Texte zur Kunst 119

Analog ist das Heft zwar ausverkauft, aber einige Texte sind auf der Website zugänglich, das ganze Heft – mit sicher diskussionswürdigen Beiträgen- , kann digital bestellt werden.

„In der September-Ausgabe mit dem Titel „Anti-Antisemitismus“ bezieht TEXTE ZUR KUNST klar Stellung gegen jegliche Form von Anfeindung gegenüber Jüdinnen und Juden. Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Sabeth Buchmann, der Herausgeberin Isabelle Graw und dem freien Autor Aram Lintzel hat die Redaktion ein Heft konzipiert, das nicht nur kritisch die massive Zunahme antisemitischer Diskriminierung reflektiert, sondern auch auf die Komplexität jüdischer Kunst- und Kulturpraktiken fokussiert. Antisemitismus im Kunstbetrieb wird hier ebenso diskutiert wie antisemitische Implikationen der BDS-Bewegung oder künstlerische Verfahren im Umgang mit Antisemitismus.“

Zersplitterung statt Einheit

Marwan Barghouti tritt als Rivale von PA Präsident Mahmoud Abbas an. Der 61 Jährige, der von Israel wegen Beteiligung an fünffachen Mord zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde und diese in Israel verbüßt, meldete sich offiziell als Kandidat für die palästinensischen Wahlen an und stellt neben Abbas und Mohammed Dahlan die dritte Fraktion innerhalb der Fatah. Die von Abbas angestrebte Einigung mit der Hamas steht damit schon vor der Aufgabe, die eigene Partei zusammen zu halten. 


Patrick Kinsey und Adam Rasgon schreiben dazu in der NY Times

Und Netanyahu schweigt – warum wohl?


Während sich eine Woche nach der Wahl ein auf sein Verbleiben im Amt hoffender Ministerpräsident Netanyahu in Schweigen hüllt, zerlegt sich die politische Landschaft Israels gegenseitig mit Vorwürfen und Flüchen. Ob dies „Bibis“ Kalkül ist oder ein Ausharren, bis sich der Kriegsnebel in der israelischen Politik verzogen hat, bleibt abzuwarten.

Dazu ein EInblick von Gil Hoffman für die Jerusalem Post

Königsmacher oder/und Katalysator?

Raam, die Joint List – und Netanyahu – Zutaten für welches Gericht?

Bei der Einschätzung des Ergebnisses der letzten Knessetwahlen schwanken die Einschätzungen von „Sackgasse“ bis „weiter so“ – unabhängig ob es eine 5. Wahl geben sollte, hat die Wahl interessante Aspekte. Dazu gehört nicht zuletzt die Rolle, die Raam und Mansour Abbas zufällt oder zufallen könnte. Für die Perspektiven der israelischen Staatsbürger:innen, die sich als Teil des palästinensischen Volkes sehen, steht mit dem Ansatz von Abbas sozusagen ein arabisches „Schass-Modell“ des Klientelismus im Raum … gegenüber der Weg, den Ayman Odeh vertritt.

Eine sehr lesenwerte und sicher in manchen Punkten diskussionswürdige, auf jeden Fall anregende Lektüre, bietet ein ausführlicher Aufsatz von Calev Ben-Dor auf der Internetplattform Fathom: Er beleuchtet die unterschiedlichen Ansätze und die langfristigen Trends. Schon daß die Debatte darum, ob Netanyahu eine Regierung bilden könnte, die in irgendeiner Weise von den islamischen ploitschen Kräften des Landes abhängen könnte, überhaupt möglich ist und mehr Leuten als ehedem gedacht, denkbar erscheint, ist eine bemerkenswerte Entwicklung.

Es wird nicht nur spannend zu sehen, ob sich die israelische Innenpoltik aus einer Sackgasse befreien kann, aber auch, welche Entwicklungen die palästinensische politische Szene in Israel nimmt. Der Jubel im Hauptquartier der Joint List, der bei den ersten Prognossen nach Schließung der Wahllokale aufbrandete, als Raam nicht im Parlament schien, war jedenfalls auf vielen Ebenen verfrüht.

Wer wird unterstützt in Coronazeiten – in Israel?

