Jom HaShoa

Die Erinnerungen an diesen Tag ist schon schrecklich genug. Und denoch nicht vergessen, daß Menschen im hohem Alter noch einmal zu Opfern werden:

Bar Peleg in der Ha’aretz vom 27. April 2022

Aus der Geschichte der Kindertransporte…

In der Times of Israel schreibt Robert Philpot über die Geschichte (und Geschichten) der englischen Familien, die in ihr Zuhause aus Nazideutschland gerettete Kinder aufnahmen….

Eine solche Geschichte beschriebt auch der Band: Schritte über den Abgrund, in dem Beate Hammett ihre Erinnerungen an den Kindertransport 1939, der sie aus Berlin nach England brachte, schildert.
(Mit einem Nachwort von Raed Saleh und einem Beitrag zum Jüdisches Zentrum Synagoge am Fraenkelufer, AphorismA Verlag Berlin 2020 | 64 Seiten  | Hardcover mit Beilagen | ISBN 978-3-86575-064-8 15,00 €)

Antisemitismus – damals und heute

Öffentliche Vorlesungsreihe zu gesellschaftlich wichtigen Themen mit internationalen Expert*innen vom

„Antisemitismus – damals und heute“

Wann: 26. April 2022, 17.30 bis 19.00 Uhr

Nicht erst seit dem Anschlag auf die Synagoge in Halle tritt der Antisemitismus in Deutschland wieder spürbar zutage. Antisemitische Verschwörungstheorien und Stereotype werden verbreitet und bleiben oft unwidersprochen. Fragen müssen diskutiert werden: Stimmt es, dass der Antisemitismus in der Mitte unserer Gesellschaft etabliert ist? Ist der Antisemitismus in Deutschland wieder gesellschaftsfähig geworden? Wie hat sich das Leben für Juden im wiedervereinigten Deutschland in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert? Und wie kann die Gesellschaft auf das Wiedererstarken der Judenfeindlichkeit reagieren?

1. Vortrag: Antisemitische Verschwörungsnarrative,
Drin. Juliane Wetzel, TU Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung

2. Vortrag: USC Shoah Foundation – Zeitzeugenarbeit für zukünftige Generationen,
Karen Jungblut, Director of Global Initiatives Emerita, USC Shoah Foundation

3. Vortrag: generationE – Eine Initiative zur Holocaust-Bildung
Nicole Nocon, generationE, Mitbegründerin und Geschäftsführerin (Deutschland) und Steven Schindler, generationE, Mitbegründer und Geschäftsführer (USA)

Moderation des Vortragsabends:

Thomas Hasenauer, TU Berlin
Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation, wissenschaftliche Leitung des Gasthörer*innenstudiums BANA

Die Veranstaltung findet via Zoom statt: https://tu-berlin.zoom.us

Meeting-ID: 614 1398 0952 | Kenncode: 012309

Nach-geschaut

Nemi El-Hassan – danach. Ein Beitrag in der ARD-Mediathek

Die TV-Journalistin Nemi El-Hassan steht kurz vor einem großen Karrieresprung, als ein Bericht der BILD-Zeitung alles verändert: Photos von 2014 zeigen, daß sie am antisemitischen Al-Quds-Tag teilgenommen hat. Es folgt eine öffentliche Gesinnungsprüfung und eine extrem polarisierte Debatte in sozialen Medien. Die Ursprünge der Vorwürfe sind fraglich, doch eine inhaltliche Auseinandersetzung damit findet kaum statt. ZAPP zeigt an diesem Fall: Die Mechanismen sozialer Medien verhindern einen konstruktiven Dialog über das akute Thema Antisemitismus. (Zweiter Teil der Serie „Verurteilt im Netz“.)

Carmen Reinhardt (1915-2022) z”l

Mimi Reinhardt mit 107 Jahren verstorben, sie war im Krieg Oskar Schindlers Sekretärin, die ihm half, Juden und Jüdinnen zu retten.

Im biblischen Alter von 107 Jahren verstarb Mimi Reinhardt. Im Krieg hatte sie für den Industriellen und bekannten Judenretter Oskar Schindler Listen mit den Namen von Juden angefertigt, die in Schindlers Fabriken zur Arbeit eingeteilt und damit vor den Nazis gerettet werden sollten. Die Todesnachricht wurde von Reinhardts Familie publik gemacht.

Die in Österreich geborene Mimi Reinhardt, selber eine Jüdin, war von Schindler persönlich angeworben worden und arbeitete für ihn bis 1945. Nach dem 2. Weltkrieg zog sie zuerst nach New York, doch 2007 beschloß sie, nach Israel zu ihrem einzigen, in Tel Aviv lebenden Sohn Sacha Weitman zu übersiedeln, der damals als Soziologieprofessor an der Universität Tel Aviv arbeitete.

Schindler, der 1974 verstarb, ist vom israelischen Holocaust-Museum «Yad Vashem» zum «Gerechten unter den Völkern» ernannt worden, ein Titel, der an Nichtjuden vergeben wird für ihren Einsaz zugunsten des jüdischen Volkes im Krieg. Mit den Listen, die Mimi Reinhardt für Schindler anfertigte, konnten rund 1.300 Juden das Leben gerettet werden. Mit seinem Einsatz hatte Schindler sein eigenes Leben wesentlich gefährdet. 

