Feministische Koranexegese

Aus der Arbeit des Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster/W.

Die islamische Theologin Dina El Omari legt erste umfassende feministische Koranexegese vor – „Koran ist ein Text seiner Zeit“ – Patriarchalisch geprägte Verse im historischen Kontext beleuchten – Gleichwertige statt hierarchische Schöpfung des ersten Menschenpaares – „Paradiesfrauen im Jenseits sind gleichgestellte Partnerinnen“

Der Koran zeigt nach neuen wissenschaftlichen Einschätzungen ein weit gleichberechtigteres Bild von Frauen und Männern, als traditionelle Auslegungen nahelegen. „Manche Koranverse können losgelöst von ihrem historischen Kontext frauenabwertend wirken. Die traditionelle Exegese zeigt oftmals ein solches ahistorisches Verständnis und rechtfertigt damit bis heute patriarchale Strukturen“, sagt die islamische Theologin Prof. Dr. Dina El Omari vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. „Eine feministische Auslegung hingegen liest den Koran im Kontext seiner Zeit und führt so zu einem zeitgemäßen Textverständnis und Frauenbild.“ Ein Beispiel sei die Schöpfungsgeschichte: „Gott erschafft das erste Menschenpaar zeitgleich, nicht den Mann vor der Frau. Auch sind die Frauen im Paradies als gleichwertige Partnerinnen zu verstehen, nicht, wie in traditioneller Auslegung, als passive Gespielinnen“, führt die Forscherin aus. Sie hat kürzlich im Herder-Verlag die erste umfassende feministische Koranexegese veröffentlicht. Die Habilitationsschrift heißt „Koranische Geschlechterrollen in Schöpfung und Eschatologie“.

„Traditionelle Strömungen legen den Koran häufig als direktes und zeitloses Wort Gottes aus, weshalb die Schrift nur wortwörtlich ausgelegt wurde“, so El Omari. „Von einem Wort Gottes geht auch die feministische Exegese aus, sie sieht den Koran aber im Kontext der arabischen Spätantike und deren patriarchalen Gesellschaftsstrukturen.“ Sie ziehe auch spätantike Texte hinzu, die sich teils im Koran widerspiegeln. „In diesem Licht lassen sich frauenabwertende Auslegungen, nach denen der Mann der Frau seit der Schöpfung überlegen sei, nicht halten.“ Vielmehr ließen sich in dieser Lesart Koranverse über die Gleichwertigkeit von Mann und Frau herausstellen, die viele konservative Strömungen lange ausgeblendet hätten. „Zweifellos ist die Sprache vieler Verse männlich geprägt. Eine geschlechtergerechte Exegese blendet dies nicht aus, sondern analysiert die historischen und literarischen Hintergründe, vor denen solche patriarchalen Färbungen entstanden. Dann zeigt sich: Islam und Feminismus sind vereinbar“, betont Dina El Omari. „Die eigentliche Textbotschaft ist aus dem patriarchalen Rahmen zu lösen, damit die göttliche Gerechtigkeit erkennbar und in der Auslegung fortgedacht wird.“

Feministische Koranexegese als Reaktion auf Islamismus

Die feministische Koranexegese kam in den 1970er Jahren als Reaktion auf islamistische Strömungen wie die der Muslimbruderschaft auf. Diese reduzieren Frauen auf die Rollen der Mutter und Ehefrau und beschneiden etwa ihr Recht auf Bildung, wie aktuell die Taliban in Afghanistan. „In der international weit verbreiteten wörtlichen Auslegung gelten traditionelle patriarchale Lesarten ungeprüft als Autoritäten. Solche Strömungen sperren sich gegen ein Textverständnis aus heutigen Lebenswelten“, sagt El Omari im Themenjahr „Tradition(en)“ am Exzellenzcluster, das den Wandel von Traditionen beleuchtet, sowie im Forschungspodcast.

