Wie die linksliberale israelische Tageszeitung Ha’aretz berichtet, hat die Handlungsweise der deutschen Regierung während und nach dem Münchener Olympiadesaster in Israel einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Auch die jetzt gefundene Übereinkunft zwischen der deutschen Regierung und den Opfervertretern, allen voran der ehemalige Innenminister Gerhard Baum, stößt nicht auf überschwengliche Begeisterung.
Hilft der Begriff? Trifft er die Wirklichkeit?
Während in Karlsruhe die Delegierten des Weltkirchenrates darüber diskutieren, beraten und beschließen, wie sie Israels Herrschaft über die Besetzten Gebiete bezeichnen sollen, wird auch in deutschen Kreisen (mehr wohl über die Begriffe, als die Wirklichkeit) diskutiert.
Während an anderer Stelle Doron Kiesel und Christan Staffa (zeitzeichen, 24. August 2022) den Apartheidsbegriff als „No-Go“ bezeichnen, äußeren sich in der Berliner Zeitung am 6. September 2022 mit Alon Liel und Ilan Baruch zwei ehemalige israelische Botschafter in Südafrika unter der Überschrift: „Was in Palästina geschieht, ist Apartheid“, dezidiert anders und schreiben an den Ökumenischen Rat der Kirchen:
(…) „Wir hoffen, dass die Mitglieder der Vollversammlung die Realität in den besetzten palästinensischen Gebieten als das anerkennen, was sie ist: als Apartheid. Sie würden damit einen entscheidenden Schritt zur Förderung von Ehrlichkeit und Gerechtigkeit leisten, während ein Großteil der westlichen Welt weiterhin dazu schweigt. Seit mehr als einem halben Jahrhundert arbeitet Israel daran, sowohl die Geografie als auch die Demografie der besetzten palästinensischen Gebiete durch expansive Siedlungspolitik zu verändern – eine Politik, die nach internationalem Recht illegal ist.“ (…)
Kalender 2022 – September
Licht aus Licht
In diesem Monat in besonderem Gedenken
an die Opfer des palästinensischen Terroranschlages auf die
israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München
Ein Begleiter durch das Jahr 2022 – Photos von Andreas Schröder
Mit einem Text von Hafis:
for all other knowledge will leave us again in want and aching
only imbibing the glorious sun will complete us.

israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2021


Israelisches Filmfestival in Deutschland
Vom 4.-14. September 2022 – im Saal und auf dem Sofa

„SERET, das größte israelische Filmfestival der Welt, ist stolz darauf, im Jahr 2022 seine Vorführungen in Deutschland zu eröffnen. Auf dem Festival werden israelische Filme in voller Länge, Dokumentarfilme und Kurzfilme gezeigt.
In diesem Jahr wird das 7-jährige Bestehen von SERET Deutschland gefeiert. Veranstaltet wird zum dritten Mal in Folge ein hybrides Festival – sowohl auf der Leinwand für Zuschauer, die das volle Kinoerlebnis bevorzugen, als auch per Online-Streaming für Zuschauer, die lieber zu Hause schauen. Die Filme werden in verschiedenen Top-Kinos in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln zu sehen sein.“
Neuer diAk-Vorstand gewählt
Am heutigen 3. September 2022 hat die 41. Mitgliederversammlung des diAk | Deutschland – Israel-Palästina – zusammen denken e.V. in Berlin einen neuen Vorstand gewählt, der auf rege Unterstützung durch die Mitglieder hofft …
U.S./Middle East Project
Statement von Daniel Levy, Presidemt von USMEP vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 25. August 2022:
„I would like to thank the Council and the Chinese presidency in particular for allowing me to share some thoughts with you today. The events of earlier this month covered in detail by Special Envoy Wennesland are as concerning as they are predictable. To be very clear, Israelis deserve security; Palestinians deserve security…. „
Hier zum Zuschauen auf Youtube – und darunter das Dokument der Rede zum herunterladen:
Albert Einstein, Hans Kaufmann und der Zionismus
Am 12. September 2022 veranstaltet das Jüdische Museum, Berlin ein Symposium
Der Hintergrund ist ein Brief, den Albert Einstein am 12. September 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, verfaßte. Er war eine Antwort an den 19jährigen deutsch-jüdischen Flüchtling Hans Kaufmann in Santiago de Chile, in dem er seinen großen Zweifel an der Schaffung einer zentralen Instanz zur Wahrung der jüdischen Interessen äußert.

Der Brief war eine Antwort auf ein Schreiben des jungen Mannes, in dem dieser Einstein gebeten hatte, an der Spitze einer jüdischen Organisation zu stehen, welche die Belange der Juden, ihre Würde und das Projekt einer nationalen Heimstätte in Palästina verteidigen würde.
Anläßlich der Schenkung dieses bedeutenden Briefs aus der Feder des weltberühmten Nobelpreisträgers, veranstaltet das Archiv des Jüdischen Museums Berlin ein Symposium, das sich Themen widmet, die im Kontext der Briefe von Hans Kaufmann und Albert Einstein stehen: der Geschichte der Familie Kaufmann, der deutsch-jüdischen Emigration nach Chile während der NS-Zeit, Albert Einsteins Stellung zum jüdischen nationalen Projekt und der Lage des Zionismus im Jahr 1942.
Geänderter Zugang (3. September 2022)
ARABIC MUSIC DAYS – auch online …
Das klassische Ensemble der arabischen Musik
Bis ins 8. Jahrhundert reichen die Ursprünge des arabischen „takht“ zurück. Wörtlich war damit das Holzpodium gemeint, das den Musiker:innen als Bühne diente – inzwischen bezeichnet der Begriff das klassische Ensemble der arabischen Musik aus Gesangssolist:in, Oud, Flöte, Kanun und verschiedenen Schlaginstrumenten, das im Laufe der Jahrhunderte in zahlreichen musikalischen Traditionen der Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas aufgenommen und weiterentwickelt wurde. Diese Besetzung, die Musiker:innen bis heute zum kreativen Austausch inspiriert, steht im Mittelpunkt der diesjährigen Arabic Music Days.

Vier Tage, vier Konzerte
In vier Konzerten, kuratiert vom irakischen Oud-Virtuosen Naseer Shamma, präsentieren Künstler:innen aus Syrien, dem Libanon und Marokko traditionelle und zeitgenössische Spielarten. Außerdem werden alle vier Konzerte per Livestream auf Pierre Boulez Saal Online übertragen.
Das Versagen der arabischen Eliten
Krise der arabischen Staaten
In seinem Essay fragt der renommierte libanesische Journalist und Autor Hazem Saghieh, wie die Zukunft der arabischen Welt aussieht. Gibt es Auswege aus einer existentiell bedrohlichen Krisenhaftigkeit?
Ein Beitrag auf quantara.de




