Heine-Preis 2024 an David Grossmann

„Mit David Grossman ehrt die Landeshauptstadt Düsseldorf einen der bedeutendsten Vertreter der israelischen Gegenwartsliteratur, der sich für Verständigung und Toleranz nicht nur im Nahost-Friedensprozeß einsetzt“, sagte Oberbürgermeister Stephan Keller.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung Grossmans, mit der ein Schaffen geehrt wird, das ganz in der Tradition Heinrich Heines Versöhnung und Dialog in den Mittelpunkt stellt.“

David Grossman wurde nach der Jury-Sitzung durch den Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller telephonisch über die Auszeichnung informiert. „Ich freue mich sehr. Eine gute Nachricht in einer Zeit mit so vielen schlechten Nachrichten“, wird Grossman in der Mitteilung zur Auszeichnung zitiert. 

Die Jury begründet ihr Votum wie folgt:

„Den Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf 2024 erhält David Grossman, eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur. Seine Prosa ist durchdrungen vom tiefen Verständnis und empathischer Nähe zu den Menschen mit ihren unauflöslich erscheinenden Konflikten. Ganz im Sinne Heinrich Heines tritt er klarsichtig für die Zusammengehörigkeit aller Menschen ein und setzt auf die verbindende Kraft der Literatur. In seinen intellektuell bestechenden, differenzierten Reden und Essays wirbt er unaufhörlich für Frieden und Aussöhnung im Nahen Osten. Er wird nicht müde, der Menschlichkeit eine Stimme zu geben.“

Für Pressefreiheit im Gaza-Krieg

Die Forderungen in Kürze:

+ Schutz für Journalist:innen in Gaza! 

+ Aufhebung des israelischen Einreiseverbots für unabhängige internationale Berichterstatter:innen ins Kriegsgebiet!

+ Keine ungeprüfte Übernahme von Darstellungen von Kriegsparteien in der Berichterstattung! Stattdessen: Quellenvielfalt, Einbettung in den historischen und politischen Kontext, Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit palästinensischen Journalist:innen.

Zur Website mit den Unterzeichnenden

Daniel Bar-Tal im ZEIT-Gespräch

Der Autor unseres Schriftenreihen-Bandes 46 | Unbekümmert in den Abgrund. Die Folgen von Konflikt und Besatzung für die jüdisch-israelische Gesellschaft in einem ganzseitigen Gespräch in der ZEIT (aktuell hinter der Bezahlschranke, aber im folgenden ein paar Zitate):

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Eine hundertjährige Moschee in Berlin

Offenes Haus. Eine hundertjährige Moschee in Berlin

Die Moschee in der Brienner Straße in Wilmersdorf ist ein besonderer Erinnerungsort. Im September 1924 begannen die Arbeiten an dem Kuppelbau mit seinen beiden hohen Minaretten. Die Lahore Ahmadiyya-Bewegung im Islam, eine muslimische Reformbewegung aus dem damals britisch kolonisierten Indien, beauftragte den Bau. Sie ist die älteste noch bestehende Moschee in Deutschland und wird bis heute von der Gemeinde genutzt.

Die Architektur zeugt vom Selbstvertrauen ihrer Gründer, die Kontakt zum intellektuellen deutschen Milieu suchten. Auch für diasporische Gemeinschaften muslimischen Glaubens, die damals bereits in Berlin lebten, wird die Moschee zum Ankerpunkt. In der Moschee begegneten sich zwischen den Kriegen verschiedenste Lebensentwürfe: Spiritualität und Lebensreform, antikoloniale Netzwerke und kosmopolitische Weltsichten, Freundschaften, Ehen und Familien. Das änderte sich im Nationalsozialismus. Nach dem Krieg gelang der Neuanfang.

Anläßlich des einhundertjährigen Entstehens ruft die Ausstellung die Geschichte dieser Moschee in Erinnerung, und die Geschichte derjenigen, die eine bald blühende Gemeinde aufbauten. Als ab den 1960er Jahren die Arbeitsmigration neue muslimische Gemeinden in West-Berlin befördert, ist die besondere Gründungsgeschichte der Moschee in Wilmersdorf weitgehend in Vergessenheit geraten.

Das Gemeindearchiv wurde vor wenigen Jahren bei Sanierungsarbeiten geborgen. Dokumente aus der Gemeindeverwaltung, Missionsschriften und viele Photographien werden in der Ausstellung gezeigt. Erinnerungsstücke aus weiteren privaten Familienarchiven unterstreichen die besondere Bedeutung der Moschee in vielen Berliner Lebenswegen.  

