Einfach mal in die Ausstellung …

das geht ja gerade nicht, auch bei uns ja noch nicht so einfach.

Aber die palästinensische Kunstgalerie Al Ma’mal hat zu ihrer aktuellen Austellung in den Räumen am Jaffator den Katalog online gestellt. So läßt sich zumindest in Gedanken jetzt am Neutor oder am Jaffator in die Altstadt spazieren und das Blättern im Katalog läßt uns die nächste Reise antizipieren…

For its 5th edition, the Gift offers an approachable and accessible overview of Palestinian Contemporary art, through featuring 110 artworks by 37 Palestinian artists from across Palestine.  Drawn from various disciplines from painting, photography, drawing and sculpture, the selection of works reflects on everything art can offer even during such difficult times. The Gift is an attempt to encourage people and art enthusiasts to engage, view, enjoy and purchase art. 

Über die Vielfalt (jüdischer / der) Stimmen

Die Tageszeitung Junge Welt hat in der letzten Woche ein längeres Interview mit Wieland Hoban, seines Zeichens Komponist, Übersetzer und Vorstandsmitglied der Organisation »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« und deren Vertreter im Bündnis IJCJP (International Jewish Collective for Justice in Palestine, veröffentlicht, das unter dem Titel »Sie unterstellen auch jüdischen Menschen Antisemitismus« online nachzulesen ist.

Multidirektionales Erinnern

Micha Brumlik hat in der Frankfurter Rundschau die deutsche Übersetzung eines Buches des US-amerikanischen Historikers Michael Rothberg besprochen und dessen Ansatz außerordentlich gelobt.

Michael Rothberg:
Multidirektionale Erinnerung. Holocaustgedenken im Zeitalter der Dekolonisierung.
Aus dem Englischen von Max Henninger
Berlin (Metropol) 2021 – 404 S. – 26,00 €

Brumlik schreibt:

„Rothberg gelingt es, mit seinem Konzept einer „multidirectional memory“ (dt.: eines „multiperspektivischen Gedenkens“ ), der unseligen, allemal politisch instrumentalisierbaren Konkurrenz von Erinnerungen eine universalistische, allen Opfern zukommende anamnetische Solidarität entgegenzusetzen. Damit weist Rothberg einen konstruktiven Ausweg aus der oft behaupteten Unmöglichkeit, die Singularität des Holocaust zu anderen Menschheitsverbrechen in Verhältnis zu setzen.“

in memoriam Mordechai Bar-On (1928-2021) z”l

Am 8. März 2021 ist Mordechai Bar On gestorben. Er hatte zahlreiche Funktionen im israelischen Militär inne, bevor er einer der führenden Vertreter der Peace Now-Bewegung wurde und war von 1984-1986 Abgeordneter von Ratz, einer der Vorläuferparteien von Meretz. Von 1991-1995 war er Präsident des New Israel Fund. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel geschrieben und in den letzten Jahren seines Lebens auch Belletristik. Ein großartiger Mensch, an den man sich hoffentlich noch lange erinnern wird. In den Bänden der Schriftenreihe des diAk finden sich von ihm:

Chancen für den Frieden. In: Hajo Funke/Christian Sterzing (Hgg.): Frieden Jetzt. Geschichte und Arbeit israelischer Friedengsruppen, Frankfur am Main (Haag + Herchen) 1989, S. 27-76. – Auch in: Jörn Böhme/Christian Sterzing (Hgg.): Friedenskräfte in Israel, Frankfurt am Main, (Haag+Herchen) 1992, S. 68-121.

Nachrufe: NIF Peace Now || Eigene Site

Immer mittwochs, 17.00 Uhr Jerusalemer Zeit:

Ein freies online Filmangebot im Stream des | Palestine Film Institute | – … denn Bilder prägen Erinnerung.

