defiance and hope for ordinary Palestinians and leaders alike. For Israelis, most of whom regard the men as little more than terrorists, the incident was seen as a major security failure and an embarrassment for Israel’s vaunted security establishment. Although the Biden administration did not weigh in on the incident, the issue of Palestinian prisoners remains the subject of intense focus and even congressional legislation in Washington.
What are the conditions of Palestinians being held in Israeli jails? Why does the issue generate such intense emotion among both Palestinians and Israelis as well as in Washington?

Speakers:
Jawad Boulus

Jawad Boulus is a renowned Palestinian human rights lawyer, political commentator, and author. Boulus was born into a Christian family in the small Arab Galilee village of Kafr Yaseef in 1956, and graduated from the Hebrew University of Jerusalem in 1980. As a Palestinian with Israeli citizenship, Boulus has been deeply involved in the Israeli-Palestinian conflict and the fight for Palestinian human rights for over 40 years. He currently publishes a notable weekly opinion column in Arabic which is circulated in numerous local and international printed newspapers and online magazines. He is the Director of the Legal Unit of the Palestinian Prisoners‘ Club in Ramallah. He serves as Co-Chair on the Board of Directors to ‘Hand in Hand,’ a network of integrated bilingual schools for Jewish and Arab children in Israel. Boulus also serves as Secretary to the Mahmoud Darwish Association for Innovation. His own law firm is based in Jerusalem, where he resides with his wife Jumana.

Lara Friedman

Lara Friedman is the president of the Foundation for Middle East Peace. With more than 25 years working in the Middle East foreign policy arena, Lara is a leading authority on U.S. foreign policy in the Middle East, with particular expertise on the Israeli-Arab conflict, Israeli settlements, Jerusalem, and the role of the U.S. Congress. Prior to joining FMEP, Lara was the Director of Policy and Government Relations at Americans for Peace Now, and before that she was a U.S. Foreign Service Officer, serving in Jerusalem, Washington, Tunis and Beirut. She tweets @LaraFriedmanDC

Sahar Francis

Sahar Francis is the General Director of Addameer Prisoner Support and Human Rights Association, a Ramallah-based Palestinian NGO that provides legal and advocacy support to Palestinian political prisoners in Israeli and Palestinian prisons. An attorney by training, she joined Addameer in 1998, first as a human rights lawyer, then as head of the Legal Unit. With over sixteen years of human rights experience including legal counseling and representation, Francis is a leader of prisoners rights advocacy. She has also represented Addameer at the UN Human Rights Council, sits on the Board of Defense for Children International-Palestine Section, and was recently appointed to be on the technical committee for the Palestinian National Committee for the follow-up of the International Criminal Court (ICC). Francis earned her law degree from the University of Haifa in 1994, entered the Israeli Bar Association in February 1996, and earned her master’s degree in International Studies from Birzeit University in 2006.

Khaled Elgindy, moderator

is senior fellow and director of the Program on Palestine and Israeli-Palestinian Affairs at the Middle East Institute. He is the author of Blind Spot: America and the Palestinians, from Balfour to Trump, published by Brookings Institution Press in April 2019. Elgindy previously served as a fellow in the Foreign Policy program at the Brookings Institution from 2010 through 2018. Prior to arriving at Brookings, he served as an adviser to the Palestinian leadership in Ramallah on permanent status negotiations with Israel from 2004 to 2009, and was a key participant in the Annapolis negotiations of 2007-08. Elgindy is also an adjunct instructor in Arab Studies at Georgetown University. He tweets @elgindy_“

Es geht doch beides…

Ein Podcast des US-amerikanischen Forward: Wie kann man:frau Israel verbunden sein und zugleich die Rechte der Palästinenser:innen achten?

Ein hörenswerter Podcast aus den USA – zu einer Frage, die sich auch hierzulande stellt: Deutsch-Israel-Palästina zusammendenken!

Was gehört zu uns?

