Islam in Europa. 1000-1250

Ausstellung „Islam in Europa. 1000-1250“ vom 7. September 2022 bis 12. Februar 2023 im Dommuseum Hildeshein.

Mit Begleitprogramm und Katalog

In den Kirchenschätzen Europas und im Hildesheimer Domschatz sind zahlreiche Kunstwerke aus vom Islam geprägten Regionen überliefert. Ausgehend von diesen Objekten werden in der großen Sonderausstellung im Dommuseum Hildesheim die Gemeinsamkeiten und Verflechtungen der Kulturen aufgezeigt. Hochkarätige internationale Leihgaben unter anderen aus Florenz, London, Paris und Wien bieten eine einzigartige Möglichkeit, dieses auch für die Gegenwart relevante Thema zu betrachten.

Córdoba, Palermo, Kairo und Konstantinopel waren glänzende Metropolen mit florierender Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Kostbare Bergkristallgefäße, Seidenstoffe, Elfenbeinschnitzereien und Übersetzungen von wissenschaftlicher Literatur fanden aus den vom Islam geprägten Regionen einen Weg bis nach Mitteleuropa. Die Migration der Objekte sowie die Vermittlung von Wissen und Technik führten zu einer Verflechtung der Kulturen. Sie verbanden über die Grenzen von Religionen und Sprachen und geographische Entfernungen hinweg die Gebiete des heutigen Irak und Iran über Nordafrika und Spanien bis nach Mitteleuropa. In den Kirchenschätzen erhalten, zeugen diese Objekte von den Gemeinsamkeiten der Kulturen in der Zeit zwischen 1000 und 1250. … (Weiterlesen)

Sog. Keilförmiges Reliquiar mit abbasidischer Schachfigur und arabisch beschriftetem Stein. Dommuseum Hildesheim

Sog. Keilförmiges Reliquiar mit abbasidischer Schachfigur und arabisch beschriftetem Stein. Dommuseum Hildesheim, DS 4. © Dommuseum Hildesheim, Photo: Florian Monheim

Zwei-Staaten? … kein Thema mehr im Wahlkampf in Israel

Während der israelische Premier Yair Lapid auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September noch betonte, daß Israel einer Regelung mit den Palästinensern sehr offen gegenüberstehe und diese Politik zu befördern sei, und dafür gelobt wurde, ist dies heute kurz vor der Wahl am 1. November kaum noch ein Thema.

Im Gegenteil. Die Gewalt im Westjordanland eskaliert, doch die Frage der Konfliktregelung in Richtung einer Zwei-Staaten-Regelung „schrumpft zum Ende des Wahlkampfs“. Und weiter: „Sogar Premierminister Yair Lapid, der international für seine Unterstützung der Zweistaatenlösung vor den VN gelobt wurde, hat aufgehört, das Thema im Wahlkampf zu vertreten“, schreibt die Kolumnistin Mazal Muallem am 25. Oktober auf dem Nachrichtenportal al Monitor.

Der EU-Vertreter „regret“ / bedauerte die Gewalt des israelischen Militärs im Westjordanland und die Tötung von sechs Palästinensern. Diese Auseinandersetzungen werden anhalten, bis es eine Neuaufnahme von Gesprächen zwischen der israelischen und der palästinensischen Seite gebe und eine entsprechende Regelung vereinbart würde, die die (Sicherheits)Interessen beiden Seiten berücksichtigt.

Inzwischen hat der PLO-Generalsekretär die Botschafter der sog. ‚Münchner Gruppe‘ über die gefährliche Eskalation unterrichtet: Hussain al-Shaikh, der Generalsekretär des Exekutivkomitees der PLO, traf am Dienstag mit den Botschaftern von Ägypten, Jordanien, Frankreich und Deutschland zusammen, wo er sie über die jüngsten Entwicklungen vor Ort informierte. Ziel war einerseits ein Austausch über Mechanismen hinsichtlich der Rolle der Gruppe auf regionaler und internationaler Ebene. Schließlich gehe es darum, gemeinsam dahingehend zu wirken, daß die israelische Seite einseitige Maßnahmen einstellt. Und er dankte den vier Ländern für deren Bemühungen und kontinuierliche Unterstützung für die Notwendigkeit einer politischen Vision, die auf internationaler Legitimität beruht, um die israelische Besatzung zu beenden.

