Mustafa al-Kurd

(10. Dezember 1945 – 18. Februar 2023)

Cover LP al-Kurd 1977

In Jerusalem ist der politische Sänger, Komponist und Dichter Mustafa al-Kurd im Kreise seiner Familie gestorben. Seine Lieder, seine Texte werden noch gesungen und erinnert werden, wenn sie endlich Wirklichkeit geworden sind, all der furchtbaren Wirklichkeit unserer Tage zum Trotz.

Oh, Jerusalem,
Du Stadt der Hoffnung
des Lächelns
der Liebe
Sternenhimmel und Freudentänze

Nach Jahren des Exils, der Arbeit mit der PLO etwa in libanesischne Flüchtlingslagern (davon zeugt etwa die oben gezeigte LP, konnte er 1985 in seine Heimat zurückkehren…

CD Fawanis (1993)

Nachruf in Junge Welt (22. Februar 2024)

Muriel Asseburg: Der 7.10. und der Gazakrieg

Die deutsche Nahost-Wissenschaftlerin zu Besuch im Jüdischen Museum Hohenems
Der Mittschnitt (ab Min 10:30) ihres Vortrages auf Youtube, davor eine Einführung des Chefredakteurs der österreichischen Zeitschrift International, Fritz Edlinger.

ORF – Im Gespräch

Wie kann es im Nahen Osten weitergehen?

Wie bleibt frau HumanistIn?“ – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit der Autorin Maya Arad Yasur, dem Wissenschaftler Gal Hertz und dem Politiker Jules El-Khatib

Die israelische Autorin Maya Arad Yasur, geboren 1976 in Israel, hat kurz nach dem Massaker der Hamas einen Theatertext verfaßt. Der Titel: „Wie man (frau) nach einem Massaker humanistisch bleibt in 17 Schritten.“

Der Text der studierten Dramaturgin dreht sich um das Ringen um eine humanistische Haltung gegenüber den zivilen Opfern. Wie schafft man:frau es nach allem, was geschah und geschieht, nicht der blinden Rachsucht zu verfallen.

Die in München lebende israelische Regisseurin Sapir Heller hat zu dem Text ein Konzept für eine Bühnenperformance entwickelt, die an mehreren deutschen Theatern in unterschiedlicher Besetzung zu sehen war.

Das Theater Nestroyhof Hamakom im 2. Wiener Gemeindebezirk zeigt diese Performance, die nach Menschlichkeit, Empathie und Zukunft fragt von 31. Jänner bis 2. Februar 2024. Es spielt die in Wien lebende deutsch-israelische Schauspielerin Lena Kalisch. In einer Kooperation mit dem Theater Hamakom, kuratiert von Martina Schmidt, spricht Renata Schmidtkunz mit der Autorin Maya Arad Yasur, dem israelischen Germanisten Gal Hertz und dem palästinensisch-deutschen Hochschul-Dozenten für Soziale Arbeit, Jules El-Khatib darüber, wie es nach derartig viel Gewalt im Nahen Osten weitergehen kann.

Geteilte Meinungen zur Lage in Israel und zum Krieg

Bei der letzten Umfrage des Israel Democracy Institute in (West-)Jerusalem Ende Januar 2024 unter der Bevölkerung in Israel wird die Unsicherheit und Unzufriedenheit mit der politischen Situation im Lande deutlich:

So schätzen mehr als die Hälfte der Befragten eine demokratische Regierungsführung in der Zukunft als pessimistisch ein; unter der arabischen Bevölkerung Israels sind es sogar mehr als drei Viertel. Ähnlich pessimistisch sieht die Bevölkerung die Sicherheitslage: mehr als die Hälfte sehen Israels Sicherheit in der Zukunft eher pessimistisch als optimistisch. Neuwahlen werden zwar vor dem regulären Termin 2026 mehrheitlich bevorzugt, aber hier ist die Stimmung uneinig, ob dies vor Ende des Krieges erfolgen sollte.