In der Debatte um die (ausgesetzte) Berufung von Nemi El-Hassan durch den WDR als Moderatorin in den öffentlich-rechtlichen medien findet sich in der Ausgabe vom 23. September 2021 ein sehr nachdenkenswerter Gastkommentar in der taz von der Deutsch-Palästinenserin Nohma El-Hajj, hier ein Auszug:

„Weil mein familiärer Background El-Hassans ähnelt, habe ich eine Ahnung davon, was es bedeutet, sich als Person mit palästinensischen Wurzeln in Deutschland der Identitätsfrage zu widmen. Ich weiß, in welchen Kreisen wir verkehren – aus dem Wunsch heraus zu verstehen, wo wir hingehören.
Und so stellen sich folgende Fragen: Wie viel Vergangenheit und Entwicklung gesteht uns unsere auf Affekte und rasche Urteile ausgerichtete Gesellschaft noch zu? Und auf welche Weise wollen wir in einer digitalen Welt, die fein säuberlich dokumentiert, auf die Biographie von Personen der Öffentlichkeit blicken?“

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Ergänzung 24. September 2021

Beitrag von Stefan Buchen auf Qantara:

Deutsche Medien decken auf: Es gibt Palästinenser

Eine Nachwuchsjournalistin wird mit Antisemitismus- und Islamismus-Vorwürfen konfrontiert. Es soll sie den Job kosten. Ein pädagogisch wertvolles Lehrstück aus der deutschen Gegenwart.

Historische Wahrhaftigkeit…

Ein spannender Beitrag auf der Website von Haaretz

Wahrheit gibt es in der Geschichtsschreibung und in der Erinnerung wohl nicht, aber die Leugnung von Fakten macht diese eher virulent. Das gilt mit Sicherheit für die Auseinandersetzung mit der Nakba.

Ob es es das, was im palästinensischen Narrativ Nakba genannt wird, die Katastrophe der eigenen kollektiven Identität, überhaupt gegeben habe, gilt manchen in Israel als Angriff auf die eigene Identität. Der Versuch, das Gedenken daran administrativ zu unterdrücken, zeigt die Hilflosigkeit und das Scheitern einer um Versöhnung und Verständigung bemühten inklusiven Narration …

Der Beitrag von Or Kashti in Haaretz, zeigt anschaulich, wie die Auseinandersetzung mit dem Gewesenen nicht dauerhaft unterdrückt werden kann und wie sie eigentlich zu eine produktiven pädagogischen Herausforderung werden kann, und wird.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Beitrag über aktuelle Fragestelllungen in israelischen Schulabschlußprüfungen ([noch] hiter der Bezahlschranke der Zeitung)

It’s not only about Israeli responsibility for the Palestinians’ flight from the Galilee, it’s about inviting students to weigh in on, and perhaps also confront, statements by famous scholars (for example Tom Segev, on the indifference of the Education Ministry and of “most people in the country to the struggle of the clandestine immigrants” –  Jews who entered illegally during the British Mandate. Also, “in the curriculum, the First Aliyah and the Second Aliyah are lumped together. Is this justified?)”

Such a challenge isn’t new. When Bennett was education minister, students were asked whether “the main emphasis in teaching the War of Independence” should be on its status as “an existential war of the Yishuv [the Jewish community in the pre-state period] and the State of Israel.”

“Textbooks deal with the Nakba and the refugee problem, so the test reflects the curriculum,” Maniv says, adding that since the test is open-book, “it allows a thinking skill like making a comparison.”

Bei Interesse am ganzen Artikel bitte an den diAk mailen.

Welche ‚Schranken‘ wollen wir?

The Far-reaching Dark Side of Israeli High-tech

Die Meldungen verschiedener deutscher Medien, daß auch das BKA Spionage-Software beim israelischen Unternehmen NSO gekauft habe, dürften kaum jemanden überraschen. Relevanter für Deutschland dürfte die Frage nach dem Einsatz der Software durch das BKA sein. Steuerzahler:innen sollten hierzu und zu sog. Staatstrojanern mehr erfahren als hinter der Bezahlschranke abgelegte Artikel.

Das „Pegasus-Projekt“

Im Mittelpunkt der Recherche steht die Software „Pegasus“, die von der israelische Firma NSO entwickelt wurde. Nach eigenen Angaben stellt sie das Programm nur staatlichen Stellen zur Verfolgung von Kriminellen oder Terroristen zur Verfügung.

Im Rahmen des „Pegasus-Projekts“ haben Journalist:innen eine Liste von mehr als 50.000 Telephonnummern analysiert, zu denen die Pariser Non-Profit-Organisation Forbidden Stories und Amnesty International Zugang bekommen hatten. Bei den Nummern handelt es sich um Ziele, die Kund:innen der Firma als mögliche Ziele für Überwachungsmaßnahmen eingegeben haben.