Two-state solution shrinks as campaigning wraps up in Israel

EU expresses regret over killing of six Palestinians during Israeli aggression in West Bank

PLO Secretary-General briefs ambassadors of Munich Group on dangerous Israeli escalation

Ein „neues Kapitel im palästinensischen Widerstandskampf“

Für die einen „Freiheitskämpfer“, für die anderen „Terroristen“… – die israelische Armee geht mit großer Härte gegen das ’neue‘ Phänomen vor.

Die Anhänger:innen und Aktivist:innen, die sich Areen al-Usood (Lion’s Den) nennen, stellen eine junge, relativ neue Kraft im palästinensisch-israelischen Kampf dar. Bis jetzt vorrangig in Jenin, Nablus und Tulkerem im Westjordanland aktiv, sind sie jedoch nicht aus dem Nichts entstanden.

Der palästinensische Analyst Daoud Kuttab sieht enge Verbindungen zum islamischen Jihad und schreibt zur Charakterisierung der Anhänger und deren Zielen: es sind disziplinierte junge Männer in den 20ern, deren kleine Zellen dreiste Angriffe auf israelische Sicherheitskräfte im Westjordanland verübt haben, während sie Zusammenstöße mit der palästinensischen Polizei vermieden haben. Wie stark der Islam als Religion in diesen Gruppen eine Rolle spielt, dazu gibt es vor Ort unterschiedliche Einschätzungen.

„Das Auftauchen dieser Gruppe ist die wichtigste Entwicklung in der derzeitigen palästinensischen Widerstandsbewegung gegen die israelische Besatzung. Nach der Ermordung ihres Anführers, Ibrahim al-Nabulsi, durch israelische Spezialeinheiten kamen große Menschenmengen in Nablus zu seiner Beerdigung, um die Unterstützung der Öffentlichkeit für diese bewaffnete Bewegung zu demonstrieren, die sich sowohl den israelischen Besatzern als auch den palästinensischen Sicherheitskräften widersetzt hat.

Die Bewegung besteht aus kleinen ein- bis dreiköpfigen Zellen – meist bewaffnete palästinensische Männer um die 20 – die entschlossen sind, bis zum Tod gegen die israelische Besatzung zu kämpfen. Inzwischen haben sie in einer Ad-hoc-Charta klar zum Ausdruck gebracht, daß sie sich nicht gegen die palästinensischen Sicherheitskräfte, die sie als „unsere Brüder“ bezeichnen, wenden, sondern ihre Aufmerksamkeit „auf die israelische Armee und die randalierenden jüdischen Siedler richten wollen, die viele palästinensische Städte im Westjordanland umzingeln.“

Weiterführende Beiträge: al-Monitor: Palestine BriefingLion’s Den

Americans for Peace Now

Filmbeitrag auf Instagram mit diesem Einführungstext:

„This is powerful and painful. But hard truths need to be spoken.“

Erinnerung: Morgen, 25. Oktober

diAk-online: Im Gespräch mit Rasmus Brandt, Ost-Jerusalem | Anmeldung: online@diak.org

DIAK ONLINE RASMUS BRANDT

Lesehinweis

Hebräische Schreibkultur in Europa. Zalman Schneurs verschollene Briefe

Von Lilah Nethanel, sie lehrt am Department of Literature of the Jewish People der Bar-Ilan Universität in Ramat Gan, Israel und forscht zur modernen hebräischen Literatur. Zudem ist sie Übersetzerin und Schriftstellerin.

Neuerscheinung bei Vandenhoeck & Ruprecht | 9783525336120 | 23,00 €

In ihrem Essay fragt die israelische Autorin Lilah Nethanel nach der Bedeutung von Mehrsprachigkeit und Transnationalität für die hebräisch-europäische Schreibkultur im frühen 20. Jahrhundert. Hierzu beleuchtet sie Leben und Werk des hebräischen und jiddischen Schriftstellers Zalman Schneur (1887-1959). Anhand bisher unbekannter persönlicher Korrespondenzen zeichnet Nethanel den Weg von der veröffentlichten Fiktion zurück zu den biografischen Hintergründen des Autors nach, die von so existenziellen Erfahrungen wie Krieg und Flucht, Emigration und Einsamkeit geprägt sind. Diese Dokumente, die erst mehr als fünf Jahrzehnte nach Schneurs Tod in Madrid entdeckt wurden, machen die moderne jüdische Schreibkultur in ihrer gesamten Komplexität sichtbar: Auf Deutsch, Französisch und Jiddisch verfasst, wurden die Briefe aus dem nachrevolutionären Russland, dem Weimarer Berlin und dem Paris der 1940er Jahre verschickt. Sie legen das vielschichtige biografische Mosaik offen, das in Schneurs literarisches Werk eingeflossen ist, und bieten neue Perspektiven für das Verständnis moderner jüdischer Schriften in Europa.