Eine Ausstellung des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf mit der Lahore Ahmadiyya-Gemeinde

Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel

Für die Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel vom 16. bis 22. September 2024 hat der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) neue Materialien veröffentlicht. In dieser Woche findet am 21. September auch der Weltfriedenstag der Vereinten Nationen statt, der zum 25. Mal begangen wird.

Bedrohung der zivilgesellschaftlichen Demokratiearbeit

Hochschule Niederrhein

Menschen engagieren sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, trotz Bedrohungen. Die zivilgesellschaftliche Arbeit für Demokratie und ‚gegen Rechts‘ steht vielerorts unter massiver Bedrohung – und mit ihr die Engagierten. Das Projekt „BEWARE: Bedrohte Demokratieprojekte wappnen und resilient machen“ (2023-2024) hat in einer quantitativen und qualitativen Studie beruflich, ehrenamtlich und aktivistisch Engagierte über erlebte Bedrohungen und ihren Umgang damit befragt.

PDF des Kurzberichts zum Herunterladen

Syrien: Sichere Rückkehr?

Syrien, 2011 Brennpunkt des Arabischen Frühlings und seitdem Schauplatz eines gewaltsamen, internationalisierten Bürgerkriegs, ist angesichts anderer Konfliktarenen wie der Ukraine und Gaza in den letzten Jahren zunehmend aus dem Blickfeld der Weltöffentlichkeit geraten.

Interview mit den GIGA-Expert:innen Dr. André Bank und Dr. Christiane Fröhlich zur aktuellen Situation

Schmuddelbegriff Frieden

Der Orient in Gotha

Sonntag, 8. September bis Sonntag, 3. November 2024

Schloß Friedenstein, Spiegelsaal

Kurator: Dr. Feras Krimsti

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr sowie an den Feiertagen 20. September, 3. Oktober und 31. Oktober. Vom 25. bis 27. September bleibt die Ausstellung geschlossen.

Ende des 16. Jahrhunderts notierte ein Schüler osmanische Wörter in sein Schulheft. Er sollte später ein einflußreicher lutherischer Theologe werden. Vom Besuch eines äthiopischen Geistlichen in Gotha 1652 sind Übersetzungen religiöser Literatur erhalten, die er gemeinsam mit einem deutschen Gelehrten verfaßte, der die Äthiopistik begründen sollte. Im 17. Jahrhundert schrieb ein Numismatiker ein Lobgedicht in Arabisch und Latein auf den Gothaer Herzog, in der Hoffnung sich eine Position an der Herzoglichen Bibliothek zu sichern. Ein Naturforscher sandte im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts von seiner Reise durch das Osmanische Reich und Arabien arabische, persische und osmanische Handschriften an die Gothaer Bibliothek. Auch sammelte er im Osmanischen Reich kulturelle Artefakte, wie etwa einzigartige historische Stoffproben, und schickte sie nach Gotha.

Diese und viele weitere Spuren der Auseinandersetzung mit dem Orient haben sich in Gotha erhalten. Sie verweisen auf das Wirken von Gelehrten, die es vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in die Stadt zog. Dazu gehörten protestantische Theologen, aufklärerische Naturforscher, historisch-kritisch arbeitende Orientalisten, Dichter der Romantik oder auch Kartographen. Diesen Gelehrten und den Spuren, die sie hinterlassen haben, ist die Ausstellung „Der Orient in Gotha“ gewidmet. Jeder von ihnen prägte auf seine Weise die Sicht auf die Kultur, Geschichte, Literatur und Geographie des Osmanischen Reichs, der arabischen Halbinsel, Äthiopiens und weiterer Gebiete, die als Teil des Orients verstanden wurden. Vierhundert Jahre Orient-Studien in Gotha zeugen nicht nur vom Wandel der Wissenschaften, sondern beleuchten auch die Geistes- und Wissenskultur der Stadt Gotha.

Ausstellungsflyer

ExtremismusMonitor Thüringen

Diskursverschiebungen sichtbar machen: Diesem Ziel gilt die wissenschaftliche Sammlung und Auswertung potentiell verfassungsfeindlicher Äußerungen aus dem Thüringer AfD-Verband

Der ExtremismusMonitor Thüringen ist eine Untersuchung des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre der Universität zu Köln. Zum Zwecke der wissenschaftlichen Auswertung sowie gesellschaftlichen Information stellt er – ausschließlich öffentliche – Äußerungen der AfD Thüringen sowie ihres Führungspersonals auf Landes- und Kreisebene zusammen und ordnet sie juristisch ein. Bürgerinnen und Bürgern abseits behördlicher Einschätzungen eine objektive Bewertungsmöglichkeit an die Hand zu geben, ist leitendes Motiv des ExtremismusMonitors Thüringen.