Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain waren nach Ägypten (1979) und Jordanien (1994) die ersten arabischen Länder, die ihre Beziehungen zu Israel normalisiert haben.
Eine Analyse von Dina Esfandiary und Dialla Jandali von der International Crisis Group zur aktuellen Einschätzung und den Perspektiven dieser Kooperationen.
Es gibt auch ‚andere‘ Nachrichten aus Israel und Palästina … wir weisen an dieser Stelle immer wieder einmal auf ermutigende, neue, andere Initiativen hin, heute A Land for All:
Our Vision
A Land for All is a shared movement of Israelis and Palestinians who believe that the way towards peace, security and stability for all passes through two independent states, Israel and Palestine, within a joint framework allowing both peoples to live together and apart. Israeli-Jews and Arab-Palestinians are heavily intertwined on both side of the Green Line and therefore building walls between them is neither realistic nor desirable. Recognizing that both Jews and Palestinians are part of the same shared homeland, and respecting their equal individual and national rights, A Land for All provides pragmatic and viable solutions to the obstacles that have stymied prior negotiations, moving us from a paradigm of separation towards a future based on power sharing and shared interests.
Der Gründer von Holy Land Trust und palästinensische Friedensaktivist Sami Awad im Gespräch mit Sonja Howard „about Germany’s role in the conflict“ and about „more understanding between our deeply intertwined countries“.
Ausstellungseröffnung am 21. Juni 2024 in Oranienburg: Erich Mühsam (1878-1934)
„Sich fügen heißt lügen“ heißt es in einem vielzitierten Gedicht des deutsch-jüdischen Literaten Erich Mühsam. Diese Worte sind mehr als nur eine Gedichtzeile; es ist das Credo des 1878 in Berlin geborenen und in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordeten Literaten gewesen.
Eine umfangreiche Veranstaltungsreihe – inklusive Ausstellung und Kongreß – zum 90. Todestag des Schriftstellers Erich Mühsam, der 1934 von der SS im KZ Oranienburg ermordet wurde.
Am 10. Juli 2024 jährt sich die Ermordung von Erich Mühsam im KZ Oranienburg. Zum 90. Mal. Erich Mühsam steht wie kaum ein zweiter Dichter für die gesellschaftlichen Umbrüche der Weimarer Republik.
Ein Kreis von Menschen aus dem Kulturverein Alte Mosterei Eden e.V., dem Demokratieforum Oranienburg, dem Förderverein der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen e.V. sowie der Erich Mühsam-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, an den 90. Todestag von Erich Mühsam mit einem Veranstaltungsreigen zu erinnern.
Seit dem 7. Oktober 2023 und bis heute ist vieles aus dem Ruder gelaufen – auch die Art, wie innerhalb der offenen, demokratischen Gesellschaften über den Nahostkonflikt geredet oder besser gesagt: nicht geredet wird. Beschuldigungen sind zu oft an die Stelle des Zuhörens und Argumentierens getreten. Menschen werden öffentlich an den Pranger gestellt, wenn sie sich für Diskursfreiheit einsetzen. Diskussionsräume werden bewusst durch Störungen zerstört. Die Scheu, in vielen Fällen inzwischen auch die Angst gegenüber freier Meinungsäußerung wächst auf allen Seiten.
Das muss aufhören: Mit diesem Appell wenden wir uns an Zivilgesellschaft, Politik und Medien. Wir müssen klare Grenzen ziehen gegenüber jeglicher Legitimierung von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen – aber wir dürfen auch nicht zulassen, dass offene Diskussion verweigert oder unmöglich gemacht wird. Die Demokratie lebt von einem solchen offenen Diskurs, ohne ihn erstarrt sie.
Die Lage im Nahen Osten fordert auch bei uns die gesamte Gesellschaft heraus. Wir dürfen unser Zusammenleben über Herkunfts- und Kulturgrenzen hinweg nicht gefährden. Wir sollten stattdessen, die Vielfalt der Gesellschaft nutzen, um respektvolles Zusammenleben, aber auch respektvollen Diskurs über Beiträge zum Frieden möglich zu machen. Das fordert uns alle, es ist aber auch eine demokratische Verpflichtung.
