Neues Klimazentrum für nachhaltiges Ressourcenmanagement in der Jordanregion

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat einen Antrag zum Aufbau eines globalen Klimazentrums zur Förderung eines anpassungsfähigen und nachhaltigen Managements natürlicher Ressourcen in der Jordanregion bewilligt.

Dr. Christiane Fröhlich und Prof. Dr. Eckart Woertz, Nahost-Expert:innen des GIGA, arbeiten in dem in Amman/Jordanien ansässigen Zentrum mit Partnern in Deutschland, Israel und den Palästinensischen Gebieten zusammen. Das Projekt ist eines von vier neuen globalen Forschungs- und Lehrzentren für Klima und Umwelt, die in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern angesiedelt sind und mit deutschen Universitäten kooperieren. Möglich wurde diese Initiative durch einen vom Auswärtigen Amt bereitgestellten Sonderfonds.

Beim Umgang mit dem Klimawandel und bei der Eindämmung von Pandemien kommt der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Schwellenländern und Industrienationen eine besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund fördert der DAAD den Aufbau von je vier Globalen Zentren für Klima und Umwelt sowie für Gesundheit und Pandemievorsorge. Dabei stehen neben der Forschung und der Einrichtung von Lehrprogrammen die Zusammenarbeit mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis im Mittelpunkt.

Das „Regional Centre for Sustainable Adaptation to Global Change in the Middle East“ (SAGE) unter der Projektleitung von Prof. Katja Tielbörger (Eberhard Karls Universität Tübingen), an dem die GIGA-Expert:innen Dr. Christiane Fröhlich und Prof. Dr. Eckart Woertz beteiligt sind, hat seinen Sitz an der Universität von Jordanien in Amman. In der durch Trockenheit und Wasserknappheit geprägten Region sind eine angepasste Landwirtschaft und ein ressourcenbewusstes Wassermanagement entscheidende Faktoren, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Mit eingebunden in die Errichtung und den Betrieb des Zentrums sind israelische und palästinensische Wissenschaftler:innen und Akteur:innen.

Vorgesehen ist der Aufbau eines interdisziplinären Masterstudiums zum Klimawandel und Ressourcenmanagement, das ein breites Themenspektrum aus den Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften umfassen wird. Die Lehrveranstaltungen werden an der Universität von Jordanien sowie an deutschen Partneruniversitäten stattfinden.

Eine zweite Säule des Zentrums bildet ein Graduiertenkolleg, in dessen Rahmen 20 Promotionsstipendien ausgeschrieben werden. Die Forschungsthemen, die bearbeitet werden sollen, werden in Kürze gemeinsam mit regionalen Akteur:innen aus Politik und Wirtschaft definiert, um ihre praktische Anwendbarkeit von vorneherein sicherzustellen. Das Zentrum soll nicht nur dem wissenschaftlichen Austausch dienen, sondern auch zu einer Drehscheibe für den Wissenstransfer in die Gesellschaft und zu einer Anlaufstelle für politische Entscheidungsträger:innen werden.

Darüber hinaus schlägt das Zentrum auch Brücken über politische und religiöse Gräben hinweg. Menschen aus Jordanien, Palästina und Israel werden hier zusammenkommen, um zukunftsfähige Lösungen für die ökologischen Probleme ihrer gemeinsamen Region zu finden. Möglich ist das, da die beteiligten Wissenschaftler:innen bereits seit vielen Jahren in der Region forschen und an zahlreichen solcher grenzüberschreitenden Kooperationen beteiligt waren und sind. Auf diesen Kontakten und dem damit einhergehenden Vertrauen kann das neue Klimazentrum aufbauen.

22. Juni

Gedenke!

***

Über den Weg als Panzersoldat der Roten Armee bis zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg. Sevim Dagdelen (MdB Die Linke) im Gespräch mit David Dushman.

***

Gedenken und Verantwortung – 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Eine Veranstaltung der Bundestagsfraktion Die Grünen (16.00 im Livestream), später auf Youtube.

Claudia Roth MdB, Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestag | Agnieszka Brugger MdB, stellv. Fraktionsvorsitzende | Manuel Sarrazin MdB, Sprecher für Osteuropapolitik | Dr. Irina Rebrova, Zentrum für Antisemitismusforschung TU Berlin | Uwe Neumärker, Historiker und Direktor des Mahnmals für die ermordeten Juden Europas | Irina Scherbakowa, Historikerin, Autorin, Gründungsmitglied MEMORIAL | Katja Petrowskaja, Ukrainische Journalistin und Autorin, Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preis | Serhij Zhadan, Ukrainischer Autor – Künstlerische Beiträge von Juriy Gurzhy, Wladimir Kaminer, Koob Dele und Sasha Lurje.