Palestine Film Platform is an initiative launched by Palestine Film Institute in collaboration with filmmakers from Palestine and Palestinian cultural institutions. The Platform will stream a Palestinian Feature Film every week for free. This platform is avaialble for any Palestinian filmmaker who wants to share her/his recent work. Please don’t hesitate to reach out to us through our contact page or at
info@palestinefilminstitute.org with any suggestions, ideas, and of course films.

https://diak.org/wp-content/uploads/2021/03/887ad-unnamed.jpg
PFP-02.png

Zuversicht statt Zynismus: Wahlen in Palästina

Nach 15 Jahren sollen wieder Wahlen in Palästina stattfinden. Mit diesen gleich drei Abstimmungen in einem Jahr werden die Palästinenserinnen und Palästinenser ihre vielen Probleme nicht lösen, aber es ist mehr als ein Zeichen für neue Ansätze in der politischen Bewegung und in der Gesellschaft.

Mehr Optimismus sei angesagt, schreiben Nathan J. Brown und Zaha Hazan von der Carnegie Endowment for International Peace in ihrem neuen Papier. Bereits das Zustandekommen der Wahlen sei ein Erfolg: Die Wahlen im Mai zum PA-Legislativrat finden statt, während ca. 5,2 Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser in Westjordanland, Ostjerusalem und Gazastreifen unter den Bedingungen anhaltender israelischer Okkupation leben. Und die 747 Plätze im Palestinian National Council, der im Juni gewählt wird, sollen entsprechend der Wünsche von mehr als 13 Millionen Palästinenserinnen und Palästinensern in den Besetzen Gebiete wie auch der Diaspora weltweit verteilt werden.

Angesichts der komplizierten anstehenden Aufgaben sind internationale Akteure und Diplomatie zur Unterstützung aufgerufen, um damit die erfolgreiche Realisierung wahrscheinlicher zu machen. In ihrem Papier erklären Brown und Hazan Institutionen, Prozedere und die nächsten Schritte im geplanten Wahlverlauf des Jahres.

Zu den Wahlen in Palästina veranstaltet das palästinensischen Policy Network Al-Shabaka am Donnerstag, 11.03.2021, 15 Uhr, eine Diskussion. Hier der Link zur Anmeldung.

Israel – Syrien: Mehr als ‚regionale Machtkämpfe‘

Bereits Ende Januar hatte Guido Steinberg von der SWP in einem Arbeitspapier der BAKS der BRD-Regierung in Anbetracht der Entwicklung in Nahost und der Durchsetzung eigener Interessen empfohlen, ihre Außenpolitik in Nahost zu überdenken. Nicht mehr Kriegsverhinderung sei zu priorisieren: „Das noch wichtigere Interesse der Bundesrepublik sollte aber sein, eine nukleare Bewaffnung von Regionalstaaten zu verhindern. Notwendige Konsequenz dieser Interessendefinition könnte es im Extremfall sein, auch einen Militärschlag der USA und/oder Israels gegen Iran zu unterstützen, falls dieser notwendig werden sollte, um eine nukleare Bewaffnung des Landes zu verhindern….“.

Und was läuft konkret in der Region ab? Wie verhalten sich die regionalen Akteure? Israels Angriffe in Syrien stellen Moskaus Geduld auf die Probe – „Ein Gegenschlag wird bald folgen“, stand gestern in einer der Überschriften auf RT DE.

Inzwischen fliegen israelische Jagdflugzeuge immer häufiger Angriffe auf iranische Stellungen in Syrien und provozieren damit auch Rußlands Position in Syrien. Rußlands Sondergesandte für Syrien, Alexander Lawrentjew, betrachtet die andauernden Angriffe Israels in Syrien in einer offiziellen Erklärung als Verletzung der Vereinbarung, auf die sich Israel und Rußland zur Deeskalation der Situation in Syrien geeinigt hatten und deutet an, daß auch ein Gegenschlag nicht mehr ausgeschlossen werden könne. Auf RT DE schreibt dazu Scott Ritter, ein ehemaliger US Marine Corps intelligence officer, der für die USA u. a. in der Sowjetunion als Inspektor für die Umsetzung des INF-Vertrages diente:

„Die zwar diplomatische Sprache läßt dennoch nur wenig Raum für jegliche Fehlinterpretation. Durch die Verwendung des Ausdrucks „darunter“ bezogen auf die syrische Regierung, die da ihre Geduld verliere, ließ Lawrentjew keinen Zweifel daran, daß die andere Partei, die man in seiner Aussage „darunter“ verstehen soll, Rußland ist. Diese Verknüpfung überträgt sich denn auch auf die nicht gerade verblümte Androhung eines „Gegenschlags“ und einer „möglichen Eskalation der Gewalt“. Kurz gesagt war Lawrentjews Warnung die offenste Drohung gegen Israel, die er anbringen konnte, ohne gleich das Offensichtliche auszusprechen: Falls Israel weiterhin Syrien bombardiert, werde Rußland keine andere Wahl haben, als israelische Flugzeuge abzuschießen.“

Weiterführende Links: BAKSMDKrasnaja SwesdaRT DE – Und im Original auf RT:

Israel/Palästina vor Gericht?

Von Marianne Zepp

Das Verhältnis des Staates Israel zum Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag war nie eindeutig und im Laufe seiner Geschichte einigen Wechseln ausgesetzt.

In den Jahren nach der Shoa und den Verbrechen im Zweiten Weltkrieg wurde international nach Wegen und Möglichkeiten der rechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechen und der Implementierung von Menschenrechtsstandards in kriegerischen Konflikten gesucht.

Israel gehörte mit zu den Unterzeichnern des Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs, eine Entscheidung, die es allerdings 2002 widerrief. Damit erkennt Israel – u.a. neben den USA, China und Rußland – den ICC (und seine Zuständigkeit) nicht an.

Die Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs, ein Verfahren wegen des Verdachts von Kriegsverbrechen gegen Israel und Palästina zu eröffnen, wurde lange vorbereitet, nicht zuletzt vorangetrieben durch die Palästinensische Autonomiebehörde.  So unterstützt die palästinensische Seite die Vorbereitungen des ICC seit Jahren mit Dossiers und Dokumentationen.

Palästina gehört seit 2015 zu den insgesamt 120 Vertragsstaaten des ICC. Ihr Beitrittsersuchen wurde durch den Status eines Beobachterstaates bei der VN vorbereitet und letztendlich ermöglicht.

Verbunden mit dem angestrengten Verfahren ist die Hoffnung der Palästinenser, daß Menschenrechtsverletzungen während des siebenwöchigen Gazakrieges 2014, der gewaltsamen Auseinandersetzungen an der Grenze zu Gaza im Frühjahr 2018 und durch den Siedlungsbau in der Westbank und in Ostjerusalem offengelegt werden. Auch die Hamas im Gazastreifen, selbst Gegenstand von Untersuchungen über den Beschuß israelischer Dörfer und Städte, der Entführung, Folterung und Ermordung israelischer Soldaten, zeigte sich offen und erkennt die Rechtmäßigkeit des Vorgehens des ICC an. 

Offensichtlich ist der Preis nicht zu hoch dafür, daß der Weltöffentlichkeit die Unrechtmäßigkeit der israelischen Besatzungspolitik erneut vor Augen geführt wird und Palästina als quasi staatlicher Akteur im Spiel ist. Daß dabei gleichzeitig die Hamas wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt ist, scheint weniger ins Gewicht zu fallen, zumal diese Übergriffe und Vergehen als „legitime Widerstandshandlungen“ von Seiten der Palästinenser gedeutet werden.  

Für Israel ist damit der seit längerem befürchtete worst case eingetreten, oder wie das israelische Onlineportal Walla es formulierte: Die palästinensische Nuklearoption gegen Israel wurde gezündet.  Netanyahu sieht darin „reinen Antisemitismus“ von Seiten eines Gerichtshofs, der eingerichtet worden sei, weil aus den Shoa Lehren gezogen werden sollten. Es wende sich nun gegen den jüdischen Staat selbst. Die Widersprüchlichkeit dieser Aussagen beruhen auf der Überzeugung der historischen Aufgabe als jüdische Nation, und damit als Heimstatt aller Juden zu gelten, gerecht werden zu müssen.