Die Corona-Pandemie hat die Präferenzen der amtierenden israelischen Regierung und der sie tragenden politischen Kräfte offen gelegt. Während Yeshivot und bestimmte religiöse Einrichtungen finanzielle und behördliche Unterstützung genießen, wird weiter am Ast des liberalen Israel gesägt: Clubs, Konzerthallen, Kunstschaffende und Musiker stehen vor den Trümmern ihrer Existenz, während das orthodoxe Establishment weitgehende Freiheit und Sicherheit genießt, auch während des strengen Lockdowns. Dazu eine Bestandsaufnahme von Niv Hadas und Hanno Hauenstein.

Ir Amim zur aktuellen Lage

Neben den Heiligkeiten und allem Sakralen dieser Tage geht die harte Wirklichkeit des irdischen Jerusalem weiter. Hier die aktuellen Hinweise von Ir Amim (FOR AN EQUITABLE AND STABLE JERUSALEM WITH AN AGREED POLITICAL FUTURE).

Overcoming Our Fears, and Seeing Good

An diesem Shabbat, der in den Seder übergeht, die „Liturgie“ der Befreiung … und am Beginn der Karwoche, die in dem endet, was nicht das Ende ist, (nicht nur für die, die glauben können…) hier die Gedanken von Rabbi Arik Asherman, auf die wir in diesem Blog immer wieder verweisen: Mit dem Blick auf die Menschenrechte das Richtige TUN

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Jour Fixe Initiative Berlin | Rassismus und Antisemitismus im deutschen Kolonialismus

Zum Nachhören und Nachdenken:

Ideologische Verwandtschaftsverhältnisse: Rassismus und Antisemitismus im deutschen Kolonialismus von Stefan Vogt (Vortrag vom Sonntag, 07. März 2021)

Die jour fixe initiative berlin besteht seit Oktober 1997. Mit Vortragsreihen zur Kritik von Herrschaft, Ausbeutung und Unmündigkeit bietet sie eine Plattform für die Diskussion und Theoriebildung innerhalb der radikalen Linken an und will einen Beitrag zur Überwindung kapitalistischer Vergesellschaftung leisten.

Eine jüdisch-arabische Normalisierung in Israel?

Anders als bei den letzten Wahlen treten die arabisch-israelischen Parteien nicht mehr geschlossen in einer gemeinsamen Liste an. Die Islamische Bewegung Ra´am hat sich abgespalten und signalisiert, daß sie gewillt ist, von einer grundsätzlichen Oppositionshaltung Abstand zu nehmen und auf zionistische Parteien aller Couleur zuzugehen. Das öffnet den Weg für jüdisch-arabische Koalitionen, wie sie bereits in den Kommunen seit einiger Zeit praktiziert werden. Inwieweit dieser politische Pragmatismus der Zusammenarbeit bereits die nationalen Wahlen und die danach folgenden Koalitionsverhandlungen beeinflussen wird, ist fraglich. Lidia Averbukh analysiert diese Entwicklung in diesem Beitrag für die SWP.    

Zuversicht statt Zynismus: Wahlen in Palästina

Nach 15 Jahren sollen wieder Wahlen in Palästina stattfinden. Mit diesen gleich drei Abstimmungen in einem Jahr werden die Palästinenserinnen und Palästinenser ihre vielen Probleme nicht lösen, aber es ist mehr als ein Zeichen für neue Ansätze in der politischen Bewegung und in der Gesellschaft.

Mehr Optimismus sei angesagt, schreiben Nathan J. Brown und Zaha Hazan von der Carnegie Endowment for International Peace in ihrem neuen Papier. Bereits das Zustandekommen der Wahlen sei ein Erfolg: Die Wahlen im Mai zum PA-Legislativrat finden statt, während ca. 5,2 Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser in Westjordanland, Ostjerusalem und Gazastreifen unter den Bedingungen anhaltender israelischer Okkupation leben. Und die 747 Plätze im Palestinian National Council, der im Juni gewählt wird, sollen entsprechend der Wünsche von mehr als 13 Millionen Palästinenserinnen und Palästinensern in den Besetzen Gebiete wie auch der Diaspora weltweit verteilt werden.

Angesichts der komplizierten anstehenden Aufgaben sind internationale Akteure und Diplomatie zur Unterstützung aufgerufen, um damit die erfolgreiche Realisierung wahrscheinlicher zu machen. In ihrem Papier erklären Brown und Hazan Institutionen, Prozedere und die nächsten Schritte im geplanten Wahlverlauf des Jahres.

Zu den Wahlen in Palästina veranstaltet das palästinensischen Policy Network Al-Shabaka am Donnerstag, 11.03.2021, 15 Uhr, eine Diskussion. Hier der Link zur Anmeldung.