Paradiesfrauen: Erst sittsam und schön, dann gleichwertige Partnerinnen

Die ersten Frauen im Koran, die bereits in den früh entstandenen Versen auftauchen, sind neben der Erschaffung der beiden Geschlechter nach den Worten von Dina El Omari die Paradiesfrauen. „Hier werden sie als schön, sittsam und weitgehend passiv beschrieben. In später entstandenen Versen sind sie hingegen gleichwertige Partnerinnen.“ So werde die Gleichwertigkeit im Koran, dessen Überlieferung an den Propheten Mohammed nach islamischem Glauben 23 Jahre dauerte, schrittweise eingeführt: „Dabei bleibt unklar, ob die Frau dem Mann im Jenseits Gesellschaft leistet oder umgekehrt. Von sexueller Verfügbarkeit ist, anders als es traditionelle Lesarten nahelegen, nicht die Rede.“

Den Wandel erklärt die Wissenschaftlerin aus dem historischen Kontext, der sich ebenfalls veränderte: „Die Ansprache von Männern zu Beginn der Überlieferung ergibt sich aus den patriarchalen Strukturen im Umfeld Mohammeds. Frauen waren anfangs sehr wahrscheinlich keine direkten Adressatinnen“, so die Forscherin. Doch in späteren Versen entfalte sich das Prinzip der Gleichwertigkeit im Motiv der Geselligkeit: „Zum Beispiel wird in der Eschatologie die Botschaft der Belohnung eines gottgefälligen Lebens nach dem Tod so vermittelt, dass die Frau den Mann im Jenseits erwartet.“ Hier werde ein bekanntes Motiv der arabischen Dichtung verkehrt, in der der verlassene Mann um seine Frau trauert. „Die Aussicht auf Gemeinschaft und gleichwertige Partnerschaft ist vor diesem Hintergrund eine schlüssige Belohnung.“

Durch Harmonie geprägte kosmische Ordnung

Die Schöpfungsgeschichte und die Eschatologie, die Fragen nach dem Jenseits behandelt, sind als elementare Themen des Koran seit jeher im Fokus der Auslegung und auch für Geschlechterfragen zentral, wie die Forscherin ausführt. „Den Vers ‚Wir haben euch aus einem Wesen erschaffen und aus ihm einen Partner‘ (4:1) deutet die traditionelle Exegese oftmals als Erschaffung von Eva aus Adam, die dem Mann daher unterlegen sei.“ Die sprachliche Analyse der insgesamt 15 Verse zur Schöpfung aber zeige: „Gott hat den Menschen und sein Partnerwesen (arab. zawǧ, grammatikalisch männlich) zeitgleich aus einem einzigen Wesen (arab. nafs, grammatikalisch weiblich) geschaffen.“ Schon der Exeget Razi (1149–1209) weise darauf hin, dass der Vers nicht „aus ihm“ meint, sondern „von der gleichen Art“, erläutert Dina El Omari. Mann und Frau seien damit gleichberechtigte Partner in der Schöpfung.

„Dass die ersten Menschen im Koran gleichzeitig entstehen und die geschlechtliche Zuordnung sprachlich unklar bleibt, zeigt das im Koran immer wiederkehrende göttliche Prinzip der Symmetrie“, erläutert die Theologin. Diese durch Harmonie geprägte kosmische Ordnung spiegle sich auch in der Geschlechtergerechtigkeit wider. „Der Koran greift hier spätantike Vorstellungen einer hierarchielosen Schöpfung auf, die auch in jüdischen Schriften vorkommt.“

Literaturhinweis:
El Omari, Dina: Koranische Geschlechterrollen in Schöpfung und Eschatologie. Versuch einer historisch-literaturwissenschaftlichen Korankommentierung. Freiburg/B. (Herder) 2021 – Die islamische Theologie im Aufbruch Bd. 2

Weitere Informationen: Podcast-Folge Dina El Omari

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft

Das Heilige Land – ein realer Ort?

BILDER VON PALÄSTINA – Ein Workshop mit Irit Neidhardt
Autorin, Kuratorin und Referentin

Ein Ibn Rushd Workshop – Anmeldung

Samstag 4. Juni 2022 von 10.00-17.00 Uhr in den
Interkulturanstalten, Ulmenallee 35, Berlin-Westend

Von Palästina haben alle ein Bild, sei es photographisch, filmisch, politisch, religiös oder eine ganz private Erinnerung. Bilder aus oder über Palästina sprechen viele Menschen emotional an. Wenn Palästina bei privaten oder gesellschaftlichen Zusammenkünften zur Sprache kommt, verlaufen Debatten meist hitziger als Gespräche über andere Länder.

Woher rührt der enge Bezug und was hat er mit den Bildern zu tun, die uns umgeben?

Anhand von Bildern, die hauptsächlich vor der Nakba, der Vertreibung und Flucht der Palästinenerser:innen 1948, entstanden sind, geht es in dem Workshop um die Frage, wer Palästina wann und zu welchem Zweck dargestellt hat. Es geht um christlich- religiöse Photographie ebenso wie um britisch-koloniale und zionistische Bilder sowie palästinensische Alltags- und Pressephotographie

Soldaten erzählen…

Noch bis zum 22. Juli 2022 in der Mediathek von Arte – keine einfache Kost, wahrlich!

