„Verschwinden – das bedeutet für Adania Shibli nicht nur die völlige Hingabe ans entstehende Werk. Für die 1974 geborene Autorin reflektiert es auch eine Alltagserfahrung, der sie als in Israel lebende Palästinenserin ausgesetzt ist. In ihren Romanen nähert sie sich dieser Situation auf innovativen Wegen an; mit „Eine Nebensache“ ist ihr der internationale Durchbruch gelungen.“
Adania Shibli 2020. Photo: National Book Foundation / Wikipedia unter cc-Lizenz
Adania Shibli: Eine Nebensache Aus dem Arabischen von Günther Orth. Berenberg Verlag, Berlin 2022. 120 S., gebunden, 22,00 €.
Heftvernissage Neue Wege 1/2.22 (Online 27. Januar 2022 – 19.30 Uhr)
Einführung von Elisa Klapheck, Rabbinerin in Frankfurt und Professorin in Paderborn Gespräch mit Antje Schrupp, Politikwissenschaftlerin, und Matthias Hui, Neue Wege, über die Aktualität von Margarete Susman
Texte von Margarete Susman – Lesung der Schauspielerin Ilknur Bahadir
Mitträgerschaft: Omanut – Forum für jüdische Kunst und Kultur
Wie eine Universität entsteht …. Eine Investition in Hoffnung und Creativität!
Dar al-Kalima University is a Palestinian success story per excellence. It started 25 years ago as a vision. With perseverance, it grew to become a full-fledged university. We were planning to celebrate this important occasion in person, but regrettably, the Covid-19 Pandemic did not allow for it. Yet, It is with great pleasure that we share with you this booklet that tells our story with its major milestones.
Könnte ein derartiges internationales Engagement (mit robustem Mandat) die Situation verändern, hätte es überhaupt eine Chance auf eine entsprechende Beschlußfassung im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Hier jedenfalls eine entsprechende Position von Daoud Kuttab, einem palästinensischen Journalisten und Aktivisten, der genau dafür plädiert.
Opinion: With absence of a desire for peace by Israeli side and its rejection of globally accepted two-state solution, UN-sponsored blue helmets are needed more than ever in West Bank
Manch einer/eine kennt ihn noch von Zeiten, als Besuche in Jerusalem einfacher waren, den ehemaligen Ev. Propst in Jerusalem, Wolfgang Schmidt. 2021 wurde er zum neuen Vorsitzenden des Jerusalemsverein gewählt und trat damit die Nachfolge des em. Bischofs H. J. Abromeit an.
Quelle: JV/BMW
Hier ein Interview mit dem neuen Vorsitzenden, der heute bei der Badischen (ev.) Landeskirche Bildungsverantwortung trägt, und dessen Arbeit im und für den JV an einer herausfordernden Schnittstelle zwischen einer verantwortlichen Solidarität und Freundschaft zu den christlichen (evangelischen) Geschwistern in Palästina / dem Heiligen Land steht und zugleich inter-religiöse und deutsch-israelische Horizionte im Blick haben muß.
„Die Jüdische mit der Allgemeinen Proletarischen Bewegung zu vereinen“
In der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist ein neuer Band mit höchst interessanten Beiträgen zu „Jüdinnen und Juden in der Internationalen Linken“ erschienen. Das Themenspektrum ist vielfältig und beinhaltet unter anderen Fragen der osteuropäischen Linken Ende des 19. Jahrhunderts, Persönlichkeiten in ihrem historischen Umfeld, so Rosa Luxemburg, Jürgen Kuczynski und Theodor Bergmann, aber auch Erfahrungen und Fragen von Linken in Großbritannien und Südafrika.
Beim Lesen fielen, neben der Thematik an sich und der akademischen Gründlichkeit, zwei Zugaben des kleinen Bandes besonders auf: Zum einen die zahlreichen Fußnoten mit interessanten Informationen sowie reichhaltigen und bemerkenswerten Quellen. Zum zweiten ist der abschließende Teil „Zum Weiterlesen“ mit Hinweisen zum Thema auf verschiedenen Gebieten sehr zu empfehlen. Möge die gesamte Broschüre an sich viele Leserinnen und Leser finden!
