Jahresbericht 2022 des FBI

Das Fritz Bauer Institut – Geschichte und Geschichte des Holocaust legt seinen umfangreichen Jahresbericht vor, der auf jeden Fall die Lektüre lohnt. Sein Inhalt gibt einen guten Überblick über aktuelle Forschungen und Debatten.

Fritz Bauer Instiut Logo

Der Jahresbericht des Fritz Bauer Instituts informiert über die vielfältigen Tätigkeiten des Instituts im vorangegangenen Jahr. Er gibt einen Überblick über die Editions- und Forschungsprojekte, Lehre, Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen, über Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie die Gremien der Stiftung.
Das Erscheinen des Jahresberichts wird unterstützt vom Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Gedruckte Ausgabe JB Frirz Bauer Institut 2022

Glocken läuten weiter

Auf dem Wege der Versöhnung:
Rückgabe von Glocken an die Gemeinden in Straszewo und Frombork

Bischof Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis90/Die Grünen) haben am Wochenende drei Glocken ihren früheren Besitzern in Polen zurückgebracht. Die Instrumente waren von den Nationalsozialisten abgehängt worden und wurden später in württembergischen katholischen Kirchen genutzt.

Die Geschichte braucht manchmal einen langen Atem. Gut 80 Jahre nachdem sie vom Nazi-Regime aus ihren Kirchtürmen heruntergenommen worden waren, um zur Rüstungsproduktion eingeschmolzen zu werden, sind am Samstag im Rahmen des Projektes „Friedensglocken für Europa“ zwei historische Glocken in ihre Heimat im Ermland zurück gekehrt: Im Anschluss an einen Gottesdienst am Vormittag in der Kathedrale St. Nikolaus in der polnischen Stadt Elbląg (Elbing) hat Bischof Dr. Gebhard Fürst eine Glocke aus der Kirchengemeinde St. Albertus Magnus in Oberesslingen an Vertreter ihrer Ursprungsgemeinde Straszewo (Dietrichsdorf) übergeben.

Artikel auf der Bistumsseite, auf Vaticannews.de, beim SWR.

Erinnerung: diAk-online mit Daniel Bar-Tal

Dienstag, 27. Juni 2023 – 18.-19.00 Uhr – Anmeldung zum Zoom unter online@diAk.org

Wir sprechen am für ungefähr eine Stunde mit Prof. em. Dr. Daniel Bar-Tal, Tel Aviv: What’s going on in Israel? – Das auf englisch geführte Gespräch moderiert Marianne Zepp.

Anmeldung bitte an online@diak.org, wir verschicken dann die Zoom-Zugangsdaten.

Der andauernde Konflikt, der aktuell einen neuen Höhepunkt erreicht, und die Kriege, die Israel seit seiner Gründung um seine Existenz geführt hat, sind auch deshalb unlösbar, weil sie in der politischen Kultur, in der spezifischen Mentalitätsbildung und aus der Tradition heraus zu erklären sind. Diese Prägungen gehen bis in die Gründungszeit des Staates zurück und haben u.a. ihre Ursachen in einem abwertenden Bild der Palästinenser, die als primitiv und gewalttätig gesehen werden, während die eigene Kultur als friedensbereit und fortschrittlich wahrgenommen wird.  Die Wellen von Gewalt und die Trennung der beiden Ethnien haben diese Wahrnehmungen noch verstärkt. Die Bedrohungslage und deren Herausforderungen werden mit dem Recht auf Abschreckung, Bestrafung und mit der ständigen Bereitschaft zum Kampf beantwortet.

Der Wille zu einer friedlichen, auf gegenseitige Anerkennung beruhenden Zusammenleben in Israel/ Palästina erscheint angesichts der aktuellen Entwicklungen ferner denn je. Durch die Übernahme der Regierungsmacht durch extremistische nationalistisch-religiöse Kräfte in Israel droht eine Gewalteskalation auf beiden Seiten und eine wie auch immer geartete Friedenslösung scheint unrealistischer denn je.
Daniel Bar Tals Analysen aus sozialpsychologischer Sicht ermöglicht ein tieferes Verständnis dessen, was die israelische Gesellschaft bis heute prägt und worin die eigentlichen Ursachen der derzeitigen Entwicklung liegen.

Daniel Bar Tal gehört zu den einflußreichsten und prominentesten Stimmen der israelischen Soziologie. Er ist promovierter Sozialpsychologe und leitete von 2002 bis 2005 das Walter Lebach Research Institute for Jewish-Arab Coexistence through Education. Er war Ko-Herausgeber des Palestine Israel Journal. Zuletzt erschien von ihm:  Unbekümmert in den Abgrund. Die Folgen von Konflikt und Besatzung für die jüdisch-israelische Gesellschaft (AphorismA, Berlin 2023)

Children of Peace

Film Dokumentation von Ma’ayan Schwartz auf dem Jüdischen Filmfestival Berlin/Brandenburg 13.-18. Juni 2023

Screenshot vom Jüdischen Filmfestival Wien vom April 2023

Children of Peace

 wurde in Neve Shalom • Wahat al-Salam (Oase des Friedens) gedreht, dem einzigen Ort in Israel, in dem mitten im Israel-Palästina-Konflikt jüdische und palästinensisch-arabische Israelis gleich-berechtigt miteinander leben und arbeiten – eine Insel der Hoffnung. Die Dorfgemeinschaft zeigt seit gut 50 Jahren täglich, dass Frieden zwischen Israel und den Palästinensern gelingen kann.