Israel als Besatzungsmacht – Soldaten erzählen

arte: „Der israelische Regisseur Avi Mograbi läßt Soldaten berichten, die an einer militärischen Besetzung beteiligt waren. Dabei wird deutlich, wie eine kolonialistische Okkupation der palästinensischen Gebiete im Westjordanland funktioniert und welche Logik damit verbunden ist.“

Kairoer Treffen

Vollversammlung des Mittelöstlichen Kircherates tagte vom 16.-20. Mai 2022 zum ersten Mail in Ägypten

Im Gegensatz zum Weltkircherat in Genf sind im MECC alle Zweige der christlichen Familie Vollmitglieder, also auch die Kirchen in Einheit mit Rom. Der koptische Papst Tawadros II., der das Treffen als Gastgeber leitete, begrüßte so Vetretungen von 21 Kirchen des Nahen und Mittleren Ostens, unter ihnen 17 Patriarchen, darunter etwa den Chaldäischen Primas, Louis Raphael Card. Sako, den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, Mor Ignatius Aphrem II., Syrisch-orthodoxer Patriarch von Antiochien, Johannes X., Griechisch-orthodoxer Patriarch von Antiochia und dem Ganzen und Ibrahim Azar, den evangelischen Bischof von Jerusalem.

Die Schlußerklärung der 12. Generalversammlung findet sich hier, (der Beitrag bietet eine Reihe interessanter Photos), darin heißt es unter anderem:

“The General Assembly called for:
A- Renouncing violence and fanaticism in all kinds and forms, rejecting extremism, terrorism, exclusion and discrimination based on religion, race, color, gender, and others.
B- Solidarity with the marginalised and vulnerable, refugees and displaced persons, and an appeal to officials and the international community to work for their return to their land.
C- Respecting freedom of belief, consolidating the values of citizenship and a common life with our Muslim brothers with whom we share mutual respect.
D- Supporting churches and believers in Jerusalem, the duty to preserve the holy places, and reminding the international community and the peoples of the world of the importance of strengthening Christian presence in the City of Peace.
E- Urging officials and decision-makers to work hard to address the crises rampant in various countries of our Middle East region, especially the deteriorating economic situation, in order to put an end to the suffering that burdens peoples, which requires a pause of conscience to uphold common interest above all considerations.

Bericht auf PIME – Asia News, Vatican News und der Weltkirchenrates.

Die Oud – Die Königin der arabischen Instrumente

DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. lädt in Berlin (DAFG-Geschäftsstelle, Friedrichstr. 185) ein zu einer neuen Ausgabe der Musikreihe „al musiqa Arabische Musik der Geschichte und Gegenwart

[… läßt sich vielleicht auch an anderen Orten anregen?]

Die Oud besitzt eine über tausendjährige Geschichte und wurde bereits im Mittelalter vom Universalgelehrten al-Farabi beschrieben: die Oud. Doch woher stammt dieses faszinierende Saiteninstrument? Wie wird aus einem Stück Holz ein Musikinstrument und wie spielt man darauf? In der vierten Ausgabe von al musiqa begrüßt Moderator Sean Prieske zwei Oud-Experten: Oud-Bauer Mohamed Khoudir und Oud-Spieler Bakr Khleifi. Erstmals live vermittelt die Veranstaltung mit Beispielen und Live-Musik tiefgehendes Wissen über die Königin der Instrumente.

Die DAFG freut sich über Ihre Teilnahme. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis zum 30. Mai 2022 (dafg@dafg.eu; Telefon: 030-2064 9413; Fax: 030-2064 8889 oder online) notwendig. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldebestätigung wird nicht versandt.

Diese Veranstaltung wird durch die Unterstützung und Finanzierung der Qatar Foundation International (QFI) ermöglicht. Mehr Informationen über QFI finden Sie hier: www.qfi.org

Zur Debatte um das Dreieck Deutschland-Israel-Palästina

Aus der Arbeit der Württembergischen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission (WAW)

Wir dokumentieren hier einen kurzen Bericht aus dem Newsletter des Referates für Mission, Ökumene und Entwicklung ( Mai 2022 – S.19/20) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Interner Online-Studientag der WAW am 4. April 2022 – ein weiterer Nachgang

„’Der Streit um Israel, Palästina und die ‚postkoloniale Perspektive‘ – was kommt da mit der ÖRK-VV 2022 auf uns zu?!“ So lautete das Thema und man hätte in der Überschrift die Vollversammlung gleich noch um den Weltgebetstag 2024 ergänzen können, dessen Liturgie aus Palästina kommen wird.