Aus der Einführung:
DIE LINKE, JÜDINNEN UND JUDEN UND DIE «JÜDISCHE FRAGE»
Vielleicht war es Isaac Deutscher (1907–1967), der mit seinem Vortrag «The Non-Jewish Jew» im Jahr 1958 das passende Stichwort für die Mehrheit der jüdischen Linken geliefert hat, um die jeweils eigene religiös-ethnisch-kulturelle Identität kurz und treffend umschreiben zu können: Denn ungeachtet des Umstands, dass sie oftmals mit der Tradition ihrer Vorfahr*innen gebrochen und einen säkularen Weg gewählt hatten, wurden sie durch Fremdzuweisung infolge religiöser Intoleranz und übersteigerter Nationalismen weltweit immer wieder auf ihre jüdische Herkunft reduziert und somit eben zu «nichtjüdischen Juden». Michael Löwy sieht in der «Wahlverwandtschaft» (Max Weber) zwischen revolutionärer Weltanschauung und der jüdischen Hoffnung auf Erlösung ein Spannungsverhältnis, das die Positionen und das Denken von Persönlichkeiten wie Hannah Arendt (1906–1975), Walter Benjamin (1892–1940), Ernst Bloch (1885–1977), Erich Fromm (1900–1980) oder Leo Löwenthal (1900–1993) massiv beeinflusst habe. Dabei ist eine Tradition dessen, was unter dem Begriff der «Linken» subsumiert werden kann, mit Jack Jacobs in den Idealen der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit bzw. Solidarität in heutiger Sicht) zu suchen, das heißt aufseiten derjenigen, die die Revolution damals unterstützten. Jüdische Jakobiner*innen gab es zwar, sie waren allerdings eher eine Randerscheinung….“
Am Jahresende doch noch einmal einen Blick auf die Arbeit von Standing Together, eine Arbeit, die ermutigt und Perspektiven zeigt … und die so ein guter Ausklang dieses Jahres sein soll!
Hallo,
My name is Suleiman al-Tihi. I am a student at Sapir College and live in Rahat in the Negev. I am also a newly elected member of the leadership of Standing Together. For the past two weeks, the far-right organization Im Tirtzu has waged a racist campaign against me while I was running for my college’s student union because they did not like the fact that I am an Arab and a national leader in the largest Jewish-Arab grassroots movement in Israel. So I suddenly woke up to an „investigation“ about me on TV, initiated by Im Tirtzu and aided by the far-right Channel 14 News. They dug into my Facebook profile and took posts I wrote at age 13(!) out of context in order to portray me as a „terrorist supporter,“ demanding that I be disqualified from the election and even that the college administration expel me from my studies. But it didn’t work. In the election, I came in 2nd place overall and was elected to the union! The student body at Sapir College proved that Jewish-Arab partnership can overcome racism and incitement.
The students at Sapir College — Jews and Arabs — rejected the attempt to create a divide on campus. The tremendous support I received, and still receive, moved me greatly. Im Tirtzu’s campaign failed because they are not really present on campus, which teaches us how important it is to invest in people and to be connected on the ground across the country.
I invite you to support our movement so that we can be strong on different campuses and in different cities, in the periphery and in the center, and invest in change that grows from the ground up. Each donation will support the movement’s ability to train and accompany activists like myself.
Standing Together P.S. Sapir College, where Suleiman attends, is one of the tens of campuses and places where we are yet to have siginificant organizing efforts. We cannot overstate the frustration we feel when our activist groups in Lod, in Umm al-Fahm, in Sapir and Oranim college, and in Bnei Brak reach out to us for support, and we don’t have the resources to give them the attention they deserve. Standing Together is growing, and providing a political home for thousands of Palestinians and Jews. But with that growth, we need to develop our organizing capacity.
Our ability to mobilize during polarizing times and make an impact is exactly because we organize, all year round, around our shared interests. At the peak of the violence this past May, we were able to mobilize and make an impact because of your support. And now we need you to help us organize, by funding two additional community organizers to our team that will be able to connect with our base, in the Triangle area and on campuses, to recruit, train, engage, and build new leadership.