Zum sechsten Mal erschien in israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Bildbegleiter für das ganze Jahr. 2016 haben wir auf Andere Visionen geschaut. 2017 Erfahrungen aus der Arbeit der Combatants for Peace zum Thema genommen, 2018 waren es Visual Correspondences, zweier junger Frauen, 2019 waren alte Postkarten als Träger für die unterschiedlichen Narrationen zu sehen. 2020 haben uns Photographien von Felix Koltermann durch die realen und imaginierten Landschaften begleitet.
2021 begleiten Gedichte – jeweils in arabisch, deutsch und hebräisch – uns als Dreiklang durch das Jahr, zusammen mit Photos von Andreas Schröder zu jedem Monat. Beim AphorismA Verlag sind noch ein paar letzte Exemplare verfügbar.
Der November wird von der Sure 93 („Der helle Morgen“) des Koran begeleitet.
Der Arbeitskreis Campusgeschichte des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Leuphana Universität Lüneburg veranstaltet vom 8. bis 13. November eine Gedenkwoche unter der Überschrift „Aufbruch der Campusgeschichte in eine Erinnerungskultur“.
Studierende und Öffentlichkeit sollen mit der Veranstaltung die Gelegenheit erhalten, sich über die Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus zu informieren und der Opfer zu gedenken. Im Zentrum steht eine Veranstaltung am 9. November. Geplant ist dann eine europaweite Aktion an Hochschulen mit der ein digitales Denkmal für Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau entstehen soll.
Durch das Erfassen von rund 400 Häftlingsnamen erinnern die Teilnehmenden aktiv an die Ereignisse am 9. November 1938 und besonders an die Verschleppung von bis zu 30.000 Juden in Konzentrationslager. Sie werden dabei mit dem sprunghaften Anstieg der Häftlinge im Konzentrationslager Dachau konfrontiert. Der „Haftgrund“ lautet stets: „Schutzhaft Jude“. Die Originaldokumente machen deutlich, wie aus Ausgrenzung offene Gewalt wurde.
Außerdem ist die Ausstellung #stolenmemory auf dem Campus vor der Mensa zu finden. Diese Multimediaausstellung wurde letztes Jahr mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet und richtet sich vor allem an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Buchvorstellung: „Shared Margins. An Ethnography with Writers in Alexandria after the Revolution“
Ein neues Buch von Samuli Schielke und Mukhtar Saad Shehata, „Shared Margins. An Ethnography with Writers in Alexandria after the Revolution“ (De Gruyter 2021), erforscht die literarischen Räume und Karrieren von Schriftsteller*innen in Ägyptens zweitgrößter Stadt.
Es dezentriert kosmopolitische Avantgarden und säkular-revolutionäre Ästhetiken, die seit 2011 in Ägypten intensiv dokumentiert und untersucht wurden und bietet es eine feldforschungsbasierte Darstellung verschiedener Milieus und Stile.
Eine öffentliche Buchpräsentation findet am
8. November 2021 um 17.00 Uhr am Leibniz-Zentrum Moderner Orient in Berlin und online statt.
Originalpublikation:
Schielke, Samuli and Shehata, Mukhtar Saad: Shared Margins. An Ethnography with Writers in Alexandria after the Revolution. ZMO-Studien 41. Berlin / Boston (De Gruyter) 2021 – https://doi.org/10.1515/9783110726305
„Shared Margins“ ist in der Reihe ZMO-Studien bei De Gruyter erschienen. Die Publikation wurde durch den Leibniz-Publikationsfonds für Open-Access-Monographien gefördert und kann kostenlos heruntergeladen und gelesen werden.
Eine Serie von Portraits … Neunzehn Frauen des Jahrgangs 1991 | Von Nadine Nashef
Hadiyeh | Haia | Dana | Maria | Duaa | Ghada | Haya | Lena | Mai | Nadeen | Rawan | Sajeda | Sameja | Siwar | Waad | Wakar | Serene
Series of 17 photographs, scanned 8×10 negatives, giclée prints; 2021.
This project began from thoughts about my network of women who have been supportive, safe and influential in my life, especially since I moved to living on my own. These thoughts slowly formed into a desire to situate myself among a generation of women who I feel are living in a time where Palestinian society is going through slow but radical change. A generation who slowly was pushing societal boundaries and questioning their roles in unexpected ways. As I turn 30 this year, I decided to seek out Palestinian women who were born in the same year as me to try and create a picture of where we stand today. The result is this work in progress which currently includes 17 portraits of Palestinian women all born in 1991. The portraits were made mainly using a large format film camera and were taken in the place each person feels is their own or their home.