Prof. Dr. Klaus Müller, u.a. landeskirchlicher Beauftragter für das christlich-jüdische Gespräch in der badischen Landeskirche und maßgeblicher Verfasser des Papiers „Israel-Palästina –Leitgedanken und Thesen“ der fünf evangelischen Landeskirchen an Rhein und Ruhr (Evangelische Landeskirche in Baden, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Evangelische Kirche der Pfalz, Evangelische Kirche im Rheinland, Evangelische Kirche von Westfalen), führte in die Thesen ein, beleuchtete Hintergründe, implizite Adressaten und wesentliche Entscheidungen. Das Papier ist explizit in Blick auf die Vollversammlung verfasst worden. Müller machte deutlich, wie wichtig das Wahrnehmen des Selbstverständnisses beider Seiten sei – von anderen wie im Gegenüber der beiden. Aus kirchlicher Sicht gilt es zu beherzigen, dass das Christentum tief verbunden mit dem Volk des ersten Bundes bleibt, ebenso wie dass das palästinische Christentum im Mutterboden des christlichen Glaubens wurzelt.

Dr. Rainer Stuhlmann, u.a. langjähriger Studienleiter in Nes Ammim (Israel), griff den Vortrag von Müller auf, indem auch er unterstrich, wie wichtig es sei, die Geschichte und die Narrative der anderen, die ja jeweils auch in sich vielfältige Perspektiven haben, zu kennen. Er berichtete von gelungenen Begegnungen zwischen Juden, Muslimen und Christen, von Israelis und Palästinensern und von Organisationen, die Räume für solche Begegnungen eröffnen, ohne zu verschweigen, dass auch massive Abwehr statt Offenheit vorhanden sei. Er unterstrich die Notwendigkeit einer doppelten Solidarität.

Dr. Ellen Ueberschär, zuletzt Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung, jetzt Vorständin der Stephanus-Stiftung, einem diakonischen Unternehmen in Berlin-Brandenburg, veränderte die Perspektive, indem sie explizit die deutsche Sicht auf Israel und Palästina reflektierte aus einer politischen und moralischen Dimension heraus. Die Stellung zum Komplex „Israel und Palästina“ sieht sie im Kreuzungspunkt von drei Spannungsfeldern: Dem der deutschen Erinnerungspolitik, des Antisemitismus-Verständnisses und des Nahostkonflikts. „Die“ deutsche Position lautet „Nie wieder Auschwitz“, während Israelis auf dem Hintergrund der Erfahrung des Holocausts argumentieren: „Nie wieder so wehrlos“. In Deutschland nimmt der Antisemitismus zu; es gibt einen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, nur bleibt strittig, was denn Antisemitismus sei. Der BDS-Beschluss hat das Dilemma ebenso offensichtlich gemacht wie die Jerusalemer Erklärung, die 2021 die Antisemitismusdefinition des International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) von 2016 kritisierte, weil dort antisemitische Rede und legitime Kritik an Israel / dem Zionismus nicht klar voneinander getrennt würden. In der Bewertung des Nahostkonflikts trifft das Narrativ des Holocausts auf die Kolonialismus-Debatte, in der Israelis als weiße Siedler dargestellt werden. Durch die Ausblendung der Hintergründe der Staatsgründung Israels kommt es dabei zu einer Opfer-Täter-Umdrehung. In dieser Spannungslage bleiben oft die eigenen Interessen im Hintergrund bei den Disputierenden unausgesprochen, was die Komplexität noch verstärkt. Ueberschär forderte ein, die eigene kontextuelle Sichtweise im Blick zu behalten ebenso wie die Diskussionskontexte. Eine differenzierte und auch selbstkritische Zugangsweise sei nötig im Gespräch über Israel und Palästina.

