Rolf Verleger (1951-2021) z”l

Am Montag, 8. November ist Rolf Verleger in Lübeck gestorben. Kind zweier Shoa-Überlebender war sein Leben als deutscher Jude geprägt vom Streben nach Gerechtigkeit und Versöhnung. Sein Engagement in der »Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost« war in ihrer Namensgebung programmatischer Ausdruck seines Wirkens. Sei sein Andenken gesegnet.

Börsenblatt des Deutschen Buchhandels | Junge Welt (Nachruf von Norman Paech)

Nachgang zum 9. November

Den Dingen den Namen geben

In seinem Beitrag „Don’t call it Kristallnacht“ zeigt der Historiker Adam J. Sacks, warum dieser von der Nazi-Propaganda geprägte Begriff für diesen ersten koordinierten antisemitischen Gewaltakt dem Ereignis nicht gerecht wird.

Vielmehr fügt sich die Bedrohung und Zerstörung von Leib und Leben der deutschen Juden, so zeigt Sacks, in die Reihe gezielter Kriegs- und Eroberungsvorbereitungen der Nazis und kulminierte schließlich in der Vernichtung der Juden Europas. 

The Wiener Holocaust Library – London

European Fascist Movements, 1918-1941

Ein spannendes Projekt, das auch manche Rückschlüsse auf aktuelle Entwicklungen zuläßt….

‘European Fascist Movements, 1918-1941’ is an AHRC-funded project that consolidates recent innovations in the study of right-wing extremism. It brings together an international team of specialists on fascist movements in interwar Europe to produce a collection of key resources for the teaching and research of fascist movements.

Ausstellungsankündigung der Wiener Holocaust Library | Ausstellungsseite

Schlaglicht Israel – FES Medienspiegel

Die Friedrich Eberst Stiftung (Israel-Büro) hat den neuen Medienspiegel „Schlaglicht Israel“ veröffentlicht. Darin werden Schwerpunktthemen israelischer Politik in israelischen Tageszeitungen präsentiert. 

In der aktuellen Ausgabe für die Zeit vom 16. bis 31. Oktober 2021 geht es unter anderem um die Entscheidung Minister Gantz', sechs palästinensische NGO zu 'Terrororganisationen' zu erklären.

Auch – und nicht nur auch – ihre Stimme hören

Die Auseinandersetzung um Nemi El-Hassan

In einem langen Beitrag, der in Englisch auch auf der Seite des US-amerikanischen Forward zugänglich ist, äußert sich die deutsch-palästinensische Journalistin nun selbst [- und auch dieser Beitrag wird direkt wieder zum Anlaß „wütender“ Polemiken].

„Die Reaktion des WDR zeigt exemplarisch, dass es schlecht steht um die vielfach gerühmte Debattenkultur in diesem Land. Was ich dabei vermisse, ist Ehrlichkeit.“ – so El-Hassan.

Nicht nur dieser Fall zeigt, wieweit unser Weg in Deutschland noch ist, die unterschiedlichen Narrative aller, die dieses Land ausmachen, zu hören, zu würdigen und einen Weg zu finden diese Pluralität auszuhalten und dabei weiter zu versuchen, unserer geschichtlichen Verantwortung gerecht zu bleiben – diese Aufgabe war nie einfach, aber sie darf nicht in Frage stehen.

Von Jerusalem nach München…

Erinnerungen, Einschätzungen, Hoffnungen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft Israels und Palästinas

Judith Bernstein und Adrian Paukstat im Gespräch mit dem Dialoggruppen-Mitbegründer Fuad Hamdan und Dr. Jochim Varchmin

Veranstaltung im Rahmen der Münchner Friedenswochen | Montag, 15. November 2021 von 19:00 bis 22:00 Uhr

Neuer Raum:
Liberales Zentrum, Bichlerstr. 72 – ehemaliger Kiosk am stadteinwärts führenden Gleis. Die S7 braucht von München-Hbf. ca. 20 Minuten bis nach Solln. Abfahrt alle 20 Minuten z.B. 17:53, 18:13, 18:33 usw.

Saal der Münchner Aidshilfe, Rückgebäude, Lindwurmstraße 71.
U3 / U6 Goetheplatz – für die Veranstaltung gelten die 3G-Regel

Judith Bernstein und Adrian Paukstat von der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe berichten an diesem Abend über ihre persönlichen Erfahrungen und politischen Einschätzungen zur Situation in Israel und Palästina, sowie den Stand der politischen Kämpfe für Frieden und Gleichheit sowohl in Deutschland als auch vor Ort. – Im Rahmen eines öffentlichen Interviews werden dabei sowohl politische als auch persönlich-biographische Themen angeschnitten.

Judith Bernstein ist als Tochter von Überlebenden der Shoah in Jerusalem geboren und aufgewachsen und später nach Deutschland emigriert. Seit vielen Jahren setzt sie sich für Frieden zwischen Palästina und Israel ein.
Adrian Paukstat ist deutscher Politikwissenschaftler, hat in Jerusalem gelebt, gearbeitet und geforscht und war dort in lokalen Friedensinitiativen aktiv.
Dr. Joachim Varchim ist ebenfalls Mitglied der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München.
Fuad Hamdan, geboren im Flüchtlingslager Qualandia, gründete 1985 die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe.

