Sanaa Seif in der taz im Gespräch mit Jannis Hagmann

Sanaa Seif in der taz im Gespräch mit Jannis Hagmann

Verhindert die israelische Zivilgesellschaft eine illiberale Wende?
Interview über die Justizreform in Israel
Ein Gespräch mit Dr. Peter Lintl, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

Zweieinhalb Stunden im Gespräch: Muriel Assenburg und Thilo Jung im Gespräch
Es ist die Folge 647. Von Jung und Naiv: Eskalation im Nahen Osten? Zeit und Ausdauer und Neugier und viel Offenheit und Fragen, Ringen um Formulierungen, immer wieder kreist das Gespräch um Zugänge, Erfahrungen, Sorgen, um Verantwortung, und um Wahrhaftigkeit.
Ein hoher Begriff, aber die mehr als zweieinhalb Stunden, sind eine Sternstunde in der Debatte um den Nahostkonflikt in Deutschland, um das Verhältnis von Deutschland, Israel, Palästina.
Dabei kann es nicht darum gehen, jedem Satz oder Halbsatz zuzustimmen oder danach zu fragen, was alles noch hätte angesprochen werden können, dürfen, sollen, müssen … Respekt vor dem Mut zu diesem Gespräch, das der Debatte in unserem Land guttut.
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(Mit „Israel-Bashing“ hat es jedenfalls wirklich nichts zu tun, wie die israelische Botschaft es in ihrem Newsletter nennt – und wie es der NIF, der New Israel Fund, am 5. Juli 2023 auf seiner Seite zu Recht zurückweist:
„Es steht der Botschaft selbstverständlich zu, Äußerungen Asseburgs zu kritisieren, wenn dies auf faktenbasierte und respektvolle Art und Weise passiert. Dr. Asseburg ist eine renommierte Politikwissenschaftlerin und Expertin der Region, die den Diskurs mit ihrer langjährigen Kenntnis der Region bereichert. Wir stellen uns entschieden gegen diesen Versuch, ihre Arbeit und ihre Person auf diese Art und Weise zu diskreditieren“
Israeli forces’ operation in Jenin | Flash Update #2 as of 16:30, 4 July 2023 | Full report
Aus der Analyse von Jack Khoury in der heutigen Ausgabe (4. Juli 2023) von Haaretz:
Israel’s Jenin Op Merely Creates Another Generation of Hopeless Palestinian
“ (…) Israelis will go back to normal in a few days, and they expect the Palestinians to do the same – lick their wounds, bury their dead and move on. No one will show any interest in the future, or think of an outline for an agreement, because Israel wishes to cement a reality in which the Palestinians become accustomed to living under Israeli occupation and control, their civil affairs managed by a hobbled Palestinian Authority. From time to time, there’s a limited military operation, which is met with thundering silence by the international community, and particularly Uncle Sam. The issue of control over the Palestinians is of no interest to the decision makers. To them, the Chosen People can rule forever, the Palestinians don’t deserve a future and Palestinian youth must accept the situation.
Two decades ago, Israel embarked on a much broader operation against militants in Jenin, then backed by a leader like Yasser Arafat, and far better organized and funded. Today, Israel fights those who were babies and toddlers then, or not yet born at all. The generation born after the Oslo Accords grew up on the devastation of 2002, on Israeli arrogance and defiance, international indifference, and the disintegration of Palestinian national unity. A generation has arisen of angry, frustrated and hopeless youngsters, who have no purpose but to bear arms and shoot. To Israeli public opinion, a victory photo might have been achieved, but each such operation paves the way for more rounds of fighting and bloodshed.“
Israeli forces’ operation in Jenin | Flash Update #1 as of 16:30, 3 July 2023 | Full report
KEY POINTS
SITUATION OVERVIEW
On 3 July at about 1:00 am, Israeli forces conducted a series of airstrikes in and around the Jenin Refugee Camp. The airstrikes hit multiple locations within the camp, including a residential structure in the central area. As a result, three Palestinians were killed, and others were injured.
On 3 July at about 3:00 am, Israeli forces fatally shot a Palestinian man in the head with live ammunition near the Beit El DCO checkpoint in the northern entrance of Al Bireh (Ramallah). The man was shot as Palestinians protested the Israeli operation in Jenin, with some throwing stones and Israeli forces firing live ammunition.
On 3 July at about 8:00 am, Israeli forces bulldozed roads leading to Jenin Refugee Camp. Consequently, ambulances were unable to access the camp except from one entrance, which is controlled and monitored by Israeli forces inspecting `vehicles, including ambulances.
On 3 July about 10:00 am, the Israeli military stated that Israeli forces had discovered and destroyed a laboratory used to manufacture explosives. Additionally, they reportedly confiscated a rocket launcher along with other weapons.
On 3 July at about 10:40 am, Israeli forces prevented ambulances from entering and exiting Jenin Refugee Camp – a problem that has been reported by medical sources throughout the day. Paramedics entered the camp by foot to provide first aid to casualties. Exchanges of fire continued between Palestinians and Israeli forces while the latter also conducted air strikes hitting structures. Five Palestinians including two children were shot and killed with live ammunition fired by Israeli forces.
On 3 July at about 12:50 pm, according to reports from medical sources, several teargas canisters fired by Israeli forces landed inside the courtyards of the Jenin Governmental hospital.
HUMANITARIAN OVERVIEW
Das Fritz Bauer Institut – Geschichte und Geschichte des Holocaust legt seinen umfangreichen Jahresbericht vor, der auf jeden Fall die Lektüre lohnt. Sein Inhalt gibt einen guten Überblick über aktuelle Forschungen und Debatten.

