Friendly Fire …

Die Debatte darum, was im Israel-Palästina-Konflikt alles gesagt oder nicht gesagt, getan oder gelassen werden solle oder dürfe, hat in den letzten Jahren zahlreiche Blüten getrieben, wobei Blüten wahrscheinlich nicht der richtige Ausdruck ist.

Peter Merg führt auf der Seite JungeWelt ein neues, wirklich verstörendendes Beispiel vor, bei dem es am Ende heißt:

„Wer selbst einen israelische Verbrechen anprangernden Film wie »No Other Land« bekämpft, der den bedrängten Palästinensern eine Sichtbarkeit bringt wie sonst kaum ein anderes Werk der jüngeren Vergangenheit und damit Bewusstsein für eine Friedenslösung schafft, der will eine solche vielleicht gar nicht. Eine durch kollektivierende Feinderklärung bestimmte Ausschlusslogik, wie sie die PACBI demonstriert, stellt eine internationalistische Palästina-Solidarität in genau die Ecke, in die sie die Miki Zohars und Felix Kleins drängen wollen.“

„Wir werden ihn besitzen“

So US-Präsident Donald Trump zum Gazastreifen.

Foreign Policy bat zehn Autoren, auf die Ankündigung des US-Präsidenten zu reagieren. Die Frankfurter Rundschau legt die Antworten erstmals in deutscher Sprache vor – zuerst veröffentlicht wurden sie am 6. Februar 2025 Magazin Foreign Policy.

Yousef Munayyer, einem palästinensischen Staatsbürger Israels und Leiter des Programms Palästina/Israel am Arab Center Washington DC

Robert A. Pape, Professor für Politikwissenschaft an der University of Chicago und Direktor des Chicago Project on Security and Threats.

Ahmed Fouad Alkhatib, einem in Gaza ansässigen Schriftsteller, Analyst und Senior Fellow beim Atlantic Council.

Dennis Ross, einem angesehenen Fellow am Washington Institute for Near East Policy.

Khaled Elgindy, Gastwissenschaftler am Center for Contemporary Arab Studies der Georgetown University.

Matthew Duss, dem geschäftsführenden Vizepräsidenten des Center for International Policy.

Dalia Hatuqa, Multimedia-Journalistin aus den USA und dem Westjordanland.

Sara Khorshid, Doktorandin an der Western University in Kanada.

Rala Rharrit, einer ehemaligen US-Diplomatin, die 18 Jahre lang im US-Außenministerium tätig war, bevor sie im April 2024 aus Protest gegen die Gaza-Politik der Biden-Regierung zurücktrat.

Aaron David Miller, Senior Fellow bei der Carnegie Endowment for International Peace.

From the Ruins of Gaza

In an interview, Pankaj Mishra discusses his forthcoming book on the Palestinians and the Shoah.

Pankaj Mishra is an Indian essayist and novelist who was born in northern India in 1969. He graduated with a Bachelor of Commerce degree from Allahabad University before completing his M.A. in English literature at Jawaharlal Nehru University in New Delhi. Mishra is the author of numerous books, among them From the Ruins of Empire: The Revolt Against the West and the Remaking of Asia (Picador, 2013), Age of Anger: A History of the Present (Picador, 2017), and a book of essays, titled Bland Fanatics: Liberals, Race, and Empire (Verso, 2020). His most recent book, The World After Gaza: A History, will be published on February 6 by Penguin Press. Diwan interviewed Mishra in late January to discuss his forthcoming book, and more broadly the themes that it addresses.

Diwan

Diwan, a blog from the Carnegie Endowment for International Peace’s Middle East Program and the Malcolm H. Kerr Carnegie Middle East Center, draws on Carnegie scholars to provide insight into and analysis of the region. 

Inner-palästinensisch

Zwei kleine Bausteine zur Debatte innert der palästinensischen Gesellschaft(en):

Hierzulande: In der taz ein Kommentar von Rajaa Natour über alternative Narrative.

In Gaza: Salman al-Daja, ehemaliger Dekan der Fakultät für Scharia und Recht, verurteilt Hamas-Angriff auf Israel mit Fatwa (Beitrag ORF)

Abscheu und Scham

Der in Berlin lebende und aus Israel stammende Autor, Kurator und Aktivist, Mati Shemeolof schreibt in einem Beitrag für die Open-Source-Initiative der Berliner Zeitung, was der Krieg, die Kriege in Nahost mit ihm „hier“ machen …

Breite Mehrheit …

Trotz – oder wegen – der kontroversen Debatten hat der Bundestag – pünktlich für die deutsche Gedenkkultur – einen umstrittenen Beschluß gefaßt.

Zwei Stimmen unter vielen:

Die Zeit, 7. November 2024

Junge Welt, 7. November 2024

Was soll / wird aus (dem Norden) Gaza(s)?

Messianische Träume – oder …

Rachel Fink schreibt auf Haaretz über die heutige (22.10.2024) Konferenz „Preparing to Resettle Gaza“,- in Anwesenheit verschiederner israelischer Minister (Regierungsmitglieder!) hier ein Auszug:

„On Monday morning, hundreds of settlement-supporting Israelis, many with their gaggle of young children in tow, headed down to the southern border for a special Sukkot-themed celebration. Over two days, they gathered in temporary huts to discuss permanent resettlement. Of the Gaza Strip, that is. „Every single sliver of it,“ as one speaker declared.

Hers was just one of a slew of comments jockeying for the title of most incendiary statement made during the event. „We will sun ourselves on the sandy beaches of the Gazan coastline,“ another contender proclaimed. Conference organizer Daniella Weiss has bigger plans. ‚We know from the Bible that the real borders of Greater Israel are the Euphrates and the Nile,‘ she said to the audience, who cheered enthusiastically. ‚And the sooner we make this a reality, the better.‘

Ein jüdisches Sparta?

Nimrod Flaschenberg, eh.parlamentarischer Berater der linken Chadasch-Allianz in Israel und Alma Itzhaky, israelische Künstlerin und Wissenschaftlerin, Mitbegründerinnen der in Berlin ansässigen Gruppe Israelis for Peace, enfalten auf der Plattform Jakobin.de ihre Sicht auf die Ereignisse und Folgen des 7. Oktober (- und ihren Optismus, daß es andere Zukunft geben kann).

Zaghafte Strukturen einer radikalen Demokratie

(Im neuen, schlankeren Deisgn) der taz ist ein neuer, sehr lesens- und bedenkenswerter Essay von Charlotte Wiedemann zu finden:

Ein Zitat schon hier:

„Weil das Denksystem der Staatsräson nicht nur autoritär ist, sondern auch überaus komfortabel, eine Art nationales Sofa der gebildeten Schichten. Es erlaubt eine Trägheit der Herzen und des Verstandes, es erlaubt, sich moralisch überlegen zu fühlen, während man brennenden Fragen von Menschlichkeit aus dem Weg geht. So ist eine Mentalität vorsätzlicher Ignoranz entstanden: Als gebe es ein spezielles deutsches Recht, nicht zu wissen – nicht zu wissen, was genau in Israel, Gaza oder im Westjordanland vor sich geht oder wie gefährlich Israels radikale Rechte tatsächlich ist. Weil sich Deutsche in Watte packen, sich schützen müssen vor diesem Wissen. Sich bloß nicht berühren lassen, nicht herausfordern lassen, weder emotional oder intellektuell. Zu zweifeln wäre nicht mehr komfortabel.“

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