Weiteres zu den am 6. Februar 2024 veröffentlichten Umfrageergebnissen / PDF zum Download

Ungehorsam im Namen einer höheren Gerechtigkeit

„Nur ein radikaler Universalismus jenseits von Identität kann für Gerechtigkeit sorgen, auch im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Omri Boehm, Träger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2024, begründet im Gespräch mit dem Börsenblatt des Deutschen Buchhandels, warum.“

Der Tag danach .. kommt

Auch wenn es aktuell schwerfällt, sich vorzustellen, daß dieser Krieg ein Ende finden wird (kann/muß …), ist es von großer Wichtigkeit, darüber nachzudenken, was am Tag danach kommt:

What is a Revitalized Palestinian Authority? – Policy Paper von Yohanan Tzoreff / MITVIM

Muriel Asseburg (SWP) in einem SWP-Comment zur Zukunft Gazas. Das Papier zeigt die Herausforderungen für eine nachhaltige Stabilisierung des Gazastreifens in den Bereichen Regierungsführung, Sicherheit, Wiederaufbau und politischer Rahmen auf und erläutert, was die EU und ihre Mitgliedsstaaten tun könnten.

Quo vadis UNRWA?

Hilfe an das Flüchtlingshilfswerk UNRWA einstellen – und dann?

Ein Großteil der politischen Klasse Israels lehnt die UNRWA gerade wegen ihres symbolischen Wertes für die Palästinenser ab. Sie argumentieren, daß jede Einrichtung, die sich für die Wahrung des Rückkehrrechts der Palästinenser einsetzt, die Existenz und Legitimität des israelischen Staates unmittelbar bedrohe.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu wiederholte am 31. Januar 2024 seine langjährige Forderung an die VN, die UNRWA zu schließen; am 7. Februar behauptete er, deren „Ersatz“ angeordnet zu haben.

Dabei stößt er jedoch auf Widerstand innerhalb des israelischen Sicherheitsapparats, der anerkennt, dass die Dienste des Hilfswerkes eine unverzichtbare Quelle der Stabilität in den palästinensischen Gebieten und in den Nachbarstaaten sind. Sollte die UNRWA zusammenbrechen, würde die Verantwortung für die von ihr erbrachten Leistungen direkt auf die Schultern Israels als Besatzungsmacht im Gazastreifen und im Westjordanland sowie auf die Regierungen des Libanons, Jordaniens und Syriens innerhalb ihrer Zuständigkeitsbereiche fallen – mit dem Risiko enormer Rückschläge für die lokale Bevölkerung.

International Crisis Group | Q&A | 7. Februar 2024

Why Donors Should Not Suspend Aid to UNRWA

Immer noch – immer wieder: Zwei Staaten?

Für die einen überholt, wenn je eine wirkliche Option, für die anderen ein Weg / der Weg aus der Sackgasse…
Moshe Zimmermann im Gespräch mit Michael Hesse von der FR über sein mit Moshe Zuckermann veröffentlichtes Buch und dessen Umfeld: „Denk ich an Deutschland …“ Frankfurt a. M. (Westend) 2023. 304 S., 25 Euro.

Six O’clock After the War

Dokumentation der Mitvim-Konferenz

While Israel’s citizens are united around the need to militarily and politically topple Hamas and bring back the hostages, the Israeli government is in no hurry to discuss the day after. In the meantime, parts of the coalition are already busy promoting destructive measures, such as establishing settlements in Gaza.

Against the resounding failure of conflict management strategies, the strengthening of Hamas, and the weakening of the Palestinian Authority led by the right-wing governments in the last 15 years, there is a necessity to generate new perceptions that will ensure the security of Israel and its existence as a Jewish, democratic, and liberal state.

The Mitvim Institute and the Berl Katznelson Foundation, with the support of the Friedrich Ebert Foundation in Israel and the New Israel Fund, hosted an online conference discussing the ‚day after‘ from various perspectives and presenting a new political vision for Israel and its security. The conference was attended by leaders from the political system, including MK Yair Lapid, MK Mansur Abbas, and MK Naama Lazimi, as well as researchers and prominent figures from civil society.

The conference held in Hebrew. Please press on subtitles in order to watch the videos from the conference with English subtitles.

Click here to watch the playlist of the conference

Deutschlands Nahost-Diplomatie in der Sackgasse …

Christoph Hasselbach analysiert für die Deutsche Welle die Rahmenbedingungen für das deutsche Enagement; die Sackgasse, von der er schreibt, hat aber wohl mehr Enden, als im Artikel erkennbar wird. Was bleibt vom ehemaligen Renommee deutscher Politik nach dem aktuellen Scherbenhaufen?