BGH bestätigt: KZ-Sekretärin leistete Beihilfe zum Mord
Mehr als nur Symbolik!
Aus dem Kommentar von Wenzel Widenka auf CiG
„Dass Gerechtigkeit für Millionen Ermordete nicht wiederhergestellt werden kann, ist allen Beteiligten klar. Aber das ist kein Grund, nicht nach ihr zu streben. Es geht auch nicht darum, dass die Opfer und deren Nachkommen nun den Tätern verzeihen sollen oder können. Dazu kann sie niemand zwingen. Es ist der Versuch, wenigstens das immer noch Mögliche zu tun, damit die Opfer und ihre Nachkommen etwas von den Bildern in der Nacht entlastet werden.“
Aktuell ein Beitrag von Michael Young, Editor, Diwan, Senior Editor, Malcolm H. Kerr Carnegie Middle East Cente
Diwan, a blog from the Carnegie Endowment for International Peace’s Middle East Program and the Malcolm H. Kerr Carnegie Middle East Center, draws on Carnegie scholars to provide insight into and analysis of the region
Keine kurze Nachricht heute einmal, sondern einen relativ langen Essay von Sheryl Ono, der sehr einfühlsam und lesenswert ist … es gibt keine einfachen Antworten ..
„I am proud of my Jewish heritage. I am proud of our commitment to scholarship, the arts, and activism, of our role in the civil rights and union movements. I am proud of the young Jews speaking out on college campuses and the older ones who took over the Cannon Building in the Capitol last November. This is the culture that I know and connect with — people whose hearts are capable of aching for the Israeli hostages and the Palestinians at the same time.“
Auf der Seite von Feinschwarz sucht Ottmar Fuchs ’nach einem Weg, um im Nahost-Konflikt zweiseitig auf der Seite der Opfer zu stehen und würdigt die darin liegende, konstitutive und zugleich zu riskierende Überforderung‘.
Prof. Dr. Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht an der Universität Göttingen, analysiert auf dem „Verfassungsblog“:
„Scharfgestellte Staatsräson. Zum Umgang deutscher Sicherheitsbehörden mit dem Berliner „Palästina-Kongress“ – mit dem Ergebnis: Kein Ruhmesblatt deutscher poliischer Kultur und noch einiges an Zündstoff …
… unter diesem schon an sich spannenden Titel findet sich aktuell ein äußerst lesenwerter Artikel von Hanno Hauenstein in der Schweizer „WOZ – Die Wochenzeitung„, der vielen aus dem Herzen – oder besser aus dem Verstand – sprechen dürfte. (Und eine ideale Vorbereitung für unseren morgigen „Nachdenktag“ ist…)
Hanno Hauenstein im Gespräch (veröffentlicht in der Frankfurter Rundschau) mit der von der Universität Köln ausgeladenen US-amerikanischen Philosophin Nancy Fraser – der Präsident der Universität, der die (seine) Ausladung übermittel hat, ist übrigens auch der Präsident des DAAD …
Michael Sappir über die spiraling absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism
Ein Beitrag auf +972mag über „repression of Palestine solidarity penetrates every sector of life, the state’s liberal self-image is fast becoming a story Germans can only tell themselves.“
Auf der Plattform Soziopolis ein langes und anregendes Gespräch zwischen Klaus Holz und Jens Bisky über Antisemitismus nach dem 7. Oktober, den Definitions-Fetisch und antirassistischen Bankrott.
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Die Auseinandersetzung mit dem Text lohnt – und sie ist wichtig, um nicht in eine Dichotomie von Schwarz und Weiß zu verfallen, von gut und böse. Es geht auch in diesem Text nicht darum, jedem Satz zuzustimmen, sondern sich auch selbst immer wieder neu zu befragen …
PDF | Zur PDF-Datei dieses Artikels im Social Science Open Access Repository (SSOAR) der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften hier.
Zitat vom Ende des Textes:
„Ich halte BDS für ein wirkliches Problem, dennoch kann man nicht sagen, dass BDS in allen Hinsichten antisemitisch ist. Angesichts all der Skandale der letzten Zeit scheint mir fragwürdig zu sein, dass als hinreichender Beleg für Antisemitismus ausreicht, wenn irgendjemand irgendwann mal einen Boykott-Aufruf unterschrieben hat, selbst wenn sich die Leute heute davon deutlich distanzieren. Wir erzeugen insgesamt eine gesellschaftliche und politische Situation, die nur noch schwarz oder weiß kennt. Man geht davon aus, klar zu haben, was Antisemitismus ist, selbst selbstverständlich komplett frei davon zu sein und glasklar einschätzen zu können, dass die Anderen antisemitisch sind. Wir lassen den Gedanken nicht mehr zu, dass es Bereiche gibt, über die wir streiten müssten. So landet man notorisch im simplifizierenden Entweder-Oder. Dabei sollte uns doch bewusst sein, dass sich Demokratie, Bildung und Aufklärung nicht fördern lassen, ohne sich andauernde diskursive Anstrengungen zuzumuten. Wir hingegen reden so gut wie nur noch über Maßnahmen zur Repression. Daher fürchte ich, dass die Antisemitismuskritik im Moment dabei ist, ihre Qualität als Kritik, ihre Tiefenschärfe und ihre Orientierung an Aufklärung und Selbstreflexion zu verlieren.“