Eine Youtube Aufzeichnung einer Zoom-Begegnung organisiert von den American Friends of Combatants for Peace am 14. Juli 2022


Eine Youtube Aufzeichnung einer Zoom-Begegnung organisiert von den American Friends of Combatants for Peace am 14. Juli 2022


Hanno Hauenstein in der Berliner Zeitung noch einmal über: Hijacking Memory.
Wie eine Konferenz Engpässe deutscher Debatten aufzeigt
„Druckwellen der „Hijacking Memory“ Konferenz wirken noch nach. Die Tagung, die vor knapp einem Monat am Haus der Kulturen der Welt stattfand und sich mit der Erinnerung an den Holocaust und ihrer politischen Instrumentalisierung auseinandersetzte, startete mit einer Differenzierung: „Keine jüdische Person, nirgends, wird die reale Gefahr des Antisemitismus anzweifeln“, erklärte Susan Neiman, die Direktorin des Einstein Forums und eine der drei Konferenz-Organisatorinnen. „Doch wir sind überzeugt, dass die Instrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs auf zynische Weise für nationalistische Zwecke eingesetzt wird….“
Gemeinsame Erklärung der Außenministerien
Belgiens, Dänemarks, Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Schwedens und Spaniens
„Am 22. Oktober 2021 hat Israel sechs palästinensische Zivilgesellschaftsorganisationen als terroristische Organisationen eingestuft. Terrorismusvorwürfe oder Vorwürfe, Verbindungen zu terroristischen Gruppen zu unterhalten, müssen ausnahmslos mit der größtmöglichen Ernsthaftigkeit behandelt werden. Daher war es geboten, diese Einstufungen sorgfältig und umfassend zu überprüfen. Aus Israel gingen keine wesentlichen Informationen ein, die es rechtfertigen würden, unsere Politik in Bezug auf die sechs palästinensischen zivilgesellschaftlichen Organisationen auf der Grundlage der Entscheidung Israels, diese Organisationen als „terroristische Organisationen“ einzustufen, zu widerrufen.
Sollten gegenteilige Belege zur Verfügung gestellt werden, würden wir dementsprechend handeln. Solange solche Belege nicht vorliegen, werden wir unsere Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den besetzten Palästinensischen Gebieten und unsere deutliche Unterstützung für sie fortführen. Eine freie und starke Zivilgesellschaft ist für die Förderung demokratischer Werte und für die Zwei-Staaten-Lösung unerlässlich.“
Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes, Berlin, 12. Juli 2022
Essay von Gary Lucas im Forward (vier Artikel im Monat frei zugänglich) – Erinnerung bleibt eine schwierige Aufgabe, hier, dort, überall, nicht nur der scheren Zahlen wegn …

When I was a boy, I often pondered the fate of my European relatives on my mother’s side. I knew my family had originally been named Piekareski and they had lived for many generations in a little town called Jedwabne, near Białystok in northeastern Poland. I knew that my grandfather Samuel had been smuggled out of Jedwabne and Poland by his doting mother at a very tender age. She had disguised him for the journey by dressing him up as a little girl to prevent him from being turned back at immigration as an able-bodied boy to be eventually conscripted into the Polish army. ….
Generationen von Studierenden haben beim ihm gelernt – und von ihm: Gegenseitigen Respekt im Gespräch der Religionen, insbesondere in den Beziehungen zwischen Judentum und Christentum.
Am 28. Juni 2022 ist Prof. Dr. Peter von der Osten-Sacken, von 1973-2005 Prof. für Neues Testament in Berlin und von 1972-2007 Direktor des Instituts Kirche und Judentum gestorben. Neben anderen Würdigungen schreibt Christian Staffa in Die Kirche (10. Juli 2022).
Joseph Croitoru widmet auf qantara.de einen langen, höchst lesenswerten Essay der gemeinsamen Arbeit des israelischen Shoa-Forschers Amos Goldberg und des in Israel lebenden palästinensischen Politikwissenschaftler Bashir Bashir:
Eine Annäherung von Israelis und Palästinensern, die sich beide als Opfergemeinschaften verstehen, wird nach Ansicht von Goldberg und Bashir vor allem deshalb erschwert, weil Shoa und Nakba gleichermaßen zur Legitimation nationaler Ansprüche herangezogen werden. Dennoch sollte es möglich sein, auch die Katastrophe der Anderen – ohne dass der aus den nationalen Traumata abgeleitete „ultimative Anspruch auf Gerechtigkeit“ aufgegeben werden müsste – in das eigene Narrativ einzubeziehen
.
Für die einen aus der Zeit gefallen, für die anderen das Zeichen der Zeit:
Der Palästinenser Bassam Aramin und der Israeli Rami Elchanan waren vom 9. – 23. Juni 2022 in verschiedenen Orten zu Gast. Für November sind Veranstaltungen in Freiburg und der Schweiz geplant.

Bassam und Rami sind Freunde. Sie gehören beide dem Parents Circle Families Forum an, einer israelisch-palästinensischen Organisation, deren Mitglieder ein Familienmitglied durch Gewalt der „Gegenseite“ verloren haben. Beide sind auch mit den Combatants for Peace verbunden, den ehemaligen Kämpfern, die den Kampf mit der Waffe gegen friedensfördernde Aktivitäten eingetauscht haben.

Ghassan Kanafani (1936-1972) – Gefeiert, verdammt, erinnert, umstritten, ein Leben wie im Brennglas der unterschiedlichen Narrationen – Zwischen Terror und Literatur – eine Ikone.

Die Lektüre „lohnt“ noch immer …

Und dazu das Kalenderblatt des Deutschlandfunk.
Es sind oft nicht die großen Gesten und Projekte, sondern die kleinen andministrativen Maßnahmen, die am Ende zählen – Irr Amin folgt den Entwicklungen:
In the framework of a long-term monitoring project, Ir Amim has been closely following the implementation of a five-year plan for socio-economic investment in East Jerusalem called Government Decision 3790 for the „Reduction of Socio-Economic Gaps and Advancement of Economic Development in East Jerusalem.” Adopted in 2018, the Decision allocates NIS 2.1 billion for investment into a variety of fields including: employment, education, transportation, infrastructure, health, and more.
Although Decision 3790 is the first significant step by the Israeli government to attempt to rectify the longstanding neglect of Jerusalem’s Palestinian population, it is also unequivocally driven by political considerations.