An der Recherche beteiligt waren in Deutschland die Wochenzeitung „Die Zeit“, die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Weltweit waren Medien wie die „Washington Post“ in den USA, der britische „Guardian“ sowie „Le Monde“ in Frankreich beteleigt. Koordiniert wurde die Zusammenarbeit von Forbidden Stories. Das Security Lab von Amnesty International trug technische Unterstützung und die forensische Analysen von Handys bei.““

Im Israel Democracy Institute hat sich Dr. Tehilla Shwartz Altshuler mit der ‚NSO-Affäre‘ befaßt. In ihren beiden Beiträgen (1 und 2) erläutert sie die Vorgänge und fragt, welche Auswirkungen das auf das Image Israels als „Startup-Nation“ haben könnte.

Damit hängen aber weiter reichende Fragen staatlicher Souveränität zusammen: Inwiefern könnten solche globalen Techmonopole wie Amazon und Google dann nicht nur die NSO von ihrer Plattform nehmen, sondern auch die neue staatliche israelische Cloud „abschneiden“?

Tagesschau | FAZ | Computerwoche

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Und hier Auszüge aus der Haaretz-Ausgabe vom 20. Juli 2021 (mit Bezahlschranke):

The Far-reaching Dark Side of Israeli High-tech

Quite a few Israeli companies, aside from NSO, are developing dangerous digital weapons to be sold to the highest bidder, with no proper oversight of their export

Opinion | From Noa Landau

The story of the dark high-tech industry in Israel, which seemingly focuses on preventing terrorism but in practice supplies the means for spying on journalists and human rights activists, doesn’t differ much from the story of the Israeli arms and military-training industry, which has flourished for many years in the most dubious areas of the globe. But while an arms dealer, or military trainer, will not be in a rush to present themself as such as they put rifles and killing machines into the hands of dictators and brutal rebels (“Pleased to meet you, I trade in illegal weaponry that is used to commit massacres in Myanmar”), graduates of the IDF’s technological units, who are employed by companies that trade in digital weapons, wear halos. After all, they’re in high-tech, as their proud parents tell everyone.

…

This superficial positive image of the industry has been amplified to a great extent due to Israeli public relations marketing the “Startup Nation.” The new Israelis that the state wants to market abroad are the white-collar IDF veterans, the tech geniuses, those who’ve made a killing in the stock market, secular people from the center of the country who are just the right measure of progressive (“I’m for surrogacy for LGBTQ and against BDS!”).

…

It is symbolic that Channel 12 News, the No. 1 nationalist PR machine alongside Yedioth Ahronoth, once again promoted with misty eyes the attractive side of the Israeli cash cow, even as almost every leading newspaper in the world was reporting on an investigation into the contribution of the Israeli (high-tech!) company NSO to government surveillance of hundreds of journalists in various countries.

…

Annäherung zwischen Exfeinden?

Online-Veranstaltung | 22. September 2021, 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Neue israelisch-arabische Beziehungen

„Israel hat jüngst neue Beziehungen zu einigen arabischen Ländern aufgenommen. Darunter Bahrain, Dschibuti, Katar, Mauretanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und zuletzt auch Marokko. Diese außenpolitischen Erfolge Israels haben weitreichende Folgen für ein neues Miteinander aber auch für die Bedeutung Palästinas, das stets ein Hinderungsgrund für israelisch-arabische Beziehungen gewesen war. Die palästinensische Frage scheint damit in den Hintergrund gerückt, neue strategische Interessen – vor allem die weiter gewachsenen Spannungen zwischen dem Iran und Israel haben zu einer Annäherung zwischen den ehemaligen Feinden geführt.

Hintergrund der Annäherung aus arabischer Perspektive ist vor allem die wachsende Feindschaft zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Zwar hat sich das saudische Königreich bisher noch nicht zu einer offiziellen Anerkennung Israels durchringen können, doch die Zusammenarbeit beider Staaten, vor allem beider Geheimdienste, besteht bereits seit einiger Zeit. Was bedeutet das für die Region und für die Zukunft der arabisch-palästinensischen Beziehungen und für die Palästina-Frage? Gemeinsam mit der Nahost-Expertin Drin. Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Elias Deis vom Holy Land Trust und Yair Bunzel von den Combatants for Peace wollen wir darüber diskutieren, welche Perspektiven sich daraus ergeben.“

Es referieren:

Drin. Muriel Asseburg, Stiftung Wissenschaft und Politik – Berlin

Elias D’eis, Holy Land Trust

Yair Bunzel, Combatants for Peace

Anmeldung bis Mittwoch, 22. September 2021, 12:00 Uhr,  per Mail an Martina Steffen.
Sie erhalten eine Anmeldebestätigung mit den Zugangsdaten.

Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Rheinland