***

Und ein Blick aus der Schweiz.

Must read: Hanno Hauenstein zur aktuellen Debatte

Eigentlich soll man:frau mit Superlativen ja vorsichtig sein – aber diesen Beitrag in der Berliner Zeitung sollte gelesen haben, wer zu aktuellen Debatte eine vernüftige, pointierte und zudem auch eloquent geschriebene Position sucht: Hanno Hauenstein in der Berlienr Zeitung: Antisemitismus in Deutschland: Warum Springer-Medien hysterische Kritik üben

Micha Brumlik: Zur Sache gesprochen

Vor kurzem war Micha Brumlik im online-Format des diAk zu Gast, beim dem es um die Jerusalemer Antisemitismus-Erklärung und zu bds ging, sein Text findet sich auf einer neuen Seite beim diAk.

Wir freuen uns, wenn diese Positionierung zum Gespräch, zur Diskussion, zu Widerspruch und Zustimmung anregen sollte!

Eichmann im Kalten Krieg

Die deutsch-deutsche Berichterstattung über den Eichmann-Prozeß

Herausgeberinnen: Judith Keilbach und Irmgard Zündorf

Online Booklet: https://absolutondemand.de/booklet/eichmann-im-kalten-krieg/

Der Prozeß gegen Adolf Eichmann, der 1961 in Jerusalem stattfand, gilt als Wende­punkt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Kaum ein anderes Land berichtete ausführlicher über das Gerichtsverfahren als die BRD. Der NDR hatte zwei Korrespondenten entsandt, die in 36 Sendungen der Reihe Eine Epoche vor Gericht darüber hinaus das Land Israel vorstellten. In der DDR wurde keine eigene Sendung zum Prozeß entwickelt, aber sowohl in der Aktuellen Kamera als auch im Schwarzen Kanal wiederholt berichtet.

Die Thematisierung des Prozesses diente hier primär dazu, auf mögliche frühere NS-Täter in der Bonner Regierung zu verweisen. Das spannend zusammengestellte Material aus TV und Presse offenbart die Zuspitzung des deutsch-deutschen Konflikts und die Rhetorik des Kalten Krieges.

Bearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel

DVD mit Begleitbooklet: 14,90 € – 978-3-8488-2016-0 – absolut MEDIEN

Bestellbar auch über : bestellung@aphorisma.eu

Das Online Booklet: https://film.absolutmedien.de/ Eichmann im Kalten Krieg

https://absolutmedien.de/bilddatenbank/isbnbilder/2016/9783848820160.jpg

Exil, Lebensgeschichte und Nachlaß: Else Lasker-Schüler

Online-Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe:
Literatur im Archiv – Nachlässe an der Israelischen Nationalbibliothek West-Jerusalem

Donnerstag 24. Juni 2021 | 18.00 Uhr
Online – Bitte registrieren sie sich unter: office.cjs@uni-graz.at

 

Der Nachlaß von Else Lasker-Schüler an der Israelischen Nationalbibliothek ist in vielerlei Hinsicht ein typisches Beispiel für das Schicksal von Exilarchiven. Durch die erzwungene Auswanderung 1933, die Zwischenstation Zürich und den letzten Aufenthaltsort Jerusalem wurden die Manuskripte und Aufzeichnungen der Dichterin mehrfach aus ihrem Zusammenhang gerissen und sind bis heute nicht an einem Ort vereint. Durch die Bemühungen früherer Nachlaßverwalter befindet sich eine große Sammlung zu Lasker-Schüler in (West-)Jerusalem. Die heutigen Möglichkeiten der digitalen Verknüpfung bieten zeitgemäße Lösungen für eine virtuelle Zusammenführung an.

Vortrag: Stefan Litt (Israelische Nationalbibliothek)
Kommentar: Caroline Jessen (Deutsches Literaturarchiv )
Moderation: Anne-Kathrin Reulecke (Institut für Germanistik, Karl-Franzens-Universität Graz)

Eine Kooperationsveranstaltung des Centrums für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz, der Israelischen Nationalbibliothek, des Instituts für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz und des Lichtenberg-Kollegs an der Georg-August-Universität Göttingen.

Internationale Allianzen entstehen

Black and Palestinian Christians‘ Struggle for Freedom

Auf der Website von Sojourners – faith in action for social justice, findet sich aktuell ein spannender Beitrag von Matthew Vega (University of Chicago) zum Verhältnis von US-amerikanischer (Befreiungs-)Theologie und Palästinensischer, der nicht erst durch die Debatten um die Ermordung von George Floyd spannend geworden ist. Der Beitrag verlinkt übrigens auch auf ein Christ at the CheckpointPanel aus dem letzten Jahr: Injustice anywhere is a threat to justice everywhere. (Hier besonders, aber nicht ausshließlich – interessant Min 39-51).