Der Jahresbericht des Fritz Bauer Instituts informiert über die vielfältigen Tätigkeiten des Instituts im vorangegangenen Jahr. Er gibt einen Überblick über die Editions- und Forschungsprojekte, Lehre, Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen, über Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie die Gremien der Stiftung.
Das Erscheinen des Jahresberichts wird unterstützt vom Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

Bundestag beschließt Mahnmal für Zeugen Jehovas
Für die in der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Zeug:innen Jehovas soll im Berliner Tiergarten ein Mahnmal errichtet werden. Den entsprechenden gemeinsamen Antrag von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP (20/6710) verabschiedete der Bundestag am 29. Juni 2023 gemäß einer Beschlußempfehlung des Kulturausschusses (20/7111) ohne Gegenstimmen.
Nazijäger – bis 27. September 2023 in der ARD-Mediathek (3SAT)

Bild: ZDF/NDR/Spiegel TV/Michael Ihle/ bishara.design/Nelli Rödl
Herbst 1945: Deutsche Kriegsverbrecher im Visier britischer Soldaten. Sie fahnden nach SS-Leuten, KZ-Schergen und Tätern in Nadelstreifen. Sie suchen und finden Rudolf Höß, den Kommandanten von Auschwitz.
Die britischen Offiziere fahren 1945 und 1946 mit Jeeps durch Norddeutschland – auf der Jagd nach Naziverbrechern. Es sind die Männer der britischen „War Crimes Investigation Unit“. Einer von ihnen ist Captain Anton Walter Freud. Er ist der Enkel von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Anton Walter Freud floh 1938 mit seiner Familie vor den Nazis nach London.
Jetzt ist der Geheimdienstoffizier zurück, um Mörder aufzuspüren, die auf den Fahndungslisten der Alliierten stehen: Killer in Nadelstreifen, brutale SS-Schergen und erbarmungslose Ärzte, die medizinische Experimente an Kindern durchführten.
Freud ist stolz auf seine Herkunft, verehrt seinen weltberühmten Großvater. Der 24-Jährige verfügt über ein besonderes Talent: Er kann sein Gegenüber zum Reden bringen und davon überzeugen, Geheimnisse preiszugeben. Freud ist ein Freigeist, der sich nur ungern unterordnet. Er verabscheut Disziplin und ist für seine unkonventionellen Ideen bekannt. Sein Ziel ist nicht Rache, sondern Gerechtigkeit.
Er will die Täter vor Gericht bringen. „Alles unscheinbare kleine Leute“, wird Freud später in einem seiner seltenen Interviews sagen, „denen man überall begegnen kann, ohne zu ahnen, was sie getan haben.“
Im Team lernt er Hanns Alexander kennen. Der Sohn eines Berliner Arztes ist ebenfalls vor den Nazis nach England geflohen und 1945 als britischer Offizier nach Deutschland zurückgekommen. Im Konzentrationslager Bergen-Belsen hat er das Grauen gesehen, das die Nazis hinterlassen haben, und ist schockiert über die Kaltblütigkeit der inhaftierten Aufseher und SS-Offiziere.
Bergen-Belsen hat Alexander verändert. Er ist nicht länger der sorglose Mann von einst, sondern von einer kaum noch kontrollierbaren Wut erfasst. Das macht ihn zum „Brecher“, ein Ermittlertyp, der auch mit Drohungen operiert und manchmal Grenzen überschreitet – ganz anders als Anton Walter Freud.
Der verhaftet im Oktober 1945 Bruno Emil Tesch, den Geschäftsführer der Hamburger Firma „Tesch & Stabenow“, die das Insektenvernichtungsmittel „Zyklon B“ hergestellt und in die Vernichtungslager geliefert hat – vor allem nach Auschwitz. Die Beweise sind erdrückend, Tesch wird 1946 vor ein britisches Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. …. weiterlesen