Als die offiziellen Ermittlungen vor wenigen Tagen eröffnet wurden, löste dies eine neue Welle der Empörung in Israel aus. Der Vorwurf der Einseitigkeit und der „Politisierung des internationalen Rechts“ steht im Raum. Wenn Netanyahu darin zugleich eine Strategie zur grundlegenden Delegitimierung des jüdischen Staates und seines Rechtes zur Selbstverteidigung sehen will, nutzt er – und mit ihm die gesamte israelische Rechte – ein aus dem religiösen und ethnischen abgeleitetes Selbstverständnis der ‚israelischen Nation‘. Souveränität und militärische Macht stellen den Kern dieses Selbstverständnisses dar. Netanyahu spielt dieses Grundsentiment des israelischen Nationenverständnisses voll aus, wenn er denunziatorisch dem ICC unterstellt, allein die Existenz eines jüdischen Staates als Kriegsverbrechen anzusehen.

Die israelischen Menschenrechtsorganisationen wiederum sehen die Chance einer Kursänderung. Die erneut nun auf internationaler Bühne zu verhandelnden Auswirkungen der israelischen Besatzung und die Thematisierung ihrer Völkerrechtsverletzungen könnte, so die Hoffnung, eine Wende einläuten. Die Besinnung auf humanitäre Werte, die Thematisierung eines Okkupationsregimes, das der palästinensischen Bevölkerung in der Westbank und in Gaza, fundamentale Rechte verwehrt, soll, so die Hoffnung, eine neue Dynamik innerhalb Israels und in der internationalen Öffentlichkeit freisetzen.

Die Anklagen des ICC beziehen sich auf Einzelpersonen, nicht Staaten. Das Argument der israelischen Regierung, Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen durch einzelne Soldaten innerhalb der eigenen rechtsstaatlichen Ordnung bereits verfolgt zu haben, trifft nach Ansicht von Nichtregierungsorganisationen wie Breaking the Silence, Adalah oder B’Tselem nicht die wirklich Verantwortlichen. Und es berühre nicht das Grundproblem der israelischen Politik, die Besatzung.

Bis es zu substantiellen Anklagen kommt – und ob dann auch hochrangige Verantwortliche sich dem Gericht stellen müssen -, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Nach der Phase Trump

Wieviel Gemeinsamkeiten – und welche – gab/gibt es zwischen den USA und Israel?

Einen spannenden Rückblick auf die Beziehungen der beiden Regierungen wirft Ofer Zalzberg, politischer Analyst und mehrfach Autor beim diAk, in einen Beitrag für die Online-Plattform Fathom Journal: Trump and Netanyahu: The Disagreements Beneath The Surface

8. März!

International Women’s Day: highlighting the role of women in Euro-Mediterranean cooperation

On the occasion of the International Women’s Day celebrated worldwide on 8 March 2021, the ENI CBC Med Programme is launching a communication campaign to highlight the remarkable contribution of women to Euro-Mediterranean relations.

The campaign, under the title “Women, leaders of Euro-Mediterranean cooperation”, will be carried out through the dissemination on the Programme’s website and social media (Facebook, Twitter, Instagram) of a series of digital “postcards” depicting how women from across the Mediterranean are essential players of cooperation processes at institutional, project and people-to-people level.

The ENI CBC Med Programme will also hold a 100% female-led webinar on 8 March on the topic of “Women entrepreneurs: an essential factor to achieve real gender equality in the Mediterranean”.

The event aims at discussing the cultural, financial, regulatory barriers that still exist for women to fully express their potential in the business sector and how these barriers can effectively be removed to boost women’s entrepreneurship, increase their opportunities in responsibility positions and facilitate access to credit.

Discussions will feature expert speakers from both sides of the Mediterranean and will showcase the stories of aspiring entrepreneurs who are currently developing or enhancing their businesses through the support projects funded by the ENI CBC Med Programme.
FOLLOW the webinar here (8 March – 11 am to 1 pm – CET).