Kalender November 2021

Zum sechsten Mal erschien in israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Bildbegleiter für das ganze Jahr. 2016 haben wir auf Andere Visionen geschaut. 2017 Erfahrungen aus der Arbeit der Combatants for Peace zum Thema genommen, 2018 waren es Visual Correspondences, zweier junger Frauen, 2019 waren alte Postkarten als Träger für die unterschiedlichen Narrationen zu sehen. 2020 haben uns Photographien von Felix Koltermann durch die realen und imaginierten Landschaften begleitet.

2021 begleiten Gedichte – jeweils in arabisch, deutsch und hebräisch – uns als Dreiklang durch das Jahr, zusammen mit Photos von Andreas Schröder zu jedem Monat. Beim AphorismA Verlag sind noch ein paar letzte Exemplare verfügbar.

Der November wird von der Sure 93 („Der helle Morgen“) des Koran begeleitet.

Ein digitales Denkmal für Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau soll entstehen

Leuphana-Studierende veranstalten Gedenkwoche


Der Arbeitskreis Campusgeschichte des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Leuphana Universität Lüneburg veranstaltet vom 8. bis 13. November eine Gedenkwoche unter der Überschrift „Aufbruch der Campusgeschichte in eine Erinnerungskultur“.

Studierende und Öffentlichkeit sollen mit der Veranstaltung die Gelegenheit erhalten, sich über die Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus zu informieren und der Opfer zu gedenken. Im Zentrum steht eine Veranstaltung am 9. November. Geplant ist dann eine europaweite Aktion an Hochschulen mit der ein digitales Denkmal für Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau entstehen soll.

Durch das Erfassen von rund 400 Häftlingsnamen erinnern die Teilnehmenden aktiv an die Ereignisse am 9. November 1938 und besonders an die Verschleppung von bis zu 30.000 Juden in Konzentrationslager. Sie werden dabei mit dem sprunghaften Anstieg der Häftlinge im Konzentrationslager Dachau konfrontiert. Der „Haftgrund“ lautet stets: „Schutzhaft Jude“. Die Originaldokumente machen deutlich, wie aus Ausgrenzung offene Gewalt wurde.

Außerdem ist die Ausstellung #stolenmemory auf dem Campus vor der Mensa zu finden. Diese Multimediaausstellung wurde letztes Jahr mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet und richtet sich vor allem an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Weitere Informationen und Kontakt:

Eine nähere Erläuterung des Vorgehens finden Sie hier: https://enc.arolsen-archives.org/ueber-everynamecounts/behindthescenes

Nebenan schauen: Ein Blick nach Alexandria

Buchvorstellung: „Shared Margins. An Ethnography with Writers in Alexandria after the Revolution“

Ein neues Buch von Samuli Schielke und Mukhtar Saad Shehata, „Shared Margins. An Ethnography with Writers in Alexandria after the Revolution“ (De Gruyter 2021), erforscht die literarischen Räume und Karrieren von Schriftsteller*innen in Ägyptens zweitgrößter Stadt.

Es dezentriert kosmopolitische Avantgarden und säkular-revolutionäre Ästhetiken, die seit 2011 in Ägypten intensiv dokumentiert und untersucht wurden und bietet es eine feldforschungsbasierte Darstellung verschiedener Milieus und Stile.

Eine öffentliche Buchpräsentation findet am

8. November 2021 um 17.00 Uhr am Leibniz-Zentrum Moderner Orient in Berlin und online statt.

Originalpublikation:

Schielke, Samuli and Shehata, Mukhtar Saad: Shared Margins.
An Ethnography with Writers in Alexandria after the Revolution. ZMO-Studien 41.
Berlin / Boston (De Gruyter) 2021 – https://doi.org/10.1515/9783110726305

„Shared Margins“ ist in der Reihe ZMO-Studien bei De Gruyter erschienen.
Die Publikation wurde durch den Leibniz-Publikationsfonds für Open-Access-Monographien gefördert und kann kostenlos heruntergeladen und gelesen werden.

Weitere Informationen zur Veranstaltung:

Neunzehn Mal …

Eine Serie von Portraits … Neunzehn Frauen des Jahrgangs 1991 | Von Nadine Nashef

Hadiyeh | Haia | Dana | Maria | Duaa | Ghada | Haya | Lena | Mai | Nadeen | Rawan | Sajeda | Sameja | Siwar | Waad | Wakar | Serene

https://www.nadinenashef.com/wp-content/uploads/2020/08/NN_WebsiteENlogo_closer-300x201.png

Series of 17 photographs, scanned 8×10 negatives, giclée prints; 2021.

This project began from thoughts about my network of women who have been supportive, safe and influential in my life, especially since I moved to living on my own. These thoughts slowly formed into a desire to situate myself among a generation of women who I feel are living in a time where Palestinian society is going through slow but radical change. A generation who slowly was pushing societal boundaries and questioning their roles in unexpected ways.
As I turn 30 this year, I decided to seek out  Palestinian women who were born in the same year as me to try and create a picture of where we stand today. The result is this work in progress which currently includes 17 portraits of Palestinian women all born in 1991. The portraits were made mainly using a large format film camera and were taken in the place each person feels is their own or their home.