„Indeed, every theologian’s task is a prophetic task, what Abraham Joshua Heschel called “an exegesis of existence from a divine perspective.” Theologians that do the work of justifying historical unfreedom are creating ideologies, not Christian theologies.“

Friedliche Lösung bevorzugt

Dem Gründungszweck und Ziel des diAk entsprechend, stehen auf diesem Blog bevorzugt Beiträge zu Israel, Palästina, Deutschland im gemeinsamen Denken und im besten Fall in analytisch-kritischer Betrachtung zu Regierungspolitiken allerseits von Elbe, Rhein, Jordan und all den lebensnot- und wert-vollen Wassern. Dem Friedensgedanken umfassend verpflichtet, das ist unser Ansatz und bleibt es.

Und doch sind wir, Menschen aller Gesellschaften, ist unsere Haltung in den Fragen der harten Machtpolitik von Regierungen letztendlich nicht entscheidend. Auch Gesetze und Beschlüsse werden von Regierungen nach Spielart gedehnt, um dem Zweck einer gewollten Entscheidung zu genügen und bestenfalls zu rechtfertigen. Dabei lehnt die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD bewaffnete Auslandseinsätze ab. Und sollten Politiker und Politikerinnen nicht zuerst an das denken, was die meisten Staaten nach dem zweiten Weltkrieg unterzeichnet und wozu sie sich verpflichtet haben: an die „universellen Ziele und Grundsätze“ der Vereinten Nationen, die „die Verfassung der Staatengemeinschaft“ ist. Die Charta wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco unterzeichnet und trat am 24. Oktober 1945 in Kraft. Durch die Veröffentlichung des deutschen Textes am 9. Juni 1973 (nachdem beide deutsche Staaten Mitglieder der Vereinten Nationen geworden waren) als amtliche Fassung der Bundesrepublik Deutschland im Bundes-gesetzblatt wurden die Charta und das Statut des Statut des Internationalen Gerichtshofs auch formel Teil des deutschen Rechtsordnung.

Die BRD ist kein Einzelbeispiel bei der nach eigenen Interessen erfolgenden Auslegung von Völkerrechtsprinzipien, aber unser erster Adressat: Nehmen wir uns unser ‚Wahlrecht‘ und unsere ‚Wahlpflicht‘ und prüfen wir in diesem Auseinandersetzung die ambitionierten Politikerinnen und Politiker auf deren Rechtsauffassung von Krieg und Frieden.

Der exzellente Beitrag der Schriftstellerin Daniela Dahn, einer Stimme aus dem Spektrum, bietet wenige Tage vor dem 22. Juni einen lesenswerten Gedankenanstoß dazu:

„Die strikte Ablehnung von Militäreinsätzen im Ausland ist unter den jetzigen Bedingungen vom Völkerrecht nicht nur gedeckt, sondern geboten.“

Von Emcke bis Baerbock

Über die Präsenz und Wirksamkeit eines „kulturellen Codes“

Es ist keine einfache Debatte, jedenfalls dürfen wir sie uns nicht einfach machen. Und es ist eine Debatte, mit der wir nicht ‚fertig‘ werden. Michael Kloß, Professor an Leuphana Universität in Lüneburg schreibt:

„Antisemitismus funktioniert, um einen sehr erhellenden Begriff der Historikerin Shulamit Volkov zu verwenden, als kultureller Code. (…) Codes [appellieren] an tief eingesunkene Ressentiments, die gar nicht intellektuell verarbeitet werden müssen, um wirksam zu sein.“

Zwei aktuelle lesenswerte Beiträge, die nicht einfach ‚Zustimmung‘ der ‚Ablehnung‘ verlangen, sondern (Auf)Forderungen an die Aufrichtigkeit des eigenes Denkens sind.

Michael Kloß in Die Zeit und ein Offener Brief „Gegen die Lügen“ in Merkur

Aktuelle Ergänzung: 17. Juni 2021
Kommentar auf der Seite von Christ in der Gegenwart (Simon Lukas)

Abgang mit Nebenwirkungen


Nach der ersten Amtsperiode als Ministerpräsident von Mai 1996 bis Mai 1999, nach Amtszeiten als Finanzminister und als Außenminister, stand Benjamin Netanjahu von 2009 bis 2021 verschiendenen Regierungen Israels vor. Nach zwölf Jahren Ministerpräsidentschaft nahm am Montag eine „Anti-Netanjahu-Koalition“ die Arbeit auf, „doch ein Comeback ist nicht ausgeschlossen“, wie die beiden Autoren Shimon Stein und Moshe Zimmermann in ihrem Beitrag für die IPG schreiben.