Elementarisiert könnte man das Ergebnis des Studientages wohl folgendermaßen zusammenfassen: Erst denken, dann reden und vorher noch einmal die eigene Position hinterfragen. Und das Ganze erst nach gründlichem Hören auf die Aussage des anderen. Und Räume offenhalten für solche Gespräche!“




Uri Savir (1953-2022) z”l

Der langjährige israelische Außenpolitiker und ehemalige Knessetabgeordnete Uri Savir ist am 14. Mai in West-Jerusalem gestorben. Savir, der auch als einer der Architekten von Oslo galt, sagte zu dieser Übereinkunft in einem Interview von 2013, aus der Ha’aretz, zu deren gelegentlichen Autoren Savir auch gehörte, in ihrem Nachruf zitiert:

„I think that the title ‚architect of the Oslo Accords‘ is somewhat exaggerated. I was at most a plumber. I got an opportunity to conduct negotiations under clear guidelines laid down by the prime minister and foreign minister.” [Savir did not accept the notion that these accords failed, saying that] “Oslo did not fail or succeed. There was a breakthrough, an opportunity, but it was wasted, since Israel came to their implementation with a prime minister and party who objected to the process. A government can’t implement a policy it opposes,” he said.

Libanon, quo vadis?

An diesem Sonntag fiinden in dem Land, das einmal die Schweiz des Nahen Ostens genannt wurde, Parlamentswahlen statt. Dieser Urnengang trifft das Land am Abgrund, ökonomisch wie politisch.

Hier ein kleiner Überblick über Berichte aus Anlaß der Wahlen, die dem Land etwas internationale Aufmerksamkeit gebracht haben.

Joseph Daher: Unerfüllbare Hoffnungen (ipg-journal)

Anna Osius: Ein Staat kollabiert (Deutschlandfunk)

Julia Neumann: Libanesische Diaspora hat gewählt und Leute, die von hier sind (taz)

Libanon: Vor der Parlamentswahl und Wirtschaftskrise, Inflation und Verzweiflung: Vor der Wahl im Libanon (Tagesschau)

Bleiben, hoffen, kämpfen (Süddeutsche Zeitung)

Frauen gegen die „Regierungsmafia“ im Libanon (dpa, übernommen von: Die Zeit)

Lebanon vote seen as last chance in crisis-plagued nation (ap, übernommern von: New York Times)

(Dank an den Infodienst des EMS, von dem Teile dieser Nachricht angeregt sind)

Ayman Odehs ‚Odysee‘?

Das politische System in Israel war in den letzten Jahren für einige Überraschungen gut, Parteien blühten auf und verschwanden bei den nächsten Wahlen wieder in der Versenkung, alte Bewegungen kratzten an der Schwelle zur Bedeutungslosigkeit, neue Koalitionen wurden Realität, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schienen – for good and bad... An wirklichen Persönlichkeiten, die dem Land eine Vision geben oder die eine Debatte über Entwicklungen anstossen könnten, herrscht durchaus Mangel, während zugleich einige ehemalige Politiker im Gefängnis sitzen oder saßen.

Fathom, eine Onlineplattform („For a deeper understanding of Israel and the region“, so die Selbstbeschreibung), die auch immer wieder kontroverse Themen anpackt und ungewöhnliche Beiträge und Beiträger:innen einlädt, hat gerade einen ausführlichen – und jedenfalls lesenswerten – Beitrag zu Ayman Odeh, Mitglied der Knesset, und Vorsitzender der „Gemeinsamen Liste“, gebracht.

Filme – und mehr

Neuer Newsletter von mec film | Berlin

Neben anderem zwei Hinweise auf Kurzfilme aus dem Bereich I/P:

  NATION ESTATE von Larissa Sansour und SOLOMON’S STONE von Ramzi Maqdisi sind am 7.5.2022 in der internationalen Kurzfilmnacht im Kino Arsenal in Tübingen zu sehen. NATION ESTATE
Nation Estate ist ein Sci-Fi Kurzfilm, der sich auf klinische dystopische und gleichzeitig humorvolle Weise dem Stillstand im Nahen Osten widmet.
Der Film untersucht eine vertikale Lösung für die palästinensische Staatenbildung: Ein kolossaler Wolkenkratzer, der die gesamte palästinensische Bevölkerung behaust – die jetzt endlich high life lebt.
Kurzer Sci-fi, Larissa Sansour, Palästina/Dänemark 2012, 9 min, digital, ohne Dialog
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SOLOMON’S STONE
Hussein, ein junger Palästinenser, bekommt eine Paketbenachrichtigung von der israelischen Post. 20.000$ muss er für die Herausgabe der Sendung zahlen. Getrieben von der Neugier nach dem Inhalt des Pakets verkauft Hussein gegen den Widerstand seiner Mutter sein gesamtes Hab und Gut.
Nach der Erzählung Das Blaue Licht von Hussein Barghouti.
Kurzfilm, Palästina/Spanien 2015, 25 min, Arabisch mit engl. oder franz. UT
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