Seit dem 1. November können wieder (mehr) Tourist:innen kommen …
Under the new regulations, only tourists who have been vaccinated during the 180 days before they boarded the plane will be allowed to enter Israel. Fourteen days days must elapse between the traveler’s second or third shot and entry to Israel (for Johnson & Johnson, one dose is required).
Only tourists from countries that aren’t defined as “red” due to high infection rates will be allowed in, although currently there are no countries labeled as such.
Joint Statement: Draconian measure against human rights
Adalah | Akevot Institute for Israeli-Palestinian Conflict Research | B’Tselem | Bimkom – Planners for Planning rights | Breaking the Silence Combatants for Peace | Emek Shaveh | Gisha | Hamoked: Center for the Defence of the Individual | Haqel – In Defense of Human Rights | Human Rights Defenders Fund | Ir Amim | Kav Laoved – Worker’s Hotline | Kerem Navot | Machsom Watch | Mothers Against Violence | Parents Against Child Detention | Peace Now | Physicians for Human Rights Israel | Rabbis for Human Rights | Standing together | The Association for Civil Rights in Israel | The Public Committee Against Torture in Israel | Yesh Din | Zazim – Community Action |
„The Minister of Defense’s designation of prominent Palestinian civil society organizations, among them our colleagues in the Palestinian human rights community, as terrorist organizations, is a draconian measure that criminalizes critical human rights work. Documentation, advocacy, and legal aid are fundamental activities for the protection of human rights worldwide.
Criminalizing such work is an act of cowardice, characteristic of repressive authoritarian regimes. Civil society and human rights defenders must be protected. We stand in solidarity with our Palestinian colleagues, and call on members of the Israeli government and the international community to oppose this decision unequivocally. “
20. Nov. 2021, 18:30 – 20:00 Uhr MEZ – Live Digital Event – Kostenfreie und unverbindliche Anmeldung
Einladung zum Podiumsgespräch „Iber der grenets / Über die Grenze. Jiddische Literatur und Kultur heute“ ein, um dieses spannende und relevante Thema näher zu beleuchten.
Mit „Iber der grenets / Über die Grenze“ erscheint erstmals in einem deutschen Verlag eine umfangreiche Sammlung jiddischer Kurzgeschichten in standardisierter Orthographie. Die Anthologie vermittelt Einblicke in die Lebenswelten einer weltweit zerstreuten Kulturgemeinschaft.
Das Jüdische Museum Berlin und düsseldorf university press | De Gruyter präsentieren diesen Meilenstein im Rahmen eines Podiumsgesprächs zum Thema „Jiddische Literatur und Kultur heute“ und einer jiddisch-deutschen Lesung.
Vortragende: Prof‘in. Drin. Efrat Gal-Ed, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Jüdische Studien; Tal Hever-Chybowski, Maison de la culture yiddish – Bibliothèque Medem Paris, Directeur, Prof. Dr. Andreas Kilcher, ETH Zürich, Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft, Drin. Ane Kleine-Engel, Jüdisches Museum Berlin, Leiterin ANOHA, Prof‘in. Drin. Sabine Koller, Universität Regensburg, Institut für Slavistik, Professur für Slavisch-Jüdische Studien
Zum Buch: Iber der grenets / Über die Grenze – Herausgegeben von Efrat Gal-Ed, Simon Neuberg und Daria Vakhrushova.
Die Anthologie „Iber der grenets / Über die Grenze“ umfaßt Werke von dreißig Autorinnen und Autoren und vermittelt Einblicke in die jiddischen Lebenswelten im Europa der Zwischenkriegszeit, in Nord- und Südamerika, der Sowjetunion und Israel vor bzw. nach der Schoah. Einige der zuvor nur in Periodika publizierten Kurzgeschichten werden hier erstmalig in Buchform zugänglich gemacht. „Iber der grenets“ ist der vierte Band der Reihe „Jiddistik: Edition und Forschung“. Sie ist bislang weltweit die einzige, die moderne jiddische Literatur in wissenschaftlichen Editionen veröffentlicht.
