+972 Magazin und Rabin

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin wühlen sein Erbe, seine politische Konzeptionen, seine Perspektiven noch immer – und vielleicht sogar wieder mehr – Israelis und Palästinenser auf – nicht zuletzt angestoßen durch die Entscheidung einer US-Parlamentarierin (Ocasio-Cortez), einer Gedenkzeremonie fernzubleiben.
Einer der Herausgeber – Amjad Iraqi – des online-Magazins +972 faßt die Debatte und die unterschiedlichen Narrationen in seinem Beitrag The myth of Rabin the peacemaker noch einmal zusammen: Zwischen Heilsbringer für die einen und verschleierter, aber zementierter Vorherrschaft für die anderen – dafür, so Iraqi, stehe Rabin.

Jerusalem’s Old City Basin Tour – online!

Emek Shaveh lädt ein zu tun, was in diesen Tagen möglich ist – wenigstens auf diese Weise in Jerusalem sein und einiges von der aktuellen Situation mitbekommen!
Tuesday, 6th of October, at 16:00 Jerusalem time.

Das Postive des Lehnsessels….

i&p 2-3/2020 – Inhalt

25 Jahre Dar-al-Kalima – entstanden in Kooperation mit dem Förderverein Dar-al-Kalima-Bethlehem eV in Deutschlanbd – Das neue Heft von israel & palästina ist verschickt, hier zum Appetitmachen das Inhaltsverzeichnis:

Das neue i&p-Heft ist da

25 Jahre Dar-al-Kalima – so heißt das Themenheft, das gerade aus der Druckerei gekommen ist und dessen Versand heute begonnen hat… mehr dazu in Kürze an dieser Stelle …

Die ‚großen‘ und die ‚kleinen‘ Bekenntnisse ….

Regelmäßig bietet Rabbiner Arik Asherman kontextuelle Neubestimmungen und Reflektionen für die die jeweiligen Festtage an:
Kampf und Kontemplation, Inbegriff einer progressiven Spiritualität.
Auch zu diesem Jom Kippur seine Gedanken zu den ‚Sündenbekenntnissen‘ dieses Feiertags, unter anderem zugänglich in der Times of Israel.

Abraham Accords

Formaliserung des Bestehenden, aber keine Friedensverträge

Eine lesenwerte Einschätzung, und ernüchternd, falls es Euphorie gegeben haben sollte: Daniel Levy, Präsident American Prospect, in einem Beitrag von 17. September 2020: The Missing Peace in the Abraham Accords. Der Beitrag läßt sich im übrigen dort auch anhören.

In memoriam Meron Benvenisti (1934-2020) z”l

“The only way to live here will be to create an equality of respect
between us and the Palestinians, to recognize the fact
that there are two national communities here
which love this land
and whose obligation is to channel the unavoidable conflict
between them into a process of dialogue
for life together.”

Mit diesem Zitat erinnert Ir Amin in diesen Tagen an Meron Benvenisti (1934-2020), der am 20. September gestorben ist. Wer ist im Laufe der Jahre nicht über sein West Bank Database Project (seit 1984) gestolpert, oder las nicht von seinen Einschätzungen über die Entwicklungen in Jerusalem, dessen Vizebürgermeister er Jahre lang war.

Eine aufrechte Stimme, ein Leben lang den Menschenrechten verpflichtet und der Gleichheit und Würde aller. r.i.p.

Innerpalästinensische Entwicklungen

Nachdem die Sammlungsaktivitäten der wichtigsten palästinensischen Gruppierungen in den letzten Wochen, kamen diese Woche die Führer von Hamas und Fatah zusammen. Im palästinensischen Konsulat in der Türkei vereinbarten sie, den nationalen Dialog wieder aufzunehmen. Präsident Abbas möge in den nächsten sechs Monaten zu Parlaments- und Präsidentschaftswahlen aufrufen.

Zur Fortsetzung der Versöhnungsgespräche, deren Ziel erneut ein Abkommen zwischen Fatah und Hamas sein soll, wollten sich die Akteure nach Ägypten begeben. Dort soll die ägyptische Regierung auch über die Vereinbarung und den Fortgang dieses Prozesses informiert werden. Hier die Berichte in der NZZ und bei der ägyptischen Agentur See-egy.

Nachtrag: Ausführlicher mit Einschätzungen:
Gerrit Hoekman in Junge Welt.

Achtungszeichen

Fortgesetzte deutsch-französische Kooperation

Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs trafen am Donnerstag, 24. September 2020, ihre Kollegen Ägyptens und Jordaniens und bekräftigten, daß sie zu den Beschlüssen der Vereinten Nationen zur Regelung des Israel-Palästina-Konfliktes und der Arbeit der VN-Unterorganisationen in Nahost stehen. Die Hauptakteure waren erwartungsgemäß nicht präsent. Die veröffentlichte Erklärung ist dennoch als eine deutliche Positionierung der Interessen der beiden zentralen europäischen Staaten zu werten.