Neuer Versuch

„Versöhnungsabkommen“ von 14 palästinensischen Fraktionen, darunter Fatah, Hamas, Peoples Party, Palestinian National Initiative und der PFLP, unter algerischer Vermittlung in Algier unterzeichnet.

Mitte Oktober wurde dabei unter anderem vereinbart, daß innerhalb eines Jahres Wahlen (unter Einschluß Ost-Jerusalems) zum Palästinensischen Präsidenten (Ra’is) und zum Palästinensischen Legislativrat (PLC) abgehalten werden sollen … ob es diesmal „funktionieren“ wird, bleibt abzuwarten und liegt sicher nicht nur in den Händen der palästinensischen Seite. Deren gemeinsame Position wäre aber sicher ein wichtiger Bestandteil…

Bedrohliche Mächte oder mächtige Bedrohung?

Konferenz „Strategien gegen Verschwörungsideologien und Desinformation“ am

Freitag, dem 18. November 2022 von 9:00-17:00 Uhr im Deutschen Bundestag

„Gesellschaftliche Krisen und Zeiten der Unsicherheit, wie sie die Corona-Pandemie oder der brutale Krieg Rußlands gegen die Ukraine mit sich bringen, sind ein Nährboden für Fake News und krude Verschwörungsideologien. Aktionen von Corona-Leugner*innen und die rasante Verbreitung von Desinformation im Internet zeigen dies deutlich. Wir nehmen diese Gefahr für unsere Demokratie sehr ernst. Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir den Kampf gegen Rechtsextremismus und Verschwörungsideologien sowie für gesellschaftlichen Zusammenhalt entschieden vorantreiben.“

Daher laden wir Sie und euch herzlich zu unserer Konferenz in den Deutschen Bundestag (Paul Löbe-Haus) ein. Anmeldung hier.

Mit dabei: Dr. Konstantin von Notz MdB, Lamya Kaddor MdB, Marina Weisband, Ben Scott, Katharina Nocun, Thomas Haldenwang, …. und viele weitere Abgeordnete und Fachleute.
Die Moderation der Konferenz übernimmt die Journalistin Thembi Wolf.

Inside Out | Edgar Keret

Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin | 21. Oktober 2022 bis 5. Februar 2023

Mit Inside Out zeigt das Jüdi­sche Museum Berlin ab 21. Okto­ber 2022 eine Aus­stellung des israe­li­schen Autors Etgar Keret.

Aus­gehend von Er­inne­run­gen an seine Mutter hat Keret Kurz­ge­schichten ver­fasst, die im Rah­men der Aus­stellung nun erst­mals öffent­lich präsen­tiert wer­den. Die Texte er­zählen vom All­tag der Familie in Israel eben­so wie von trau­ma­ti­schen Kriegs­erleb­nissen und Gewalt­er­fah­rungen der 1934 in Polen ge­borenen Mutter.

Die Geschichten werden mit vom Autor aus­gewählten Ob­jekten aus den JMB-Samm­lungen sowie mit Auftrags­arbeiten von zeit­ge­nössischen Künstler*innen, die in Ko­ope­ra­tion mit Keret ent­standen sind, präsen­tiert. Das Zusammen­spiel von Er­inne­run­gen, Objekten und künstler­ischen Installa­tionen er­öffnet Be­sucher*innen neue, emotions­geladene Assoziations­räume, die be­wußt mit klas­si­schen Er­wartungen an einen Museums­besuch brechen.

Übersichtsplan mit allen Gebäuden, die zum Jüdischen Museum Berlin gehören. Der Libeskind-Bau ist grün markiert

Ort: Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie – Lindenstraße 9–14, 10 969 Berlin