Konkret heißt dies:
Wir müssen aufhören, Menschen aufgrund ihrer Nationalität, ihrer kulturellen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit eine unterstellte politische Auffassung oder Verhaltensweise zuzuschreiben, ohne ihre persönliche Meinung zu kennen. Menschen aus Kunst und Wissenschaft beispielsweise dürfen nicht allein wegen ihrer israelischen Herkunft oder pro-palästinensischen Haltung ausgegrenzt werden.
Wir müssen aufhören, zu schnell politische Bekenntnisse einzufordern, ohne die Möglichkeit zum differenzierten Diskurs zu geben.
Wir müssen aufhören, Menschen öffentlich an den Pranger zu stellen oder auf Prangerlisten zu führen. Dies beraubt sie der Möglichkeit, ihre Meinung so zu äußern, dass sie gehört und verstanden werden können. Auch wenn Menschen oder Institutionen allein aufgrund ihrer Kontakte, die sie zu Personen aufrecht-erhalten, welche möglicherweise problematische Meinungen vertreten, ausgegrenzt werden, wird die in einer freien Demokratie notwendige kritische Diskurskultur unterminiert und einer Denunziationskultur Vorschub geleistet.
Wir müssen aufhören, Personen bewusst misszuverstehen oder Folgerungen aus Äußerungen zu ziehen, die nicht eindeutig belegt sind. Die Forderung nach Waffenstillstand oder die Anteilnahme an den Opfern des Gaza Krieges sind nicht als solche gleichbedeutend mit der Leugnung des Existenzrechts Israels. Opfer dieser Überführungskultur sind nicht zuletzt auch jüdische Intellektuelle, Künstler und Wissenschaftler, die sich dem Antisemitismusvorwurf ausgesetzt sehen.
Wir müssen aufhören, Argumente durch Drohungen zu ersetzen, Diskurse durch Einschüchterungen zunichtezumachen und durch Übertragung einseitiger Schuldzuweisungen auf unsere Gesprächspartner die Wirklichkeit zu verkürzen. Das gilt nicht zuletzt auch für bewusste Ausladungspolitik und Drohungen gegen Institutionen aufgrund ihrer Kooperationspartner, soweit sie selbst unzweideutig für offenen, fairen und respektvollen Dialog stehen.
Wir müssen aufhören, öffentliche Veranstaltungen durch Störungen zu instrumentalisieren und die Meinungsfreiheit zu missbrauchen, zumal um menschenfeindliche Aussagen zu propagieren und Forderungen zu verbreiten, die Menschen in ihrer Existenz bedrohen.
Wir müssen anfangen, einen kritischen, aber respektvollen und zugewandten Diskussionsstil einzufordern und vorzuleben. Alle, denen das friedliche Zusammenleben in unserer freiheitlichen Demokratie am Herzen liegt, müssen sich für die Achtung der Menschenwürde, für Meinungsfreiheit und einen respektvollen Umgang mit den jeweils Andersdenkenden einsetzen. Verrohung des Diskurses, Polarisierung und aggressiver sprachlicher Ausdruck lösen keine Probleme. Wir müssen anfangen, in unserer Gesellschaft diese Fehlentwicklungen zu korrigieren!
Das „Enviroment programme“ der Vereinten Nation (UNEP) hat einen ersten, vorläufigen Bericht über die Lage im Gazastreifen vorgelegt, hier das PDF des Gesamtberichtes.
Fania Oz-Salzberger, em. Professorin der Universität Haifa (und Tochter von Amos Oz), zitiert in ihrem Beitrag für das jpg-journal ihren Vater:
„Ich bin weder für Israel noch für Palästina“, pflegte mein Vater zu sagen. „Ich bin für Frieden.“ Doch solange die Gemäßigten schwach bleiben, wird es einen Frieden der Gemäßigten nicht geben.