In diesem Kontext wuchsen die Kinder der zweiten Generation des Dorfes auf; viele von ihnen haben inzwischen selbst Kinder. Sie müssen spannende und  brisante Identitätsfragen für sich klären: Die jüdischen Jugendlichen müssen z. B. entscheiden, ob sie zur Armee gehen oder nicht; ihre palästinensisch-arabischen Freunde müssen entscheiden, was ein „Ja“ ihrer Freunde bzw. Freundinnen zum Armeedienst für ihre Freundschaft bedeutet.

Der Film wurde erstmals 2022 beim Doku-Filmfestival in Tel Aviv gezeigt. Im April 2023 lief er beim Jüdischen Filmfestival Wien und nach dem Jüdischen Filmfestival Berlin/Brandenburg (13.-18. Juni 2023) wird er Teil des Filmfestivals Kitzbühel/Österreich.

Hier noch einmal zusammenfassend Informationen in einer Papier des deutschen Freundeskreises von Neve Shalom • Wahat al-Salam (Oase des Friedens)

Tectonic Shifts and Policy Dilemmas

Israel’s Domestic and International Challenges on its 75th Anniversary

27. April 202312:00 PM CESTZOOM / Facebook Live

Auf Youtube nachhörbar

The International Institute for Peace, in cooperation with the Herbert C. Kelman Institute, cordially invites to the online event with this Speakers:

  • OFER ZALZBERG, Middle East Director, Herman C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation
  • RABBANIT DR. TIRZA KELMAN, Ben Gurion University; Talpiot Teachers College

Moderation:

  • HANNES SWOBODA, President of the IIP and former MEP

Content:

Israelis are celebrating their country’s 75th anniversary in a time of turmoil. From domestic political disarray to new regional dynamics, the country is experiencing unprecedented challenges.

To better understand these issues, our two guest experts will explore the tectonic shifts that have occurred in Israeli society and politics, and examine how these changes have given rise to the current state of affairs. In addition, the panel will discuss the transitions between old and new forces and how they interact, as well as the country’s social trends alongside regional and international policies under the current right-wing government.

Der tägliche Blog des diAk

Nachrichten aus Israel-Palästina/Palästina-Israel gibt es viele und auch nicht wenige, in denen das Dreieck Deutschland-Israel-Palästina eine Rolle spielt, genau die Schnittstelle, die uns in der Arbeit des diAk besonders interessiert.

Zusammen denken und zusammendenken – dafür bieten wir an dieser Stelle jeden Tag einen Beitrag, manchmal mit einer Einordnung/Einleitung, oft ein Hinweis auf eine spannende Verstaltung oder ein Onlineformat, dann auch wieder eine Erinnerung, zu der die Kalender und die unterschiedlichen Narrationen Anlaß geben.

Das wollen wir möglichst vielfältig tun, ohne uns jeden Beitrag oder jede Position zu eigen zu machen, aber immer in dem Bemühen über die Zeit hin die Vielfalt und die Verwobenheiten erkennbar werden zu lassen …

Verschoben ist nicht aufgehoben!

Ein Land im Ausnahmezustand, aber ohne Blick auf eine „einigende“ Perspektive

SHEVACH | שבח | SBC

Avital & Schalom Ben-Chorin Legacy Initiative 

100. Geburtstag Avital Ben-Chorin
110. Jahre Schalom Ben-Chorin
Festival zur Erinnerung an Tovia Ben-Chorin

2023 ist ein besonderes Jahr, Avital Ben-Chorin wäre am 25. Februar 100 Jahre alt geworden, Schalom Ben-Chorin am 20. Juli 110 und die Jahrzeit des Abschieds von Rabbiner Dr. Tovia und Adina Ben-Chorin stehen an.

Hier der Newsletter der Initiative.

Lapide und Lapide

Neu auf YouTube: Gesprächsabend über Pinchas Lapide

Dr. Yuval Lapide zu Gast beuím DKR, er ging in seinem Online-Vortrag Werk und Wirken seiner Eltern Pinchas und Ruth Lapide ein und zeigte, wie diese den jüdisch-christlichen Dialog seit den 1960er-Jahren im deutschsprachigen Raum maßgeblich prägten. Dr. Lapide berichtete anschaulich, wie es dazu kam, daß sein Vater zu einem bedeuteten Brückenbauer in den jüdisch-christlichen Beziehungen wurde.

Den Vortrag und die anschließende Diskussion können Sie auf unserem Youtubekanal anschauen unter:
youtube.com/watch?v=4_HP0ToN-54&si=EnSIkaIECMiOmarE

SAVE THE DATE: Am 28. Juni 2023, 18.30 Uhr wird Dr. Yuval Lapide in einem weiteren Online-Vortrag über seine Mutter Ruth Lapide sprechen und anhand von zahlreichen Bildern ihr Lebenswerk im jüdisch-christlichen Dialog nachzeichnen. Weitere Informationen hierzu sowie den Link zur Anmeldung erhalten Sie ungefähr vier Wochen vor der Veranstaltung.