Jacques Ungar (Tachles)

Wider die Unterkomplexität

Rezension von „Antisemitismus gegen Israel“

Auf der Plattform

Logo Soziopolis

setzt sich Charlotte Wiemann ausführlich mit dem 2021 in der Hamburger Edition erschienenen Band der beiden Autoren Klaus Holz und Thomas Haury auseinander (424 S. | 35,00 EUR | ISBN 978-3-86854-355-1)

Über die (Un-)Möglichkeit der Vergleiche

Selenskys Rede, gerichtet an die Abgeordneten der Knesset in (West-)Jerusalem

In seiner Analyse dieser Rede untersucht Anshelm Pfeffer die Motivation Selenskys, in einer Art Kampagne die Parlamente der westlichen Welt zu addressieren, u.a. das House of Parliament in London, den US-amerikanischen Kongress, den deutschen Bundestag etc. Diese Kampagne, so Pfeffer, ziele weniger darauf ab, bestimmte Entscheidungen der Abgeordneten auf den Weg zu bringen, als das Gewissen und die Aufmerksamkeit der Welt auf sein Land gerichtet zu sehen. Sie gleiche damit einer medialen Inszenierung, um im Fokus der Weltöffentlichkeit zu bleiben.

„Perhaps the most important component of Zelenskyy’s Knesset address was the repeated warning at the end of the dangers of “indifference” to Ukraine’s plight. He may have only four years of experience in politics, but he knows full well by now that speeches to parliaments, not just the Israeli one, are not going to change governments’ cold, calculated and pragmatic policies. That isn’t the reason Zelenskyy’s talking to parliaments.“


Zum gleichen Thema der Beitrag „Ein ungeheuerlicher Vergleich“ auf german-foreign-policy.com.

Nachtrag: 24. März 2022

Beitrag von Rachel Sharansky Danziger auf dem Blog der Times of Israel:

„Yes, Zelensky misspoke, but that really doesn’t matter – What matters is how Israel handles the present moment – and whether its actions will stand the test of time“


In memoriam John Bunzl (27.4.1945-22.3.2022)

Mit dem Österreichisches Institut für internationale Politik – oiip trauern wir um einen hochgeschätzten Kollegen und Wissenschaftler: Dr. John Bunzl, der am 22. März 2022 gestorben ist.

Bunzl wurde 1945 als Sohn einer österreichisch-jüdischen Industriellenfamilie im Exil in London geboren und wuchs nahe der Papierfabrik seiner Familie im niederösterreichischen Pernitz auf. Nach dem Abitur in Wien und studierte Soziologie und Politikwissenschaften in Innsbruck.

John Bunzl war Wissenschaftler mit Leib und Seele und war in seinen Themenbereichen hoch angesehen. Mit besonderem Engagement setzte sich John Bunzl gegen Ungerechtigkeiten und die für die Anliegen der Palästinenser:innen ein und erntete dafür nicht immer Anerkennung. Für sein Umfeld war er stets da und hatte ein offenes Ohr für sämtliche Anliegen.

„Stets setzte er sich dafür ein, daß die Perspektive der Palästinenser und deren Leid durch die Vertreibung auch von jüdischer Seite anerkannt werden. In den letzten Jahren wurde ihm auch der Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie ein zentrales Anliegen“ – so würdigte ihn die österreichische Tageszeitung Der Standard in ihrem Nachruf.

Mit Dankbarkeit denken wir die Beiträge zurück, die er im Rahmen der diAk-Publikationen zur Verfügung gestellt hat.

Diskriminierungserfahrung und Zivilcourage

Anläßlich der internationalen Wochen gegen Rassismus / Vorstellung der Ergebnisse einer Befragung von arabischen Migrant/-innen in Gera

Am 14. März 2022 von 18 – 19.30 Uhr
Vor Ort oder im Livestream unter https://www.youtube.com/watch?v=zw-5CaACFz0

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb lädt Sie herzlich ein zur hybriden Veranstaltung „Diskriminierungserfahrung und Zivilcourage. Eine Befragung von arabischen Migrant/-innen in Gera“ am Montag, den 14. März 2022 um 18 Uhr im Eiscafé de Bernardo, Schloßstraße 2 in Gera. Der Vortrag von Soha Hallawe und die Diskussion wird auch als Livestream auf YouTube übertragen.

Soha Hallawe, Angestellte bei der Stadtverwaltung Gera, führte im Rahmen ihrer Studienabschlussarbeit eine Befragung zu Diskriminierungserfahrungen unter arabischen Migrant/-innen im Jahr 2021 durch. Dabei wurden ca. 150 syrische und irakische Bürger/-innen der Stadt Gera befragt, um ihre Erfahrungen der letzten fünf Jahre zu schildern.

Am 14. März 2022 stellt Frau Hallawe die Ergebnisse ihrer Studie vor und gibt einen Überblick über die Lebenssituation von Migrant/-innen in Gera. Im Anschluß an ihren Vortrag gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Zeit: 14. März 2022, 18 – 19.30 Uhr

Ort: Vor Ort in Gera oder im Livestream unter https://www.youtube.com/watch?v=zw-5CaACFz0

Richten Sie sich jetzt die Erinnerungsfunktion auf YouTube ein, um die Veranstaltung nicht zu verpassen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und den Livestream finden Sie auf unserer Website www.bpb.de/505591

Es ist nicht nur die Rheorik…

… die geschichtlichen „Vergleiche“ können schon erschrecken. Aber der Schrecken ist auch so groß genug: Yad Vashem zur Nazi-Rhetorik im Konflikt.