„Linke und Antisemitismus, Nationalsozialismus, Shoah, (links-)jüdische Geschichte, Nahostkonflikt“
Das Projekt, das von Lisa Albrecht, Christoph Gollasch, Peter Ullrich und Florian Weis betreut wird und auf der kommentierten Bibliographie «Linke, Nahostkonflikt und Antisemitismus», erstmals erschienen im Jahr 2012, aufbaut, soll zu einer Versachlichung der Diskussion beizutragen. Im Zentrum steht das Anliegen, Zugänge zu Hintergrundwissen, insbesondere wichtigen Forschungsergebnissen aufzuschließen. Damit soll eine Grundlage zur (selbst-)kritischen Reflexion des schwierigen Themas geschaffen werden. Zugleich soll das Unterfangen anregen, den einseitigen Positionen, schablonenhaften Schuldzuschreibungen und ritualisierten Phrasen komplexere Perspektiven entgegensetzen. Schließlich befinden sich die Gesellschaft und somit auch die miteinander verschränkten Themen in einem steten Wandel. Umso wichtiger, aber auch schwieriger ist es, einen Überblick über die Vielzahl relevanter Publikationen und Debattenbeiträge zu behalten.
Es werden (ohne Vollständigkeit garantieren zu können) einige der aus der Sicht der Betreuenden wichtigen Beiträge zum Themenfeld «Linke, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Shoah, jüdisch-linke Geschichte und Nahostkonflikt» in Form von Rezensionen vorgestellt.
Als Darstellung der – aus politisch linker wie wissenschaftlicher Perspektive – elementaren Beiträge ist diese kollektive Bibliographie vor allem für die Nutzung in der politischen Bildungsarbeit gedacht. Doch auch Studierende, Wissenschaftler:innen und alle anderen Interessierte werden sich schnell einen Überblick zum Stand der Forschung verschaffen können. Neben der thematischen Gliederung bietet eine Suche nach Schlagwörtern und Autor:innen weitere Zugänge. Schriften, die in der Bibliothek der RLS oder online verfügbar sind, sind auch direkt verlinkt.
Wie die Debatte selbst ist diese Bibliografie work in progress – Gerade die Übersichtlichkeit der Website scheint noch ausbaufähig.
Literaturhinweise und eigene Beitragsvorschläge werden per Mail erbeten an florian.weis@rosalux.org
Live auf dem Youtube-Kanal – Donnerstag, 28. Oktober 2021, 20.00 Uhr
Die israelische Historikerin Yfaat Weiss hält die diesjährige Martin-Buber-Vorlesung für jüdische Geistesgeschichte und Philosophie.
Die Erforschung des Judentums in Moderne und Gegenwart steht im Fokus des neu gegründeten Buber-Rosenzweig-Instituts an der Goethe-Universität. Mit einer Festveranstaltung und einem Vortrag wird das Institut am 28. Oktober 2021 eröffnet.
Yfaar Weiss spricht zum Thema „Exiliert und belagert: Jerusalemer Gelehrte 1948“ und wird dabei auf die Debatten eingehen, die Intellektuelle der Hebräischen Universität Jerusalem nach dem Ende der Naziherrschaft führten. Viele von ihnen waren vor dem Zweiten Weltkrieg aus Mitteleuropa nach Palästina emigriert. Bei den Debatten spielten auch der israelisch-arabische Krieg von 1948 sowie die Neuordnung Europas und der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle.
Claus Leggewie über das neue Buch von Micha Brumlik
Micha Brumliks akribische Aufarbeitung der Causa Achille Mbembe und der damit verbundenen Antisemitismus-Vorwürfe.
„Die brüske Ausladung von Achille Mbembe durch die Ruhrtriennale 2020, zu welcher der aus Kamerun stammende, in Südafrika lebende und an vielen Orten des globalen Nordens lehrende Politologe den Eröffnungsvortrag beisteuern sollte, hat gewaltige Wellen geschlagen und eine bis heute dauernde Debatte über das historische und strukturelle Verhältnis von Kolonialismus (darunter subsummiert der Zionismus) zum Holocaust geführt. Die Begründung für die Ausladung waren Aussagen Mbembes, die als Relativierung des Holocausts zu verstehen waren, vor allem seine Übereinstimmung mit der palästinensischen BDS-Bewegung, die sich ihren Initialen entsprechend für den Boykott von Waren und Dienstleistungen israelischer Provenienz, für den Abzug von Investitionen und Sanktionen gegen den Staat Israel einsetzt. …“